Author Archives: Salon 21

CfP: Queer Ecologies Across Socialisms (10/2026, Regensburg); by: 15.02.2026

 Univ. of Regensburg; Martyna Miernecka (Web) and Paweł Matusz (Web)

Time: 15.-16.10.2026
Venue: Univ. of Regensburg
Proposals by: 15.02.2026

In literary and arts research on socialist worlds, both queer studies and environmental histories have been expanding – yet we still lack approaches that would systematically integrate these strands across global state socialisms. This conference responds to that gap by inviting work that reads queer practices alongside institutional and environmental policies and traces the queer ecological impulses emerging from socialist contexts across the globe.
As a conceptual starting point, we draw on queer ecology as an interdisciplinary field that explores how environmental thinking and queer critique inform each other, and how ideas of “nature” and sexuality are co-produced in culture, politics, and everyday life. Mortimer-Sandilands and Erickson describe its central task as to “probe the intersections of sex and nature,” in ways that reshape both sexual politics and environmental politics (Mortimer-Sandilands and Erickson 2010). Following Nicole Seymour, we ask: “What counts as ‘natural’ – and why?” – not only in relation to gender and sexuality, but also to environment, race, immigration status, health status, ability, and class (Seymour 2013). In this view, environments can both naturalize norms and become sites for challenging them, opening space to read LGBTQIA2S+ histories and cultures as entangled with more-than-human worlds.
Why focus on global state socialisms? First, we want to move beyond the moralizing narrative that treats socialism as a single story of ecological catastrophe, and instead compare how environmental damage and ecological governance were produced within broader twentieth-century modernizations. (Engel-Di Mauro 2021) Second, socialist worlds also generated early debates about the environmental and social costs of economic growth – debates that resonated across both capitalist and socialist states, complicating the image of a monolithic socialist public sphere. (Parfianowicz 2022) Third, these contexts invite new questions about the entanglements of human and non-human in socialist states – opening space for eco-socialist and proto-degrowth genealogies, as well as for environmental-justice perspectives attuned to inequality.
Placing queer scholarship on state socialist worlds in dialogue with Continue reading

CfP: „I’ve Got the Power?“ – Neue Perspektiven auf Geschlecht und Macht in der DDR (03/2026, Greifwald); bis: 08.02.2026

Jessica Bock, Digitales Deutsches Frauenarchiv (Web) und Stefanie Eisenhuth, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (Web)

Zeit: 12.-13.03.2026
Ort: Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald
Einreichfrist: 08.02.2026

Die „Ostfrau“ ist heute eine populäre Sozialfigur. Der Mythos von der berufstätigen, selbstbewussten, ökonomisch unabhängigen Frau ist so wirkmächtig, dass historische Nuancen manchmal dahinter zu verschwinden drohen. Zugleich wissen wir über Männlichkeit(en) im Sozialismus noch immer erstaunlich wenig. Insgesamt steckt eine umfassende Geschlechtergeschichte der DDR trotz bedeutender Einzelstudien weiterhin in den Anfängen: Viele Felder, Quellen und theoretische Zugänge sind bislang kaum ausgeleuchtet – und es gibt viel zu entdecken.
Der Workshop „I’ve Got the Power?“ lädt ein, gemeinsam neue Perspektiven auf das Verhältnis von Geschlecht und Macht im Staatssozialismus zu entwickeln. Trotz formaler Gleichstellung blieben geschlechtsspezifische Hierarchien und normative Rollenerwartungen bestehen. Wie wurden diese Ungleichheiten legitimiert, unsichtbar gemacht oder alltäglich reproduziert? Welche Machttechniken, Aushandlungsprozesse und informellen Praktiken prägten den sozialistischen Alltag? Und wie lassen sich Handlungsspielräume jenseits offizieller Positionen analytisch fassen?
Der Workshop soll explizit Werkstattcharakter haben und Raum bieten für die Vorstellung neuer und die Diskussion laufender Forschungsprojekte, für theoretische und methodische Überlegungen. Ziel ist ein offener Austausch über Konzepte, Quellenbestände und forschungspraktische Herausforderungen – gerade auch im frühen Stadium einer Arbeit.

Willkommen sind vor allem Beiträge, die
– Geschlecht als analytische Kategorie für den Staatssozialismus neu denken,
– Männlichkeits- und Weiblichkeitskonstruktionen im Alltag untersuchen,
– Machtkonstellationen jenseits formeller Entscheidungsstrukturen in den Blick nehmen,
– oder vergleichende Perspektiven auf andere staatssozialistische Gesellschaften eröffnen. Continue reading

Lectures: Masha Bratishcheva: From Nursing to Bombs. Seven Public Lectures on the History of Russian Feminism, 01-02.2026, virtual space

Dialog Büro. Dialogue Office for Civil Society Cooperation (Web)

Time: Thursdays, 18:00 | 08.01.2026-26.02.2026
Venue: virtual space

Programme: Next Lectures

15.01.2026: CARE: Inventing civic welfare through the Society of Cheap Lodgings (1859–1914)

22.01.2026: LEARN: the fight for education and credentials (1859–1868)

05.02.2026: BRAND: the Women’s Publishing Cooperative and paid intellectual labour (1863–1879)

12.02.2026: LOBBY: the first mass petition campaign for women’s education (1868–1872)

19.02.2026: FLEE: Zurich, blacklists, and the criminalization of educated women (1870–1874)

26.02.2026: MAKE THE REVOLUTION HAPPEN: from „going to the people“ to political trials and terror (1874–1881)

Language: English | Admission: free, please, register via the link

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08.01.2026: EMERGE: from „the woman question“ to women’s movement (1855–1863)

About This series tells the story of how women in the Russian Empire moved from near-invisibility in public life to visible, consequential agency in just a few decades. We follow the activists who built charities, publishing ventures, schools, petition campaigns, and finally underground networks. Along the way we trace how Continue reading

Vortrag: Kolja Lichy: „Eurer Fürstlichen Durchlaucht undethenigste und gehorsame dienerin“. Netzwerke zwischen den Höfen in Graz, München und Warschau um 1600, 28.01.2026, Wien [REMINDERIN]

Vortrag der Reihe „Geschichte am Mittwoch“ des Instituts für Geschichte der Univ. Wien (PDF)

Zeit: 28.01.2026, 18.30-20.00 Uhr
Ort: Univ. Wien, Institut für Geschichte, Universitätsring 1, 1010 Wien, Hörsaal 30

Im ausgehenden 16. und der ersten Hälfte des 17. Jhds. bestand ein dynastisch-kommunikatives Netzwerk zwischen den österreichischen Habsburgern, den bayerischen Wittelsbachern und den polnischen Wasa. Der Austausch zwischen den Höfen schlug sich in intensiven Korrespondenzen nieder, aber es zirkulierten in diesem Rahmen ebenso Personal, Tiere und Objekte. Die Korrespondenzen beschränkten sich dabei nicht allein auf den Austausch zwischen den Mitgliedern der Dynastien. Vielmehr wurde er nicht zuletzt von verschiedenen Agent:innen aus Hofkreisen getragen, die nicht unbedingt hierarchisch exponierte Positionen einnahmen. Die Beschäftigung mit den Briefen erlaubt es, einerseits die Kommunikationskanäle zwischen den Höfen auszuloten, andererseits zugleich einen Beitrag zur Alltagsgeschichte der Höfe zu leisten. Nicht zuletzt ist dies auch in einem geschlechtergeschichtlichen Kontext zu verorten und erlaubt Erkenntnisse über das tägliche Funktionieren des Frauenzimmers wie die allgemeine Rolle von Akteurinnen im Rahmen dynastischen Austauschs. In diesem Sinne situiert sich diese Forschung auch im Kontext der neueren Überlegungen zur kognatischen Dimension dynastischer Beziehungen.

Moderation: Martin Scheutz

Kolja Lichy ist seit April 2025 Ass.-Prof. für Österreichische Geschichte I am Institut für Österreichische Geschichtsforschung an der Univ. Wien; zuvor wissenschaftliche Mitarbeit an der Justus-Liebig-Univ. Gießen, Chercheur invité an der EHESS Paris und Lehrstuhlvertretung für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der Univ. Münster.

Vortrag: Valentina Kozák: Familiennetzwerke und Hofpolitik. Die Vermittlerrolle der Gräfin Maria Josefa Gertrudis von Berlepsch am spanischen Hof (1690-1700), 28.01.2026, Wien [REMINDERIN]

Institut für die Erforschung der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) (Web)

Zeit: Mi., 28.01.2026, 17:00 Uhr
Ort: ÖAW, PSK-Gebäude, 1010 Wien, Georg-Coch-Pl. 2, 4. Stock

Der transnationale cursus honorum der Gräfin Maria Josefa Gertrudis von Berlepsch begann mit ihrer Entsendung 1689 nach Spanien im Kontext der Heirat Maria Annas von Pfalz-Neuburg mit König Karl II. Als Mitglied des Gefolges der Königin wurde sie 1690 offiziell in den weiblichen Hofstaat aufgenommen und fungierte dort bis 1700 als ständige Vertraute und inoffizielle Beraterin am Madrider Hof. Ihre Einbindung in das Netzwerk Johann Wilhelms von der Pfalz führte zu einem komplexen Loyalitätsgefüge, das die Interessen des Hauses Pfalz-Neuburg, des Kaisers Leopold und der spanischen Königin miteinander verknüpfte. Mit dem Wegfall des ständigen Vertreters Johann Wilhelms am spanischen Hof und der Zuspitzung der politischen und diplomatischen Lage auf der iberischen Halbinsel übernahm die Gräfin von Berlepsch ab 1695 eine aktive Rolle in der informellen diplomatischen und politischen Einflussnahme zugunsten Johann Wilhelms und indirekt des Kaisers. Der Fokus des Vortrags liegt auf der Untersuchung der Strategien der Pfalz-Neuburger, der Nutzung familiärer Netzwerke sowie der Schlüsselrolle ausgewählter Vermittlerinnen – am Beispiel der Gräfin von Berlepsch – im Kontext der spanischen Hofpolitik. (Einladung als PDF)

Valentina Marguerite Kozák ist Mitglied des Projekts „Die Wiederherstellung der Fortuna. Prozesse und Narrative der Resilienz der Eliten der spanischen Monarchie (1500-1725)“ sowie der Forschungsgruppe „Eliten und Akteure in der Spanischen Monarchie“. 2025 erschien ihre Monografie „Die Gräfin von Berlepsch zwischen Düsseldorf, Madrid und Wien: weiblicher Handlungsspielraum und informelle Macht (1654-1723)“, Sanz y Torres. Sie ist derzeit Teamleitung in der Abteilung Forschungs- und Projektekoordination an der Hochschule Campus Wien.

Quelle: Veranstaltungen-Geschichte mailing list

Vortrag und Zeitzeug*innengespräch: Maria Bühner, Bärbel Klässner und Elke Prinz: „Auf- und Umbrüche im großen Strudel“. Lesbisch-feministische Perspektiven auf die Transformation, 13.03.2026, Berlin

Auftaktveranstaltung L*Ost 2026; Sonntags-Club Berlin e.V. (Web) in Zusammenarbeit mit dem Spinnboden Lesbenarchiv und Bibliothek e.V. (Web) und dem EWA (Erster Weiblicher Aufbruch) Frauenzentrum e.V. (Web)

Zeit: Fr., 13.03.2026, 19.00 Uhr
Ort: EWA Frauenzentrum, Prenzlauer Allee 6, Berlin

„Dann aber überschlugen sich die politischen Ereignisse und wir gerieten mit in den großen Strudel… Es war faszinierend und beängstigend zugleich.“ Mit diesen Worten erinnerte sich Bärbel Klässner, die Mitherausgeberin des Jenaer Samisdats frau anders, 25 Jahre später an 1989/90. Im Herbst 1989 begann in Ostdeutschland eine Umwälzung, die weit über das Ende des bisherigen politischen Systems hinausging. Der Mauerfall war ein Moment der Politisierung und Mobilisierung der feministisch-lesbischen Bewegung in Ostdeutschland. Doch bereits früh zeichnete sich ab, dass in dieser Umwälzung die Forderungen und Rechte von Frauen wie auch von Queers und anderen Minderheiten marginalisiert wurden und sie besonders stark von der Massenarbeitslosigkeit betroffen waren. Der Vortrag spürt den Veränderungen im Großen wie der Gründung des ostdeutschen Unabhängigen Frauenverbandes ebenso nach wie dem veränderten Alltag und den sich daraus ergebenden ganz praktischen Problemen.
Im Zeitzeug*innengespräch wird es unter anderem um die Auflösung der Strukturen der inoffiziellen Frauen*Lesbenbewegung der DDR, der Entstehung neuer offiziell arbeitender Zentren sowie den Begegnungen zwischen den Frauen*Lesbenbewegungen aus Ost und West während der Umbruchszeit gehen. Wir freuen uns sehr für dieses Gespräch Elke Prinz und Bärbel Klässner begrüßen zu können.

Die Veranstaltung ist der Auftakt der Reihe L*Ost 2026 und wird vom Kulturfond des Berliner Senats und der Hannchen-Mehrzweck-Stiftung gefördert. L*Ost 2026 wird veranstaltet vom Sonntags-Club Berlin e.V. in Zusammenarbeit mit dem Spinnboden Lesbenarchiv und Bibliothek e.V. und dem EWA (Erster Weiblicher Aufbruch) Frauenzentrum e.V. Continue reading

CfP: Women doing dynasty? Frauen in der Dynastiebildung der „Wittelsbacher“ im 14. Jahrhundert (09/2026, Mainz); bis: 31.03.2026

Regesta Imperii, Teilprojekt „Ludwig der Bayer“, Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz (Web)

Zeit: 29.-30.09.2026
Ort: Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz
Einreichfrist: 31.03.2026

Die Geschichtsschreibung zu mittelalterlichen Adelsgeschlechtern bedient sich gern der abschließenden Formulierung: „im Mannesstamm erloschen“. Damit wird der Eindruck vermittelt, eine Familie mit all ihren Angehörigen, Rechten und Besitztümern sei schlichtweg verschwunden, während über verbliebene Töchter, Schwestern, Schwägerinnen oder Witwen häufig der Mantel des Schweigens fällt.
Indes bestehen die sozialen Verbände, die seit dem 18. Jhd. als „Dynastien“ bezeichnet werden[1], gut zur Hälfte aus Frauen, deren Rolle sich mitnichten auf das Gebären von männlichen Erben beschränkte. Die jüngere mediävistische Forschung hat deutlich gemacht, dass adelige Frauen vielfach als Vermittlerinnen in Heiratsprojekten, Fürsprecherinnen ihrer Kinder in (erb-)rechtlichen Angelegenheiten, Repräsentantinnen ihrer Häuser oder Gestalterinnen der familiären memoria in Erscheinung traten. Sie trugen damit maßgeblich zur Ausformung von Regeln und Ansprüchen ihres Verwandtschaftsverbandes und damit zur „Dynastiebildung“ bei. Gezielt wurde dynastisches Handeln von Frauen bisher allerdings vor allem von der Frühneuzeitforschung in den Blick genommen.[2]
Demgegenüber erscheint dieser Aspekt für das Spätmittelalter, insbesondere die 1. Hälfte des 14. Jhds., weniger gut untersucht, obwohl sich gerade die Verwandtschaftsverbände der römisch-deutschen Herrscher dieses Zeitraums dafür anbieten. Die Luxemburger, Habsburger und Wittelsbacher gelten als die prägenden Dynastien des 14. Jhds., die Vergrößerung der „Hausmacht“ als wesentliche Triebfeder ihrer Politik. Besonders für die Angehörigen des Hauses Bayern – die erst deutlich später als „Wittelsbacher“ bezeichnet werden[3] – scheint diese Zeit, die voller innerfamiliärer Konflikte, Teilungen, Einungen und Erbfolgeregelungen (wie beispielsweise der Hausvertrag von Pavia) war, eine bedeutsame Phase der Dynastiebildung darzustellen. Die Rolle von Frauen wurde dabei bisher kaum untersucht, obwohl beispielsweise das Emporkommen Ludwigs IV. zum römischen Kaiser nicht zuletzt auf die Unterstützung durch seine Mutter, Mechthild von Habsburg, Continue reading

CfP: Studies in Gender, Violence, and Wars (New Book Series); by: –

New Berghahn Book Series; Editors: Karen Hagemann, Isabel Heinemann, Jasper Heinzen,Thomas Kühne, and Elissa Mailänder

Proposals by: –

Wars and Military Violence cannot be understood without the analytical category of ‘gender’. The same is true for the masculine corporate culture of armed forces, and of the sexual violence perpetrated by soldiers and officers, both within and outside the military. The difficult debates about ‘gender-neutral’ military service triggered by Russia’s invasion of Ukraine in February 2022 in several European NATO powers, the still contested involvement of women in combat in an increasing number of armed forces, and the disproportionate number of casualties among women and children in the current wars in Ukraine and Sudan and the Israel-Palestine conflict all make this clear. Therefore, research into the subject of gender, military culture, violence, and war holds not just academic but also social and political importance. The relevance of gender is particularly evident in the current culture wars about diversity, equality, and inclusion, and the efforts of the Republican-led government in the United States to curb the profile of women and LGBTQ+ service members in their armed forces.
Despite a tradition of international and interdisciplinary women’s and gender studies on the military and war dating back to the 1980s, the state of research in various disciplines continues to reveal significant gaps. This new book series initiated by the research network on Military, War and Gender/Diversity seeks to create new opportunities for international and interdisciplinary dialogue by promoting the systematic study of the relationship between gender/diversity, the military, war, and violence as a methodology and subject of research. We understand ‘gender’ as a crucible of intersectional diversity that, in conjunction with social origin, race, ethnicity, nationality, age, sexuality, disability, religion, and ideological orientation shapes individual and collective identities. Gender is therefore of great relevance for the study of armed forces, military conflicts, and (il)legitimate violence, including sexual and sexualized violence.
We invite submissions for monographs and edited volumes from cultural studies, history, international relations, and the social sciences that address the broadly defined subject of gender, violence, and war across a broad chronological arc spanning early modern, modern, and contemporary history. The geographical remit of the series is global. Continue reading

Ausstellungseröffnung: Alles Arbeit. Frauen zwischen Erwerbs- und Sorgetätigkeit, Fotoarchiv Blaschka 1950-1966, 28.01.2026, Wien [REMINDERIN]

Haus der Geschichte Österreichs (hdgö) (Web)

Zeit: 28.01.2026, 18.30 Uhr
Ort: hdgö, 1010 Wien, Alma Rosé-Plateau
Laufzeit der Ausstellung: 29.01.2026-10.01.2027
Anmeldung zur Eröffung (Web)

Ein Job mit Gehalt? Verpflichtungen im Haushalt? Eine Aufgabe, die gemacht werden muss? Zu tun gibt’s immer etwas. Manche Tätigkeiten bringen Anerkennung und Lohn. Andere fallen einfach an – unbezahlt, unsichtbar und meist von Frauen erledigt. Aber: Ist das nicht alles Arbeit? Sorgearbeit gilt immer noch als „weibliche Ressource“, auf die sich unsere Gesellschaft ganz selbstverständlich verlässt. Begriffe wie Pflegenotstand, Gender Pay Gap und Teilzeitfalle benennen heute ein historisch gewachsenes Ungleichgewicht bei Arbeit und Bezahlung.

Die Ausstellung „Alles Arbeit. Frauen zwischen Erwerbs- und Sorgetätigkeit, Fotoarchiv Blaschka 1950-1966“ geht diesen Themen nach. Sie ist ab dem 29. Jänner 2026 im Haus der Geschichte Österreich auf dem Alma Rosé-Plateau zu sehen. Ausgangspunkt ist das Archiv einer Grazer Pressefotoagentur, das die Ausstellung mit gegenwärtigen Fragen neu interpretiert.
Im Zentrum steht das Verhältnis von bezahlter, unbezahlter und prekärer Arbeit im Leben von Frauen in der Steiermark der Nachkriegszeit. Die Ausstellung fragt, welche Tätigkeiten medial sichtbar werden – und welche im Verborgenen bleiben. Darüber hinaus regt sie dazu an, über Arbeitsbegriffe, Geschlechterverhältnisse und die Rolle von Bildern bei der Konstruktion gesellschaftlicher Normen nachzudenken – und diese neu zu verhandeln.

Kurator:innen: Eva Tropper, Astrid Aschacher und Samuel Hofstadler

„Alles Arbeit“ ist eine Ausstellung des Museums für Geschichte, Graz (Universalmuseum Joanneum), präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Haus der Geschichte Österreich. In Graz wurde die Ausstellung 2024/2025 gezeigt.

Präsentation des Weblogs Alltags|Ökonomien, hg. von Sebastian Felten, Li Gerhalter und Verena Halsmayer, 23.01.2026, Wien [REMINDERIN]

24. „Tea Hour“ der Sammlung Frauennachlässe am Institut für Geschichte der Univ. Wien (Web)

Zeit: 23.01.2026, 15.00-17.00 Uhr
Ort: Univ, Wien, Hörsaal 1 (linker Gebäudetrakt, Erdgeschoss=“TP“, via Hof 1), Universitätsring 1, 1010 Wien

Programm (PDF)

  • Vorstellung des Weblogs durch die Herausgeber:innen
  • Vorstellung der Beiträge von Matthias Donabaum, Sophie Gerber, Sophie Hopfner und Anton Tantner

Der neue Blog Alltags|Ökonomien erscheint im Jänner 2026 auf hypotheses.org. Er hat das Ziel, Haushaltsbücher als Material und Quelle einer breiteren Forschungscommunity bekannt zu machen und sie als Schnittstellen zwischen Disziplinen aufzuschlüsseln.
Zunächst werden Beiträge veröffentlicht, die aus einem Workshop an der Sammlung Frauennachlässe (SFN) entstanden sind (Web). Die SFN verwahrt aktuell ca. 400 Bände von Haushaltsbüchern, d.h. Aufzeichnungen über private Haushaltsführung in sehr heterogenem Format. In Quellen dieser Art kreuzen sich Forschungsdiskussionen verschiedener Disziplinen wie z.B. Wirtschaftswissenschaft, Auto/Biographieforschung, Wirtschaftsanthropologie, Wissenschafts-, Technik- und Geschlechtergeschichte, sie stehen aber nirgendwo im Zentrum des Interesses.
Alltags|Ökonomien führt Forschungen zu Haushaltsbüchern und ähnlichem Material aus den Beständen der SFN sowie internationalen Archivbeständen zusammen, um eine interdisziplinäre Diskussion über Methode und Erkenntnisinteresse anzustoßen. Grundlegend und explorativ wird gefragt, wie sie unterschiedliche Verhältnisse von Alltag und Ökonomie sichtbar machen: Auf welche Weise werden Haushaltsbücher als Quellen wovon gelesen? Welche Annahmen und Kategorisierungen über „den Haushalt“ bringen sie mit sich und wie verhalten sie sich zu Problematisierungen in verschiedenen Forschungsfeldern?

  • Beiträge von Peter-Paul Bänziger (Zürich), Matthias Donabaum (Wien), Sophie Gerber (Wien), Martin Herrnstadt (Bremen), Sophie Hopfner (Wien), Harro Maas und Gabrielle Soudan (Lausanne), Matthias Ruoss (Fribourg), Andreas Streinzer (Wien), Anton Tantner (Wien) und Matthias Van Laer De Gezelle (Antwerpen)
  • Herausgeber:innen: Sebastian Felten, Li Gerhalter und Verena Halsmayer | Redaktion: Dolores Šurlina Continue reading