Category Archives: Topic_Frauenbewegungen

CfP: Pflegebilder. Stille und bewegte Repräsentationen professioneller Pflege | Images of Nursing. Still and Moving Representations of Professional Nursing (Publikation); by: 30.09.2026 [REMINDERIN]

Sabine Nover (Institut für Pflegewissenschaft) und Katharina Fürholzer (Institut für Germanistik) (Web), Univ. Koblenz

Einreichfrist: 30.09.2026

Version in English and source (Web)

Wie auch in der Literatur ist professionelle Pflege ein konstanter, seltener auch zentraler Bereich der Kunstgeschichte: Als Figuren sind professionell Pflegende sowohl in der bildenden Kunst und in filmischen Kunstwerken wie auch in typischen Soap operas zu finden – wie dort auch hier gezeichnet als mitfühlende Heldinnen, pflichtbewusste Schattenfiguren oder projektionsstarke Gegenspieler:innen ärztlicher Autorität. Nachdem wir uns in einer ersten Annäherung an das Thema der Pflege in der Kunst mit der Pflegepoetik befasst haben, wird es in diesem nächsten Schritt um Visualisierungen der Pflege in Fotografie, Malerei und im Film gehen.
Dazu suchen wir Beiträge, die aus wissenschaftlicher Perspektive professionell Pflegende als Individuen oder kollektive Körper in den Fokus nehmen und analysieren, wie sie in den benannten (Kunst)Formen visualisiert werden. Wir interessieren uns für alle Fragestellungen, die offen legen, welche Ideen, normativen Setzungen, Vorstellungen, gesellschaftlichen Hintergründe hinter solchen Visualisierungen liegen und wie die bildhafte Umsetzung jeweils gelingt. Welche Symbole werden verwendet, welche Bildsprache genutzt? Was sagt das über den Entstehungskontext und/oder die anvisierten Adressat:innen aus? Welche Annahmen über Geschlechterverhältnisse kommen zum Ausdruck? Welche Rollenvorstellungen oder -stereotype zeigen sich? Welche Themen werden überhaupt bearbeitet?
Und unter der Annahme von Wechselwirkungen: Welche Auswirkungen darauf, welches Bild von Pflege die Gesellschaft hat, haben diese Visualisierungen? Wird der Diskurs über professionelle Pflege beeinflusst? Und verändert der sich stetig wandelnde gesellschaftliche Diskurs die bildliche Darstellung von Pflege? Wo spiegeln sich aktuelle zeitgeschichtliche Entwicklungen wider? Continue reading

CfP: The Making of Solidarity: A Conference on Eastern and Central European Dissidents, 1945-1991 (11/2026, Berlin); by: 31.08.2026

Pilecki Institute Berlin; Jan Nowak-Jeziorański College of Eastern Europe in Wrocław (KEW); Stus Center (Стус Центр) (Web)

Zeit: 16.-17.11.2026
Ort: Pilecki Institute Berlin
Einreichfrist: 31.08.2026

A close reading of Ivan Dziuba’s classic 1965 essay Internationalism or Russification? offers a useful lens through which to understand a distinctive feature of Russian colonialism: its operation not only through discrimination and coercion, but also through the language of brotherhood. Written from within the Soviet system, this insight anticipated questions that postcolonial theory would not fully engage with for decades. It also serves as a reminder that Eastern and Central European intellectuals were thinking rigorously about imperial power long before postcolonial frameworks entered broader academic discussions of the region. The Making of Solidarity takes this intellectual tradition as its point of departure — not merely as historical background, but as a body of thought that continues to illuminate the present. To do so demands a particular approach to history: one that treats dissident thinking as a form of knowledge production in its own right, and that attends carefully to how the memory of dissidence has itself been shaped — which figures have been canonized, which forgotten, and by what institutional, political, and cultural processes those selections have been made.
The conference challenges the dominant understanding of Eastern European dissidence that took shape in international academia during the Cold War and became further entrenched in the years following 1989. This understanding tended to privilege figures who had already established networks in Paris or London, while overlooking workers and labor activists, as well as religious, national, and cultural communities whose resistance took different, less readily translatable forms. It elevated Russian voices, at times even those inflected with imperial nostalgia, while failing to fully recognize the anti-imperial thought of Ukrainian, Hungarian, Lithuanian, and other dissidents. The Making of Solidarity proposes a reorientation: toward those whose resistance has been harder to recover, and toward what Václav Havel famously described as “the power of the powerless”—the refusal of ordinary people across the full breadth of Eastern and Central Europe to live within a lie.
The conference also marks the fiftieth anniversary of the founding of the Polish Workers’ Defense Committee (KOR) in 1976—one of the most consequential initiatives to Continue reading

CfP: Central European History Convention (07/2027, Vienna); by: 13.09.2026 [REMINDERIN]

Central European History Convention; Institut für Österreichische Geschichtsforschung der Univ. Wien und Wirth Institute of Austrian and Central European Studies der Univ. of Alberta (Web)

Time: 15.-17.07.2027
Venue: Univ. of Vienna
Proposals by: 13.09.2026

In July 2027 the University of Vienna, the Institute of Austrian Historical Research, and the Wirth Institute of Austrian and Central European Studies will host a second Central European History Convention (CEH-C). This event is, again, dedicated to providing a platform for dynamic and convivial exchange on Central European History across specialties, national/language traditions, generations of scholarship, and periods — from the Middle Ages until World War II. The focus of our discussions will be on the lands of the former Habsburg Empire and its neighbors (including the territories of the former Ottoman empire). Our goal is to facilitate international dialogue about the history of this region, with a special focus on building networks and frameworks for comparative research.
We invite scholars from all historically oriented fields at any point in their academic career to submit a paper proposal. Priority will be given to learning about the fascinating new research coming from early career scholars (including PhD students). Submissions should be done on an individual basis only. The Program Committee will organize the panels with an eye toward fostering new networks and conversations. Read more … (PDF)

Source: Veranstaltungen-Geschichte mailing list

Konfenez: Gewalt. Praktiken – Strukturen – Konjunkturen, 17.-19.09.2026, Innsbruck [REMINDERIN]

31. Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft und Volkskunde (ÖGEKW): Institut für Geschichtswissenschaften und Empirische Kulturwissenschaft, Univ. Innsbruck (Web)

Zeit: 17.-19.09.2026
Ort: Univ. Innsbruck
Anmeldung: bis 20.08.2026 (Web)

In 13 Panels und 4 Keynotes erkunden die Referierenden unterschiedliche Dimensionen von Gewalt. Die derzeitige Präsenz gewaltförmiger Praktiken in Politik und Gesellschaft macht es notwendig, Gewalt in ihren aktuellen Manifestationen zu beleuchten. Gewalt formt und durchzieht alltagskulturelle Diskurse und Praktiken und ist als ambivalentes Phänomen mit vielfältigen, teils konträren Bedeutungen aufgeladen. Sie ist sowohl disruptiv als auch produktiv, kann Leben zerstören oder schützen, Ungleichheit erzeugen oder reduzieren, Macht begründen und festigen, aber auch bestehende Verhältnisse aufbrechen. Gewalt hat damit das Potential, soziale Welten zu erodieren und zu gestalten.
Die Tagung richtet historische sowie gegenwartsorientierte Perspektiven auf Strukturen, Praktiken und Konjunkturen von Gewalt. Die Beiträge beleuchten, wie sich Gewalträume und Topographien der Gewalt konstituieren und durch welche Ermöglichungsbedingungen Gewalt hervorgebracht und verstärkt wird, wie Gewalt erfahren wird und welche Sinnkonstruktionen sowie Narrative sich an Gewaltphänomene anlagern.

Programm (Web)

Panels: Krieg und Militär | Urbane Gewalträume | Diskursivierungen von Verletzlichkeit | Gewaltpraktiken in der Stadt | Gewalt sammeln, ausstellen, deuten | Vergeschlechtlichte Gewalt | Verhältnisse von Nähe und Gewalt | Mediale Verhandlungen von Gewalt | Gewaltvolle Institutionen | Digitale Ausdrucksformen von Gewalt | Gewalt, Gedächtnis und Identität | Machtvolle Denk- und Wissenssysteme

Eröffnungsvortrag und Keynotes:

  • Marion Näser-Lather (Innsbruck) : Gewalt verstehen? Versuch der Dekonstruktion einer verstörenden Ambivalenz Continue reading

Konferenz: Frauen- und Geschlechtergeschichte in Zeiten der Anfechtung von Demokratie, Diversität und Verantwortung, 09.-11.09.2026, Bielefeld [REMINDERIN]

Arbeitskreis Historische Frauen- und Geschlechterforschung (AKHFG); Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung (IZG); Abteilung für Geschichtswissenschaft der Univ. Bielefeld (Web)

Zeit: 09.-11.09.2026
Ort: Univ. Bielefeld
Anmeldung und Anmeldegebühr (Web)

Die Geschlechtergeschichte ist in Bewegung. Sie stellt neue empirische Fragen, diskutiert über Ansätze und Begriffe, nutzt das gesamte Repertoire der historischen Methoden, fragt nach den Grenzen der historischen Erkenntnis, schließt an ältere Arbeiten an und setzt sich zugleich kritisch und selbstbewusst mit ihrer eigenen Geschichte als historischer Teildisziplin auseinander. Der Kongress lädt alle Interessierten dazu ein, das Feld in seiner ganzen Breite wahrzunehmen, sich über neue Forschungen zu informieren und sich innerhalb des Feldes zu vernetzten.
Das Programm umfasst 41 Fachsektionen (Vortragspanel mit drei Vorträgen und Roundtable), eine Eröffnungsveranstaltung, ein World Café mit mehr als 15 Thementischen und eine Party.

Programm/Fachsektionen (Web)

  • Andere Praxen der Frauen- und Geschlechtergeschichte. Archive und Bibliotheken, Museen und Social Media (Roundtable)
  • Türkeibezogene Geschlechterforschung. Nachwirkungen der kemalistischen Geschlechterordnung
  • Zwischen Front, Heimat und Gefangenschaft. Perspektiven auf Männlichkeiten in den Weltkriegen
  • Antisemitismus, jüdische Erfahrung und zeithistorische Geschlechterforschung
  • Making Feminist Histories Visible. Perspectives from Russia, Asia, and Africa
  • Trans-Subjektivierung und Trans-Wissen. Historische Normierungen und methodische Herausforderungen
  • Geschlechtergeschichte & Zeitgeschichte. Neue Perspektiven und Herausforderungen
  • Imaginierte Kontinuitäten? Frauen- und Geschlechtergeschichte in Polen im Kontext der politischen und sozialen Umbrüche in Europa Continue reading

CfP: Visual Cultures of Sexuality in Postwar Europe (05/2027, Birmingham); by: 01.09.2026 [REMINDERIN]

Birmingham City Univ.: Research project „The Europe that Gay Porn Built, 1945–2000“; John Mercer (Birmingham City Univ., UK), João Florêncio (Linköping Univ., SE), and Isabell Dahms and Piotr Maron (Univ. of Exeter, UK) (Web) | (PDF)

Time: 19.-20.05.2027
Venue: Birmingham City Univ.
Proposals by: 01.09.2026

Images have accompanied and deeply shaped political, social, and cultural understandings and experiences of sexuality in postwar Europe. From Bernardo Bertolucci’s Last Tango in Paris (1972) to Tracey Emin’s Everyone I Have Ever Slept With 1963–1995 (1995); from Ingmar Bergman’s Summer with Monika (1953) to Party, the Spanish magazine that marked „el Destape“ („the undressing“)—the period of cultural frenzy and sexual freedom that allowed soft porn to enter the Spanish cultural mainstream immediately following the death of Franco—postwar visual cultures of sexuality have played a fundamental role in documenting and informing, not always in the most ethical or uncontroversial manner, how people across Europe lived their sexuality, as well as how Europe got to be perceived, from abroad, as a continent of sexual freedoms and/or dangers (Barr 1983; Rugoff 1999; Beattie 2016; Paasonen 2017; Labrador Méndez 2020; Florêncio & Mercer 2025). At the same time, many photographers, filmmakers, and pornographers continued fuelling a long European colonial tradition of orientalist and exploitative image-making fetishising racialised and often younger bodies, a visual corpus that affirms and at times also troubles the borders of Europe understood as a sexual-geographical imaginary (Shepard 2017; Dahms forthcoming; Florêncio & Mercer forthcoming).
Images, too, helped shape postwar European imaginaries of sexuality as it intersected with health and illness, especially as the AIDS crisis hit the continent. From Sweden’s Revolt Press’s 1985 publication of a safer-sex gay porn magazine funded by the State Bacteriological Laboratory—the precursor to the Swedish Public Health Agency—to the UK government’s infamous 1986 public health campaign „AIDS: Don’t Die of Ignorance“; from the Portuguese National Commission for the Fight Against AIDS’s 1993 campaign „SIDA: Sabe que se pode morrer de solidão“ („AIDS: Do You Know Loneliness Can Kill?“) to the articulation of sexuality, health, and post-Communist masculine body ideals in Polish gay magazines like Filo, Men and Nowy Men, visual culture helped frame sex and sexuality as contested sites overloaded with conflicting meanings hovering between pleasure and liberation on the one hand, and death and disease on the other (Florêncio 2020; Florêncio forthcoming; Maron forthcoming). Continue reading

CfA: Féminicide | Femizid (Publikation); bis: 01.09.2026 [REMINDERIN]

traverse. Zeitschrift für Geschichte. Revue d’histoire 1/2028 (Web), Pauline Milani, Matthias Ruoss und Isabelle Schürch

Einfreichfrist: 01.09.2026

Femizid ist die schwerwiegendste Form geschlechtsspezifischer Gewalt: Die Tötung einer Frau, weil sie eine Frau ist. Femizide sind nicht historische oder regionale Einzelfälle. Sie sind Teil des Kontinuums der Gewalt gegen Frauen und treten überall dort auf, wo patriarchale Strukturen bestehen.
Obwohl es bereits zuvor Ansätze gab, geschlechtsspezifische Morde an Frauen zu definieren, wurde das Konzept des Femizids erst im Anschluss an den Internationalen Prozess gegen Verbrechen an Frauen ausgearbeitet, der im März 1976 in Brüssel stattfand (Giacinti 2025). Diana H. Russell, eine Teilnehmerin der Veranstaltung, verfasste später gemeinsam mit Jill Radford das grundlegende Buch Femicide: The Politics of Woman Killing (1992). Ebenfalls in den 1990er-Jahren konnte Karen Stout zeigen, dass die tödliche Gefahr für Frauen vor allem von ihren Partnern und männlichen Familienmitgliedern im eigenen Zuhause ausgeht («intimate femicide»). In den letzten 10 Jahren fanden die Begriffe «Femizid» oder auch «Feminizid» schliesslich breiteren Eingang in die Medienlandschaft, in strafrechtliche und politische Diskussionen, aber auch in die Geschichtswissenschaften. Eine entscheidende Rolle spielte dabei das feministische Kollektiv «Ni una menos», das in Argentinien seit 2015 gegen systemischen «feminicidio» auf die Strasse geht und dabei auch auf die historische und aktuelle Rolle des Staates (insbesondere der Militärjunta) in der Geschichte geschlechtsspezifischer Gewalt an Frauen hinweist.
Dieses Themenheft geht davon aus, dass «Femizid» nicht nur am Einzelfall zu diskutieren ist, sondern in einem «continuum féminicidaire» (Taraud 2022): Femizid wird von patriarchalen Strukturen ermöglicht – dies gilt es historisch in den Blick zu nehmen, auch um die maskuline Täterschaft bei Femiziden nicht aus dem Blick zu verlieren. Denn historische und soziologische Forschungen haben die Vorstellung widerlegt, dass Femizid lediglich Ausdruck von Affekt oder «Mord aus Leidenschaft» sei. Historisch gesehen wurde Gewalt gegen Frauen immer durch Stereotypisierung (z.B. Hexerei, Ketzerei), Diskriminierung (z.B. Prostitution, Abtreibung) und ungleiche Machtverhältnisse (z.B. Ehe-, Erbrecht, Zugang zu Bildung, politische Partizipation etc.) geschürt und legitimiert.
Die Heftbeiträge sollen multiperspektivisch unterschiedliche historische Settings über alle Epochen hinweg in den Blick nehmen, in denen Femizide stattfanden. Zu denken ist etwa an «die eigenen vier Wände», staatliche Institutionen, koloniale Expansion, Kriege, Gesundheitsversorgung, Erziehung, Medien oder Popkultur. Weiterlesen et version en français… (PDF)

CfP: Femi(ni)zid (Publikation); bis: 01.09.2026 [REMINDERIN]

Fem*Fém 72 in Zusammenarbeit mit NADIA BRÜGGER (StopFemizid) (Web)

Einreichfrist: 01.09.2026

129 Femi(ni)zide. So viele patriarchale Morde hat das Rechercheprojekt StopFemizid in der Schweiz seit 2020 erfasst (Stand: 25.2.2026). In der Schweiz gibt es nach wie vor keine offizielle Stelle, die Femizide aufzeichnet und analysiert. Die massive alltägliche Gewalt, welcher Frauen und queere Menschen ausgesetzt sind, ist in den vergangenen Jahren dank feministischer Grundlagenarbeit erneut verstärkt zum Thema gemacht worden. Die Begriffe «Femizid» und «Feminizid» werden innerhalb aktivistischer wie wissenschaftlicher Kreise verwendet, um Tötungsdelikte an Frauen insbesondere im Kontext von Gewalt in heterosexuellen Paarbeziehungen präzise zu benennen und auf deren politische Dimension hinzuweisen. Femi(ni)zide sind dabei nur die «Spitze des Eisbergs» der geschlechtsspezifischen Gewalt. Tötungen von Frauen geschehen in einer gesellschaftlichen Atmosphäre, die patriarchale Gewalt ermöglicht und befördert. Dem binären Geschlechterverhältnis nach, das Weiblichkeit abgrenzt und abwertet, ist Männergewalt an Frauen kein Fehler im System, sondern einer der zentralen Pfeiler des kapitalistischen Patriarchats.
Die feministische Bewegung Ni Una Menos (dt. «Nicht eine weniger») kämpft gegen Femi(ni)zide und formuliert gleichzeitig eine Utopie der Gewaltfreiheit für alle Menschen. Dafür braucht es eine grundlegende Veränderung unserer Wirtschafts-, Lebens- und Beziehungsweisen und eine feministische Antwort auf den Umgang mit Körpern, Kapital und Boden. Wir wollen folgende und weitere Forschungsfragen anregen: Welche (queer-)feministischen und intersektionalen Analysen braucht es heute, um Femi(ni)zide in ihrer Tragweite für die Gesellschaft zu verstehen? Welche Methoden und Ansätze halten explizit antirassistische, abolitionistische und transfeministische Analysen bereit, an die wir anschliessen können? Welche Begrifflichkeiten bieten sich für die präzise Analyse von Femi(ni)ziden besonders an? Welche Strategien sind zu wählen, um dem «Krieg gegen Frauen» (Verónica Gago) auch und gerade in Zeiten antifeministischer Backlashs und faschistischer Tendenzen entschlossen und kollektiv entgegenzutreten? Weiterlesen … (PDF)

Quelle: GenderCampus (Web)

CfP: Männlichkeiten, Weiblichkeiten und die Zeitgeschichte der politischen Rechten (02/2027, Bielefeld); bis: 15.10.2026

DFG-Forschungsprojekt „Die bundesdeutsche Rechte und die ‚sexuelle Revolution‘“, Arbeitsbereich Zeitgeschichte an der Univ. Bielefeld, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin, VW-Forschungsprojekt „Die radikale Rechte in Deutschland, 1945-2000“, Moses Mendelssohn Zentrum und Zeithistorischer Arbeitskreis Extreme Rechte (Web)

Zeit: 24.-26.02.2027
Ort: Bielefeld
Einreichfrist: 15.10.2026

1986 erschien im American Historical Review Joan W. Scotts wegweisender Aufsatz Gender: A Useful Category of Historical Analysis. Seither hat es nicht an programmatischen Aufrufen gefehlt, Geschlecht, seine (Un-)Ordnungen sowie die Spezifika von Weiblichkeiten, Männlichkeiten sowie Sexualitäten und Identitäten auch jenseits des Binären als analytische Kategorien in der zeithistorischen Forschung in den Blick zu nehmen. Zahlreiche innovative Studien und Forschungsprojekte sind daraus hervorgegangen. Zugleich fällt auf, dass die Berücksichtigung von Geschlecht oft additiv verbleibt, den Status einer Zusatzkategorie behält, auf deren Relevanz zu insistieren allzu häufig Aufgabe engagierter Wissenschaftlerinnen bleibt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie die Untersuchung von Männlichkeits- und Weiblichkeitskonzeptionen in der Geschichtswissenschaft über eine bloß ergänzende Berücksichtigung hinausgehen kann. Dabei gilt es, Vorstellungen und Konstruktionen von Geschlecht als Strukturprinzip historischer Prozesse, Katalysator politischer Deutungs- und Machtkämpfe sowie als wesentlichen Treiber gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen zu analysieren.
Auch wenn diese Fragen die Geschichtswissenschaft insgesamt betreffen, drängt sich ein geschlechteranalytischer Zugriff insbesondere für die zeithistorische Untersuchung der politischen Rechten von konservativen bis hin zu radikalnationalistischen und völkischen Strömungen auf. Denn deren Diskurse sind in hohem Maße durch geschlechterpolitische Semantiken strukturiert. Narrative der radikalen Rechten wie „Gender-Gaga“ oder „Großer Austausch“ sowie pronatalistische Ideologien fungieren nicht nur als zentrale ideologische Bezugspunkte, sondern entfalten eine beeindruckende Anschlussfähigkeit bis in liberale politische Strömungen. Weiterlesen … (PDF)

Quelle: HSozKult (Web)

CfP: Protest (Publikation); bis: 31.08.2026 [REMINDERIN]

L’Homme. Europäische Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft (1/2028); Christa Hämmerle und Ingrid Bauer (Web)

Einreichfrist: 31.08.2026

Die „No-Kings-Proteste“ und andere öffentliche Demonstrationen gegen die Trump-Regierung in den USA, die Proteste in Belarus, der Türkei, Serbien und – gegenwärtig eskalierend – im Iran, wo Frauen in den letzten Jahren immer wieder auch gegen eine ihnen vom Mullah-Regime auferlegte Kopftuchpflicht aufgetreten sind, oder die seit 2012 aktive „One Billion Rising“-Bewegung gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, die landesweiten Frauenstreiks in der Schweiz 2019 und 2023 … das sind nur einige Beispiele der jüngsten Zeit, die zeigen, wie aktuell das Thema Protest ist. In einer Welt, in der autoritäre Regime und rechtspopulistische oder rechtsextreme Bewegungen sowie kriegerische Gewalteskalation zur Durchsetzung politischer und nationaler Interessen vielerorts die Oberhand gewinnen, wehren sich gleichzeitig immer mehr Menschen gegen diese Entwicklungen. Sie treten millionenfach gegen Entdemokratisierung und die Ausgrenzung und Verfolgung von Minderheiten, das Zurückschrauben erkämpfter Rechte, liberaler oder geschlechteregalitärer Positionen auf – oft unter Einsatz ihres Lebens.
Die gewählten Protestformen sind dabei vielfältig und facettenreich. Sie knüpfen einerseits an tradierte Formen des Protests gegen Obrigkeiten, Unterdrückung und soziale Missstände an und gestalten sich andererseits erfinderisch, kreativ, treten lautstark an die Öffentlichkeit oder werden im Geheimen, im Untergrund praktiziert … was je nach divergierenden nationalen, politischen, sozialen, ethnischen, altersspezifischen, religiösen Kontexten unterschiedlich ausgestaltet wird und dabei immer auch ‚vergeschlechtlicht‘ verläuft – ganz abgesehen davon, dass Frauen oder Mitglieder der LGBTQIA+-Community nicht nur an vielen Protestbewegungen partizipieren, sondern auch ihre eigenen Formen des Protests entwickeln.
Vor diesem aktuellen Hintergrund wird sich die Ausgabe von L’Homme. Z.F.G. 1/2028 dem Thema Protest widmen. Einzureichende Vorschläge dafür könnten an ältere, vor allem in den 1970er und 1980er Jahren veröffentlichte frauen- und geschlechtergeschichtliche Arbeiten zu historischen Protestformen seit dem Mittelalter anknüpfen und diese – methodisch-theoretisch neu fundiert – weiterentwickeln (z.B. in Bezug auf Bauernkriege, Ketzerbewegungen, „Weiberkriege“ und „Hungerkrawalle“, städtische Aufstände und Unruhen, Revolutionen, Streiks und ArbeiterInnenbewegungen, StudentInnenbewegungen, Proteste in den diversen Frauenbewegungen, in der Antikriegsbewegung, der Umweltbewegung, antikoloniale Protestformen …). Dabei sollen auch Continue reading