Lecture: Pavel Himl, Jakub Raška, Josef Řičář, and Edmund Trubáček: Labour, Anger, Modernity: Urban protests and the „under-bourgeois“ classes in the Austrian monarchy, 1789-1847, 18.11.2026, Vienna

Institut für Geschichte der Univ. Wien: Reihe „Geschichte am Mittwoch“ in Koop. mit dem Institut für die Erforschung der Frühen Neuzeit (Web)

Zeit: 18.11.2026, 18.30 s.t.-20.00 Uhr
Ort: Univ. Wien, Universitätsring 1, 1010 Wien, Hörsaal 30

Modernity was not created only by entrepreneurs, inventors and their machines. It also rested on the labour of many people who left the traditional communities and wage labour became the centre of their lives. These people are usually not considered part of the urban middle classes; on the contrary, they were often at risk of falling into precarity. Still, they have articulated and defended their interests. The aim of the project is to explore how they conceptualised their situation, even if they expressed themselves through action rather than writing. We pursue the hypothesis that the rioters and their actions formed a specific non-elite public sphere as an alternative to the emerging bourgeois society. To prove this hypothesis, the project focuses on social interactions and conflicts of various dimensions in selected cities, involving journeymen, factory workers, and ,the mobʻ. By analysing the mass protests in 1793 in Prague, the hunger riots in Vienna in 1805, the journeymen’s unrests in the 1820s, or the workers’ strikes and machine demolitions in the 1840s the project examines not only the logics and justifications behind these action, but it asks to what extent these logics fit into either a traditional or a modernist interpretive framework of social protests.

Moderation: Anton Tantner

– Pavel Himl, professor of (early) modern history at the Charles Univ., Praha
– Jakub Raška, junior reseacher at the Institute of History, Czech Academy of Sciencies, Praha
– Josef Řičář, postdoc researcher at the Charles Univ., Praha
– Edmund Trubáček, Ph.D. student at the Charles Univ., Praha

Tagung: jungcherre, Junggeselle, Hagestolz – der unverheiratete Mann in epochenübergreifender Betrachtung, 18.-19.11.2026, Kiel [REMINDERIN]

Abteilung für Regionalgeschichte mit Schwerpunkt Schleswig-Holstein, Christian-Albrechts-Univ. zu Kiel (Web)

Zeit: 18.-19.11.2026
Ort: Internationales Begegnungszentrum der Univ. Kiel (IBZ)

Obwohl das Interesse an der Männergeschichte bzw. der Geschichte der Männlichkeiten (Masculinities) in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen ist, wurde das Thema Ehelosigkeit bei Männern in der Vormoderne bislang fast ausschließlich im Zusammenhang mit einer geistlichen Karriere untersucht. Die Ehelosigkeit weltlicher Männer wurde bisher meist als ein temporärer Zustand vor dem großen Ziel der Familiengründung thematisiert. Für das Phänomen der Langzeitehelosigkeit fehlt dagegen, insbesondere im deutschsprachigen Raum, nach wie vor eine wissenschaftliche Annäherung, und das, obwohl die Verbreitung des Phänomens bereits lange bekannt ist.
Ziel der Tagung ist es, sich der Rolle, der Wahrnehmung und der sozialen Position unverheirateter Männer in einer grundlegenden Betrachtung transepochal anzunähern und dabei die Vielfalt der Deutungen, Zuschreibungen und Lebensrealitäten dieser Männer schlaglichtartig zu beleuchten. Gleichzeitig soll das Thema in den transdisziplinären Austausch gestellt und so für eine tiefgründigere wissenschaftliche Auseinandersetzung geöffnet werden.

Programm (PDF)

18.11.2026

  • 12:30 Uhr: Begrüßung durch die Dekanin der Philosophischen Fakultät: Martina Winkler (Kiel)
  • 12:45 Uhr: Einführung in das Tagungsthema: Oliver Auge (Kiel)
  • 13:00 Uhr: Der fürstliche Junggeselle als dynastiepolitische Strategie?: Benedikt Schmitt (Kiel)
  • 13:45 Uhr: Der heilige Alexius als Vorbild? Die Bedeutung und Rezeption der Ehelosigkeit bei früh- und hochmittelalterlichen Herrscherkonversionen: Frederieke Maria Schnack (Würzburg) Continue reading →

Festveranstaltung: 25 Jahre Alice Salomon Archiv – Jubiläum und Neueröffnung, 19.11.2026, Berlin und virtueller Raum

Alice Salomon Archiv (ASA) (Web)

Zeit: 19.11.2026
Ort: ASA, Alice-Salomon-Platz 5, 12627 Berlin – und virtueller Raum
Anmeldung bis: 25.10.2026

Das Alice Salomon Archiv feiert sein 25-jähriges Bestehen und zugleich die Neueröffnung am Standort Berlin-Hellersdorf: Gemeinsam möchten wir zurück- und nach vorn schauen: Auf 25 Jahre Archivarbeit, auf Projekte, Kooperationen und Begegnungen, und auf die Frage, welche Bedeutung Archive heute für demokratische Resilienz, kritische Erinnerungskulturen und professionsbildende Prozesse haben. Im Erzählcafé blicken wir gemeinsam auf die Geschichte des ASA zurück. Anja Sunhyun Michaelsen und Iris Rajanayagam eröffnen in ihren Keynotes Fragen nach Leerstellen und Archivgewalt, Nutzer*innenpositionen, marginalisiertem Wissen und Möglichkeiten für Intervention und Transformation und setzen so Impulse für die Gegenwart. Im abschließenden Visioning mit Fallon Tiffany Cabral und Hannah Ferreira richten wir den Blick gemeinsam auf mögliche Zukünfte der Arbeit in und mit Archiven.

Programm

  • 13:00 Uhr: Begrüßung und Grußworte
  • 13:15 Uhr: Willkommen im ASA: Rückblick und neue Aussichten von Schöneberg und Hellersdorf mit Friederike Mehl & Dayana Lau
  • 13:30 Uhr: Erzählcafé: Erinnerungen, Begegnungen und Geschichten aus 25 Jahren ASA, organisiert vom wissenschaftlichen Beirat des ASA
  • 14:15 Uhr: Pause mit Imbiss (vegetarisch/vegan)
  • 15:00 Uhr: Keynotes: Anja Sunhyun Michaelsen: The shape described by her absence. Zur Suche nach marginalisierten Perspektiven in institutionellen Archiven | Iris Rajanayagam: Transformative Archive als gegenhegemoniale Intervention (Die Vorträge werden auch gestreamt, Link unten)
  • 16:15 Uhr: Visioning: Gemeinsam Zukünfte des Archivs entwerfen mit Fallon Tiffany Cabral & Hannah Ferreira
  • 17:00-17.30 Uhr: Verabschiedung

Rahmenprogramm Continue reading →

Vortrag: Veronika Helfert: Unbezahlt und unsichtbar? Gewerkschafterinnen und der Kampf um Hausarbeit, 02.11.2026, Wien [REMINDERIN]

Institut Historische Sozialforschung (IHSF) der AK Wien und FAKTory. Literatur, Wissen und Beratung für Studierende (Web)

Zeit: 02.11.2026, 18:30 Uhr
Ort: FAKTory, Universitätsstr. 9, 1010 Wien
Anmeldung bis 01.11.2026 (Web)

Wie gingen Gewerkschafterinnen im 20. Jhd. mit dem Problem um, das berufstätige Frauen bis heute täglich beschäftigt: Wie lässt sich Lohnarbeit mit Hausarbeit und Fürsorgetätigkeiten vereinbaren? Der Vortrag zeigt, dass sozialdemokratische, kommunistische und christlichsoziale Aktivistinnen auf diese Frage sehr unterschiedliche Antworten fanden, und nimmt unter anderem die gewerkschaftliche Auseinandersetzung um die feministische Kampagne „Lohn für Hausarbeit“ in den Blick. Dabei wird nicht zuletzt die grundlegende Frage diskutiert: Wer kommt für die Kosten reproduktiver Arbeit auf: der Staat, die Arbeitgeber:innen oder die Frauen selbst?

Veronika Helfert ist Historikerin und forscht zu Protest, politischer Partizipation und Arbeiterinnenbewegung. Für ihr Projekt Zur politischen Ökonomie von Hausarbeit. Gewerkschafterinnen und un/bezahlte Arbeit im 20. Jhd. erhielt sie 2026 den Edith Saurer Preis.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

Lectures: Protestant Women and the Making of Global Religious Worlds, 21.10.2026 and 04.11.2026, Cambridge and virtual space

Protestant Women Research Network – Lecture Series (Web)

Time: 21.10.2026 and 04.11.2026
Ort: Cambridge – and virtual space

The lecture series brings together scholars to investigate whether ‘Protestant woman’ can be recognised as a meaningful analytical category across different times and places. Our scope extends from the Reformation in the 16th century to Pentecostal movements in the 21st century. During the Michaelmas term, we will focus on defining this category.

Panel Discussion: Scripture, Authority, Identity, and Agency
Time: 21.10.2026, 15:15-17:00 (BST)
This panel will consider how Protestant women derive authority, identity, and agency through their engagement with scripture and Christian doctrine. It will do so by considering specific examples of such engagement – the various ways that Protestant women of the past and present have expressed their religious ideas and perspectives, whether through literature, political activism, prophecy, or bible translation. The panel will also look at how these categories (authority, identity, and agency) are articulated in different historical and cultural contexts.

Speakers: Christine Helmer (Northwestern Univ.) | Tanya Kundu (Univ. of Cambridge) | Deirdre Serjeantson (Sidney Sussex College, Univ. of Cambridge) | Chair: Ruth Jackson Ravenscroft (Sidney Sussex College/Cambridge Foundation Year, Univ. of Cambridge)
To reserve a place, please register online: https://luma.com/f9h31y4r

Archive in Focus: Protestant Women in the Archives
Time: 04.11.2026, 15:15-17:00 (BST)
This session focuses on the collections of the British and Foreign Bible Society housed at Cambridge Univ. Library. It will explore categories such as ‘missionary’, ‘Bible Woman’, and ‘philanthropist’. Participants will engage in discussions and reflect on the methodological challenges of uncovering women’s histories within institutional archives. Additionally, they will learn techniques from digital humanities to help locate these histories more effectively. Continue reading →

Buchpräsentation: Andrea Sommer-Mathis, Christian Standhartinger und Katrin Keller: Briefe einer Fürstin aus dem Dreißigjährigen Krieg. Die Korrespondenz von Kaiserin Maria aus den Jahren 1629 bis 1645, 29.10.2026, Wien

Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Österreichisches Staatsarchiv (ÖSTA)

Zeit: 29.10.2026, 18.00 Uhr
Ort: Haus-, Hof und Staatsarchiv, Dachfoyer, Minoritenpl. 1, 1010 Wien

Programm (PDF)

  • Begrüßung: Helmut Wohnout, Generaldirektor des ÖSTA und Katrin Keller, Direktorin des Instituts für die Erforschung der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes (ÖAW)
  • Kurzvorträge: Christopher F. Laferl, Paris-Lodron-Univ. Salzburg und Bernardo J. García García, Univ. Complutense de Madrid

Ein neuer Band der Reihe Fontes Rerum Austriacarum lässt Geschichte lebendig werden: Die im Haus-, Hof- und Staatsarchiv aufbewahrte Korrespondenz der spanischen Infantin Maria (1606–1646) liegt nun als kommentierte Briefedition vor. Die 141 größtenteils eigenhändig in spanischer Sprache verfassten Briefe an ihren Ehemann, Kaiser Ferdinand III., und dessen Bruder, Erzherzog Leopold Wilhelm, entstanden zwischen 1629 und 1645. Sie bieten facettenreiche Einblicke in die kaiserliche Lebenswelt und beleuchten den höfischen Alltag zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges aus einer seltenen, weiblichen Sicht.
Die beiden Experten für frühneuzeitliche Briefeditionen, Christopher F. Laferl (Salzburg) und Bernardo J. García García (Madrid), geben mit ihren Kommentaren eine Einführung in den Band. Ergänzt wird die Buchpräsentation durch die Lektüre ausgewählter Briefpassagen.

  • Andrea Sommer-Mathis, Christian Standhartinger, Katrin Keller: Briefe einer Fürstin aus dem Dreißigjährigen Krieg. Die Korrespondenz von Kaiserin Maria aus den Jahren 1629 bis 1645, Wien 2026 (Web)

Anmeldung ist obligatorisch: robert.frydrychiewicz@oesta.gv.at

Ausstellungseröffnung: Beweise für die Unzucht. Private Dokumente aus historischen Strafakten von Homosexuellen, 11.11.2026, Wien

Qwien – Zentrum für queere Kultur und Geschichte (Web)

Zeit: 11.11.2026, 18.30 Uhr
Ort: Qwien, Ramperstorfferg. 39/7, 1050 Wien
Laufzeit: 12.11.2026-28.02.2027

Die Ausstellung „Beweise für die Unzucht“ zeigt Materialien und Dokumente, die von der österreichischen Polizei im Zuge der strafrechtlichen Verfolgung homosexueller Frauen und Männer im Zeitraum von 1900 bis zum Ende der Strafbarkeit der „Unzucht wider die Natur“ im Jahr 1971 beschlagnahmt wurden. Was einst Ausdruck von Intimität und persönlicher Freiheit war – Liebesbriefe, private Fotografien, Tagebücher, alltägliche Notizzettel, harmlose Erinnerungsstücke – wurde durch den staatlichen Zugriff in belastendes Beweismaterial verwandelt. Diese Dokumente, niemals für fremde Augen – weder für die Polizei, noch für Historiker:innen und auch nicht für Besucher:innen einer Ausstellung – bestimmt, stehen für tiefgreifende Verletzungen der Privatsphäre und markieren Momente, in denen Menschen ihre Sicherheit, ihr Selbstvertrauen, ihre Würde und ihre persönliche Integrität verloren.

Zur Ausstellung wird diese Publikation erscheinen:

  • Hannes Sulzenbacher und Thomas Tretzmüller (Hg.): Beweise für die Unzucht. Private Dokumente aus historischen Strafakten von Homosexuellen, Wien 2026 (Web)

Tagung: Rechnen mit dem Seelenheil. Heilsökonomie und Wallfahrt in der Frühen Neuzeit, 19.-20.10.2026, Wien [REMINDERIN]

Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Institut für die Erforschung der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes, Forschungsbereich Kunstgeschichte (Web)

Zeit: 19.-20.10.2026
Ort: ÖAW, PSK-Gebäude, Georg-Coch-Platz 2, 1010 Wien
Anmeldung (Link)

Programm (PDF)

Ausgangspunkt für die interdisziplinäre Tagung ist das FWF-Projekt SALVEMED, das durch die Untersuchung von Medialität und der damit verknüpften sozialräumlichen Vernetzungen von Gnadenorten einen innovativen Beitrag zu einer differenzierten Darstellung der vielfältigen Mechanismen frühneuzeitlicher Wallfahrt in Österreich leistet.
Mit Fokus auf dem Beziehungsgeflecht von Medien, Akteur:innen und Strategien zur Konstruktion von Wallfahrtsorten widmet sich die Veranstaltung jenen Aspekten, die sich auf die Erwartungshaltungen der Pilger:innen in Bezug auf die Erlangung des Seelenheils beziehen. Diese werden im Sakralraum in bildkünstlerischen Inszenierungen von Reliquien als spirituellem Kapital und in Votivgaben fassbar. Die Analyse der Objektvielfalt und der Herstellung von Devotionalien im Spannungsfeld von Eigenproduktion und dem Outsourcing an überregionale Produzent:innen und Händler:innen erschließt ökonomische und sozialräumliche Komponenten von Wallfahrten. Die Tagung betrachtet zudem Konkurrenzen von Wallfahrtsorten und deren durch Medien gesteuerte Konstruktion als Zielorte besonderer Art. Wie formten Wallfahrtsmedien die Wahrnehmung und das Verhalten der Pilger:innen und kann man analog zum Konzept des tourist gaze vom Vorhandensein eines spezifischen pilgrim gaze sprechen? Wie wirkten Nahund Distanzmedien zusammen und kann eine „Destination“ als ein Sehnsuchtsort bezeichnet werden, der ausschließlich über die Medien bedient wird? Diese Fragen werden am Beispiel von Wallfahrtsorten und vor dem Hintergrund des Devotionalienhandels in Europa, dem Heiligen Land und der iberischen Welt diskutiert.

Die Veranstaltung wird vom Institut für die Erforschung der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes (IHB) der ÖAW und dem Institut für Realienkunde des Mittelalters und der Frühen Neuzeit (IMAREAL) der Univ. Salzburg (Web) im Rahmen des vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF finanzierten Projekts SALVEMED (Salvation Economics and Continue reading →

Buchpräsentation: Gabriella Hauch, Karl Fallend, Jonathan Kufner und Irene Messinger: Drei Pionierinnen der modernen Sozialarbeit in Österreich, 22.10.2026, Wien

Buchpräsentationen im Rahmen der Lehrveranstaltung „Geschichte der Sozialen Arbeit“ an der Hochschule Campus Wien

Zeit: 22.10.2026, 16.00 Uhr
Ort: Hochschule Campus Wien, Favoritenstr. 332, 1100 Wien, Festsaal H.-2.

Elisabeth Schilder, Maria Dorothea Simon und Anne Kohn-Feuermann verband die Erfahrung des Exils in der NS-Zeit. In der Nachkriegszeit standen sie – in Bewährungshilfe, Ausbildung und Sozialamt – für eine Sozialarbeit, die sich von paternalistischer Fürsorge abgrenzte. Ihre drei Biografien sind Teil der Schriftenreihe „Zur Geschichte der Sozialarbeit“ (Web)

Programm (PDF)

  • Buchvorstellungen durch die Autor*innen Gabriella Hauch, Karl Fallend, Jonathan Kufner und Irene Messinger
  • Moderation: Gudrun Wolfgruber-Thanel

Die Bücher

  • Gabriella Hauch und Karl Fallend (Hg.): „Aus der Sintflut einige Tauben“. Zu Leben und Werk von Elisabeth Schilder, Löcker Verlag. Wien, 2020 (Web)
  • Jonathan Kufner-Eger (Hg.): „Aus der Betroffenheit“. Zu Leben und Werk von Maria D. Simon, Löcker Verlag. Wien, 2023 (Web)
  • Das Buch von Irene Messinger: Anne Kohn-Feuermann (1913-1994): Widerstand, Exil und die Übersetzung von Casework ist im Erscheinen

Vortragsabend: 80 Jahre Frauenwahlrecht. Historische und aktuelle Perspektiven, 19.10.2026, Bozen/Bolzano

Zentrum für Regionalgeschichte/Centro di Storia Regionale, Brixen/Bressanone (Web)

Zeit: 19.10.2026, 17.00 Uhr
Ort: Eurac Research, Conference Hall, Bozen/Bolzano

Programm (PDF)

  • Giada Noto: (Archivio Storico delle Donne/Frauenarchiv, Bolzano/Bozen): Cittadinanza e voto: il caso del Sudtirolo
  • Franziska Cont: (Zentrum für Regionalgeschichte/Centro di Storia Regionale, Brixen/Bressanone): Elsa Conci – Politische Pionierin zwischen Rom, Trient und Bozen
  • Katharina Crepaz: (Center for Autonomy Experience, Eurac Research, Bozen/Bolzano): Geschlechterquoten als Instrument politischer Repräsentation
  • Moderation: Siglinde Clementi (Zentrum für Regionalgeschichte/Centro di Storia Regionale, Brixen/Bressanone)

Für die Frauen Italiens stellte das Jahr 1946 einen entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte ihrer politischen Partizipation dar. Mit der erstmaligen Anwendung des kurz zuvor eingeführten Frauenwahlrechts konnten sie sowohl auf kommunaler Ebene als auch bei den nationalen Wahlen und beim Referendum vom 2. Juni 1946 ihre Stimme abgeben und selbst gewählt werden. Unter den 21 Frauen, die in die Verfassungsgebende Versammlung einzogen, befanden sich auch zwei Politikerinnen aus dem Trentino. Die Südtiroler Bevölkerung war hingegen aufgrund der ungeklärten Staatsbürgerschaftsfrage infolge der „Option“ von der Stimmabgabe ausgeschlossen; lediglich die Bewohner*innen des Unterlandes konnten als Teil der Provinz Trient teilnehmen.
Die Veranstaltung zeichnet – mit besonderem Blick auf Südtirol – den Weg der Frauen zum Wahlrecht nach und richtet zugleich den Blick auf die Gegenwart, insbesondere auf die Frage der weiblichen Repräsentation in der heutigen Politik.