Historisches Seminar der Univ. Münster, Sarah Schnödewind (Web)
Zeit: 19.-20.07.2027
Ort: Münster
Einreichfrist: 15.11.2026
Version in English (Web)
„Reformverlierer“ und „Reformgewinner“ – unter diesen Begriffen diskutiert die jüngere mediävistische Forschung Dynamiken der Selbstverortung sowie Erfahrungen von Niederlagen im Kontext mittelalterlicher Reform. Dabei werden Momentaufnahmen von Erfolg und Niederlage deutlich und somit die ältere Dichotomie von Reformern und Reformgegnern hinterfragt. Mit „aktiven Widerständlern, Märtyrern, Querulanten, Trotzköpfen, passiven Duldern, konservativen Aus-der-Zeit-Gefallenen und Opportunisten“ steht eine heterogene Gruppe von Personen im Fokus, die bisher primär auf Mönche, Kleriker, Herrscher oder Konkurrenten um die prima sedes beschränkt ist. Doch was ist eigentlich mit Reformverliererinnen und -gewinnerinnen?
In der älteren Forschung wurde oft davon ausgegangen, dass Frauen grundsätzlich als ,Verlierer‘ mittelalterlicher Reformen gelten müssten. Obschon jüngere Studien die traditionelle Wahrnehmung von Reform als ,Männersache‘ revidiert haben, werden genderspezifische Fragen in der Reformforschung weiterhin nur marginal berücksichtigt – vor allem für die Zeit nach den monastischen Reformen des 10. Jhds. Inwiefern verändert sich die Perspektive auf Reformen und Reformniederlagen, wenn Frauen stärker einbezogen werden? Hier setzt der Workshop an, der explizit nach „Verliererinnen“ und „Gewinnerinnen“ in Kontexten religiöser Reformen des 11. bis 12. Jhds. fragt. Hierzu zählen etwa religiöse Frauen(gemeinschaften), Priesterfrauen, Adelige und Königinnen sowie Anhängerinnen laikaler oder vermeintlich „häretischer“ Gemeinschaften. Indem wir diese Gruppen und Individuen einbeziehen und genderspezifische Fragestellungen in den Mittelpunkt rücken, wollen wir das bisherige Bild von Reformgewinnern und -verlierern erweitern.
Leitfragen
Ausgehend von „Reformverliererinnen“ und „Reformgewinnerinnen“ soll folgenden Fragen nachgegangen werden: Continue reading

Institut für Kulturforschung Graubünden (ikg); Forschungsgruppe ALPINNKONNECT, ERC AdG, Univ. Wien
The European Rural History Organisation (EURHO); Univ. of Primorska in Koper, Faculty of Humanities
Historical Fictions Research Network (HFRN): Series Editors Global Historical Fictions (Brill), Ingibjörg Ágústsdóttir, Jerome de Groot, Dorothea Flothow, Siobhan O’Connor, and Stephanie Russo