Category Archives: Category_Online Publikationen

Klicktipp: Little Entente of Women – The Local Network of Eastern European Feminists in the Inter-War-Period: Open Access Volume of Aspasia

Aspasia. The International Yearbook of Central, Eastern, and Southeastern European Women’s and Gender History (Web)

The latest volume of Aspasia has published. It is Open Access through the Knowledge Unlatched Select Initiative.

The Little Entente of Women: Transnational Feminist Networks and National Politics in Interwar Europe

This volume introduces the short but rich story of the local network of Eastern European feminists, the so called „Little Entente of Women“ (LEW), which so far has attracted little attention among historians working on the region. The volume contex-tualizes the creation and activities of the LEW by providing background information about the post-World War I period, the tensions and struggles between the revisionist and antirevisionist states, and the entanglements between feminist and national goals and between nationalism and internationalism among women’s movements and feminisms at the time.

Articles

  • Sharon A. Kowalsky: Editor’s Introduction – https://bit.ly/3dznQT8
  • Maria Bucur, Katerina Dalakoura, Krassimira Daskalova, and Gabriela Dudeková Kováčová: Introduction – https://bit.ly/3dDfQjT
  • Krassimira Daskalova: The Little Entente of Women, Feminisms, Tensions, and Entanglements within the Interwar European Women’s Movement:  https://bit.ly/3LuZ8Ql
  • Katerina Dalakoura: Feminisms and Politics in the Interwar Period: The Little Entente of Women (1923–1938): https://bit.ly/3S1gmHn
  • Gabriela Dudeková Kováčová: Between Transnational Cooperation and Nationalism: The Little Entente of Women in Czechoslovakia – https://bit.ly/3BV9VQG
  • Maria Bucur: The Little Entente of Women as Transnational Ethno-Nationalist Community: Spotlight on Romania – https://bit.ly/3QY4yEx

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Klicktipp: Rural History Yearbook|Jahrbuch für Geschichte des ländlichen Raumes: Genealogien // CfP: Rural films – Filme in der ländlichen Gesellschaft; bis: 20.10.2022

Jahrbuch für Geschichte des ländlichen Raumes (Web)

Das Jahrbuch erscheint seit 2004. Seit 2020 ist es auch online open access verfügbar. Soeben ist die aktuelle Ausgabe zum Thema „Genealogien. Zwischen populären Praktiken und akademischer Forschung“ erschienen.

Für geschlechterhistorische Fragestellungen ist darin u.a. der Beitrag von Peter Moser interessant, der unter dem Titel „Vom internen Arbeitsinstrument zur online zugänglichen Forschungsinfrastruktur“ das Online-Portal „Personen und Institutionen“ des Schweizer Archivs für Agrargeschichte vorstellt. (Web)

Call for Papers: Rural films – Filme in der ländlichen Gesellschaft; Peter Moser, Brigitte Semanek und Andreas Wigger

Einreichfrist: 20.10.2022; English Version (Web)

Das Jahrbuch für Geschichte des ländlichen Raumes 2024 widmet sich dem Thema Rural films – Filme in der ländlichen Gesellschaft. Willkommen sind erstens Beiträge zur Suche, Erschliessung, Sammlung und Archivierung von Filmmaterial. Neben Sammlungs- und Archivierungsprojekten geht es dabei auch um Fragen der Verzeichnung, der Beschreibung und der Vermittlung von filmischen Quellen.

Im Zentrum des zweiten Teils stehen Filme als Quelle der Geschichtsschreibung. Worin besteht der besondere Wert von historischem Filmmaterial zur Analyse und Beschreibung der Entwicklung des Agrarsektors, der ländlichen Gesellschaften, der Wirtschaft, Infrastruktur und sozialer Formationen auf dem Land seit dem späten 19. Jhd.? Im dritten Teil schliesslich geht es um Fragen der Verwendung von filmischem Material zur Kommunikation historischer Erkenntnisse und Erzählungen. Was kann in der Form von Videoessays (vgl. dazu auch: „Video Essays in Rural History“, Web) thematisiert und gezeigt werden, das in schriftlichen Texten oder mündlichen Darbietungen nicht möglich ist? Dieser Teil ist offen für audiovisuelle Formate. Continue reading

Klicktipp und Ausstellung: Österreichische Architektinnen – suchen und sichtbar machen (Neues Zentrum, neue Website und Podcast)

Margarete Schütte-Lihotzky (MSL) Zentrum (Web)

Die Mitarbeiter:innen des MSL-Zentrums machen die Geschichte von Frauen in der Architektur in Österreich sichtbar. Sie erarbeiten Basiswissen über die ersten Frauen, die den Beruf wählten und stellen es leicht zugänglich zur Verfügung:

Neue Website und Podcast „Architektur-Pionierinnen in Wien“

In der ersten Projektphase standen Architektur-Pionierinnen in Wien von 1880 bis 1938 im Fokus. Dabei konnten 15 Frauen recherchiert werden:

  • Waltraud Blauensteiner, Martha Bolldorf-Reitstätter, Ella Briggs, Friedl Dicker, Hermine Frühwirth, Helene Koller-Buchwieser, Friederike Niedermoser, Leonie Pilewski–Karlsson, Eugenie Pippal–Kottnig, Lionore Regnier–Perin, Helene Roth, Margarete Schütte–Lihotzky, Lilia Skala, Rosa Weiser und Liane Zimbler.

Ihre Kurz-Biografien werden auf der Webseite (Web) und in Podcastbeiträgen (Web) vorgestellt. Informationen gibt es auch zu den zeitgenössischen Möglichkeiten der Ausbildung zur Architektin.

Neues Margarete Schütte-Lihotzky Zentrum

Margarete Schütte-Lihotzky (1897-2000) übte als eine der ersten Frauen in Österreich den Beruf der Architektin aus. Ihr gesellschaftspolitisches Engagement spiegelte sich in ihren Bauaufgaben wider: Sie machte sich für die aus der Wohnungsnot entstandene Siedler:innenbewegung stark, arbeitete an Gemeindebauten, entwarf Möbel, später auch Schulen und Kindergärten. Bereits Ende der 1920er Jahre konzipierte sie Wohnungen für alleinstehende, berufstätige Frauen. Bekannt wurde sie mit der funktionalen „Frankfurter Küche“, der Vorform der Einbauküche.

Ihre fortschrittlichen Wohnkonzepte entwickelte Schütte-Lihotzky immer weiter und ließ sie auch in ihre eigene Wohnung in der Franzensgasse in 1050 einfließen. Dort wurde nun das Margarete Schütte-Lihotzky Zentrum eingerichtet. Es wird im September 2022 eröffnet (Web).

International Federation for Research in Women’s History (IFRWH): NEWSLETTER, Summer 2022 Issue 71 – With numerous entries from Austria (Publication)

The International Federation for Research in Women’s History (IFRWH)/Federation Internationale pour des Femmes (FIRHF) (Web)

The IFRWH-Newsletter is published every six months. It provides an overview of new international publications on women’s and gender history: It presents research projects, announces conferences and places calls for papers.

The newsletter thus gives a valuable overview of the relevant research being done worldwide. The Newsletter Summer 2022 Issue 71 is online now. It has a volume of 92 pages.

The newsletter always publishes a lot of information from Austria. The contributions from Austria are coordinated by Birgitta Bader-Zaar (PDF).

A list of the all previous newsletters can be found on the website (Link).

The International Federation for Research in Women’s History

The IFRWH was founded in April 1987. The first meeting of national committee representatives was held in 1989, in Bellagio, Italy, with the assistance of the Rockefeller Foundation.

The Aim of IFRWH is to encourage and coordinate research in all aspects of women’s history at the international level, by promoting exchange of information and publication and by arranging and assisting in arranging large-scale international conferences as well as more restricted and specialized meetings. National Committees serve as liaison between communities of researchers and the Federation. Find more information on the website (Link).

Selected papers presented at the Federation’s confrences have been published in several volumes (Link).

Klicktipp: Digital Humanities and Gender History (Konferenzdokumentation) // Protest gegen die Streichung der Professur für Geschlechtergeschichte an der Universität Jena

Professur für Geschlechtergeschichte an der Universität Jena (Web)

Im Februar 2021 fand die virtuelle Veranstaltungsreihe „Digital Humanities and Gender History“ statt. Veranstalter:innen waren der Lehrstuhl für Geschlechtergeschichte der Friedrich-Schiller-Univ. Jena, der Arbeitskreis Historische Frauen- und Geschlechterforschung e.V. und das Digitales Deutsches Frauenarchiv (Web).

Die Dokumentation der Konferenz wurde in der Digitalen Bibliothek Thüringen verfügbar gemacht. Die 14 Beiträge können teilweise als Video und teilweise als PDF der Präsentationen frei nachgeschaut werden (Web).

Protest gegen die Streichung der Professur für Geschlechtergeschichte an der Universität Jena

Trotz der Beliebtheit des Faches, die sich in der großen Zahl an Studierenden des Bereichs zeigt, seiner Drittmittelstärke und des Beitrags der Professur zur internationalen Profilierung des Historischen Instituts der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät im Juli 2022 beschlossen, die Professur für Geschlechtergeschichte ab 2025 umzuwidmen.

Diese Protestbriefe dagegen wurden bisher bekannt gegeben:

Klicktipp: Geschichte der Empfängnisverhütung und des Schwangerschaftsabbruchs (Website)

Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch (MUVS) (Web)

Das MUVS in Wien 15 wurde 2003 von dem Gynäkologen Christian Fiala gegründet. Es ist das derzeit weltweit einzige Museum, das sich ausschließlich den Schwerpunkten Empfängnisverhütung, Schwangerschaftstests und Schwangerschaftsabbruch widmet.

Umfangreiche Website

Die Website des MUVS enthält eine digitale Ausstellung von einer großen Anzahl von Objekten zu den Themen „Verhütung“ und „Abbbruch“ (unter dem Menüpunkt „Objekte“) sowie eine sehr umfangreiche Zusammenstellung von Kontextinformationen und Quellen zu folgenden Schwerpunkten:

  • Geschichte der Verhütungsmethoden (Web)
  • Geschichte der Schwangerschaftstest (Web)
  • Geschichte des Schwangerschaftsabbruchs (Web)
  • Pionier:innen und Aktivist:innen (Web)
  • „Schicksale“: Akten über Strafprozesse gegen ‚unmoralische Frauen‘, Kindsmörderinnen, EngelmacherInnen etc. (Web)
  • Pflanzen für die Geburtenkontrolle (Web)
  • „Medizin Zitate“: 90 Zitate und Textstellen aus medizinischen Schriften, Gesetzesbüchern oder Zeitungsberichten (Web)
  • Literatur (Web)
  • „Videos“: U.a. Interviews mit Pionier:innen und Aktivist:innen oder sachdokumentarische Filme (Web)

Klicktipp: Div:Inn-Blog – Diversität und Universität (Weblog der Universität Innsbruck)

Div:Inn-Blog. Weblog der Universität Innsbruck  (Web)

Was ist auf den Titelseiten der lokalen Zeitungen über die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck erschienen und was auf studentischen Flugblättern? Wie verhielt sich die Universität gegenüber Menschen, die diskriminiert wurden – und wie begegnet sie dem heute? Solche Fragen sind Gegenstand von dem neuen Weblog „Div:Inn“.

„Div:Inn“ ist im Rahmen der ersten „Woche der Vielfalt der Universität Innsbruck“ entstanden. Die Beiträge wurden von Studierenden des Masterstudiengangs „Gender, Kultur und Sozialer Wandel“ in drei Lehrveranstaltungen parallel erarbeitet und werden seit Juni 2022 laufend gepostet. Sie beschäftigen sich dabei mit Themen wie Geschlechterverhältnisse, Frauenstudium, queere Bewegungen, Klassenverhältnisse, Dis/Ability, Rassismus, Antisemitismus, Forschung und Lehre u.a.m. Betreut wird das das Projekt von Levke Harders.

Blogposts – bisherige Folgen

  • Studying at the Univ. of Innsbruck as an International Student in the 1970/80s (Web)
  • Queere (Selbst-)Organisation an der Univ. Innsbruck (Web)
  • Frauen an der Univ. Innsbruck. Eine historische Timeline (Web)
  • Antisemitismus in den 1920er Jahren an der Univ. Innsbruck (Web)
  • Verfolgung von ausländischen Studierenden während des NS (Web)
  • Elitär, konservativ, männlich – Vorurteile oder Realität? Der Innsbrucker Cartellverband (Web)
  • Barrierefreiheit an der Univ. Innsbruck (Web)

Podcast – bisherige Folgen

  • Was verraten uns die Vorlesungsverzeichnisse zwischen 1937 bis 1947? (Web)
  • Frauenstudium an der Univ. Innsbruck (Web)
  • Kritische Selbstreflexion an der Univ. Innsbruck. Universitätsjubiläen im Vergleich (Web)

Klicktipp: 10. August: Internationaler Tag gegen Hexenwahn – am Todestag von Aletta Jacobs (Aussendung)

Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch (MUVS) (Web)

Am 9. August 2022 verschickte das Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch in Wien via Email diese Aussendung:

10. August: Internationaler Tag gegen Hexenwahn. ‚Hexen‘ sind mancherorts immer noch schuld an Verhütung und Kindstod

Der 10. August ist heuer ein Mittwoch, auf den ersten Blick kein besonderer Tag. Katholischer Namenstag von Astrid, Erik, Laurentius und Tibor, allesamt Märtyrer. Auch kalendarische Ereignisse lassen sich für diesen Tag finden: Eröffnung des Naturhistorischen Museums in Wien (1889). Eintritt der Raumsonde Magellan in eine Umlaufbahn um die Venus (1990). Einführung einer zweiten Spielklasse zur Fußballsaison 1974.

An einem 10. August starb aber auch die niederländische Ärztin und Feministin Aletta Jacobs (1854-1929). Ihre Beobachtungen und Erlebnisse machten sie zu einer Vorkämpferin für das Recht der Frauen, selbst über die Anzahl ihrer Kinder zu entscheiden. ‚Während meiner Spitalstätigkeit wurde ich Augenzeuge, welche katastrophalen Auswirkungen häufige Schwangerschaften auf das Leben einer Frau haben können. In langen Gesprächen haben mir viele Patientinnen klar gemacht, dass sie weitere Schwangerschaften nicht verhindern können, wenn sexuelle Enthaltsamkeit ihre einzige Verhütungsmöglichkeit ist. Ich habe Tage damit verbracht, nach Lösungen zu suchen.‘ Dafür wurde sie gemobbt, verfolgt, bedroht, doch kamen dieselben Kritiker heimlich zu ihr, um sich in den Methoden der Familienplanung unterweisen zu lassen. Calvinistische Priester wetterten von der Kanzel gegen die Verhütung, brachten aber ihre Frauen in Jacobs Ordination.

Wir haben den Hexenglauben noch nicht überwunden

Rund 100 Jahre später, nämlich am 10. August 2020, wurde der Internationale Tag gegen den Hexenwahn eingeführt, weil Frauen in 41 Ländern der Welt, überwiegend in Afrika, Ozeanien und Lateinamerika, immer noch der Hexerei bezichtigt, gefangen, gefoltert, sogar verbrannt und getötet werden. Continue reading

Klicktipp: Männlichkeiten: Neues Themenheft der „Zeithistorischen Forschungen“ (Zeitschrift)

Zeithistorische Forschungen – Studies in Contemporary History (Web)

Die Zeitschrift „Zeithistorische Forschungen“ hat soeben das Themenheft »Männlichkeiten« veröffentlicht. Es steht gedruckt und auch online im Open Access zur Verfügung (Web).

Thema sind die sich verändernden Praktiken und Vorstellungen von Männlichkeiten. Der Plural unterstreicht, dass Männlichkeit als vielfältige Kategorie zu verstehen ist. Die häufig unterstellte Binarität „männlich/weiblich“ muss selbst historisiert werden. Zeitgenössisch als Männer definierte Menschen interessieren hier als soziale und vergeschlechtlichte Wesen in sehr unterschiedlichen zeitlichen, räumlichen und gesellschaftlichen Kontexten.

Das Subjekt »Mann«, das in der Geschichte – und auch in der Geschichtsschreibung – lange Zeit als nicht weiter befragte Norm galt, lässt sich als Teil einer vielfältigen Geschlechterordnung untersuchen. Bei näherem Hinsehen hat es Aushandlungsprozesse um Männlichkeiten in der Vergangenheit immer wieder gegeben. In den letzten Jahren scheinen sie sich konflikthaft zugespitzt zu haben – aber womöglich ist dieser Eindruck das Resultat einer präsentistischen Verkürzung, die es aus zeitgeschichtlicher Perspektive gerade zu überwinden gilt. Historisch-empirische Fallstudien zu sich verändernden Praktiken, Repräsentationen und Vorstellungen von Männlichkeiten, verbunden mit der Frage nach den Gründen für weiterhin bemerkenswerte Beharrungskräfte älterer Muster, können in der aktuellen Lage jedenfalls aufschlussreich sein. Zeitgenössisch als Männer definierte Menschen interessieren hier als soziale und vergeschlechtlichte Wesen in sehr unterschiedlichen zeitlichen, räumlichen und gesellschaftlichen Kontexten.

In den Beiträgen richtet sich der Blick vor allem auf Gruppen von Männern, die nicht an der Spitze sozialer Hierarchien standen, sich aber auf jeweils hegemoniale Formen von Männlichkeit bezogen und damit, geradezu paradox, überkommene Muster perpetuierten: iranische Männer auf der Suche nach kultureller Authentizität in Abgrenzung von westlicher Hegemonie, muslimische Männer in einer sich als laizistisch verstehenden Türkei, im Zweiten Weltkrieg geschlagene deutsche Männer mit eigentlich vollkommen desavouierten Idealen, von Continue reading

Klicktipp: „Du bist anders?“ Eine Ausstellung über Jugendliche in der Zeit des NS (Portal)

Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Web)

Das Zielpublikum dieser Website sind jugendliche User:innen, die anhand von 47 persönlichen Geschichten Informationen über die Verfolgungspolitik in der NS-Zeit bekommen, aber auch Anregungen zum Nachdenken über Ausgrenzung und Verfolgung allgemein.

Projektbeschreibung: „Du begegnest hier Jugendlichen aus ganz Europa, die in der Zeit des Nationalsozialismus als »anders« ausgegrenzt und verfolgt wurden.

»Du bist anders« war ein Urteil, das die Nationalsozialisten willkürlich über Millionen Menschen fällten. Ein Urteil, das lebensgefährliche Folgen hatte. Vorurteile, Verrat, Verbote und Gehässigkeiten, Krieg und Konzentrationslager prägten mit einem Schlag das Leben der als »anders« Verfolgten. Sie waren gezwungen, mit dieser Ausgrenzung »Du bist anders«, »Du gehörst nicht dazu!« umzugehen.

Die Kinder und Jugendlichen, die wir Dir auf dieser Seite vorstellen, waren dieser veränderten Situation schonungslos ausgeliefert. Innerhalb kürzester Zeit durften sie nicht mehr zur Schule gehen oder wurden von ihren Klassenkameraden gehänselt. Von den eigenen Nachbarn oder Freunden wurden sie plötzlich ausgegrenzt oder sogar verraten. Manche durften ihre eigene Muttersprache nicht benutzen, andere sich nicht aussuchen, in wen sie sich verliebten. Und all das, weil sie zum Beispiel mit einer anderen Religion als die Mehrheit aufgewachsen waren, weil sie eine Behinderung hatten oder weil ihre Familie einfach nicht als »deutsch« galt.

Aber was waren das für Jugendliche, wie waren Sima, Gert, Sophie, Ursula oder Vitka? Was war ihnen wichtig? Wie lebten sie? Auch sie hatten doch Träume, Ängste, Wünsche und Überzeugungen. Was geschah mit ihnen, als die Nationalsozialisten an die Macht kamen oder später, als der Krieg ausbrach? Und vor allem: Haben sie dem Terror und der Gewalt etwas entgegen gesetzt? Konnten sie sich selbst behaupten? Haben sie überlebt?

In dieser Online-Ausstellung »du bist anders?« kannst Du nach Antworten auf diese und Deine eigenen Fragen suchen. Über fünf Spots, die wir auf das Leben der Jugendlichen werfen, bekommst Du einen Einblick in ihre Geschichte. Das »Anderssein« oder »anders gemacht werden« begleitet alle Lebensgeschichten. Spielt die Frage »du bist anders?« auch in Deinem Leben eine Rolle? Bist du selbst auch anders? Anders als Deine Freundin? Anders als Du Dich selber wünschst? Anders als andere Dich haben wollen?

In der Rubrik »Zeigen was ich denke« ist nicht nur Platz für Kommentare zu den Lebensgeschichten der präsentierten Jugendlichen, sondern auch für Deine eigenen Erfahrungen und Gedanken zum Thema »Anderssein«.“