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Herzlich Willkommen im neuen Salon 21

Liebe Leser:innen von Salon 21!

Im Salon 21 war mit 1. Juli 2022 eine Systemumstellung notwendig. Dabei hat sich auch das Erscheinungsbild ein wenig geändert. Diese Umstellung ist die erste, seit der Ankündigungsweblog 2006 online gegangen ist.

Geändert hat sich insbesondere die Adresse. Die neue URL lautet https://salon21.univie.ac.at – statt bisher https://salon21.univie.ac.at. (Sie wurden automatisch weitergeleitet.)

Sonst bleibt alles wie gewohnt 🙂

Es sind auch alle bisher erschienenen 6.830 Einträge „mit übersiedelt“. Ein großes Dankeschön an Claudia Jandl vom Institut für Geschichte der Universität Wien für die Unterstützung bei der Migration des Weblogs!

Viel Freude weiterhin im und mit dem Salon 21!

Li Gerhalter als Administratorin

Vortrag: Stephanie Rieder-Zagkla: „Bereits seit über 1 Jahr hat mir der Beklagte [die] Erfüllung der ehelichen Pflicht verweigert“. Aspekte des ehelichen Sexuallebens in Scheidungsverfahren zwischen 1783 und 1938, 11.05.2022, Wien und virtueller Raum

Vortrag der Reihe „Geschichte am Mittwoch“ des Instituts für Geschichte der Universität Wien (Web)

Zeit: 11.05.2022, 18.30-20.00 Uhr
Ort: Universität Wien, HS 30 und virtueller Raum

„Vor Allem haben beyde Theile eine gleiche Verbindlichkeit zur ehelichen Pflicht, Treue und anständigen Begegnung.“ Diese Bestimmung des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB) von 1811 legt die beiderseitigen Verpflichtungen der Ehepartner/innen fest, zu denen auch die Pflicht zum ehelichen Geschlechtsverkehr sowie zur ehelichen Treue gehörte. Die Missachtung bzw. der Missbrauch dieser Pflichten wurde insbesondere dann problematisiert, wenn die Ehe zu scheitern drohte. So thematisierten Eheleute in Scheidungs- und Ehetrennungsverfahren im 19. und beginnenden 20. Jhd. unter anderem die Verweigerung und Erzwingung des ehelichen Geschlechtsverkehrs sowie einen Ehebruch ihres/ihrer Partner/in.

Anhand von Ehegerichtsakten aus dem Gebiet des heutigen Wien und Niederösterreich aus den Jahren zwischen 1783 und 1938 widmet sich dieser Vortrag den genannten Aspekten des ehelichen Sexuallebens. Er fragt unter anderem danach, wer diese Aspekte auf welche Weise nicht nur in der Theorie in Gesetzen und Kommentaren, sondern auch in der Praxis vor Gericht thematisierte. Dabei soll veranschaulicht werden, dass es auch Ehefrauen waren, welche die Verweigerung des ehelichen Verkehrs und dessen Erzwingung sowie einen Ehebruch ihres Gatten in Scheidungsverfahren problematisierten, wenn auch das Sprechen im Vorfeld von und in den ehegerichtlichen Verfahren primär männlich dominiert war.

Moderation: Andrea Griesebner

Stephanie Rieder-Zagkla absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften, gefolgt von einem Studium der Geschichte an der Universität Wien. Seit 2019 ist sie DOC-team-Stipendiatin der ÖAW am Institut für Geschichte der Universität Wien und arbeitet gemeinsam mit drei Kolleginnen am interdisziplinären DOC-team-Projekt Doing Divorce: Scheidungsprozesse vom 18. Jhd. bis zur Gegenwart (Web). Im Studienjahr 2020/21 war sie ÖAW/IFK_Junior-Fellow (Web).

 

Season’s Greetings

Liebe Leser:innen!
Viele Wünsche für das neue Jahr 2022!

Dear readers,
Best wishes for the new year 2022!

Li Gerhalter
Administratorin des Salon 21 / Salon 21 Administrator

 

 

Neue Einträge werden gepostet ab 5. Jänner 2022 / You will find new posts here again from 5 January 2022.

Interview anlässlich „(Fast) zehn Jahre Salon 21“ im Weblog von fernetzt (April 2016) zur Gründungsidee, der inhaltlichen Entwicklungen und der Arbeit hinter den Kulissen vom Salon 21: Link zum Interview

Klicktipp: „Genderforschung ist wichtig, weil …“ Aktionstag „#4GenderStudies“ am 18. Dezember 2021

Aktionstag „#4GenderStudies“ am 18. Dezember 2021 (Web)

Zum fünften Mal steht der 18. Dezember 2021 in Österreich, Deutschland und der Schweiz im Zeichen des Wissenschaftstags #4GenderStudies. Wissenschaftler*innen, Forschungseinrichtungen und andere wissenschaftsnahe Institutionen nutzen diesen Aktionstag, um auf ihre Arbeit aufmerksam zu machen und über ihre Forschung zu berichten. Damit zeigen sie, dass die Geschlechterforschung einen wichtigen Beitrag zu politischen und kulturellen Diskursen und aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen leistet.

Auch die Universität Wien ist diesmal dabei: Das Team „Öffentlichkeitsarbeit“, das Referat Genderforschung (RGF) und die Forschungsplattform GAIN haben in Kooperation zahlreiche Forscher:innen und Lehrende gefragt, warum sie in der Genderforschung aktiv sind und mit welchen Forschungsfragen sie sich aktuell beschäftigen. Die Antworten werden prominent auf der Startseite der Universität Wien, auf Twitter und auf der Website des Referats Genderforschung veröffentlicht.

Die Statements wurden abgegeben von Giulia Andrighetto, Anna Babka, Bojan Bilic, Andrea B. Braidt und Nicole Kandioler, Boka En, Mart Enzendorfer, Sabine Grenz, Tatiana Konrad, Claudia Kraft, Julia Lajta-Novak und Team, der Sammlung Frauennachlässe, Sylvia Mieszkowski, Alexandra Mittermüller, Heidi Niederkofler, Susanne Reichl und Julia Hüttner, Maria Sagmeister, Katta Spiel, Katharina Wiedlack, Bianca Winkler, Katharina Wiedlack und Tania Zabolotnaya. Weiterlesen … (Web)

CfP: Flüchtige Identitäten: Jagd als Schauplatz geschlechtlicher Phantasien // Hunting Troubles: Gender and Its Intersections in the Cultural History of the Hunt (Publikation); bis: 31.12.2021

Laura Beck and Maurice Saß (Universität Bremen und Alanus Hochschule) (Web)

Einreichfrist: 31.12.2021

Unzählige antike Mythen berichten von männlichen Heroen, deren politische und sexuelle Gewalt in Bildern der Jagd Ausdruck finden. Gleichzeitig aber kann die Jagd nicht bruchlos als Refugium unhinterfragter Männlichkeit apostrophiert werden. Denn dieselben Mythen sind auch von jagenden Frauen bevölkert – wie beispielsweise der Jagdgöttin Diana, ihren Nymphen Daphne, Kalisto und Echo oder aber Sterblichen wie der Jägerin Atalante, die durch ihren Geliebten Meleager Zugang zu einer zuvor rein männlichen Jagdgesellschaft erhält und den kalydonischen Eber entscheidend verwundet.

Aber auch in den Minneliedern des Mittelalters tauschen die Liebenden auf der Liebesjagd lustvoll die Plätze und standesbewusste Rollenportraits frühneuzeitlicher Fürstinnen zeugen nicht weniger als Fremd- und Selbstinszenierungen kolonialer Jägerinnen besonders seit dem 19. Jhd. von der Vielfalt und Komplexität geschlechtlicher Rollenbilder der Jagd.

Zwar diente diese als Sinnbild und Exemplifikationstechnik asymmetrischer Machstrukturen immer wieder der Naturalisierung geschlechtlicher Differenz und Binarität. Allerdings scheinen Jagden und deren Medialisierungen immer wieder Räume zu eröffnen, in denen geschlechtliche und andere Grenzen nicht nur gezogen und bestätigt, sondern auch verunsichert und verwischt werden. Denn gleich ob sich der Jüngling Leukippos im antiken Mythos als Frau verkleidet, um sich Zugang zur Jagdgesellschaft der jungfräulichen Nymphe Daphne zu verschaffen, oder ob sich zweitausend Jahre später in Ernst Jüngers Kurzgeschichte ‚Die Eberjagd‘ (1952) das titelgebende Wild im Moment der Erlegung von einem prototypisch ,männlichen Tier‘ in ein als potentiell ,weiblich‘ gelesenes Wesen verwandelt: Die zumindest temporäre Veruneindeutigung von Geschlechtergrenzen, ihr Flottieren, scheint mit der prinzipiellen Liminalität der Jagdsituation und ihren Inszenierungen zwar nicht zwangsläufig, aber doch immer wieder einherzugehen. Weiterlesen, Quelle – and english version … (Web)

CfP: The Gender of Ethnographic Collecting (Decolonizing Collections – Networking towards Relationality Debates); by: 01.04.2021

Decolonizing Collections – Networking towards Relationality Debates (DCNtR) (Web); Mary Mbewe, Univ. of the Western Cape, Cape Town and Carl Deussen, Rautenstrauch-Joest-Museum, Cologne

Proposals by: 01.04.2021

DCNtR Debates starts with its first issue on „The Gender of Ethnographic Collecting“, bringing the analytic category of gender to the debate about imperial collecting and the ethnographic museum.

It has long been accepted that colonialism had a distinctive epistemic dimension, which was upheld by disciplines such as social anthropology and other knowledge-making projects. Under this colonial episteme, people and human experiences were hierarchically classified according to racial categories and ethnography and ethnographic collecting were key components in these processes. However, the colonial regime did not only rely on race as an organising category, but also on gender.

There is now a growing literature on how many aspects of colonialism and its discursive techniques were gendered male. Still, not much analysis has been done in regards to how ethnographic collecting and its resultant knowledges were and continue to be gendered. Histories of collecting have usually been limited to a generalised engagement with the relationship of collector and subject, ignoring gender and how it may impact the results of these knowledge-making projects. Taking this general observation as a starting point, we propose an engagement with ethnographic collecting and ethnographic museums that takes gender as its central analytical category. We invite reflections on questions which include, but are not limited to, the following:

  • What is the relationship between ethnographic collecting, gender, and imperialism? Is there an imperial masculinity specific to ethnographic collecting?
  • How far can ethnographic collecting be understood to be a gendered activity and in what ways can the resulting collections and knowledges be understood as gendered? What codes and landscapes are used in these kinds of knowledge productions?
  • What is the relationship between the gender of the collector and that of those collected from?
  • Museums and Gendered Collections: In how far do styles of display highlight/occlude/sustain the gendered histories of collections? How can new museologies challenge these?
  • Can specific modes of exhibitions themselves be understood as gendered?
  • Continue reading

Klicktipp: Austrian Heritage Archive – Interviews und Dokumente (Portal)

Austrian Heritage Archive (Web)

1938 lebten rund 210.000 Jüdinnen und Juden in Österreich. Von ihnen flüchteten 30.000 in die USA, 15.000 nach Israel. Die USA und Israel zählen zu den Hauptexilorten für die vertriebene und verfolgte jüdische Bevölkerung Österreichs.

Das Austrian Heritage Archive versammelt Audio- und Video-Interviews mit österreichisch-jüdischen Emigrant/innen, die in der Zeit des NS und unmittelbar danach in die USA oder nach Palästina/Israel flüchteten.

Die Interviews wurden in den vergangenen 20 Jahren von jungen Österreicher/innen geführt und am Leo Baeck Institut New York und am Leo Baeck Institut Jerusalem gesammelt und archiviert.

Auf der Site Austrian Heritage Archive werden sie in aufbereiteter Form als Transkripte und in Verbindung mit lebensgeschichtlichen Dokumenten und Materialen zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise bietet das Portal sowohl Wissenschaftler/innen als auch historisch interessierten Personen die Möglichkeit, sich mit dem lebensgeschichtlichen Erbe dieser Menschen auseinanderzusetzen.

Die Zusammenstellung wird noch erweitert. Derzeit sind die Interviews und Dokumente von 20 Personen online verfügbar. Zu den Interviews (Web).

Das Projekt Austrian Heritage Archive ist eine Kooperation zwischen dem Verein GEDENKDIENST, dem Leo Baeck Institut New York, dem Leo Baeck Institut Jerusalem, dem Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) und dem Zentrum für Jüdische Kulturgeschichte der Universität Salzburg (ZJK).

  • Bericht über das Projekt auf orf.at (2017) (Link)

Season’s Greetings

Liebe Leser:innen!
Viele Wünsche für 2021!
Li Gerhalter
Administratorin des Salon 21

Dear readers,
Best Wishes for the New Year!
Li Gerhalter
Salon 21 Administrator


Bild: Mustersammlung von Nähfäden der Wiener Werklehrerin Herma Hartmann (geb. 1885), Sammlung Frauennachlässe SFN NL 155 (Beschreibung)

Power and Privilege: WIENWOCHE 2020, 11.-20.09.2020, Wien

9. WIENWOCHE. Festival for Art & Activism 2020 (Web)

Zeit: 11.-20.09.2020
Orte: verschiedene Orte in Wien

Das Programm der WIENWOCHE 2020 ist soeben online gegagen (Web).

Die Veranstaltungen können stattfinden – wegen der aktuellen Pandemiesituation allerldings mit begrenzter Besucher/innenzahl, und mit verbindlicher Anmeldung (Web)

Die 9. Ausgabe des Kunst- und Kulturfestivals WIENWOCHE hat „Power and Privilege“ zum Thema. Die Beiträger/innen beschäftigen sich mit etablierten, bewussten oder unbewussten Zuschreibungen kultureller und sozialer Macht und stellt die Frage, wie Privilegien, besonders wenn sie als solche nicht erkannt werden, zur Aufrechterhaltung eines von struktureller Gewalt geprägten Systems beitragen.

“(In)equalities derived from race, ethnicity, class, gender, and their intersections place specific groups of the population in a privileged position with respect to other groups and offer individuals unearned benefits based solely on group membership; historical and systemic patterns of disinvestment in nonprivileged groups are major contributors to the low social and economic position of those groups; representation of groups and individuals in media, art, music, and other cultural forms create and sustain ideologies of group and individual inferiority/ superiority (…).” Bonnie Thornton Dill and Ruth Enid Zambrana.

Das intersektionale Kunst- und Kulturfestival öffnet mit mehr als 180 teilnehmenden Künstler/innen, Aktivist/innen und Akteur/innen urbane und nicht-kommerzielle Räume sowie etablierte Kulturorte. Die Projekte beleuchten aktuelle gesellschaftspolitische Debatten wie Umverteilung, kulturelle Teilhabe, Armutsproduktion, Zugang zu Wohnraum ect. aus (post-)migrantischer, queer-feministischer, dekolonialer Perspektive und widmen sich brandaktuellen Themen wie neu aufflammenden Nationalismen in der europäischen Grenzpolitik, rassistischer Polizeigewalt, Zugang zum Wahlrecht für alle oder LGBTQIA+ Rechten.

WIENWOCHE ist ein Wiener Festival, das mit der Verschmelzung von kreativen Praktiken und Aktivismus experimentiert: in unterschiedlichen Größen und Formaten und von verschiedenen Seiten der Kunst und sozialer Bewegungen. WIENWOCHE findet seit 2012 Continue reading

CfP: Mother, Father, Child, Health – the History of Reproduction (Event: 06/2021, Berlin); by: 31.08.2020

XVIII Conference of the German-Polish Society for the History of Medicine (Web)

Time: 03.-05.2021
Venue: Berlin
Proposals by: 31.08.2020

The XVIII Conference of the German-Polish Society for the History of Medicine is being organized in cooperation with the Center for Historical Research at the Polish Academy of Sciences in Berlin and the Institute for the History of Medicine and Ethics in Medicine, Charité Medical University.

Dating back to the philosophy of nature in Greek antiquity, “reproduction” has constituted a grey area between “nature” and “culture”, between the biological, social and cultural world. On one hand, questions about fertility and procreation, embryonic development and birth, require further research and explanation by natural science; on the other, far-reaching religious, moral, and cultural norms have been established around sexuality. Finally, it has been part of the social-philosophical program since antiquity to understand and control the circumstances and conditions of reproduction for selective breeding purposes – in order to produce an especially suitable future elite or even for creating entire populations.

All three of these factors are in a constant state of flux, especially their interaction and historically and culturally specific forms of superimposition, which are expressed in characteristic features of a given epoch. These include aristocratic claims to power, municipal regulations on midwives, and eugenic ideas among utopians in the 16th century; phenomena such as the discourse of the “medical police” (Medizinische Polizei) in the 18th century, and debates surrounding the evolutionary theories of Jean Baptiste Lamarck and Charles Darwin that resulted in novel family and sociopolitical concepts, including explicitly racist projects, during the first half of the 20th century. Read more and source … (Web).