Radio- und Workshopprojekt: Care im prekären Alltag und im gemeinsamen Organisieren, 18.-21.08.2012, Wien

VBKÖ – Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs (Web): Ko-investigatives Radio- und Workshopprojekt zu Fürsorge- und Zuwendungskulturen, organisiert von Manuela Zechner
Zeit: 18.–21.08. 2012
Orte: VBKOE, Mz. Balthazar’s Laboratory, Women On Air/Orange 94.0
Programm

  • Workshop: Care im prekären Alltag und im gemeinsamen Organisieren, 18.08.2012, 17-19:30 Uhr, VBKÖ, Maysederg. 2, 1010; Bitte anmelden: thisappearance@gmail.com!
  • Workshop: Zuwendung, Aufmerksamkeit und politische Netzwerkkulturen, 19.08.2012, 17-19:30 Uhr, Mz. Balthazar’s Laboratory, Sechshauserstr. 28, 1150; (this is a women and trans only space!)
  • Radiobeitrag: Gemeinsam in die Zukunft denken: militante Zuwendungspraxen in Spanien, Argentinien und London; 21.08.2012, 13-14:00 Uhr, Women On Air/Orange 94.0

Recherche, Radiobeitrag, Workshops: Auf der dringenden Suche nach inspirierenden Beispielen politisierter ‘care’ Praxen!
In unseren flexiblen, prekären und kurzatmigen Lebens- und Arbeitswelten ist es oft schwer, Zeit und Aufmerksamkeit füreinander und für uns selbst zu finden. ‘Care’ ist ein Begriff der für Fürsorge, Pflege, Sorge, Aufmerksamkeit, Zuwendung und Achtsamkeit steht. In diesem Projekt kommt der Begriff als vielseitiges theoretisches und praktisches Werkzeug zum Einsatz. Wie erleben und praktizieren wir ‘care’ innerhalb unserer Alltagsräume, unserer politischen Praxen, unserer Arbeitswelten, unserer sozialen Umfelder? Wie schauen wir aufeinander in unseren sozialen Netzwerken?
Als ‘care’ gilt jene Art von Handlung und Aufmerksamkeit (Zuwendung), mit der wir uns in unserer Fragiliät und Abhängigkeit gegenseitig unterstützen: autonom zu sein heisst hier, sich auf andere einlassen zu können. Als Freund_innen, Kolleg_innen, Liebhaber_innen, Gruppen und Familien finden wir es oft schwierig, uns längerfristig zusammenzutun und gemeinsam eine radikal erträumenswerte Zukunft vorzustellen. Da tauchen dann entmutigende und zynische Geister auf, und alsbald auch konservative und moralistische Ideen, zum Beispiel, vom heteronormativen Familienmodell. Eine mögliche Zukunft zu denken scheint nur jenen möglich, die gemeinsam Schulden machen können: Einzelpersonen, Paare und Firmen. Was aber wenn wir uns jenseits von Kredit und Spekulation Formen von gemeinsamen Leben und alt werden erfinden?
Gemeinsames solidarisches Leben und Arbeiten wird besonders in diesen Momenten der sogenannten „Krise“ wichtig, in denen uns immer wildere kapitalistische Ausbeutung in Form von Schulden, Workfare, Privatisierung und auch sogenannten „Sparpaketen“ und „Rettungsschirmen“ ins Haus steht. Der Grund und Boden sozialer Bewegungen, sowie jeder Art von Wirtschaft, baut immer auf meist unsichtbare Fürsorge, Pflege und Hausarbeit auf – Frauen und Subalterne Subjekte können davon ein Lied singen! Dieses bescheidene Projekt nimmt sich vor, ‘care’ mit feministisch-autonomen und kreativen Methoden zu untersuchen und als Dynamik innerhalb von kollektiven politischen Prozessen Ernst zu nehmen. Auf der dringenden Suche nach inspirierenden Beispielen politisierter ‘care’ Praxen!
Es wird hier auf Basis von Interviews mit Aktivist_innen in England, Argentinien und Spanien reflektiert, über Definitionen von ‘care’ diskutiert, mit verschiedenen Rollen experimentiert und gespielt sowie Alltags- und Projektsituationen problematisiert. Die Workshops basieren auf feminsitischen, ko-investigativen und Boalschen Methoden sowie dem ‘future archive’, und autonom-feministisch-queeren theoretischen Werkzeugen. Deutsch mit englischer Übersetzung, Creche kann organisiert werden, zugänglich für Rollstühle. Bitte anmelden: thisappearance@gmail.com!
Kontakt
VBKÖ – Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs
Maysedergasse 2/4. Stock
1010 Wien
www.vbkoe.org

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