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Vortragsreihe: Geschlecht – Macht – Geschichte. Perspektiven aus dem östlichen Europa, 13.07.2022, Leipzig und virtueller Raum

Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) (Web)

Zeit: 13.07.2022, 17.00 Uhr
Ort: Leipzig und virtueller Raum

Die Reihe gibt Einblicke in Themen, Errungenschaften und Potenziale der Geschlechterforschung im östlichen Europa. Alle Vorträge finden als hybride Veranstaltung statt.

Weiterer Vortrag (PDF)

  • 13.07.2022: Gasan Gusejnov (Briva Univ., Lettland): Feminitiva in Massenmedien und im Fachdiskurs des heutigen Russlands

Bisherige Vorträge

  • 13.04.2022: Dietlind Hüchtker (Univ. Wien): Geschlechtergeschichte/Gender Studies: Wissenschaft, Politik und die Notwendigkeit des Vergessens
  • 27.04.2022: Rasa Navickaite (Univ. of Vienna): In Search of Old Europe: Radical Feminism, Lithuanian Nationalism, and Marija Gimbutas‘ Archaeological Work
  • 04.05.2022: Susanne Jaeger (GWZO Leipzig): Frauen als Akteurinnen im Dreißigjährigen Krieg. Die Bildnispolitik der ‚Winterkönigin‘ Elisabeth Stuart
  • 18.05.2022: Maren Röger (GWZO Leipzig): Macht und Geschlecht: Eine überfällige Geschichte der deutschen Besatzung Polens 1939–1945
  • 01.06.2022: Roberto Kulpa (Edinburgh Napier Univ.): Thinking about the geo-politics of knowledge production: Non-anglophone epistemologies in/of Queer Studies Continue reading

Vortrag: Paul Michael Lützeler: Bertha von Suttner als Schülerin Victor Hugos. Die Friedensbewegung vor dem Ersten Weltkrieg, 27.06.2022, Wien und virtueller Raum

IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften I Kunstuniversität Linz in Wien (Web)

Time: 27.06.2022, 18:15 Uhr
Venue: Wien: IFK und virtueller Raum

Victor Hugo musste wegen der Gegnerschaft zu Napoleon III. Frankreich verlassen. Im Exil wurde er zum prominentesten Sprecher der europäischen Friedensbewegung. Bertha von Suttners Roman »Die Waffen nieder!« sowie ihre »Memoiren« zeigen, wie stark sie Hugo als Vorbild verstand, als sie nach dessen Tod den Friedensdiskurs prägte.
Bereits vor seinem Exil machte sich Victor Hugo in Paris einen Namen als Vertreter einer europäischen Unifikations- und internationalen Friedensbewegung. In diese Rolle wuchs er noch stärker hinein, als er wegen der Gegnerschaft zu Napoleon III. sein Heimatland verlassen musste. Hugo gehörte zu den bewunderten Autoren und Friedensaktivisten Bertha von Suttners. 1889 erschien ihr internationaler Bestseller Die Waffen nieder!, der ihr half, in die Fußstapfen Hugos zu treten. Zum einen zeigt das Buch, wie Hugos Roman Les Miserables mit seinem christlichen Ethos die Zielsetzungen des pazifistischen Romans der Autorin bestimmte. Und zum anderen – das dokumentieren auch ihre zwanzig Jahre später erschienenen Memoiren – sah sich von Suttner als zentrale Figur der internationalen Friedensbewegung in der Nachfolge Victor Hugos. Am Schluss des Vortrags wird aus Briefen an Bertha von Suttner zitiert, die einen Eindruck von ihrem Einfluss vermitteln: von Henry Dunant, Leo Tolstoi, Mark Twain, Andrew Carnegie und Marie von Ebner-Eschenbach.

Paul Michael Lützeler ist Rosa May Distinguished University Professor in the Humanities und Direktor des Max Kade Center for Contemporary German Literature. Im Mai und Juni 2022 ist er IFK_Gast des Direktors (Web).

Für die Teilnahme via Zoom ist eine Anmeldung zum Meeting mit Namen und E-Mailadresse notwendig. Weitere Informationen (Web). Den Zoom-Link erhalten Sie unmittelbar im Anschluss per E-Mail zugeschickt.

Ausstellung: verfolgt | verlobt | verheiratet. Rettende Ehen jüdischer Frauen ins Exil, bis 30.10.2022, Hittisau

Frauenmuseum Hittisau (Web); Kuratorinnen: Sabine Apostolo und Irene Messinger

Basierend auf einer Ausstellung des Jüdischen Museum Wien

Laufzeit: bis 30.10.2022
Ort: Frauenmuseum Hittisau

Im März 1938 begann für österreichische Jüdinnen und Juden ein Wettlauf gegen die Zeit. Einige Wiener Jüdinnen retteten sich durch eine Scheinehe mit einem ausländischen Staatsbürger.

Die Ausstellung im Frauenmuseum Hittisau spürt den Lebenswegen und unterschiedlichen Schicksalen von 12 österreichischen Jüdinnen nach. Diese Ehen werden pro forma geschlossen, aus Solidarität oder gegen Bezahlung, um in ein Land zu gelangen, in dem Jüd*innen (noch) nicht verfolgt werden. Frauen, die bereits im Exil sind, gehen eine Scheinehe ein, um der Staatenlosigkeit zu entgehen oder sich eine Arbeitserlaubnis zu verschaffen. 12 Frauenschicksale, darunter Stella Kadmon, Hilda Monte und Alma Rosé, berichten von den unterschiedlichen Lebensgeschichten und den Chancen und Risiken einer Scheinehe als Überlebensstrategie – mit unterschiedlichem Ausgang. Nur wenige Frauen erzählten später über ihre Scheinehe.

Im Wien des Jahres 1938 ging es für die österreichischen Jüd*innen um Leben und Tod. Eine Zweckehe konnte in der Not retten, war aber mit vielen Risiken verbunden. Die Frauen, die diesen Weg wählten, waren durchwegs couragiert und unerschrocken. Meist aus gebildeten, assimilierten und bürgerlichen Familien stammend, suchten sie ausdrücklich nach Männern mit einer ausländischen Staatsbürgerschaft. Einige Frauen sind einer breiten Öffentlichkeit bis heute bekannt. Die Geschichten vieler anderer wurden erst durch die wissenschaftliche Aufarbeitung oder dank Aufzeichnungen aus der Familie sichtbar.

Basierend auf einer Ausstellung des Jüdischen Museum Wien, erarbeitet unter der Gesamtleitung von Danielle Spera von den Kurator*innen Sabine Apostolo und Irene Messinger, Ausstellungsgestaltung und Grafik von GABU Heindl und Toldedo i Dertschei (Wien).

Zur Ausstellung ist ein zweisprachiger Katalog mit zahlreichen Abbildungen erschienen (EUR 27,– zuzüglich Versand).

Vortragsreihe: Geschlecht – Macht – Geschichte. Perspektiven aus dem östlichen Europa, 06-07.2022, Leipzig und virtueller Raum

Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) (Web)

Zeit: mittwochs, 17.00 Uhr
Ort: Leipzig und virtueller Raum

Die Reihe gibt Einblicke in Themen, Errungenschaften und Potenziale der Geschlechterforschung im östlichen Europa. Alle Vorträge finden als hybride Veranstaltung statt.

Weitere Vorträge (PDF)

  • 15.06.2022, 19.00 Uhr: Podiumsdiskussion: Eine rasante Geschlechtergeschichte. Vom Staatsfeminismus zum Antigenderismus – mit Anna Artwinska (Univ. Leipzig), Peter Hallama (Univ. Bern), Teresa Kulawik (Södertörn Univ., Stockholm) und Martina Rellin (freie Journalistin und Autorin) – Moderation: Beáta Hock (GWZO Leipzig)
  • 29.06.2022: Susan Zimmermann (Central European Univ., Vienna): Aktivismus im Staat? Gewerkschaftsfunktionärinnen und die Politik der Frauenarbeit im staatssozialistischen Ungarn
  • 13.07.2022: Gasan Gusejnov (Briva Univ., Lettland): Feminitiva in Massenmedien und im Fachdiskurs des heutigen Russlands

Bisherige Vorträge

  • 13.04.2022: Dietlind Hüchtker (Univ. Wien): Geschlechtergeschichte/Gender Studies: Wissenschaft, Politik und die Notwendigkeit des Vergessens
  • 27.04.2022: Rasa Navickaite (Univ. of Vienna): In Search of Old Europe: Radical Feminism, Lithuanian Nationalism, and Marija Gimbutas‘ Archaeological Work
  • 04.05.2022: Susanne Jaeger (GWZO Leipzig): Frauen als Akteurinnen im Dreißigjährigen Krieg. Die Bildnispolitik der ‚Winterkönigin‘ Elisabeth Stuart
  • 18.05.2022: Maren Röger (GWZO Leipzig): Macht und Geschlecht: Eine überfällige Geschichte der deutschen Besatzung Polens 1939–1945
  • 01.06.2022: Roberto Kulpa (Edinburgh Napier Univ.): Thinking about the geo-politics of knowledge production: Non-anglophone epistemologies in/of Queer Studies

Konzeption und Organisation: Beáta Hock, GWZO-Abteilung »Verflechtung und Globalisierung«, Karin Reichenbach, GWZO-Abteilung »Kultur und Imagination« in Zusammenarbeit mit Ewa Tomicka-Krumrey GWZO-Abteilung »Wissenstransfer und Vernetzung«

Kontakt: Ewa Tomicka-Krumrey, oeffentlichkeit@leibniz-gwzo.de

Link zur Online-Anmeldung (Web)

Quelle: HSozuKult

Veranstaltungsreihe: Queer-historische Auseinandersetzungen mit dem Nationalsozialismus, 15.06.2022, Wien

Geh Denken! Veranstaltungsreihe des Vereins GEDENKDIENST im Sommersemester 2022 (Web)

Im Resselpark am Wiener Karlsplatz wird das erste Wiener Denkmal für aus heutiger Perspektive queere Menschen entstehen, die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung waren. Damit wird eine historisch-politische Leerstelle in Wien geschlossen. Lange dauerte es, bis sich eine Öffentlichkeit fand, die zum Gedenken an queere Menschen bereit ist.
Diese Leerstelle kennzeichnet den Diskurs über den NS weit über den Resselpark hinaus: In Gedenkstätten, Museen, Schulbüchern, Archiven und in der Wissenschaft wird die Geschichte queerer Menschen selten explizit berücksichtigt. Im Zuge des Projektes Überque(e)rung eines Kontinents steuert die Reihe Geh Denken! bewusst gegen den heteronormativen Charakter vieler Narrative zum Nationalsozialismus und legt einen Schwerpunkt auf Queer History.

Programm (als PDF)

Martin Lücke: Gender und inklusive Geschichtsdidaktik

  • Mi., 15.06.2022, 19:00 Uhr; Ort: Republikanischer Club, Fischerstiege 1-7, R1, 1010 Wien
  • Martin Lücke ist Universitätsprofessor für Didaktik der Geschichte an der Freien Universität Berlin und wissenschaftlicher Leiter des dortigen Margherita-von-Brentano-Zentrums für Geschlechterforschung (Web).

Bisherige Veranstaltungen

Anton Schulte: Sexuelle und geschlechtliche Differenzen im Spiegel der Akten der Universitäts-Nervenklinik Halle (Saale), ca. 1919–1945

  • Di., 15.03.2022, 19:00 Uhr; Ort: DEPOT, Breite Gasse 3, 1070 Wien
  • Anton Schulte ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte an der Martin-Luther-Universität Halle (Saale).

Kim Dresel und Katharina Menschick: Vom Suchen und Finden – Queer History in den Arolsen Archives Continue reading

Klicktipp: Susanne Blumesberger, Li Gerhalter & Lydia Jammernegg (Hg.): Archiv-, Bibliotheks- und Dokumentationspolitiken. Frauen*- und genderspezifische Zugänge (Online-Publikation)

Mitteilungen der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VÖB) (Web)

Die neueste Ausgabe der „VÖB-Mitteilungen“ (75/2022/1) hat frauen*- und genderspezifische Zugänge zu Archiv-, Bibliotheks- und Dokumentationspolitiken zum Thema.

Das Heft wurde Susanne Blumesberger, Li Gerhalter und Lydia Jammernegg herausgegeben und ist gedruckt sowie auch Open Access online verfügbar (Web).

„Von Archivkartons, Schlagworten und Digitalisaten. Feministische Dokumentationspolitiken“

Der Band richtet einen frauen*- und genderspezifischen Blick auf die Arbeit in Archiven, Bibliotheken und Dokumentations-Einrichtungen: Welche Strategien zur Sichtbarmachung von bisher marginalisierten Personengruppen oder von verschiedenen Genres – wie etwa Selbstzeugnisse, Fan-Zines oder Comics – werden hier derzeit verfolgt und welche Diskussionen werden dazu geführt?

Die Geschlechterforschung hinterfragt seit inzwischen drei Jahrzehnten die androzentrische Basis von Dokumentationspolitiken. Welche Ergebnisse dabei erzielt werden konnten, zeigen die Beiträge von den Expert:innen Karin Aleksander, Lisa Appiano, Dani Baumgartner, Susanne Blumesberger, Li Gerhalter, Andrea Gruber, Margit Hauser, Susanne Hochreiter, Marina Rauchenbacher und Katharina Serles, Lydia Jammernegg, Dagmar Jank, Ilse Korotin, Evelyne Luef und Katharina Prager, Stefanie Pöschl und Marius Zierold sowie Elke Zobl.

„‚Gemeinsam an einem Strang ziehen‘. 30 Jahre frida“

Entstanden ist diese Publikation im Kontext des 30jährigen Bestandsjubiläums von frida, dem „Verein zur Förderung und Vernetzung frauenspezifischer Informations- und Dokumentationseinrichtungen in Österreich”, der damit gefeiert – und in diesem Themeheft auch aus verschiedenen Blickwinkeln vorgestellt wird.

Conference: Why (Queer) History Matters: The Politics of History, 29.-30.08.2022, Bergen, Norway

University of Bergen, Tone Hellesund (Web)

Time: 29.-30.08.2022
Venue: University of Bergen, Norway

Neglect and erasure of queer history has been the norm in all national histories until quite recently. In this conference we address how this highly problematic practice of history can also enable the eradication of LGBT+ rights in contemporary societies. For, in some places LGBT communities are seen as a national threat while in others, homo-tolerance is instrumentalized to build national self-identity. In both cases, interest in and knowledge of queer history is usually absent.

This conference therefore asks: How are national histories cleansed of unwanted elements? What role does ignorance and censorship play? Can the lack of knowledge of queer history be fundamental to contemporary oppression of queers? If so, what can be done to preserve and disseminate queer histories?

The conference offers reflections and examples on how and why queer history matters in different contexts. Norway officially opened its national queer archive in Bergen in 2015, and queer history is slowly starting to appear as a legitimate academic field in line with other academic fields of research also in Norway.

Programme

29.08.2022

  • 10.00: Guided tour in the queer history exhibition at the University Museum
  • 11.10: Tone Hellesund (Cultural Studies, Univ. of Bergen): Norway & the queer history context – the Norwegian Queer archive
  • 12:45: Dan Healey (Russian History, Univ. of Oxford): The roots of Russian homophobia, and why historical research matters
  • 13:30: Evren Savci (Women’s, Gender, and Sexuality Studies, Yale Univ.): Queer history and neoliberal Islam. Read more … (Web)

Workshop: Biographien als Sonden der Transformation? ‚Agency‘ der NS-Täter:innen nach 1945 in der Bundesrepublik, der DDR und Österreich, 02.-03.06.2022, Wien

Oliver Gaida und Stefan Jehne (HU zu Berlin), Kathrin Janzen (Univ. Wien) und Yves Müller (Univ. Hamburg)

Zeit: 02.-03.06.2022
Ort: Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
Anmeldung bis: 18.05.2022

Das Jahr 1945 ist mit einer Reihe von gesellschaftlichen Transformationsprozessen verbunden, welche die Nachkriegszeit in der Bundesrepublik, der DDR und Österreich prägten. Auch die nationalsozialistischen Täter:innen standen in Beziehung zu diesen Prozessen. Das weitere Wirken der Täter:innen nach dem Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ hingegen findet lediglich als Nachgeschichte des NS, in der „Vergangenheitspolitik“ Erwähnung und wird eher selten als Vorgeschichte der postnationalsozialistischen Gesellschaften interpretiert.

Im Workshop soll das Konzept der ‚agency‘ im Hinblick auf die Biografien der NS-Täter:innen vorgestellt und diskutiert werden. Wie wurde individuell mit der eigenen Tatbeteiligung umgegangen? Wie reagieren Akteur:innen auf Systemzusammenbrüche und -wechsel? Wie findet die Einbindung von Akteur:innen in das neue System statt? Wie ist die Bedeutung der gesellschaftlichen Struktur für die Handlungsentscheidungen der Akteur:innen einzuschätzen? Wer behielt seine legale Existenz bei und wer ging in die Illegalität? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der Workshop mit dem Ziel die gewonnen Erkenntnisse aus den Einzelbiografien der Täter:innen zu synthetisiert, zu diskutieren und zur Konjunktur von Forschung zu den Transformationsprozessen um 1945 beizutragen.

Programm

Donnerstag, 02.06.2022

  • 13.00 Uhr: Begrüßung: Betrand Perz (Wien) und Projektteam

13.30 Uhr:  PANEL I

  • Robert Obermair (Salzburg): „Für gute Absichten und Handlungen zum Kriegsverbrecher und Hochverräter erklärt“? Überlegungen zur Handlungsmacht nationalsozialistischer Täter:innen am Beispiel Oswald Menghins
  • Stefan Seefelder (Berlin): Koloniale Kontinuitäten. Die NS- und Nachkriegskarriere des letzten Gouverneurs von Togo, Adolf Friedrich zu Mecklenburg (1873-1969)
  • Kathrin Janzen (Wien): Dietrich Allers vor und nach 1945. Persönliche Netzwerke und die NSG-Verfahren
  • Weiterlesen und Quelle … (Web)

Vortragsreihe: Geschlecht – Macht – Geschichte. Perspektiven aus dem östlichen Europa, 05-07.2022, Leipzig und virtueller Raum

Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) (Web)

Zeit: mittwochs, 17.00 Uhr
Ort: Leipzig und virtueller Raum

Die Reihe gibt Einblicke in Themen, Errungenschaften und Potenziale der Geschlechterforschung im östlichen Europa. Alle Vorträge finden als hybride Veranstaltung statt.

Weitere Vorträge (PDF)

  • 18.05.2022: Maren Röger (GWZO Leipzig): Macht und Geschlecht: Eine überfällige Geschichte der deutschen Besatzung Polens 1939–1945
  • 01.06.2022: Roberto Kulpa (Edinburgh Napier Univ.): Thinking about the geo-politics of knowledge production: Non-anglophone epistemologies in/of Queer Studies
  • 15.06.2022, 19.00 Uhr: Podiumsdiskussion: Eine rasante Geschlechtergeschichte. Vom Staatsfeminismus zum Antigenderismus – mit Anna Artwinska (Univ. Leipzig), Peter Hallama (Univ. Bern), Teresa Kulawik (Södertörn Univ., Stockholm) und Martina Rellin (freie Journalistin und Autorin) – Moderation: Beáta Hock (GWZO Leipzig)
  • 29.06.2022: Susan Zimmermann (Central European Univ., Vienna): Aktivismus im Staat? Gewerkschaftsfunktionärinnen und die Politik der Frauenarbeit im staatssozialistischen Ungarn
  • 13.07.2022: Gasan Gusejnov (Briva Univ., Lettland): Feminitiva in Massenmedien und im Fachdiskurs des heutigen Russlands

Bisherige Vorträge

  • 13.04.2022: Dietlind Hüchtker (Univ. Wien): Geschlechtergeschichte/Gender Studies: Wissenschaft, Politik und die Notwendigkeit des Vergessens
  • 27.04.2022: Rasa Navickaite (Univ. of Vienna): In Search of Old Europe: Radical Feminism, Lithuanian Nationalism, and Marija Gimbutas‘ Archaeological Work
  • 04.05.2022: Susanne Jaeger (GWZO Leipzig): Frauen als Akteurinnen im Dreißigjährigen Krieg. Die Bildnispolitik der ‚Winterkönigin‘ Elisabeth Stuart

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CfP: Frauenbewegungen und Feminismen im kulturellen Gedächtnis (ZS GENDER); bis: 26.06.2022

GENDER. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft (Web)

Einreichfrist: 26.06.2022

„Die Geschichte aller Zeiten, und die heutige ganz besonders, lehrt: daß diejenigen auch vergessen wurden, welche an sich selbst zu denken vergaßen!“ Mit diesem Satz begann Louise Otto (1819–1895) die allererste Ausgabe ihrer „Frauen-Zeitung“ vom 21. April 1849. Sie forderte in einer damals drängenden Debatte über Frauenarbeit ihre Zeitgenossinnen auf, aktiv ihr Recht auf bezahlte Erwerbsarbeit einzufordern. Zugleich beinhaltet der Satz eine geschichtspolitische Dimension: die eigene politische Arbeit zu erinnern und im kulturellen Gedächtnis lebendig zu halten. Heute ist das politische „Wir“ fragmentiert und fluide. Die Anrufung von Frauen löst reflexartig Essentialismus-Vorwürfe aus.

Wie lässt sich dann an jene erinnern, die sich überall auf der Welt als Individuen und in Bewegungenpolitisch als Frauen auf den Weg machen, Sexismus, sexistische Ausbeutung und Unterdrückung zu beenden – im Bereich der Politik, der Bildung, der Ökonomie, des Rechts, der Kultur, der Familie? Kritische Geschichtsforschung verweist auf die Klassenspezifik vieler Narrative zu Frauenbewegungen und auf die ihnen innewohnenden Kolonialismen. Zugleich finden sich eine Vielzahl von Bewegungsgeschichten auf dem Buchmarkt und auch im Netz zirkulieren Herstories: Soziale Medien schaffen Möglichkeiten globaler Vergemeinschaftung über Frauengeschichten und der transnationalen Erinnerung an Pionierinnen in Politik, Gesellschaft, Wissenschaft, Kultur.

Das Themenheft lädt ein, sich mit Frauenbewegungen und Feminismen im kulturellen Gedächtnis zu befassen. Erwünscht sind ausdrücklich Beiträge, die dies in kulturell vielfältigen Kontexten des globalen Südens, Ostens und Nordens diskutieren. Eingeladen sind Beiträge aus der (historischen) Frauen- und Geschlechterforschung sowie der gendersensiblen Bildungs-, Bewegungs- und Gesellschaftsforschung, die sich mit kulturellem Gedächtnis, Frauenbewegungen, Feminismen und Erinnerungskultur befassen. Weiterlesen … (PDF)