Projekte „Ehen vor Gericht“ (Web)
Die Projekte wurden von Oktober 2011 bis September 2020 unter der Leitung von Andrea Griesebner am Institut für Geschichte an der Universität Wien durchgeführt und vom FWF und der Österreichischen Nationalbank gefördert. Im Rahmen der Projekte entstand das Webportal „Ehen vor Gericht“, welches laufend erweitert nun als Version 3.0. auf Deutsch und Englisch frei zugänglich ist. Integriert ist zudem eine Datenbank, in der die Eckdaten zu den Eheverfahren der 2.193 erhobenen Ehepaaren abgerufen werden können. Weiterlesen … (Web)
Im Juni 2021 ist im Forschungsnewsletter der Universität Wien folgender Bericht von Lisa Kiesenhofer über das Projekt erschienen:
Getrennte Betten, verwobene Güter: Ehen vor Gericht
„Frauen verlangen in Österreich öfter die Scheidung als Männer – daran hat sich in den vergangenen Jahrhunderten nichts geändert. Andrea Griesebner und ihr Team vom Institut für Geschichte der Uni Wien erforschen Eheprozesse vor kirchlichen und weltlichen Gerichten von Mitte des 16. bis Mitte des 19. Jhds. und schaffen damit eine umfangreichte Datenbank.
Gerichtsverfahren, Scheidungen, Güterteilung: Diese drei Themen waren auch für katholische Ehepaare der Habsburger Monarchie in den vergangenen Jahrhunderten wohl relevanter, als viele vermuten würden. Die Forschungen von Andrea Griesebner und ihrem Team zeigen, dass katholisch getraute Ehepaare eine „schlechte“ Ehe nicht immer als Schicksal akzeptierten, sondern vor allem Ehefrauen sich an die Kirchengerichte (bis 1793) bzw. an die weltlichen Gerichte (ab 1793) wandten, um eine Scheidung von Tisch und Bett zu erreichen. Die Wissenschafter*innen erforschen, wie getrennte Ehepaare die Scheidungsfolgen regelten – von der Trennung der ehelichen Güter bis zur Obsorge der Kinder.
Online-Webportal legt wichtigen Forschungs-Grundstein
Begonnen hat alles mit einem Brief aus dem 18. Jhd., den Andrea Griesebner zufällig während einer Archivrecherche gefunden hat: Darin schrieb eine Frau an ihren Ehemann, dass sie einverstanden sei, wenn er sich von ihr scheiden lassen wolle. ‚Das hat mich irritiert, weil mir nicht klar war, dass sich im katholischen Niederösterreich des 18. Jhds. Menschen scheiden lassen konnten‘, sagt Griesebner.Weiterlesen und Quelle … (Web)
