CfP: Deviants, Sinners, and Rebels. Sexuality Studies in Times of Trouble (09/2025, Palermo); by: 15.04.2025

Sexuality Research Network of European Sociological Association: ESA RN 23 Sexuality Mid-Term Conference (Web)

Time: 11.-12.09.2025
Venue: Palermo
Proposals by: 15.04.2025

The title of this Mid-Term Conference is inspired by the sociology of deviance and its surprisingly tight relationship with sexuality studies. As we know, sociological approaches to sexuality studies have found it difficult to establish themselves as a specific and autonomous field within the discipline of sociology. Attempts at doing so, paradoxically, fed into the tendency to study sexualities as ‘taboo’ and to focus on phenomena that deviate from (assumedly) ‘normal’ sexual practices. In the early days of sociological analysis, there was a strong focus on the ‘normal’ occurrence of things and the verification of social typicality. It does not seem a coincidence, then, that sociology approached sexuality by including it within the studies on deviant phenomena and conduct, with the main objective of normalising its structures, manifestations, and practices. In the sociology of deviance, the study of sexuality often meant the study of those labelled as deviants – or sinners, in the language of various conservative-religious groups objecting to sexual rights and liberties of those breaking the patriarchal and heteronormative constraints of societies.
Over the last decades of sexuality studies, our field has found many ways to break free of these labels and to imbue the studies of sexuality with rebelliousness that has questioned and challenged these norms and constraints – both of the sociological discipline and societies in general. Sociological sexuality studies became interested in ‘dissident sexualities’ and embraced the figure of sexual rebels, asking questions on how it is possible to ‘resist’ oppressive ideologies and practice, and gendered, sexual, and intimate normativities. Still, new times of trouble now loom large on our horizon, with conservative and authoritarian movements and governments challenging and interfering into progressive work that takes account of gender and sexual diversity.

In our previous Mid-Term Conference (Zagreb, September 2023) we highlighted how gender and sexuality studies were subject to funding cuts and obstructive state and political interventions, which even led to the closure of entire university degree courses and departments in both Western and Eastern Europe. Moreover, in our society, we face Continue reading

CfP: Kinder, Kindheit und Kind-Sein in der Frühen Neuzeit (10/2025, Stuttgart-Hohenheim); bis: 15.04.2025 [REMINDERIN]

30. Fachtagung des Arbeitskreises Geschlechtergeschichte der Frühen Neuzeit (Web)

Zeit: 23.-25.10.2025
Ort: Stuttgart – Tagungszentrum Hohenheim
Einreichfrist: 15.04.2025

In den letzten Jahren ist die Bedeutung von Kindern in den frühneuzeitlichen Gesellschaften zunehmend in den Fokus historischer Untersuchungen gerückt. Obwohl Kinder ein wesentlicher Bestandteil jeder Gesellschaft und damit auch ihrer jeweiligen Geschlechterordnungen waren und sind, wurden sie von den Geschichtswissenschaften lange vernachlässigt – teils aufgrund historiographischer Tendenzen, teils wegen Herausforderungen in der Quellenüberlieferung. Kinder hinterlassen nicht die gleichen Spuren in historischen Quellen wie Erwachsene, und ihre Geschichten müssen in der Regel aus Texten, Bildern und anderen Quellen rekonstruiert werden, in denen sie – oft auch nur en passant – erwähnt werden. Je jünger ein Kind ist, desto sichtbarer wird es tendenziell nur durch die Handlungen anderer. Nichtsdestoweniger erkennen Historiker*innen zunehmend die immanente Relevanz dieser demografischen Gruppe – sei es für die Erforschung grundlegender frühneuzeitlicher Themen wie Geschlecht, Religion bzw. Konfession, Stand, Arbeit und Arbeitsteilung oder auch Bildung, generationelle Ressourcenverteilung und politische Macht. Kindheitsforschung ist zu einem integralen Bestandteil der historischen Forschung geworden.
Während die Forschung zu Kindern schon für sich bedeutsam ist, bietet der Zugang über Kinder, als Akteur*innen konzipiert, auch eine distinkte Perspektive auf andere Themenfelder. Die Aspekte der Abhängigkeit, die zur relativen Vernachlässigung von Kindern in den historischen Wissenschaften geführt haben, können breitere soziale und kulturelle Logiken deutlicher hervortreten lassen: Auch Kinder sind in Netzwerke eingebettet; ihre Abhängigkeiten von Erwachsenen und ihre eingeschränkten Möglichkeiten, eigenständige Entscheidungen zu treffen, erforderten eine stärkere und andere Einbindung in Netzwerke und Akteurskonstellationen. Bei entsprechender Aufmerksamkeit werden Kinder dennoch auch in der Frühen Neuzeit immer wieder als eigenständige Akteur:innen greifbar – und sind als solche also auch sichtbar zu machen. Historische Kinderforschung bedeutet daher, die Perspektiven von Kindern ebenfalls ernst zu nehmen und Bedürfnisse, Motive und Aktionen von Nicht-Erwachsenen, soweit die Quellenlage es zulässt, aufzuzeigen. Continue reading

CfP: Szenengänge – Was die Jugend (und darüber hinaus) bewegt. Transdisziplinäre Perspektiven auf Szenen als Vergemeinschaftungsformen (Publikation); bis: 01.06.2025

Jana Günther (Evangelische Hochschule Darmstadt) und Jennifer Kreß (Hochschule Darmstadt)

Einreichfrist: 01.06.2025

Szenen und Subkulturen sind insbesondere in der Phase der Jugend und darüber hinaus prägende und globale Phänomene, die mal mehr und mal weniger Aufmerksamkeit in der Forschung und in populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen erfahren. Die theoretische und empirische Auseinandersetzung mit Szenen oder Subkulturen wird zumeist in der Jugendforschung verortet (u.a. Hafeneger 2022), aber darüber hinaus finden sich auch Einzelstudien, die sich mit historischen, sozialanthropologischen oder kulturwissenschaftlichen Perspektiven der Thematik annähern.
Als „vororganisierte Erfahrungsräume“ (Hitzler; Niederbacher 2010) hatten und haben Szenen auf Jugendliche und deren Biografien einen nicht zu unterschätzenden Einfluss. Das Jugendalter ist als Übergangsphase, die mit vielen Veränderungen und Unsicherheiten einhergeht, geradezu prädestiniert für bestimmte – und von familiären und anderen institutionalisierten gesellschaftlichen Beziehungen losgelöste – Vergemeinschaftungsformen. Diese bieten neue Erfahrungen, andere Sicherheiten, Spielräume, Solidaritäten, die auch eine Basis für eigene Identitätsarbeit darstellen können. Die Peers in Szenen und Subkulturen stellen in der jugendlichen Lebensphase (und darüber hinaus) demnach eigene Sozialisationsinstanzen dar, die mehr Einfluss haben können als Bildungsinstitutionen oder Familie. Den Ausdrucksformen jugendkultureller Szenen kommt in diesem Kontext eine wichtige Bedeutung zu: Musik, Styling, Rituale, Sprache – darüber identifizieren sich Jugendliche und grenzen sich von Erwachsenengenerationen und gesellschaftlicher Hegemonie ab. Dabei treten Szenen auch als widerständige Praxen auf, genauer gesagt werden diese innerhalb autoritärer Gesellschaften so gewertet und stereotypisiert bis hin zu kriminalisiert und verfolgt.
Aktuelle Studien legen zudem nahe, dass sich Szenen und Subkulturen als Formen der Vergemeinschaftung eben nicht nur auf ‚die‘ Jugend beschränken (Richter 2020). Vielmehr werden Individuen in ihren Szenen älter und – je nachdem – distanzieren oder identifizieren sich biografisch von bzw. mit ihnen. Der zeitlich-biografische Aspekt lässt sich auch mehr-generational rahmen, denn nicht nur Szenen und Subkulturen von Jugendlichen sind soziale Phänomene moderner, zunehmend von Kapitalismus und Konsum geprägten Gesellschaften. Weiterlesen und Quelle … (Web)

CfP: Arbeitskreis Geistliche Frauen im europäischen Mittelalter: Aktuelle Forschungsdiskurse und -projekte (10/2025, Altheim); bis: 01.06.2025

Arbeitskreis Geistliche Frauen im europäischen Mittelalter (AGFEM): Alison Beach, Letha Böhringer, Sigrid Hirbodian und Gisela Muschiol (Web)

Zeit: 15.-17.10.2025
Ort: Tagungshaus Kloster Heiligkreuztal
Einreichfrist: 01.06.2025

Wie bei den vergangenen Workshops des AGFEM sollen beim nächsten Arbeitstreffen neben organisatorischen Fragen bestehende und neue Promotionsvorhaben und Forschungsprojekte vorgestellt werden. Gleichzeitig dient das Treffen dem Austausch und der Vernetzung von Forscherinnen und Forschern zu geistlichen Frauen im europäischen Mittelalter. Daher ist vor allem der wissenschaftliche Nachwuchs herzlich eingeladen, in ca. 30-minütigen Vorträgen ein Projekt vorzustellen und es im Anschluss mit den AGFEM-Interessierten zu diskutieren.

Wer das Arbeitstreffen aktiv mitgestalten und ein Promotionsvorhaben oder sonstiges Forschungsprojekt vorstellen möchte, sollte bis spätestens 01.06.2025 einen CV und einen kurzen Abstract (maximal eine Seite) per E-Mail an sekretariat.ifgl@ifgl.uni-tuebingen.de senden. Gerne können Sie auch am Arbeitstreffen teilnehmen, ohne selbst vorzutragen. Melden Sie sich hierzu bitte ebenfalls bis spätestens 01.06.2025 an.

Die Reise- und Hotelkosten können nicht finanziert werden. Es entsteht eine Tagungspauschale von 205,00 Euro pro Person im Standard Einzelzimmer (inkl. Verpflegung). Sollten Sie noch Fragen haben, können Sie sich gerne an die Veranstalter:innen wenden. Sie freuen sich bereits jetzt auf ein Wiedersehen oder auch ein erstes Kennenlernen!

Quelle: HSozKult

Ringvorlesung: Female Ecologies: Körpertechnologien zwischen Wissen, Medien und Recht, 04-07.2025, Konstanz und virtueller Raum

Anne Kwaschik, Beate Ochsner und Liane Wörner, Univ. Konstanz (Web)

Zeit: 08.04.-15.07.2025, dienstags, 17:00-18:30 Uhr
Ort: Univ. Konstanz – und virtueller Raum

Programm (PDF)

Die gescheiterte Reform um den § 218 hat erneut Fragen zu reproduktiver Politik, Körper und Geschlecht in den Mittelpunkt gesellschaftlicher Auseinandersetzungen in der Bundesrepublik gerückt. Trotz intensiver Diskussionen blieb eine grundlegende gesetzliche Änderung aus, sodass bestehende Konflikte um Selbstbestimmung und staatliche Regulierung weiterhin ungelöst bleiben. Gleichzeitig prägen technologische Entwicklungen zunehmend den Alltag und die Wahrnehmung körperlicher Prozesse: Digitale Systeme wie generative KI (z. B. DALL·E, MidJourney) verändern die visuelle Modellierung von Körpern und eröffnen neue Perspektiven auf die audiovisuelle Inszenierung weiblicher Identitäten. Technische Geräte wie Wearables zur Gesundheitsüberwachung, Fruchtbarkeitstracker und KI-gestützte Diagnosewerkzeuge greifen in medizinische und reproduktive Prozesse ein, während sie zugleich neue Fragen zu Datenschutz und Kontrolle aufwerfen.
Diese Dynamiken sind eingebettet in geschlechterpolitische Regulierungs- und Machtgefüge – und sie sind keineswegs neu. Bereits historische Konstruktionen wie die Figur der „Hysterikerin“ oder die frühe Kommerzialisierung medizinischer Geräte zeigen, wie der weiblichen Körper zum Objekt technologischer Regulierung und ökonomischer Verwertung wurde. Die Entstehung der Frauengesundheitsbewegungen in den 1970er Jahren und die aktuelle zunehmende Kritik an obstetrischer Gewalt verdeutlichen den Widerstand gegen solche Mechanismen.
Diese Entwicklungen lassen sich zudem in größere ökologische Zusammenhänge einordnen: Die Regulierung weiblicher Reproduktion und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen folgen oft parallelen Logiken. Frauen und Natur werden auf ihre (Re-)Produktionsfähigkeit reduziert, für Arbeit und Wachstum instrumentalisiert und durch staatliche sowie ökonomische Steuerungsmechanismen reguliert. Besonders deutlich zeigt sich dies in konservativen Bewegungen, die Abtreibungsverbote mit rechtsextremen Demografiediskursen verknüpfen oder in einer Argumentationsweise, die Umweltzerstörung durch Extraktivismus legitimiert. Continue reading

CfP: Queer Ecology and the Temporal Imagination (02/2026, Tübingen); by: 30.04.2025

Center for Gender and Diversity Research (ZGD), Univ. of Tübingen; Gero Bauer and Davina Höll (Web)

Time: 26.-27.02.2026
Venue: Tübingen
Proposals by: 30.04.2025

Confirmed Keynote Speaker: Sylvan Goldberg (Colorado College)

In recent political discourse, there has been a striking correlation between questions relating to the environment, the climate crisis, and environmental justice on the one hand and gender and sexuality on the other. At the same time, the climate crisis (and its denial) has been increasingly framed in terms of a new sense of temporal urgency: it is ‘high time’ that we reduce carbon emissions; it is already ‘too late’ to keep the rise in global temperatures within the boundaries of the Paris Agreement; and while some cling nostalgically to a past of carbon prosperity, some fight over how to best project, prepare for, or imagine a (better) future, while others turn away from future horizons to attend to the urgencies of the present.
This conference asks how insights from the field of ‘queer ecologies’ can be made productive for an analysis of social, cultural, and scientific conceptualisations of pasts, presents, and futures, and how ‘queer temporality’ can inspire ecological debates. Since the 1970s, ecofeminist thinking and theory have foregrounded and conceptually complicated the relationship between environmental politics and gender equality and social justice. More recently, ‘queer ecology’ has consolidated as an interdisciplinary research field that “probe[s] the intersections of sex and nature with an eye to developing a sexual politics that more clearly includes considerations of the natural world and its biosocial constitution, and an environmental politics that demonstrates an understanding of the ways in which sexual relations organize and influence both the material world of nature and our perceptions, experiences, and constitutions of that world” (Mortimer-Sandilands/Erickson 2010: 5). Interrogating the relationship between gender, sexuality, and the environment has gained new urgency in the context of the current worldwide dominance of a political and social rhetoric that actively entangles anti-feminist, anti-queer, patriarchal, and misogynistic narratives with an opposition to environmental and climate research and concerns. However, scholarship in the context of ‘queer ecology’ has not yet systematically attended to the dimension of temporality. Continue reading

Buchpräsentation: Dagmar Herzog: Eugenische Phantasmen. Eine deutsche Geschichte, 09.04.2025, Wien

*at the Library: FB Zeitgeschichte, UB Wien sowie Forschungsschwerpunkt Frauen* und Geschlechtergeschichte (FGG) der Univ. Wien; Natascha Bobrowsky, Marc Drews und Paula Lange (Web)

Zeit: Mi., 09.04.2025, 18:30 Uhr
Ort: Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte, Spitalg. 2-4, 1090 Wien

Programm (PDF)

  • Begrüßung: Marc Drews (FB Zeitgeschichte)
  • Einleitende Worte: Dietlind Hüchtker (Forschungsschwerpunkt FGG)
  • Zum Buch: Dagmar Herzog (City Univ. New York) im Gespräch mit Vanessa Tautter (Haus der Geschichte Österreich)
  • Brot und Wein

Dieses Buch ist ein Experiment. Es unternimmt den Versuch, eine Geistesgeschichte der geistigen Beeinträchtigung zu schreiben, indem es die Debatten über den Wert behinderten Lebens nachzeichnet, wie sie in den letzten 150 Jahren geführt wurden. Abgrund dieser Epoche war ein schier unvorstellbares Massenmordprojekt, das eine komplexe Vorgeschichte hat und eine erstaunlich lange Nachgeschichte. Die Eugenik zu verlernen, hat sich in Deutschland als ein außerordentlich zäher Prozess erwiesen, der bis heute nicht abgeschlossen ist.
Dagmar Herzog schildert die immer wiederkehrenden Konflikte über die Deutung von Fakten und die daraus zu ziehenden praktischen Konsequenzen. In diesen sowohl politisch als auch emotional hoch aufgeladenen Auseinandersetzungen vermischten sich Konzepte aus Medizin und Pädagogik mit religiös-theologischen Vorstellungen, aber auch mit solchen über Arbeit und Sexualität, menschliche Verwundbarkeit und wechselseitige Abhängigkeit. Wie soll man über die Mitbürger*innen mit den unterschiedlichsten kognitiven Beeinträchtigungen und psychiatrischen Diagnosen denken und fühlen? Wie mit ihnen umgehen? Indem die Deutschen über diese Fragen stritten, rangen sie stets auch um ihr Selbstverständnis als Nation.

Dagmar Herzog ist Distinguished Professor of History am Graduate Center der City Univ. New York.

Quelle: fernetzt mailing list

Vortrag: Chiara-Marie Hauser: Von „bösen Werken“ und „grausamen Bosheiten“. Fallstudien zur sexuellen Gewalt gegen Kinder in der Frühen Neuzeit, 02.04.2025, Wien

Institut für Geschichte der Univ. Wien: Reihe Geschichte am Mittwoch (PDF)

Zeit: Mi., 02.04.2025, 18.30s.t.–20.00 Uhr
Ort: Institut für Geschichte, Hörsaal 30, Universitätsring 1, 1010 Wien

Ausgangspunkt des Vortrags ist die in Arbeit befindliche Dissertation, die sich der Frage annimmt, wie Personen, die an frühneuzeitlichen Prozessen der sexuellen Gewalt gegen Kinder teilgenommen haben, über diese Formen der Gewalt gesprochen haben. Um einer Hervorhebung der Aussagen nachgehen zu können, werden die Perspektiven der an den Prozessen beteiligten Personen – wie Opfer, Täter, Eltern sowie Zeug:innen – dargeboten. Die mikrohistorischen Fallstudien werden anhand des diskursanalytischen Ansatzes sowie unterstützt durch die historische Semantik untersucht. Der frühneuzeitliche Diskurs über sexuelle Gewalt gegen Kinder soll anhand von Wissensspeichern, wie Enzyklopädien und Lexika, juristischen und medizinischen Handbüchern, theologischen Schriften sowie über die vorliegenden Gerichtsakten erschlossen werden.
Insgesamt stehen zehn Gerichtsfälle im Zentrum der Analyse, die zwischen 1612 und 1736 verschriftlicht wurden. Ziel der Dissertation ist es, sich den vielen blinden Flecken anzunehmen, die diese Materie – vor allem in der deutschsprachigen Geschichtswissenschaft – aufweist.

Moderation: Dorothea Nolde

Chiara-Marie Hauser ist Universitätsassistentin am Institut für Geschichte der Univ. Wien und befasste sich seit ihrer Masterarbeit mit dem Thema der sexuellen Gewalt gegen Kinder in der Frühen Neuzeit. Derzeit schreibt sie an ihrer Dissertation zu diesem Thema.

CfP: Zeitgeschichte des Haushalts (07/2025, Bern); bis: 15.04.2025

Anna Baumann, Sibylle Marti und Matthias Ruoss, Univ. Bern (Web)

Zeit: 04.07.2025
Ort: Univ. Bern
Einreichfrist: 15.04.2025

Blickt man in die historische Forschungsliteratur zu europäischen Gesellschaften in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, so scheint der Haushalt kaum mehr Bedeutung zu haben. Entweder mutierte er zu einer statistischen Grösse oder er wird nur noch im Globalen Süden lokalisiert. Der Workshop nimmt diesen angeblichen Bedeutungsverlust in Europa zum Anlass, um über den Haushalt als Ort der Vergesellschaftung nach 1945 in der Schweiz nachzudenken. Denn „household matters“, wie Eileen Boris und Kirsten Swinth jüngst mit Blick auf feministische Analysen der sozialen Reproduktion, die historische Familienforschung, die Geschichte der Sexualität und die Geschichte der Frauenarbeit klarstellten.[1]
Der Workshop geht von einer breiten Definition des Haushalts aus und versteht ihn als sozialen Raum, der sowohl Arbeitsverhältnisse als auch Beziehungsgeflechte prägt. Ausgehend hiervon interessieren sich die Organisator:innen insbesondere für die Frage, ob die Zeitgeschichte des Haushalts etablierte historische Narrative des Wandels und der Kontinuität bestätigt oder widerlegt (Nachkriegszeit, 68, „nach dem Boom“, Deindustrialisierung, Globalisierung, Rationalisierung, Massenkonsum, Wissensgesellschaft, etc.). Im Mittelpunkt stehen unter anderem folgenden Fragen: Wie entwickelten sich die Arbeit und geschlechtsspezifische Arbeitsteilung im Haushalt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts? Wie wandelte sich die im Haushalt ausgeübte Lohnarbeit? Welchen Einfluss hatten Architektur und (neue) Technologien auf den Haushaltsalltag? Welche Rolle kam dem Haushalt als Konsumeinheit zu und welche Wohnformen etablierten sich? Wie veränderte sich die familiäre und generationelle Zusammensetzung und die im Haushalt geleistete Sorgearbeit? Welche Diskurse rund um den Haushalt und die Haushaltsführung entfalteten sich und auf welchen Wissensbeständen basierten diese? Welchen Einfluss hatten dabei feministische Politisierungsweisen? Und wie regulierten Politik und Gesetzgebung den Haushalt und die darin getätigte Arbeit?

Mit diesen Fragen adressiert der Workshop vor allem Historiker:innen, interdisziplinäre Beiträge mit historischen Bezügen sind willkommen. Continue reading

CfP: Contingency, Precarity, and Jeopardy: Labor in the Space Between (Publication); by: 01.04.2025

Journal „The Space Between: Literature & Culture 1914-1945“; Layne Craig and Alexandra Edwards (Web)

Proposals by: 01.04.2025

It has become a cliché in academic spaces to acknowledge the increasing precarity of work in our field. University and government austerity, state censorship of LGBTQ+ and DEI-related learning, and the increasing ubiquity of AI replacements for intellectual labor produce interlocking crises that motivate us to hand-wringing commentary, but also to active response. Working in an environment of economic and existential uncertainty about our jobs and our fields, academic laborers have exited their roles, made do within limitations, adapted creatively, rebelled, and found new modes of solidarity—and sometimes all of these within the span of an academic year.
This special issue calls for a response to our own precarity that draws out the lineages, theoretical structures, and persistent historical inequities that tie our experiences to those of laborers in „the space between.“ Not unlike our era, the years from 1918-1940 were marked by shifts in technology, changes in understandings of gender, racist rhetoric and violence, and the rise of fascist movements, all of which impacted workspaces in the home, the factory, the farm, and the office. The editors hope that this issue will illuminate the ways in which the uncertainties and dangers of labor under capitalism shift and persist, unite and divide workers, pressure identities differentially, and self-perpetuate over time.
The editors welcome papers across disciplines that expand our ideas of labor, question the value of labor, point to alternate economic systems, and commemorate laborers who resisted and who succumbed to labor’s precarities. Essays on artistic work and the artist as laborer in the modern period are appreciated, but they hope to publish these alongside essays that call attention to the domestic, industrial, academic, and agricultural labor that made art possible. While Marxist engagements with the conditions of labor are part of this conversation, the frameworks we envision may move far beyond Marx in their theoretical orientations.
Accordingly, the editors seek to make space in this issue for contingent and/or precarious academic laborers to theorize contingently. As la paperson writes in A Third University is Possible, „A recognition of impossibility means to theorize contingently—that is, my thinking is temporary; my right to think aloud is contingent on the apparatus of legitimated colonial knowledge production that ought to be abolished.“ Continue reading