DFG-Forschungsprojekt „Die bundesdeutsche Rechte und die ‚sexuelle Revolution‘“, Arbeitsbereich Zeitgeschichte an der Univ. Bielefeld, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin, VW-Forschungsprojekt „Die radikale Rechte in Deutschland, 1945-2000“, Moses Mendelssohn Zentrum und Zeithistorischer Arbeitskreis Extreme Rechte (Web)
Zeit: 24.-26.02.2027
Ort: Bielefeld
Einreichfrist: 15.10.2026
1986 erschien im American Historical Review Joan W. Scotts wegweisender Aufsatz Gender: A Useful Category of Historical Analysis. Seither hat es nicht an programmatischen Aufrufen gefehlt, Geschlecht, seine (Un-)Ordnungen sowie die Spezifika von Weiblichkeiten, Männlichkeiten sowie Sexualitäten und Identitäten auch jenseits des Binären als analytische Kategorien in der zeithistorischen Forschung in den Blick zu nehmen. Zahlreiche innovative Studien und Forschungsprojekte sind daraus hervorgegangen. Zugleich fällt auf, dass die Berücksichtigung von Geschlecht oft additiv verbleibt, den Status einer Zusatzkategorie behält, auf deren Relevanz zu insistieren allzu häufig Aufgabe engagierter Wissenschaftlerinnen bleibt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie die Untersuchung von Männlichkeits- und Weiblichkeitskonzeptionen in der Geschichtswissenschaft über eine bloß ergänzende Berücksichtigung hinausgehen kann. Dabei gilt es, Vorstellungen und Konstruktionen von Geschlecht als Strukturprinzip historischer Prozesse, Katalysator politischer Deutungs- und Machtkämpfe sowie als wesentlichen Treiber gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen zu analysieren.
Auch wenn diese Fragen die Geschichtswissenschaft insgesamt betreffen, drängt sich ein geschlechteranalytischer Zugriff insbesondere für die zeithistorische Untersuchung der politischen Rechten von konservativen bis hin zu radikalnationalistischen und völkischen Strömungen auf. Denn deren Diskurse sind in hohem Maße durch geschlechterpolitische Semantiken strukturiert. Narrative der radikalen Rechten wie „Gender-Gaga“ oder „Großer Austausch“ sowie pronatalistische Ideologien fungieren nicht nur als zentrale ideologische Bezugspunkte, sondern entfalten eine beeindruckende Anschlussfähigkeit bis in liberale politische Strömungen. Weiterlesen … (PDF)
Quelle: HSozKult (Web)

Netzwerk „Frauen in der Geschichte der Gartenkultur“; Hochschule Osnabrück, Studiengang Landschaftsarchitektur
frida. Verein zur Förderung und Vernetzung frauenspezifischer Informations- und Dokumentationseinrichtungen in Österreich
GENDER. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft