CfP: „Das Geschlecht der Diplomatie“ – Geschlechterrollen in den Außenbeziehungen vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart (Event: 12/2011, Bern), DL: 20.02.2011

Abteilung für Neuere Geschichte, Historisches Institut, Universität Bern

Zeit: 01.12.2011-03.12.2011
Ort: Historisches Institut, Universität Bern
Deadline: 20.02.2011

Was Frauen von Männern bei Verhandlungen unterscheide, wurde der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier im Januar 2009 gefragt, als er nach Condoleezza Rice mit Hillary Clinton erneut eine weibliche Kollegin im amerikanischen Außenministerium bekam. Die Frage des Journalisten provoziert eine Gegenfrage: Warum soll das Geschlecht bei der Amtsausübung einen signifikanten Unterschied machen?
Beispiele aus allen historischen Epochen zeigen, dass Frauen in Außenbeziehungen als Ausnahmen gesehen oder als solche inszeniert wurden. Diplomatische Tätigkeit war und ist mit Rollenvorstellungen verbunden, die stark durch die Konstruktionen von „männlich“ und „weiblich“ der jeweiligen Epoche und Kultur geprägt sind.

Die Konferenz möchte nach Geschlechterrollen in den Außenbeziehungen in der longue durée fragen und dazu die historische Forschung mit Ansätzen und Ergebnissen aus Nachbardisziplinen wie der Politikwissenschaft, der politischen Soziologie oder den Gender Studies zusammen bringen. Ziel ist es, ein historiographisch noch kaum bearbeitetes Forschungsfeld abzustecken und eine Geschlechtergeschichte der Diplomatie anzustoßen. Die skizzierten Überlegungen zeigen, dass ein solcher interdisziplinärer Ansatz gewinnbringend ist: Ganz konkret kann auf diese Weise zunächst ein Sachverhalt aus unterschiedlichen Blickwinkeln und methodischen Zugängen beleuchtet, und im Anschluss eine gemeinsame These aufgestellt werden. Darüber hinaus ist die Integration verschiedener Disziplinen ohnehin bereits eine logische Folge der immer stärkeren methodischen Vernetzung in den Geisteswissenschaften.

Ausführliche Informationen unter http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=15568

Die Idee für diese Konferenz ist aus dem weitgehend abgeschlossenen Forschungsprojekt „Weibliche Diplomatie? Frauen als außenpolitische Akteurinnen (18. Jahrhundert)“ hervorgegangen, das an der Universität Bern durch den Schweizerischen Nationalfonds finanziert wurde. Die Tagung wird in ihrer Fragestellung und ihren Zielen auf den Ergebnissen dieses Forschungsprojektes aufbauen und zugleich die Diskussion über die Epoche der Frühen Neuzeit und die geschichtswissenschaftliche Disziplin hinaus öffnen.

OrganisatorInnen:
Corina Bastian, M.A. (Bern), Dr. Eva Dade (Paris), PD Dr. Hillard von Thiessen (Köln), Prof. Dr. Christian Windler (Bern)

Tagungssprachen: Deutsch, Französisch und Englisch.

Bitte senden Sie eine Zusammenfassung Ihres Referatsvorschlages mit kurzen Angaben zu Person und wissenschaftlichem Werdegang (max. 2 Seiten) bis zum 20. Februar 2011 an corina.bastian@hist.unibe.ch.

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