CfP: Liebe, Sexualität und Intimität im Exil – historische und aktuelle Perspektiven Tagung|Love, sexuality and intimacy in exile – historical and current perspectives (11/2025, Wien); bis: 27.04.2025

Österreichische Gesellschaft für Exilforschung (öge); Österreichische Exilbibliothek im Literaturhaus Wien; QWien (Web)

Zeit: 24.-25.11.2025
Ort: Wien
Einreichfrist: 27.04.2025

„Es gibt, mein Liebster, nur einen Ort der Welt, an dem ich mich wie in meinem Land fühle, und der ist in deinen Armen. Dort kann ich ruhen. Dort kann ich frei atmen. Dort habe ich keine Angst, ich selbst zu sein. Mit dir, mein Liebster, ganz egal in welchem Land, wäre ich in meinem Land.“>Mit diesen Worten reflektierte die Wiener Schauspielerin Hedwig Schlichter, die nach überstandener Flucht aus Österreich und später aus Frankreich 1940 in Argentinien angekommen war, ihr „Schicksal der Emigrantin“. Über viele Jahre verfasste Schlichter Briefe an jenen Mann, den sie bei der Überfahrt von Bordeaux nach Buenos Aires kennen und lieben gelernt hatte – ohne diese Briefe jedoch jemals abzuschicken. Der Grund dafür ist nicht bekannt, die Identität des Adressaten genauso wenig, und doch erlaubt dieser kurze Abriss vielfältige Anknüpfungspunkte für die Erforschung von Liebe, Sexualität und Intimität im Exil. Er wirft die Frage auf, wie intime Beziehungen in den transnationalen Kontexten des Exils praktiziert werden konnten, wenn doch Nähe, folgt man der Kulturtheoretikerin Lauren Berlant, ein bestimmendes Element davon war; wie sich sexuelles Begehren in Zeiten der politischen Extreme entwickelte; wie geliebte Menschen neben all den Ungewissheiten der Emigration Sicherheit bieten, die Brücke zum Herkunftsland schlagen oder aber zu Verzweiflung und dem Gefühl von Verlust beitragen konnten. Weiterlesen … (PDF)

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Quelle: HSozKult