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Klicktipp: Hitler-Ludendorff-Putsch 1923: „Petras Aufzeichnungen“ von Paula Schlier (Buch, Podcast und Materialien)

Forschungsinstitut Brenner-Archiv der Univ. Innsbruck: Annette Steinsiek und Ursula A. Schneider sowie Bayerischer Rundfunk (Web)

Kennen Sie Paula Schlier? Sie war 1899 geboren worden, lebte in Bayern und hatte im Ersten Weltkrieg als Pflegerin gearbeitet. Anfang der 1920er-Jahre hatte sie bereits Zeitungsartikel gegen die NSDAPA publiziert, als sie sich in das NS-Kampfblatt „Völkischer Beobachter“ einschlich. Getarnt als Sekretärin schrieb die damals 24-Jährige auf, was sie erlebte. Dazu gehörte das Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz genau so wie der Putschversuch im November 1923 in München. Ihren tagebuchartigen Bericht über die Ereignisse veröffentlichte sie in ihrem literarischen Erstlingswerk „Petras Aufzeichnungen oder Konzept einer Jugend nach dem Diktat der Zeit“, das 1926 im Brenner-Verlag in Innsbruck erschien.
Das Buch wurde zeitgenössisch gefeiert, u.a. von Anita Augspurg und Lida Gustava Heymann, als „Ausdruck einer neuen Sachlichkeit“ und Statement gegen die sich nach rechts radikalisierende Welt, 2018 wurde es neu aufgelegt. Paula Schliers Nachlass wird im Forschungsinstitut Brenner-Archiv der Univ. Innsbruck aufbewahrt. Zum 100. Jahrestag des sog. „Hitler-Putsches“ (auch „Hitler-Ludendorff-Putsches“) am 8./9.11.2023 hat der Bayerische Rundfunk einen Film und einen Podcast zu  Paula Schlier produziert. Der Podcast ist weiterhin online frei verfügbar:

Podcastreihe: „Petras Aufzeichnungen“ von Paula Lochte (auf BR2)
#Trailer „Paula sucht Paula“ (Web)
#1 Hitler-Putsch (28 Minuten) (Web)
#2 Metoo vor 100 Jahren (33 Minuten) (Web)
#3 Die Gestapo (35 Minuten) (Web)

Buch: „Petras Aufzeichnungen“ von Paula Schlier
Das Buch von 1926 wurde 2018 im Otto Müller Verlag neu aufgelegt, 2023 ist es bei BoD 2023 (Edition Quellen und Kultur 1) auch als Taschenbuch erschienen: Paula Schlier: Petras Aufzeichnungen oder Konzept einer Jugend nach dem Diktat der Zeit (Web)
Herausgegeben, kommentiert und mit einem Nachwort versehen von Annette Steinsiek und Ursula A. Schneider Continue reading

Klicktipp: Es war ein kämpferisches Leben. Frauen gegen Faschismus, 21.07.-14.08.2025 (Sendungen/Podcast auf Radio Ö1)

Ö1-Schwerpunkt „Widerstand“, Reihe „Frauen gegen Faschismus“ in „Betrifft Geschichte“ (Web)

Zeit: bis 14.08.2025, 17:55 Uhr
Ort: Radiosender Ö1

Auf Ö1 ist bis 14. August 2025 von Montag bis Donnerstag täglich je ein kurzer Ausschnitt aus Interviews mit 16 Widerstandskämpferinnen zu hören. Sie übten Sabotage in der Fabrik, schufen illegale Kommunikationsnetze, kämpften als Partisaninnen oder schlossen sich der Résistance an.
Die Interviews wurden in den 1980er-Jahren von Karin Berger, Karin Holzinger, Lotte Podgornik sowie Lisbeth N Trallori geführt und in Auszügen in dem inzwischen legendären Film „Küchengespräche mit Rebellinnen“ (A 1984, Web) und dem ebenfalls berühmten Buch „Der Himmel ist blau. Kann sein. Frauen im Widerstand. Österreich 1938-1945“ veröffentlicht. Das Buch wurde 2023 im Promedia Verlag neu aufgelegt (Web).

Radioreihe „Frauen gegen Faschismus“
Interviewerinnen: Karin Berger, Elisabeth Holzinger, Lotte Podgornik und Lisbeth N Trallori | Redaktion: Ulrike Schmitzer | Gestaltung: Karin Berger | Nach der Ausstrahlung können die kurzen Beiträge (jeweils ca. 5 Minuten) online nachgehört werden (Web):

  • Hermine Jursa (21.07.2025) (Web)
  • Irma Schwager (22.07.2025) (Web)
  • Antonie Lehr (23.07.2025) (Web)
  • Friedl Burda (24.07.2025) (Web)
  • Helene Kuchar-Jelka (28.07.2025) (Web)
  • Johanna Saldoschek-Zala (29.07.2025) (Web)
  • Gusti Hölzl (30.07.2025) (Web)
  • Marianne Feldhammer, Maria Plieseis und Leni Egger (31.07.2025) (Web)
  • Rosl Grossmann-Breuer (04.08.2025) (Web)
  • Anni Haider (05.08.2025) (Web)
  • Martha Raffelsberger (06.08.2025) (Web)
  • Helene Potet (07.08.2025) (Web)
  • Hilda Stampfl und Franziska Haas (11.08.2025) (Web)
  • Agnes Primocic (12.08.2025) (Web)
  • Irma Trksak (13.08.2025) (Web)
  • Hanna Sturm (14.08.2025) (Web)

Weiteres Thema im Schwerpunkt „Widerstand“ in der Reihe „Betrifft: Geschichte“
„Bedrohte Natur – Ziviler Ungehorsam. Zur Geschichte des Umweltschutzes in Österreich“, 28.07.-02.08.2025 (Web)

Klicktipp: Bedrohte Natur – Ziviler Ungehorsam. Zur Geschichte des Umweltschutzes in Österreich (Sendungen/Podcast auf Radio Ö1)

Ö1-Schwerpunkt „Widerstand“, Reihe „Bedrohte Natur – Ziviler Ungehorsam“ in „Betrifft: Geschichte“ (Web)

Gestaltung: Rosemarie Burgstaller | Mit Verena Winiwarter von der ÖAW (Web) und Martin Schmid vom Institut für Soziale Ökologie der Univ. für Bodenkultur Wien (Web)

Beiträge (jeweils ca. 5 Minuten):

  • Energiegewinnung und Naturschutz: Der Wienerwald (28.07.2025) (Web)
  • Ölpreisschock und Zwentendorf (29.07.2025) (Web)
  • Umweltpolitische Maßnahmen (30.07.2025) (Web)
  • Industrialisierung der Donau: Die „Zäsur Hainburg“ (31.07.2025) (Web)
  • Wandel der Naturbedrohungen (01.08.2025) (Web)

Beschreibung
„‚Wir müssen uns von dieser wahnsinnigen Technologie abkoppeln‘ forderte Freda Meissner-Blau, Frontfrau der österreichischen Ökologiebewegung und Mitbegründerin der Grünen, auf der Anti-Atom-Demonstration am 15. Mai 1986 in der Wiener Innenstadt. Rund 12.000 Menschen hatten an dieser Protestkundgebung gegen die deutsche Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf und die tschechischen Atomkraftwerke an der österreichischen Grenze teilgenommen.
In dieser Zeit blickte die sich im Besonderen seit den 1970er-Jahren in unzähligen Gruppen, Vereinen und BürgerInneninitiativen formierende Naturschutz- und Ökologiebewegung in Österreich auf namhafte Erfolge zurück: Die Verhinderung der Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes Zwentendorf als Folge der Volksabstimmung im November 1978. Die Verhinderung des geplanten Wasserkraftwerkes in der Hainburger Au nach Protesten und Besetzung durch engagierte UmweltschützerInnen im Dezember 1984. Das öffentlichkeitswirksame Verhindern jener Kraftwerke durch Widerstand aus der Bevölkerung setzte über die umweltpolitische Bedeutung hinaus auch neue Maßstäbe für das Demokratieverständnis des Landes.“

Weiteres Thema im Schwerpunkt „Widerstand“
„Es war ein kämpferisches Leben. Frauen gegen Faschismus“, 21.07.-14.08.2025, 17.55 Uhr (Web)

Klicktipp: Listen to the Archive! Podcast des Digitalen Deutschen Frauenarchivs zu feministischer Geschichte

Listen to the Archive! Podcast des Digitalen Deutschen Frauenarchiv (DDF) (Web)

„Feminismus hat Geschichte! Und die ist politisch, bewegt und reich an Auseinandersetzungen. Sie erzählt von Solidaritäten und Brüchen, sie hat viele Gesichter, Perspektiven und nicht zuletzt Schultern, auf denen auch heute Feminismus gelebt, gedacht und ausgehandelt wird. Von Frauenstreiks bis Cyberfeminismus, von Pionier*innen in Sport oder Sprache: Der DDF-Podcast blickt auf Akteur*innen und Phänomene aus mehr als 200 Jahren feministischer Bewegungsgeschichte. Was trennt, was verbindet – damals und heute? Wir öffnen feministische Zeitkapseln und Schatzkisten, treffen Historiker*innen, Zeitzeug*innen und weitere Expert*innen – und nehmen euch mit auf eine Entdeckungstour durch die feministischen Archive. Listen to the Archive!“
Der DDF-Podcast wurde 2022 gestartet. Bisher sind diese Folgen erschienen (Web):

  • Feministische Archive vernetzen sich europaweit. The Power of Networking (33 Min.) (Web)
  • Unerschrocken für Gleichberechtigung. Auf den Spuren von Elisabeth Selbert (44 Min.) (Web)
  • Frauen und Widerstand gegen den Faschismus – Erinnerung macht Mut (34 Min.) (Web)
  • Umwege zur Selbstbestimmung – zwischen § 218, Frauenwahlrecht und europäischer Solidarität (46 Min.) (Web)
  • „Die haben wir alle gelesen“: Autorinnen der DDR neu- und wiederentdecken: 90 Jahre Reimann, Wander, Morgner (42 Min.) (Web)
  • Feministisches Erinnern bleibt politisch: Vernetzung & Rolle feministischer Archive (39 Min.) (Web)
  • 175 Jahre Märzrevolution: Frauenemanzipation und Louise Otto-Peters (41 Min.) (Web)
  • Mit Hass an die Macht: Die NS-Machtübernahme 1933 (42 Min.) (Web)
  • Migration, Flucht & Stadtpolitik: Von Teheran nach Köln (44 Min.) (Web)
  • 11 Freund*innen: Fußball und Feminismus (57 Min.) (Web)
  • Bilder Sozialer Arbeit: 150 Jahre Alice Salomon (52 Min.) (Web)

i.d.a.-Dachverband: Digitales Deutsches Frauenarchiv (DDF) (Web)
Das DDF ist das Fachportal zur Geschichte der Frauen- und Lesbenbewegungen in Deutschland. Seit 2018 macht es laufend weitere thematische Dossiers und Digitalisate von ausgewählten Quellen der Geschichte der Frauen*bewegungen im Internet zugänglich.
Das DDF ist aufgebaut auf dem Online-Verbund-Katalog „META“ des i.d.a.-Dachverbandes, der 2015 online gegangen ist und in dem die Kataloge von mehr als 30 Einrichtungen zusammengeführt recherchiert werden können (Web). (Während sich das DDF auf Deutschland bezieht, sind im „Meta“-Katalog auch Einrichtungen aus Österreich, Luxemburg und Italien vertreten.)

Klicktipp: Es war ein kämpferisches Leben. Frauen gegen Faschismus, 21.07.-14.08.2025 (Sendungen/Podcast auf Radio Ö1)

Ö1-Schwerpunkt „Widerstand“, Reihe „Frauen gegen Faschismus“ in „Betrifft Geschichte“ (Web)

Zeit: 21.07.-14.08.2025, 17:55 Uhr
Ort: Radiosender Ö1

Auf Ö1 ist in den nächsten vier Wochen von Montag bis Donnerstag täglich je ein kurzer Ausschnitt aus Interviews mit 16 Widerstandskämpferinnen zu hören. Sie übten Sabotage in der Fabrik, schufen illegale Kommunikationsnetze, kämpften als Partisaninnen oder schlossen sich der Résistance an.
Die Interviews wurden in den 1980er-Jahren von Karin Berger, Karin Holzinger, Lotte Podgornik sowie Lisbeth N Trallori geführt und in Auszügen in dem inzwischen legendären Film „Küchengespräche mit Rebellinnen“ (A 1984, Web) und dem ebenfalls berühmten Buch „Der Himmel ist blau. Kann sein. Frauen im Widerstand. Österreich 1938-1945“ veröffentlicht. Das Buch wurde 2023 im Promedia Verlag neu aufgelegt (Web).

Radioreihe „Frauen gegen Faschismus“
Interviewerinnen: Karin Berger, Elisabeth Holzinger, Lotte Podgornik und Lisbeth N Trallori | Redaktion: Ulrike Schmitzer | Gestaltung: Karin Berger | Nach der Ausstrahlung können die kurzen Beiträge (jeweils ca. 5 Minuten) online nachgehört werden (Web):

  • Hermine Jursa (21.07.2025) (Web)
  • Irma Schwager (22.07.2025) (Web)
  • Antonie Lehr (23.07.2025) (Web)
  • Friedl Burda (24.07.2025) (Web)
  • Helene Kuchar-Jelka (28.07.2025) (Web)
  • Johanna Saldoschek-Zala (29.07.2025) (Web)
  • Gusti Hölzl (30.07.2025) (Web)
  • Marianne Feldhammer, Maria Plieseis und Leni Egger (31.07.2025) (Web)
  • Rosl Grossmann-Breuer (04.08.2025) (Web)
  • Anni Haider (05.08.2025) (Web)
  • Martha Raffelsberger (06.08.2025) (Web)
  • Helene Potet (07.08.2025) (Web)
  • Hilda Stampfl und Franziska Haas (11.08.2025) (Web)
  • Agnes Primocic (12.08.2025) (Web)
  • Irma Trksak (13.08.2025) (Web)
  • Hanna Sturm (14.08.2025) (Web)

Weiteres Thema im Schwerpunkt „Widerstand“ in der Reihe „Betrifft: Geschichte“
„Bedrohte Natur – Ziviler Ungehorsam. Zur Geschichte des Umweltschutzes in Österreich“, 28.07.-02.08.2025 (Web)

Klicktipp: Samantha Knapton and Franziska Lamp-Miechowiecki: Researching Polish Displaced Persons and Uncovering the ‚Hidden Histories‘ of Queer Displaced People (Podcast)

Transit. Der Podcast zur Migrationsgeschichte“; Franziska Lamp-Miechowiecki und Philipp Strobl, Institut für Zeitgeschichte der Univ. Wien (Web)

In this 18th episode of the podcast, the focus is on Samantha Knapton’s research into contemporary Polish history, particularly the history of Polish migration in the 20th century and the history of displaced persons. In this episode, Franziska Lamp-Miechowiecki talks to Samantha Knapton about her book, „Occupiers, Humanitarian Workers, and Polish Displaced Persons in British-Occupied Germany“. The episode also covers Knapton’s experiences teaching migration history at the Univ. of Nottingham and her recent research into the history of displaced queer people. Read more … (Web) | Direct link to the episode on Spotify

Redaktion: Franziska Lamp-Miechowiecki | Produktion: Magdalena Ragl | Musik verwendet von: https://gemafreie-musik-online.de

Samantha K. Knapton is an Assistant Professor in History at the Univ. of Nottingham. In 2023, she has published her first monograph, „Occupiers, Humanitarian Workers, and Polish Displaced Persons in British-occupied Germany“ (Web) and the co-edited volume „Relief and Rehabilitation for a Postwar World: Humanitarian Intervention and the UNRRA“. Her recent project (2023-24) with Queer Britain museum, London, hosted a series of workshops on uncovering ‚hidden histories‘ through researching, teaching, and curating, with a concentration on doubly-marginalised histories of queer refugees post-1945 and she recently started to build a collaboration with (and between) Queer Britain and Queer Museum, Warsaw. Her ongoing research focuses on queer histories of displacement in the aftermath of the Second World War.

Transit. Der Podcast zur Migrationsgeschichte. Der Podcast zu zentralen Aspekten der Migrationsgeschichte Continue reading

Klicktipp: Radiosendung: „Der Himmel war noch nie so blau.“ Was Tagebücher vom Kriegsende 1945 erzählen (Ö1 Reihe Dimensionen) – online verfügbar

Reihe „Zweiter Weltkrieg. Ein Ö1 Schwerpunkt aus Anlass der 80. Wiederkehr des Endes des Zweiten Weltkriegs“(Web)

Zum Kriegsende 1945 erleben viele Menschen in Österreich dramatische Momente wie nie zuvor und nie mehr danach in ihrem Leben. Die Front rückt näher und die Kämpfe erreichen Österreich. Für viele, aber nicht für alle, beginnt die erhoffte Befreiung von der NS-Diktatur. Ihre Ängste, Sorgen, Wünsche und Hoffnungen vertrauen viele Menschen ihren Tagebüchern an. Im Frühjahr 1945 wird besonders viel notiert. Diese Aufzeichnungen vermitteln ein unmittelbares, persönlich gefärbtes Bild der Ereignisse rund um das Ende des 2. Weltkriegs.

  • Gestaltung: Michael Fröschl | Interviewpartner:innen: Li Gerhalter (Sammlung Frauennachlässe, Univ. Wien), Stefan Benedik (Haus der Geschichte Österreich) und Günter Müller (Doku Lebensgeschichten, Univ. Wien)

Michael Fröschl: „Der Himmel war noch nie so blau.“ Was Tagebücher vom Kriegsende 1945 erzählen, Radiosender: Ö1, Sendereihe Dimensionen – die Welt der Wissenschaft, 09.04.2025 (Web)

Die Tagebücher von Therese Lindenberg 1938 bis 1946 (Web)
Eines de Selbstzeugnisse, auf denen die Sendung aufgebaut ist, sind die Tagebücher der Wiener Musikerin und Schriftstellerin Therese Lindenberg (geb. Trestl, 1892-1980), die in der Sammlung Frauennachlässe am Institut für Geschichte der Univ. Wien archiviert sind. Ihr jüdisch eingetragener Ehemann und ihre Tochter wurden vom NS-Regime aus rassistischen Gründen verfolgt. Die Edtion ihrer Tagebücher aus dieser Zeit wurden 2010 von Christa Hämmerle und Li Gerhalter veröffentlicht.

  • Christa Hämmerle und Li Gerhalter (Hg.) unter der Mitarbeit von Ingrid Brommer und Christine Karner: Apokalyptische Jahre. Die Tagebücher der Therese Lindenberg 1938 bis 1946 (L’HOMME Archiv, Band 2), Köln/Weimar/Wien 2010. (Web)

Die Druckversion des Buchs ist erhältlich in der Sammlung Frauennachlässe. (Web)

Klicktipp: Helene Maimann: Käthe Leichter – Eine Frau wie diese (Film 2016, 53 Min.)

Dokumentation von Helene Maimann (A, 2016, 53 Min.): Käthe Leichter – Eine Frau wie diese (Web)

Der Film wurde ausgestrahlt unter dem Titel „Käthe Leichter – eine Frau im Widerstand“ in der Reihe „Kreuz und Queer“ auf ORF 2 am 16.07.2024 und ist in frei verfügbar in der Meditathek „Joyn“ (Web)

Beschreibung: „1895 geboren als Tochter einer großbürgerlichen jüdischen Familie rebelliert Marianne Katharina Pick schon früh gegen die Konventionen der Zeit: Sie schließt sich der bürgerlichen Jugendbewegung an und studiert als eine der ersten Frauen Staatswissenschaften und Nationalökonomie. Der Erste Weltkrieg und die Nachkriegsrevolutionen radikalisieren die junge Wissenschaftlerin. Käthe Leichter wirft sich mit Herz und Seele in die Arbeiterbewegung. Sie glaubt fest an den Sozialismus und daran, die Befreiung des Menschen und damit auch die  der Frauen selbst noch erleben zu können.
Mit ihren umfangreichen Untersuchungen über das Leben von arbeitenden Frauen versucht Käthe Leichter, die Frauen zu ermutigen, um ihre Gleichstellung in Beruf und Familie zu kämpfen. Bis zuletzt gibt sie die Hoffnung auf den Sieg ihrer Überzeugungen nicht auf. Sie geht nach dem Bürgerkrieg vom Februar 1934 zusammen mit ihrem Ehemann, dem Journalisten Otto Leichter, und den beiden Söhnen ins Schweizer Exil, um wenig später zurückzukehren und eine führende Rolle im Widerstand gegen den autoritären Ständestaat einzunehmen. Nach dem ‚Anschluss‘ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 verkennt Käthe Leichter ihre gefährliche Lage als jüdische Frau, widerständige Sozialdemokratin und Intellektuelle und bleibt, um legal auszuwandern. Ende Mai 1938 verhaftet sie die Gestapo. Nach eineinhalb Jahren Haft wird sie zu einer mehrmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt und danach sofort wieder der Gestapo übergeben. In dieser Zeit schreibt sie ihre ‚Kindheitserinnerungen‘, ein bewegendes Zeugnis über die untergegangene Welt des Wiener jüdischen Bürgertums, gewidmet ihren beiden Söhnen Heinz und Franz, die wie ihr Vater das rettende Ausland erreichen konnten. Internationale Interventionen und Visas, die auf dem britischen und amerikanischen Konsulat auf sie warten, nützen nichts: Sie wird Ende 1939 in das KZ Ravensbrück deportiert und im März 1942 ermordet.
In Helene Maimanns Porträt erzählen neben ihrem Sohn Franz Leichter, dem späteren langjährigen State Senator von New York die Historikerinnen Jill Lewis, Gabriella Hauch, Veronika Duma, Linda Erker, Elisabeth Klamper und Sabine Plakolm sowie der Soziologe Christan Fleck aus dem Leben einer der großen Pionierinnen Österreichs.“

Klicktipp: Geschichten aus der Geschichte: Mehr als 450 Folgen online (Podcast)

Geschichten aus der Geschichte; Richard Hemmer und Daniel Meßner (Web)

„Vergessene Ereignisse, überraschende Anekdoten und Zusammenhänge kurz erklärt. Häufig mit ein ganz bisschen Augenzwinkern – aber immer knallhart und quellennah recherchiert“ lautet die Beschreibung des Podcasts, die schon zeigt, dass die beiden Macher mit Vergnügen – und auch mit Humor – bei der Sache sind.
Den ersten Beitrag haben Richard Hemmer und Daniel Meßner (Wien und Hamburg) im September 2015 ausgestrahlt. Inzwischen sind es bereits mehr als 450 Episoden (Web).

Episoden mit einem u.a. geschlechterhistorischem Fokus:

  • GAG447: Christina, Hans und Heinrich oder Wie ein Gemälde entsteht (Link)
  • GAG445: Alexandra David-Néel. Eine Geschichte über ein Leben, das seinen Höhepunkt am Dach der Welt erreicht (Link)
  • GAG442: Eine kurze Geschichte des Fahrrads – über Velozipede, Hochräder und Safetys (Link)
  • GAG441: Jemima Nicholas und die Schlacht von Fishguard (Link)
  • GAG430: Gefangene und Königin – Johanna I. von Kastilien (Link)
  • GAG426: Die erste Regisseurin – Alice Guy – eine vergessene Filmpionierin (Link)
  • GAG422: Eine kleine Geschichte der Parapsychologie (Link)
  • GAG419: Therese von Thurn und Taxis und das Ende der Reichspost (Link)
  • GAG410: Lady Six Sky und eine kurze Geschichte der Maya (Link)
  • GAG400: GAG X Anno Mundi – Anicia Juliana (Link)
  • GAG396: Helene Kottannerin und der Raub der Stephanskrone (Link)
  • GAG395: Barbe-Nicole Ponsardin und die Begründung eines Champagnerimperiums (Link)
  • GAG392: Phosphor und der Streik der Streichholzarbeiterinnen (Link)
  • GAG391: Celia Cooney, die Banditin mit der Kurzhaarfrisur (Link)
  • GAG390: Kleopatra Selene und das Ende der Römischen Republik (Link)
  • GAG388: Marie Tussaud und die Wachsfiguren (Link)
  • GAG375: Sofia Kowalewskaja, „Königin der Wissenschaft“ Continue reading

Klicktipp: Christine Lavant – Wie pünktlich die Verzweiflung ist (Film), verfügbar bis: 28.07.2024

Dokumentation von Danielle Proskar (A, 2023, 46 Min.): Christine Lavant – Wie pünktlich die Verzweiflung ist

Der Film ist in der Mediathek von 3sat (D/A/CH) frei verfügbar bis 28.07.2024 (Web)

Beschreibung: „Christine Lavants Lyrik zählt zum Eigenständigsten und Besten, das im 20. Jhd. in deutscher Sprache geschrieben wurde. Als große Prosa-Autorin ist die Dichterin einer breiteren Öffentlichkeit weniger bekannt. Sie erzählt hinreißend von dem, was sie am besten kennt: von verletzten Kinder- und Frauenseelen, von den feinen und weniger feinen gesellschaftlichen Unterschieden, von Armut, Krankheit und Ausgrenzung, von erzwungener Anpassung, Bigotterie und Gewalt, aber auch von der befreienden Kraft der Liebe und der Fantasie.
In ihrer unvergleichlichen, filmischen Sprache zeichnet Regisseurin Danielle Proskar das Leben der großen Dichterin nach, Gerti Drassl verleiht ihr Gestalt und Stimme.“

Entstanden ist das Porträt anlässlich des 50. Todestages von Christine Lavant am 7. Juni 2023.

Im Brenner Archiv in Innsbruck wird ein Teil des schriftstellerischen Nachlass‘ von Christine Lavant bewahrt (Web)