Category Archives: Topic_Frauenbewegungen

Conference: Women and the Natural World: Historical Perspectives on Nature, Climate and Environmental Change, 30.09.2023, Exeter

West of England & South Wales Women’s History Network 30th Annual Conference (Web)

Time: Sat., 30.09.2023
Venue: Exeter Central Library

Programme (PDF)

Keynote: Nicola Whyte (Univ. of Exeter): Landscape, Memory and the Life-course in the Travel Writing of Celia Fiennes

Panels: Women and the Rural Environment | Ecofeminism and Women’s Activism | Natural Science, Education and Community Action

The Network
The West of England and South Wales Women’s History Network was set up to encourage research and interest in women’s and gender history both among academics and the wider community. The members hold events, including an annual conference, workshops, film showings and visits to archives throughout the year in different venues around the region.

Source: H-Net Notifications

Klicktipp: VALIE EXPORT Online-Archiv – neues Recherche-Portal für feministische Medien- und Performancekunst

VALIE EXPORT Center Linz (Web)

Das VALIE EXPORT Center Linz wurde 2015 eingerichtet. Es erschließt, erforscht und vermittelt den Vorlass der Medienkünstlerin VALIE EXPORT. Als inter­national ausge­­richtetes Forschungs­zentrum fördert es die künstlerische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit feministischer Medien- und Performancekunst. Organisatorisch ist das VALIE EXPORT Center Linz eine Kooperation der Stadt Linz mit dem LENTOS Kunstmuseum Linz und der Kunstuniversität Linz.

VALIE EXPORT Online-Archiv
Soeben wurde mit dem VALIE EXPORT Online-Archiv eine neue virtuelle Plattform veröffentlicht, die erste Einblicke in den Archivbestand des VALIE EXPORT Centers bietet. Der offene Zugang zu ausgewählten Quellen ist der erste Abschnitt einer langfristig angelegten Digitalisierungsstrategie. Der Inhalt des Portals wird im Rahmen eines Forschungsprojekts kontinuierlich erweitert werden. Weiterlesen … (Web)

Ordnungsprinzipien im Archiv
VALIE EXPORT hat die Materialien selbst gebündelt und in nummerierten Ordnern und Schachteln abgelegt. Diese Zusammenstellungen und Verweisstrukturen wurden im (Online-)Archiv als Ordnungsprinzip übernommen.
Der webbasierte Zugang gewährleistet die Sichtbarkeit der Materialsammlung, die VALIE EXPORT seit Beginn ihrer künstlerischen Tätigkeit in den 1960er Jahren angelegt, fortwährend erweitert und kuratiert hat. Die Archivalien werden vom Team des VALIE EXPORT Centers sowie von internationalen Forschenden, Künstler*innen und Expert*innen tiefenerschlossen. Die Beschreibungen, Einordnungen und Kontextualisierung der Archivalien erleichtern die individuellen Recherchen der Nutzer*innen. Das Online-Archiv bieten Forschenden eine Übersicht über den Bestand und ermöglicht eine erste Einschätzung, um gezielte Recherchen vor Ort planen zu können. Aus rechtlichen Gründen (Urheber:innen-, Persönlichkeits- und Nutzungsrechte) werden bestimmte Archivalien online nicht angezeigt, ihre Metadaten sind jedoch durchsuchbar.

Quelle: https://frida.at (Web)

Ausstellung: VALIE EXPORT Retrospektive, bis: 01.10.2023, Wien

ALBERTINA (Web)

Laufzeit: bis 01.10.2023
Ort: ALBERTINA, Albertinaplatz 1, 1010 Wien

Die Performance- und Medienkünstlerin VALIE EXPORT ist Pionierin: Mit feministischer Agenda hat EXPORT früh die Rolle der Frau und Künstlerin untersucht und aufgezeigt, wie sich patriarchale Strukturen dem weiblichen Körper auf schmerzhafte Weise einschreiben. Der Körper ist in VALIE EXPORTs bahnbrechendem Werk untrennbar mit seiner Darstellung in visuellen Medien verknüpft. Ihre kritische wie tiefgreifende Analyse technischer Abbildungsprozesse legt offen, wie Massenmedien geschlechtsspezifische Identitätsbilder erst konstruieren und festschreiben.
Die Ausstellung spannt den Bogen von VALIE EXPORTs bahnbrechenden frühen feministischen Aktionen, wie dem TAPP und TASTKINO (1968) über ihre provokanten Performances (ASEMIE – die Unfähigkeit sich durch Mienenspiel ausdrücken zu können, 1973 und vielschichtigen Installationen I [beat (it)] II, 1980) bis hin zu der über mehrere Jahre konsequent verfolgten Werkgruppe der Körperkonfigurationen (1972-82).
Neben legendären Werken sind auch noch nie zuvor gezeigte Arbeiten und Installationen, die erstmals für die ALBERTINA realisiert werden, zu sehen. Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Relevanz der Fotografie für das Schaffen der Künstlerin. Ob zu dokumentarischen Zwecken, als Experiment oder als eigenständiges Werk spielt die Fotografie eine zentrale Rolle für VALIE EXPORTs feministische und gesellschaftspolitische Fragestellungen. An der Schnittstelle zu Film, Video- und Body-Art erlaubt sie neue Einblicke in das Werk der Künstlerin. Das Verhältnis von Subjekt und Raum, Performance und Bild, Körper und Blick sowie Weiblichkeit und Repräsentation ist hierfür bezeichnend.

Seminar: Die Verfolgung und Ermordung von Homosexuellen während der NS-Zeit in Österreich, 16.-18.11.2023, Wien und virtueller Raum [REMINDERIN]

ERINNERN:AT (OeAD) und QWIEN – Zentrum für queere Geschichte Wien (Web)

Zeit: 16.-18.11.2023
Ort: Urania Wien und virtueller Raum
Anmeldung: bis 09.10.2023

Das „Zentrale Seminar“ von ERINNERN:AT ist die größte Lehrer:innenfortbildung zum Thema Holocaust, NS und Antisemitismus in Österreich und wird jährlich in wechselnden Bundesländern abgehalten. 2023 findet es in Wien statt und widmet sich der Verfolgung und Ermordung Homosexueller während der NS-Zeit sowie der schulischen Vermittlung dieses Themenkomplexes. Das „Zentrale Seminar“ richtet sich an Lehrer:innen aller Schultypen und Fächer, insbesondere Geschichte und Politische Bildung, aus ganz Österreich. Es gilt als Fortbildung für Lehrer:innen im Sinne des BMBWF.

Programm (PDF)

Schon vor dem sogenannten „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 wurden homosexuelle Männer und Frauen in Österreich verfolgt. Während des Austrofaschismus gab es in den Kripo-Leitstellen Referate zur Bekämpfung von Sittlichkeitsverbrechen und Prostitution, dessen Personal auch für die Verfolgung homosexueller Handlungen zuständig war. Zusätzlich zu dieser zentralen Strafverfolgungsbehörde wurde nach dem „Anschluss“ eine zweite Polizeibehörde geschaffen, die Homosexuelle ausforschen und vor Gericht bringen sollte: das „Referat II S 1“ der Gestapo-Leitstelle Wien, welches schon am 1. April 1938 seine Arbeit aufnahm. Damit verschärfte sich die Situation für homosexuelle Männer und Frauen drastisch. Von den Behörden administriert begann nun eine bis dahin in Österreich beispiellose Jagd auf Homosexuelle, die sie vor Gericht, in die Gefängnisse, in die Konzentrationslager, auf den Operationstisch oder in die Psychiatrie brachte und oftmals mit ihrem Tod endete.
Nach der Befreiung Österreichs 1945 wurden die mit dem Vorwurf der Homosexualität verfolgten Menschen nicht als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt. Weiterlesen … (Web)

Klicktipp: Listen to the Archive! Podcast des Digitalen Deutschen Frauenarchivs zu feministischer Geschichte

Digitales Deutsches Frauenarchiv (DDF) (Web)

Das Digitale Deutsche Frauenarchiv ist das Fachportal zur Geschichte der Frauen- und Lesbenbewegungen in Deutschland. Seit 2018 macht es laufend weitere thematische Dossiers und Digitalisate von ausgewählten Quellen der Frauen*bewegungsgeschichte im Internet zugänglich.
Es ist aufgebaut auf dem Online-Verbund-Katalog „Meta“ des i.d.a.-Dachverbandes, der 2015 online gegangen ist und die Kataloge von mehr als 30 Einrichtungen aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und Italien zusammengeführt recherchierbar macht (Web).

Seit Sommer 2022 gestaltet das DDF auch einen Podcast. Bisher sind sechs Folgen erschienen (Web):

  • Feministisches Erinnern bleibt politisch – Vernetzung & Rolle feministischer Archive (39 Minuten)
  • 175 Jahre Märzrevolution – Frauenemanzipation und Louise Otto-Peters (41 Minuten)
  • Mit Hass an die Macht – die NS-Machtübernahme 1933 (42 Minuten)
  • Migration, Flucht & Stadtpolitik. Von Teheran nach Köln (44 Minunten)
  • 11 Freund*innen. Fußball und Feminismus (57 Minunten)
  • Bilder Sozialer Arbeit. 150 Jahre Alice Salomon (52 Minunten)

Beschreibung: „Feminismus hat Geschichte! Und die ist politisch, bewegt und reich an Auseinandersetzungen. Sie erzählt von Solidaritäten und Brüchen, sie hat viele Gesichter, Perspektiven und nicht zuletzt Schultern, auf denen auch heute Feminismus gelebt, gedacht und ausgehandelt wird. Von Frauenstreiks bis Cyberfeminismus, von Pionier*innen in Sport oder Sprache: Der DDF-Podcast blickt auf Akteur*innen und Phänomene aus mehr als 200 Jahren feministischer Bewegungsgeschichte.
Was trennt, was verbindet – damals und heute? Wir öffnen feministische Zeitkapseln und Schatzkisten, treffen Historiker*innen, Zeitzeug*innen und weitere Expert*innen – und nehmen euch mit auf eine Entdeckungstour durch die feministischen Archive. Listen to the Archive!“

CfP: Konflikte, Kontroversen, Kompromisse. Feministische Streitkulturen von 1800 bis heute (Event. 09/2024, Bad Urach); bis: 31.10.2023 [REMINDERIN]

Verein Frauen & Geschichte Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (Web)

Zeit: 27.-29.09.2024
Ort: Haus auf der Alb in Bad Urach
Einreichfrist: 31.10.2023

Der Verein Frauen & Geschichte Baden-Württemberg feiert sein 30-jähriges Jubiläum mit einer dreitägigen Konferenz. Ziel ist es, historische Konflikte unter frauenbewegten Akteur:innen zu beleuchten. Im Fokus der Veranstaltung stehen die Frage nach und die konstruktive Analyse von feministischen Streitkulturen in Deutschland, Europa und der Welt, von 1800 bis heute. Feminist:innen arbeiteten stets im regionalen, nationalen und internationalen Austausch. Sie adaptierten und verwarfen Ideen und Praktiken, kopierten Strategien und Methoden oder lehnten sie ab, übernahmen Zukunftsentwürfe und Protestformen oder missbilligten sie. Die Ansatzpunkte für Kontroversen waren so divers wie die Beteiligten und ihre feministischen Infrastrukturen. Die Schwarze Bürgerrechtlerin Sojourner Truth fragte 1851 ihre imperialistischen „Schwestern“: „Ain’t I a woman?“; Arbeiterinnen kritisierten bürgerliches Frauenbewegungsengagement als systemstützend; Bürgerinnen positionierten sich gegen Prostitution; „Radikalisierungen“ entstanden u. a. nach persönlichen Divergenzen der Aktivist:innen; Historikerinnen diskutierten über die Schuld von Frauen am und im Nationalsozialismus; die ‚neuen‘ Frauenbewegungen grenzten sich von ‚alten Frauenbewegungen‘ ab; deutsch-deutsche Beziehungen förderten feministische Kontroversen über DDR- und BRD-Systemgrenzen hinweg; „Krüppelfrauengruppen“ der 1980er-Jahre thematisierten Behindertenfeindlichkeit in den Debatten um §218; Generationenkonflikte sind wiederkehrende Streitauslöser; usw. Read more … (PDF)

Rubriken: Für ein „Gedächtnis der Konflikte“ | Von „Ain’t I a woman?“ bis “neu vs. alt”: Feministische Kontroversen und Streitfor(m)en | Oder: Für eine „Geschichte des Fragens“

Quelle: Mailingliste fernetzt

Klicktipp: fernetzt – der Blog für die Frauen- und Geschlechtergeschichte: Mehr als 90 Beiträge online (Weblog)

fernetzt. Verein zur Förderung junger Forschung zur Frauen- und Geschlechtergeschichte (Web)

Welche Handlungsspielräume hatten Frauen im spätmittelalterlichen Wien? Wie verhandelten Schariagerichte im habsburgischen Bosnien-Herzegowina häusliche Gewalt? Welche Wohnkonzepte für Singlefrauen wurden in der Zwischenkriegszeit entwickelt? Ging es in den Diskussionen um das Abtreibungsrecht in der BRD der späten 1940er-Jahre um die körperliche Selbstbestimmung von Frauen? Und wie geht feministisches Kuratieren? Das sind einige der Fragen, denen die zuletzt veröffentlichte Beiträge in „fernetzt – der Blog“ nachgehen.
Der Weblog ist 2015 online gegangen, um Impulse für Diskussionen zu setzen und um die Sichtbarkeit junger – bzw. nicht institutionalisierter – Forschung zu erhöhen. Der Weblog wird gänzlich ehrenamtlich organisiert und hat bereits mehr als 90 Beiträge publiziert. Herausgeberin ist der Verein fernetzt. Dieser wurde 2011 gegründet als Raum für Diskussionen, den Austausch über den Forschungsalltag und gegenseitige Unterstützung (Web).
2016 wurde in „fernetzt – der Blog“ auch ein Interview veröffentlicht, in dem die Administratorin Li Gerhalter den Salon 21 näher vorstellt (Web).

Bisherige Posts im Weblog (Web)

  • (Kultur-)Archive und Gender; von Verena Lorber (Link)
  • Häusliche Gewalt vor Schariagerichten im habsburgischen Bosnien-Herzegowina; von Ninja Bumann (Link)
  • Unterbringung von Singlefrauen in der Stadt. Soziales Denken hinter dem Wohndesign in der Zwischenkriegszeit; von Peirou Chu (Link)
  • Feministisch Kuratieren!; von Anna Jungmayr & Alina Strmljan (Link)
  • „Mutlosigkeit zum Kind“. Schwangerschaftsabbruch im Nachkriegsdeutschland; von Anna Leyrer (Link)
  • Feministische Forschung: für immer, für alle; von Sonja Edler (Link)
  • Wenn Welten kollidieren. Auf den Spuren von Frauen im spätmittelalterlichen Wien; von Carina Siegl (Link)
  • Ehrverletzungen von Frauen vor k. u. k. Militärgerichten; von Andrea Rendl (Link)
  • Noch nie dagewesen? Die Gründung des Wiener Frauen-Erwerb-Vereins 1866; von Waltraud Schütz Continue reading

Klicktipp: wasbishergeschah.at (neues multimediales Public-History-Projekt)

wasbishergeschah.at (Web)

wasbishergeschah.at ist ein neues multimediales Public-History-Projekt aus Wien. Die ersten Beiträge sind im September 2022 online gegangen. Die Plattform arbeitet mit Forscher:innen und Fachzeitschriften zusammen, um historisches Wissen populärwissenschaftlich formuliert zugänglich zu machen.

Formate
wasbishergeschah.at ist in mehreren Formaten verfügbar. Die Inhalte werden dabei je nach Medium unterschiedlich aufbereitet. Neben ausführlicheren Darstellungen im Weblog etwa auch als prägnante Aussagen und in kurzen Videos:

Rubriken
Die Beiträge sind (im Weblog) in folgenden Rubriken eingeteilt. Die Kategorien Geschlecht und soziale Schicht werden dabei den Darstellungen in allen Beiträge zugrundegelegt:

Medieninhaber und Herausgeber ist „wasbishergeschah.at. Verein für historische Bildungsarbeit“.

CfP: The Politics of Home (Publication); by: 30.11.2023

Coils of the Serpent: Journal for the Study of Contemporary Power; Kristin Aubel and Sarah Heinz (Vienna) (Web)

Proposals by: 30.11.2023

Coils of the Serpent is a scholarly online-journal dedicated to the investigation of contemporary manifestations of power. It is intended as an open-access platform where diverse theories and analyses of power shall be developed, brought into dialogue with each other, discussed, criticized, illustrated and popularized. The journal was launched in 2016 (Web).

The Politics of Home
The notion of home, while often associated with warmth, security, and personal sanctuary, is inherently intertwined with broader socio-political dynamics. It therefore encompasses more than a physical space, and it is never neutral, private, or simply ‘ours’. It is where inside and outside, private and public, as well as built forms, affective ties, and cultural imaginaries intersect in a politics of home. At their core, such politics of home encapsulate the intricate interplay between individuals, communities, and the broader structures and institutions of power that shape our lived experiences. This special issue seeks to explore the various ways in which ideas and ideals of homes are constructed, contested, and negotiated within the complex tapestry of society, highlighting the pivotal role played by political, cultural, artistic, and historical contexts. It therefore seeks to cover the multiple forms and functions that a politics of home can have, as well as the multiple forms in which literatures, the arts, media, activism, or concrete home-making practices negotiate and grapple with the diverse manifestations of such politics of home and their impact on individuals and communities.
Understanding home through the politics attached to it opens up a discussion about practices, selves, and relationships within, through, and beyond the home. Via objects put into specific places and their use, through activities like decorating, cooking, or playing, as well as through the social relations that these practices create or inhibit, the feelings they elicit, and the memories they amass, home is created, lived, and imagined, enabling the person performing these activities to experience, ‘feel,’ and remember home as a place, as social relations, and as a site for individuality and selfhood. This process can have positive and negative outcomes, it can be liberating and constricting, but it is never static, whole, or fixed. It is related to and produced by the interplay between public and private processes as well as chosen and imposed social relations. Read more … (PDF).

CfP: Frauenleben in europäischen Demokratien des 20. Jahrhunderts (Event; 05.2024, Münster); bis: 01.10.2023

Arbeitskreis Demokratie und Geschlecht des Instituts für Zeitgeschichte München–Berlin, LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte (Münster): Julia Paulus (Web), Deutsches Historisches Institut London und Univ. Bayreuth

Zeit: 16.-17.05.2024
Ort: Münster
Einreichfrist: 01.10.2023

Ausgangspunkt der Veranstaltung ist die Feststellung, dass Demokratiegeschichte(n) bis heute überwiegend über ‚männlich‘ markierte Protagonisten erzählt werden, aus deren Perspektive und in der Hauptsache bezogen auf ihr Handeln. Demgegenüber fragt der Workshop dezidiert nach den Erfahrungen, Partizipationsvorstellungen und selbst erlebten Handlungsmöglichkeiten von Frauen* in den europäischen Demokratien des 20. Jhds. sowie danach, wie deren Zeugnisse heute gelesen und biografisch erzählt werden (können).
Trotz Wahlfreiheit und Gleichheitsversprechen unterlag die demokratische Teilhabe im 20. Jhd. weiterhin im hohen Maße exkludierenden Regeln, die sich an traditionellen ‚Grenzlinien‘ wie class, race und – so der Fokus des Workshops – gender orientierten. Europäische Beispiele gibt es viele: In Frankreich etwa beteiligten sich Frauen aktiv an den Diskussionen um die demokratische Ausgestaltung der Dritten Republik, doch wurden sie aus den politischen Gestaltungs- und Machtstrukturen ausgeschlossen. Politische Rechte wurde ihnen erst in der Übergangsregierung nach dem Ende des Vichy Regimes 1944 zugesprochen. In Deutschland partizipierten Männer in der Vereins- bzw. Parlamentskultur seit spätestens Mitte des 19. Jhds., Frauen hingegen war parteipolitisches Agieren bis 1908 per Vereinsgesetz verboten. In der Weimarer Republik verhinderte das Wörtchen „grundsätzlich“ in § 109 der Reichsverfassung die umfassende Gleichberechtigung von Männern und Frauen in der ersten deutschen Demokratie. Seit 1949 gilt das von Elisabeth Selbert (1896-1986) propagierte und in Art. 3 Abs. 2 des Grundgesetzes festgeschriebene Gleichheitsgebot bis heute als einzulösender politischer Auftrag – und dies in erster Linie vor einer binärgeschlechtlichen Matrix, die Ehe und Familie bis in das 21. Jhd. ausschließlich heteronormativen Menschen erlaubte. Auch im postkommunistischen Polen führte die Demokratisierung bzw. „Europäisierung“ des Staates in den 1990er- und 2000er-Jahren nicht unbedingt zu mehr politischer Teilhabe und sozialer Gleichberechtigung von Frauen*, derzeit werden in den US-amerikanischen Staaten liberale Frauenrechte abgebaut. … weiterlesen und Quelle (Web).