Monthly Archives: März 2020

CfP: Homosexualität(en) und sexuelle Gesundheit (Event, 10-11/2020, Salzburg); bis: 31.05.2020

Fachverband Homosexualität und Geschichte (Köln) (Web); Fachbereich Geschichte an der Universität Salzburg; Hosi Salzburg

Ort: Salzburg
Zeit: 30.10-01.11.2020
Einreichfrist: 31.05.2020

In den gegenwärtigen Sexualwissenschaften gilt es inzwischen als erwiesen, dass ein erfülltes Sexualleben Menschen weniger anfällig für physische und psychische Krankheiten macht und zu einem längeren, zufriedeneren und qualitätsvolleren Leben führen kann. Grund für diese Annahmen sind die spezifische Kenntnis über die eigenen körperlichen Bedürfnisse und eine Gesellschaft, welche das Ausleben der individuellen Sexualität nicht behindert. Unter diesen Bedingungen ist Sex mit Sicherheit gesund – darüber herrscht zu Beginn des 21. Jahrhundert zumindest allgemeiner Konsens.

Versucht die Forschung den Begriff „Sexuelle Gesundheit“ eindeutig zu verorten, so wird stets die erste weltweite Definition aus dem Jahr 1975, also vor mittlerweile 45 Jahren, herangezogen, wobei eine Expertengruppe der WHO grundlegend das Recht auf sexuelle Information und das Recht auf Lust einforderte. Vor etlichen Jahren wurde diese angesprochene Definition erweitert: „Sexuelle Gesundheit ist untrennbar mit Gesundheit insgesamt, mit Wohlbefinden und Lebensqualität verbunden.

Sie ist ein Zustand des körperlichen, emotionalen und sozialen Wohlbefindens in Bezug auf die Sexualität und nicht nur das Fehlen von Krankheit, Funktionsstörungen oder Gebrechen. Sexuelle Gesundheit setzt eine positive und respektvolle Haltung zu Sexualität und sexuellen Beziehungen voraus sowie die Möglichkeit, angenehme und sichere sexuelle Erfahrungen zu machen, und zwar frei von Zwang, Diskriminierung und Gewalt. Sexuelle Gesundheit lässt sich nur erlangen und erhalten, wenn die sexuellen Rechte aller Menschen geachtet, geschützt und erfüllt werden. Weiterlesen und Quelle … (Web)

CfP: Sites of Feminist Memory: Remembering suffrage in Europe and the USA (Event, 05/2020, Aix-en-Provence, FR); by: 20.03.2020

Laboratoire d’Études et de Recherche sur le Monde Anglophone (LERMA) of Aix-Marseille Université (Web) and supported by the Aix-Marseille Initiative d’Excellence (A*MIDEX)

Time: 12.-13.05.2020
Venue: Aix-en-Provence, France
Proposals by: 20.03.2020

Keynote speaker: Sharon Crozier-de Rosa (Univ. of Wollongong), co-author of „Remembering Women’s Activism“ (Routledge, 2019)

On April 24th 2018, suffragist leader Millicent Garrett Fawcett became the first woman to be honoured with a permanent statue in Parliament Square, 186 years after George Canning, the first of her 11 male predecessors[1]. The unveiling was the culmination of a two-year campaign initiated by activist Caroline Criado Perez. The choice of Fawcett sparked vigorous debate amongst activists and academics alike[2].

Meanwhile, across the Atlantic, the coming centenary of the ratification of the 19th Amendment has inspired #Monumental Women, a grassroots organization, to mount a campaign for the commissioning of a statue honouring the suffrage leaders Elizabeth Cady Stanton and Susan B. Anthony. This campaign also triggered vigorous accusations that the monument would „white wash“ the suffrage past, accusations which resulted in the decision to add the African-American leader Sojourner Truth to the monument[3]. Its unveiling is planned for August 26, 2020 in Central Park, New York. Like Fawcett’s, it will be the first statue of its kind in this most prestigious of public spaces.

These spectacular enshrinements of leading suffrage campaigners in such quintessential sites of national memory can be read as a form of apotheosis for a process begun by the suffrage campaigners themselves to inscribe the suffrage past into our built environments via statues and street names, commemorative plaques and memorial monuments, community cafés and communal libraries[4].

Building on the very recent work of Vera Mackie and Sharon Crozier-de Rosa[5], interrogating the history and effects of that process of creation of literal „Sites of Feminist Memory“[6], across Europe and the US, in local, national and transnational settings, will be a central ambition of this conference. The organizers thus invite papers which focus on such literal sites of feminist memory in Europe and the US and fruitfully engage with the following topics: Continue reading

Klicktipp: Europa wächst zusammen (Interaktive Website) und Ausstellung: Kein Picknick. Erste Überschreitungen des „Eisernen Vorhangs“ um 1989, Wien

Haus der Geschichte Österreich (hdgö)

Link zur Webausstellung

Der Zusammenbruch des Staatssozialismus im Jahr 1989 erschütterte Zentral- und Osteuropa. Jahrzehntelang hatten viele Menschen an völlig geschlossenen Grenzen gelebt. Nun überschritten sie erstmals den „Eisernen Vorhang“. Mit dabei hatten sie oft Kameras, mit denen sie die Grenze selbst oder die Welt jenseits davon und erste Begegnungen dokumentierten.

Das hdgö zeigen auf der interaktiven Website „Europa wächst zusammen“ private Blicke auf eine der größten Veränderungen der Weltgeschichte im 20. Jhd. Die Bilder, Videos und Filme, die hier zu sehen sind, wurden von Besucher/innen der Site selbst hochgeladen.

Diese Webausstellung stellt sich dabei mit jedem Klick aufs Neue zusammen.

Ausstellung: Kein Picknick. Erste Überschreitungen des „Eisernen Vorhangs“ um 1989

geplante Laufzeit war bis 15.03.2020
Ort: Haus der Geschichte Österreich, Hofburg, Wien

Der Fall des „Eisernen Vorhangs“ 1989 veränderte die europäische Geschichte grundlegend: Die staatssozialistischen Diktaturen wurden fast überall friedlich abgelöst, der Kalte Krieg war vorbei. Europa rückte dort zusammen, wo jahrzehntelang unüberwindbar tiefe Gräben „West“ und „Ost“ getrennt hatten.

Das hdgö zeigt mit dieser Ausstellung – in fünf Sprachen -, dass schon ab 1985 Einzelpersonen und kleine Initiativen in den Grenzregionen für diese Veränderungen entscheidend waren.

Erzählt wird die Geschichte jener Menschen, die engagiert, interessiert und mutig ihre Vision von einem gemeinsamen Europa Wirklichkeit werden ließen. Erstmals zu sehen ist beispielsweise eine Landkarte mit Fluchtrouten von Ungarn ins Burgenland. Jene Österreicher/innen, die diese verteilten, erschienen den DDR-Flüchtlingen anfangs als Stasi-Spitzel. Continue reading

CfP: Parteipolitik oder Neue Soziale Bewegung? Zur Durchsetzung geschlechterdemokratischer Ansprüche im 20. Jhd. (Event, 06/2020, Münster); bis: 05.04.2020

Julia Paulus, LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte (Münster); in Kooperation mit Kerstin Wolff, Archiv der deutschen Frauenbewegung (Kassel) und Berit Schallner, FrauenMediaTurm (Köln) sowie dem Arbeitskreis Historische Frauen- und Geschlechterforschung (Region Mitte und NRW)

Ort: LWL-Landeshaus, Münster
Zeit: 04.-05.06.2020
Einreichfrist: 05.04.2020

Das 20. Jhd. zeichnet sich dadurch aus, dass in ihm verschiedene Formen emanzipatorischer Politiken entwickelt, verhandelt und ausprobiert wurden. Wurde zu Beginn des Jahrhunderts (1918) das Frauenwahlrecht eingeführt und damit der Weg für die Partizipation von Frauen in den Parlamenten frei, entwickelten sich ab den 1960er Jahren alternative Politikmodelle, die als außerparlamentarische Opposition bewusst nicht mehr auf Parteien und Parlamente setzten. In beiden Fällen war es (auch) die Frauenbewegung, die mit ihren Themen, Forderungen und Theorien die Debatten in den politischen Feldern anregte.

Auf dieser Tagung wird der Fokus darauf gerichtet, wie erfolgreich oder auch weniger erfolgreich die Frauenbewegung dabei war. Wie konnte sie die Parteipolitik und die Aushandlungsprozesse in den Parlamenten in der Weimarer Republik, in der Nachkriegszeit (in Ost und West) und im vereinigten Deutschland beeinflussen? Stellte sie den eigenen Aktivistinnen ausreichendes Handwerkszeug zur Verfügung um im parlamentarischen Alltag bestehen zu können? Wo lagen und liegen die Probleme bei der Durchsetzung emanzipatorischer Politik in Parteien und Parlamenten? Worauf fand die Frauenbewegung keine Antwort? Welche Themen konnten die Politikerinnen voranbringen? Wurden sie dabei von Protagonistinnen / Bewegungen außerhalb der Parlamente unterstützt?

In Bezug auf die Neuen sozialen Bewegungen, die sich ab den 1960er Jahren gründeten, soll untersucht werden, wie diese als alternative Trägerinnen gesellschaftlicher Reformpolitik auf die Forderungen der Frauenbewegung reagierten und welche Art von politischer Praxis in ihnen umgesetzt wurde. Weiterlesen und Quelle … (Web)

CfP: The Spaces of Anger(s) Past. Understanding the global history of a multifarious emotion (antiquity to the present) (Event, 09/2020, Nijmengen); by: 30.04.2020

Floris Meens & Anneleen Arnout, Radboud Institute for Culture and History, Radboud University

Venue: Nijmegen
Time: 23.-25.09.2020
Proposals by: 30.04.2020

  • Confirmed keynote speaker: Barbara Rosenwein (Loyola, Chicago)

Anger has long been understood as a basic, universal emotion. While this view remains pervasive in certain scholarly disciplines, a large group of emotion scholars has formed a radically different understanding. Since the 1970s, a growing number of anthropologists and historians (amongst others) has focused on the social and cultural construction and function of emotions. It was in this context that anger – albeit slowly and haphazardly – became the subject of serious scholarly research. During the 1980s, Peter and Carol Stearns pointed towards shifting norms and values with regard to the expression of anger.

A decade later, Barbara Rosenwein focused on the social uses of anger in the medieval period. Since then, an increasing number of scholars has taken up the task of studying anger in a historical way (E.g.: Harris 2001; Stauffer 2007; Enenkel & Traninger eds 2015; Jensen 2017). Throughout these combined works, anger appears as a multifarious emotion, leaving us to wonder whether it is even possible to speak of one phenomenon (Rosenwein 1998). With so many different forms of anger – from the anger of the current ‘Zornpolitik’ to the moral anger lauded by medieval theologians – should we instead be thinking about a history of angers, plural (Dixon 2016)?

Building upon this line of thinking, we want to gain a more detailed understanding of how these different (types of) anger(s) took shape throughout history. More specifically, … read more and source (Web).

CfP: The Ideal Of A Happy Home (International Postgraduate Conference, 10/2020, Brno); by: 19.04.2020

7th annual ‚Rethinking 20th Century Europe – Postgraduate Conference‘: Historia Europeana Network (Web) together with Department of History of Masaryk Univ. and Moravian Matice (Matice moravská)

Time: 20.-21-10.2020
Venue: South Moravian Region Conference Hall, Brno
Proposals by: 19.04.2020

Feeling of home is, as such, paramount to just about everyone – it can involve an actual building, a city or a home county, as well as a certain community that a person considers themselves to be a part of. Home is a source of safety and happiness and thus, people spend considerable effort building it. They are willing to fight and die to protect it. However, sometimes the circumstances push people to leave their homes for various reasons. Other times, they lose the feeling of home without leaving the actual place they live at.

During our two-day meeting, we will try to approach the idea of home from all the different points of view and we will try to find an answer to some of the most peculiar questions: What was the idea of home for individuals, groups, movements and even states? How did they use it to construct their identity or as a tool of political struggle or propaganda? What kinds of different ideas of home might there be? How did people fight for their home? How did they deal with loosing it? What was it like to look for new home or to try to return to the old one? What was the role of memories of a home lost in this process?

To answer these questions, a wide variety of approaches and theoretical concepts can be used. The work may focus on political history (e.g. utilizing the ideal of happy home in political struggle), history of ideas, memory studies, the question of exile in its widest sense, the history of everyday life and the question of gender roles or the role of home in the constructions of national, religious, social or sexual identities. The problem can also be approached in an interdisciplinary manner. The articles should focus both on wider ideas and specific events.

The outcome, however, should not only be a detailed look on a specific or regional topics, but also a take on their international significance, or at the very least on their wider context and comparison. Especially welcome are contributions on homes of non-majority groups and movements. Read more … (PDF)

CfP: In/humanness in the 21st century: existence, relationality, and precarity (Event, 01/2021, Toronto); by: 25.03.2020

Modern Language Association Convention (Web); Special session

Venue: Toronto, ON, Canada
Time: 07.-10.01.2021
Proposals by: 25.03.2020

Throughout the past decade, a variety of critical race, queer, disability, and animal studies scholars such as Mel Y. Chen, Eunjung Kim, Dana Luciano, Jasbir K. Puar, and Dinesh Wadiwel have grappled with questions of what constitutes default forms of humanness, how these are upheld and by whom, as well as whether humanity has a future. Indeed, such inquiries have closely linked humanness to productivity, autonomy, and the ability to manifest normative bodily features and identity markers to foster a deeper understanding of how, in certain contexts, one’s objectification as disposable, replaceable, and unworthy of care can register in a way that is not exploitative and destructive.

Inspired by Eunjung Kim’s essay in the 2015 special issue of GLQ: A Journal of Lesbian and Gay Studies and its focus on the questions of what it means to be human and how the category itself inscribes sets of capacities and characteristics that render only certain bodies valuable, this panel seeks to explore notions of un/becoming human or inhuman and their relatedness to social and cultural power structures.[1]

In the vein of interrogating in/humanness, we intend to consider if and how we are able to persist against the demand for productivity and forge connections at a time when our world is shaped by „the blows of our aggressive need for the world to accommodate us and our resistance to adaptation,“[2] a world that nonetheless holds out the potential for something other than a cruelly optimistic vision of a future.

How might becoming in/human allow us to exist and explore forms of sociality and kinship through theoretical, literary, filmic, and artistic approaches that resist the ongoing precariticization of bodies and a demand for agency, sovereignty, and productivity rendered legible through a (homo or hetero)normative, cis, able-bodied, white, middle class, consumer citizen subject? Continue reading

Conference: Locating Medical Television. The Televisual Spaces of Medicine and Health in the 20th Century, 18.-20.03.2020, London

ERC The Healthy Self as Body Capital; Science Museum Dana Research Centre International Conference (Web)
Venue: The Dana Research Centre and Library, London
Time: 18.-20.03.2020
Medical television programmes, across their history, have had specific relationships to places and spaces:
On the one level, they have represented medical and health places: consulting rooms, hospitals, the home, community spaces, public health infrastructures and the rest. As television-producers have represented these places, there has been an interaction with the developing capabilities of television technologies and grammars. Moreover, producers have borrowed their imaginaries of medical and health places from other media (film, photographs, museum displays etc.) and integrated, adjusted and reformulated them into their work.
But medical television has also worked spatially in the political sense of being broadcast internationally, at the national level, and locally, interacting with differing regimes and polities. It may include regional and local broadcast as well as straddling public-private divides, including pay television, advertisement and audience measurement. At both levels, medical television has served to represent familiar and unfamiliar locations and medical modes back to patients and medical or health practitioners.
Following ‚Broadcasting health and disease‘ organised with Wellcome Collection in 2017 and ‚Tele(visualing) Health‘ organised with London School of Hygiene and Tropical Medicine in 2018, this third conference on medical television in the framework of the ERC funded BodyCapital project and in a joint venture with the Science Museum London intends to locate medical television more precisely – it intends to engage (medical) TV history with recent questions concerning the relevance of space within and beyond national borders.
With comparative approaches, or under consideration of (sometimes contradictory) local, national and global developments, the conference intends to address the following themes: Read more … (Web)

Happy International Women’s Day! Klicktipp: Zur Geschichte des Internationalen Frauentages am 8. März (Portal)

Ofra: Online Archiv Frauenpolitik; Projekt des Kreisky-/Dohnalarchivs (Web)

Der Internationale Frauentag ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts der wichtigste Feier- und Demonstrationstag der Frauenbewegungen.

Sein Ursprung ist nicht unumstritten. In Österreich und einigen anderen Ländern wurde er jedenfalls 1911 zum ersten Mal begangen, nachdem er 1910 auf der 2. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen beschlossen worden war.

Ein Vorbild waren nordamerikanische Frauendemonstrationen für das Wahlrecht, der Vorschlag kam von Clara Zetkin und Käte Duncker. Seither wird der Internationale Frauentag – mit der Unterbrechung der faschistischen Diktaturen – jedes Jahr abgehalten.

Die Website Ofra bietet einen umfangreichen historischen Kontext des Internationale Frauentags. Weiterlesen zur Geschichte des Internationalen Frauentages auf der Site von ofra (Web).

Dossiers zu den Themen Gleichheit | Frieden | Körper | Frauentag begehen (Web)

 

CfP: Arbeitsam arbeits/arm in Geschlechterverhältnissen (ca. 1680-2000) (Event, 06/2020, Wien); bis: 15.04.2020

14. Workshop des Forschungsschwerpunkts Frauen- und Geschlechtergeschichte der Hist.-Kulturwiss. Fakultät der Univ. Wien in Koop. mit dem Institut für Geschichte des ländlichen Raumes (IGLR) (Web) und fernetzt. Junges Forschungsnetzwerk Frauen- und Geschlechtergeschichte (Web)

Ort: Universität Wien
Zeit: 19. Juni 2020
Einreichfrist: 15. April 2020, Call for Papers als PDF

Der Workshop fragt nach historischen und aktuellen Ausgestaltungen, Bedingungen und Handlungsweisen in geschlechterhierarchisch strukturierten Arbeitskontexten. Dabei wollen wir vorläufig keine Definition von Arbeit liefern, sondern historische Vorstellungen, Einteilungen, Praktiken und Ausgestaltungen von Arbeit selbst zum Untersuchungsgegenstand machen.

Seit Jahrzehnten kämpfen Feminist*innen gegen Geschlechterungleichheit und -diskriminierung in Arbeit, Beschäftigung und in sozialstaatlichen Sicherungssystemen an. Aber nach wie vor werden Frauen in ihren Erwerbsarbeitsverhältnissen Männern gegenüber benachteiligt. So sind die arbeitsbezogenen Ansprüche, die Frauen an den Staat geltend machen können, geringer als jene von Männern und sie sind häufiger von Armut betroffen. Dazu trägt bei, dass viele ihrer Tätigkeiten bis heute kaum als Arbeit anerkannt werden. Dies äußert sich beispielsweise in den schlecht entlohnten und häufig informellen Beschäftigungsverhältnissen im Haushalt oder in haushaltsnahen Bereichen.

Arbeitsam arbeits/arm verweist daher sowohl auf die Prekarität als auch die vielfache Minderbewertung von ‚weiblich‘ konnotierten Tätigkeitsbereichen, die so arbeitsintensiv wie gesellschaftlich notwendig sind. Diese Bewertungen sind eng mit Geschlechterverhältnissen verschränkt, die sich mit anderen Formen und Verhältnissen sozialer Ungleichheit (z. B. Rassismus, Alter, Körper, Klasse) überkreuzen.

  • Wie wurde bzw. wird Ungleichheit zwischen Männern und Frauen in Arbeitskontexten re/produziert, gefestigt oder verändert?
  • Wie veränderte sich die Bewertung von Tätigkeiten, wenn sie vermehrt von Frauen bzw. von Männern ausgeführt wurden?

Continue reading