Vortrag: Sabine Grenz: Überlegungen zu den Geschlechterkonstruktionen der Debatte „Pro Sex-Arbeit oder contra Prostitution?“, 07.06.2017, Wien

Veranstaltungsreihe ‚Gender in der Bildungswissenschaft‘; Arbeitsbereich Bildung und Beratung im Lebenslauf; Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien: Bettina Dausien, Rosemarie Ortner, Martina Enzendorfer und Ines Pazdera (Web)

Zeit: 07.06.2017
Ort: Institut für Bildungswissenschaft, Sensengasse 3a, 1090 Wien
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe werden bildungswissenschaftliche Diskurse und Fragestellungen aus gender­- und queertheoretischer Perspektive kritisch in den Blick genommen um die Bandbreite geschlechterregulierender Macht sichtbar gemacht. Die diesjährige Veranstaltung schließt an die im Oktober 2016 veranstaltete Fachtagung an.
Programm

  • 15.00-17:30 Uhr: Teaching and Learning about Gender. Fachlicher Austausch mit Lehrenden und Studierenden des Instituts für Bildungswissenschaft und Zentrum für Lehrer*innenbildung (Anmeldung bis 31.05.2017)
  • 18.00 Uhr: Vortrag von Sabine Grenz: Überlegungen zu den Geschlechterkonstruktionen der Debatte „Pro Sex-Arbeit oder contra Prostitution?“ (Teilnahme ohne Anmeldung möglich)
  • Ausklang bei Snacks und Wein

Abstract zum Vortrag: In diesem Vortrag werden die polarisierte Debatte über Prostitution und die ihr enthaltenen Geschlechterkonstruktionen untersucht. Ausgehend von einer Darstellung der jeweiligen Position geht es darum, die jeweiligen Vorstellungen von Männlichkeit, Weiblichkeit und Zweigeschlechtlichkeit zu rekonstruieren. Dabei wird deutlich, dass beide Seiten auf traditionell bürgerliche und progressive Aspekte zurückgreifen und so Geschlecht auf eine jeweils unterschiedliche aber doch ambivalente Weise codieren. Die von Sabine Grenz vorgeschlagene Position beinhaltet folglich eine kritische Betrachtung der Prostitution/Sex-Arbeit, die, sofern sie sich in der Praxis niederschlägt, nicht für ein Verbot, sondern für die Regulierung kommerzieller Sexualität eintritt.
Sabine Grenz hat seit April 2017 die Professur fu?r Gender Studies an der Universität Wien inne. Zuvor war Sabine Grenz Vertretungsprofessorin für Diversitätsforschung an der Universität Göttingen. Sie habilitierte und promovierte in den Gender Studies über Männlichkeitskonstruktionen bei heterosexuellen Prostitutionskunden und Konstruktionen von Femininität in von Frauen verfassten Kriegstagebüchern aus dem Zweiten Weltkrieg an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihr Studium absolvierte Sabine Grenz in Erziehungs- wissenschaft, Soziologie, Psychologie und Gender Studies an der Universität zu Köln und der London School of Economics.
Die Teilnahme an „Teaching and Learning about Gender“ ist nur nach Anmeldung bis 31.5.2017 möglich: beatrix.palka@univie.ac.at