Jahrestagung der Gesellschaft für Globalgeschichte 2027; Tanja Bührer, Laurin Blecha und Marius Müller (Web)
Zeit: 03.-05.06.2027
Ort: Univ. Salzburg
Einreichfrist: 31.10.2026
Christliche Missionen waren transnationale, transimperiale und transkulturelle Projekte, die maßgeblich an der Entstehung, Legitimation und Aufrechterhaltung kolonialer Herrschaftsordnungen mitwirkten. Missionarische Praktiken unterschiedlicher Konfessionen innerhalb des Christentums waren dabei auf den subtileren Ebenen der Wissensordnung, Erziehung sowie alltäglichen Kontrolle angelegt und zielten auf die Regulierung privater Bereiche von Familie und Haushalt sowie von Intimsphären der Sexualität und Körper. Diese geschlechterspezifischen Ordnungen und sexuelle Normen dienten nicht nur der Disziplinierung im kolonialen Kontext, sondern wirken in postkolonialen Kontexten nach. Gleichzeitig waren sie auch Gegenstand der Aushandlung und des Widerstandes seitens lokaler Gemeinschaften. Mission erscheint damit als epistemischer, sozialer, kultureller und politischer Handlungsraum, in dem Geschlecht, Sexualität, Race, Klasse und Religion in ihrem wechselseitigen Verhältnis in interkultureller Interaktion immer wieder neu konfiguriert wurden.
Die Jahrestagung greift dieses Spannungsverhältnis auf und widmet sich der Frage, wie missionarische Akteurinnen und Akteure sowie Institutionen Geschlechterordnungen und Sexualitätsentwürfe konzipierten, verbreiteten und veränderten. Dabei soll insbesondere nach den Handlungsmöglichkeiten, Strategien und Perspektiven jener gefragt werden, die von missionarischen Interventionen betroffen waren oder sie aktiv mitgestalteten. Wir begrüßen Beiträge aus allen historischen und kulturwissenschaftlich ausgerichteten Disziplinen von der Frühen Neuzeit bis ins 20. Jhd. Mögliche Themenschwerpunkte umfassen:
Normen, Wissensordnungen und Konstruktionen von Geschlecht und Sexualität
– Entwürfe und Konstruktionen von Geschlecht und Sexualität in unterschiedlichen regionalen Kontexten, Kulturen und Konfessionen
– Mission und die Regulierung von Ehe, Familie, Intimität und Reproduktion
– Geschlechtliche und sexuelle Diversität im Spannungsfeld religiöser Normen
– Transimperialer Wissenstransfer in Missionskontexten
Akteur:innen, Handlungsmacht und Aushandlungsprozesse Continue reading

Institut für Sächsische Geschichte in Koop. mit SLUB Dresden, TU Dresden, Katholische Univ. Eichstätt-Ingolstadt, Univ. Würzburg, Institut zur Erforschung und Erschließung der Alten Musik in Dresden e. V. und Ars Augusta e. V.; Stephan Kraft, Andreas Rutz und Isabelle Stauffer
traverse. Zeitschrift für Geschichte. Revue d’histoire 1/2028
Fachtagung „Quo vadis, Personalmuseum?“ des Netzwerks „Kulturelle Gedächtnisorte von nationaler Bedeutung (KGO)“
WO-NAM research project; Ca’ Foscari Univ. of Venice; Chiara Bonfiglioli, Giulio Fugazzotto, Shivangi Jaiswal, Albert Manke, Sarah Nagaty, and Bruno W. R. Toscano
16. Tagung der Arbeitsgemeinschaft „Frühe Neuzeit“ im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands; Birgit Emich, Michael Leemann und Xenia von Tippelskirch