Buchpräsentation: Eveline List: Zwischen Psychoanalyse und Sozialismus: Über Margarethe Hilferding-Hönigsberg, 24.09.2026, Wien

Frauenstudienzirkel (Web)

Zeit: Do., 24.09.2026, 18 Uhr
Ort: ega – Frauen im Zentrum, Windmühlg. 26, 1060 Wien
Anmeldung: mauerhofer@chello.at

Margarethe Hönigsberg, geboren 1871, entstammte dem jüdischen Großbürgertum und der Tradition der 1848er Revolution. Früh in der Frauenbewegung aktiv, absolvierte sie als erste Frau in Wien ein Medizinstudium und heiratete den austromarxistischen Ökonomen Rudolf Hilferding. Nach Jahren in Berlin kehrte sie nach Wien zurück und arbeitete als Ärztin im Arbeiterbezirk Favoriten.
Sie wurde erstes weibliches Mitglied der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung und verfasste eine bahnbrechende Arbeit zu „Grundlagen der Mutterliebe“ und zur frühesten infantilen Entwicklung. Im Roten Wien war sie als Sozialmedizinerin und Frauenärztin maßgeblich im Kampf um Geburtenkontrolle und die Entkriminalisierung der Abtreibung aktiv. 1934 wurde sie vom austrofaschistischen Regime als sozialdemokratische Funktionärin verhaftet, 1942 von den Nationalsozialisten nach Theresienstadt deportiert und in Treblinka ermordet.

  • Eveline List: Zwischen Psychoanalyse und Sozialismus. Die Frauenärztin Margarethe Hilferding-Hönigsberg, Wien 2026 (Web)

Der Mandelbaum-Verlag wird mit Büchern präsent sein.

Eveline List ist Psychoanalytikerin und war Professorin für Geschichte an der Univ. Wien. Sie ist Lehranalytikerin der International Psychoanalytical Association und hat sich auf die Forschung und Praxis in diesem Bereich spezialisiert. Ihre Arbeit umfasst die Analyse von historischen und psychologischen Aspekten, die in ihrem Buch „Zwischen Psychoanalyse und Sozialismus“ behandelt werden.

Quelle: Frauenstudienzirkel

CfP: Visual Cultures of Sexuality in Postwar Europe (05/2027, Birmingham); by – extended: 30.09.2026

Birmingham City Univ.: Research project „The Europe that Gay Porn Built, 1945–2000“; John Mercer (Birmingham City Univ., UK), João Florêncio (Linköping Univ., SE), and Isabell Dahms and Piotr Maron (Univ. of Exeter, UK) (Web) | (PDF)

Time: 19.-20.05.2027
Venue: Birmingham City Univ.
Proposals – extended (from 01.09.2026) by: 30.09.2026

Images have accompanied and deeply shaped political, social, and cultural understandings and experiences of sexuality in postwar Europe. From Bernardo Bertolucci’s Last Tango in Paris (1972) to Tracey Emin’s Everyone I Have Ever Slept With 1963–1995 (1995); from Ingmar Bergman’s Summer with Monika (1953) to Party, the Spanish magazine that marked „el Destape“ („the undressing“)—the period of cultural frenzy and sexual freedom that allowed soft porn to enter the Spanish cultural mainstream immediately following the death of Franco—postwar visual cultures of sexuality have played a fundamental role in documenting and informing, not always in the most ethical or uncontroversial manner, how people across Europe lived their sexuality, as well as how Europe got to be perceived, from abroad, as a continent of sexual freedoms and/or dangers (Barr 1983; Rugoff 1999; Beattie 2016; Paasonen 2017; Labrador Méndez 2020; Florêncio & Mercer 2025). At the same time, many photographers, filmmakers, and pornographers continued fuelling a long European colonial tradition of orientalist and exploitative image-making fetishising racialised and often younger bodies, a visual corpus that affirms and at times also troubles the borders of Europe understood as a sexual-geographical imaginary (Shepard 2017; Dahms forthcoming; Florêncio & Mercer forthcoming).
Images, too, helped shape postwar European imaginaries of sexuality as it intersected with health and illness, especially as the AIDS crisis hit the continent. From Sweden’s Revolt Press’s 1985 publication of a safer-sex gay porn magazine funded by the State Bacteriological Laboratory—the precursor to the Swedish Public Health Agency—to the UK government’s infamous 1986 public health campaign „AIDS: Don’t Die of Ignorance“; from the Portuguese National Commission for the Fight Against AIDS’s 1993 campaign „SIDA: Sabe que se pode morrer de solidão“ („AIDS: Do You Know Loneliness Can Kill?“) to the articulation of sexuality, health, and post-Communist masculine body ideals in Polish gay magazines like Filo, Men and Nowy Men, visual culture helped frame sex and sexuality as contested sites overloaded with conflicting meanings hovering between pleasure and liberation on the one hand, and death and disease on the other (Florêncio 2020; Florêncio forthcoming; Maron forthcoming). Continue reading

Klicktipp: Girl Pop: Sendungen von Irmi Wutscher auf Ö1 (Podcast)

Ö1-Reihe Radiokolleg; Irmi Wutscher (Web)

Frauen dominierten 2024 die Musikcharts und räumten bei den Grammys 2025 ab. Gleichzeitig entstand eine neue Online Girl-Kultur mit Brat Summer, Barbie-Memes und Girl-Influencern, die die Popmusik beeinflusst. Girlishness, also Mädchenhaftigkeit, wurde in verschiedenen Popkultur-Epochen strategisch inszeniert, von den Spice Girls und Riot Grrrls der 1990er über Britney Spears, Beyoncé und Taylor Swift in den 2000er und 2010er Jahren bis zu den Brats von heute. „Girl“-Sein ist dabei keine feste Identität, sondern wandelbar. Die Ö1-Journalistin Irmi Wutscher erforscht in der Reihe „Musikviertelstunde“ vier Jahrzehnte Girl-Kultur und deren Einfluss auf die Popkultur:

Sendungen (je 15 Minuten)

  • Riot Grrrls und Girlies: Die 1990er-Jahre (31.08.2026) (Web)
  • It’s Britney, Bitch: Die Nullerjahre (01.09.2026) (Web)
  • Empowerment und Girlbosse: Die 2010er-Jahre (02.09.2026) (Web)
  • Brat Summer und Sapphic Pop: Die 2020er-Jahre (03.09.2026) (Web)

Hinweis
Die Beiträge wurden als Wiederholung von Sommer 2025 ab Ende August 2026 wieder ausgestrahlt und sind zeitlich begrenzt online verfübar.

Die Popkultur erlebt in den 1990er-Jahren ihre prominenteste Ära der Girl(ie)s. „Acting like a girl“ war eine neue Möglichkeit für Frauen in der Rockmusik, kulturelle Sichtbarkeit zu erlangen. Denn, sagt Missy-Magazine Mitgründerin Sonja Eismann: welche Zuschreibung an weiblich gelesene Personen gerade die meiste Sprengkraft entwickelt, hängt auch vom Kontext ab. Und gerade in den 1990ern (und zu einem Teil auch jetzt bei den Brat Girls) liegt eine gewisse Verweigerungshaltung gegenüber Anforderungen des Weiblich-Seins in der Selbstbezeichnung als Mädchen. Girlishness kann dabei grenzüberschreitend und feministisch sein, wie bei den Brats („Gören“) und den Riot Grrrls, aber auch den patriarchalen Status Quo zementieren, der Frauen in einer kindlichen, sexy, launischen und zahmen Rolle sieht.
Das galt für die Alternative-Welt, wo sich an der Westküste der USA mit Riot Grrrl eine Punk-Subkultur entstand. So wie das Babydoll-Kleid mit den klobigen Stiefeln wurde hier unschuldige Weiblichkeit im Auftreten mit Texten über sexuelle Gewalt oder Frauen-Unterdrückung kombiniert. Weichgespült erreichte der Girl-Trend aber auch den Mainstream, der Versatzstücke des Riot Grrrl-Punk aufgriff – ein bauchfreies Top und ein Bindi draufklatschte und als Girl Power an die Massen verkaufte.

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Tagung: Un/Sicherheit und Geschlecht in der Frühen Neuzeit, 29.-31.10.2026, Stuttgart-Hohenheim [REMINDERIN]

31. Tagung des Arbeitskreis Geschlechtergeschichte der Frühen Neuzeit (Web); Fachbereich Geschichte, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart (Web)

Zeit: 29.-31.10.2026
Ort: Stuttgart-Hohenheim
Anmeldung bis: 15.10.2026

Programm (PDF) | (Web)

Panels: Soziale und ökonomische Un/Sicherheiten | Unsicherheit in Krieg und Militärwesen | Konzeptionelle Unsicherheiten

Keynote: Sigrid Ruby (Gießen): Unsicherheit qua Geschlecht. Beobachtungen an Stadtbildern der Frühen Neuzeit

Sicherheitsbedenken und vor allem Unsicherheit sind derzeit allgegenwärtige Begriffe, angesichts unterschiedlicher Bedrohungslagen und Instabilitäten im Politischen wie auch im Privaten, verbunden mit dynamischen, vielschichtigen Transformationsprozessen. Während für die Moderne Fragen von Sicherheit schwerpunktmäßig mit Bezug zu militärischen, sozialen und ökologischen Kontexten diskutiert werden und der Staat als zentraler Sicherheitsakteur adressiert wird, stellt sich die Situation für die Vormoderne und die Frühe Neuzeit durchaus vielschichtiger und ambivalenter dar.
Vorstellungen und Praktiken von Sicherheit, Repertoires für den Umgang mit Unsicherheit und zur Ausbildung von Resilienz waren in ein kosmologisches Weltbild integriert; transzendente Kräfte, seien dies die Gestirne, Engel oder Gott selbst waren als „Sicherheitsakteure“ aktiv, deren Wirken für fundamentale Gefahren und Katastrophen verantwortlich gemacht wurde oder auf deren Hilfe man in Gefahrensituationen setzte. Zugleich verorteten sich Sicherheit und Unsicherheit im europäischen Kontext in einem ständischen Gesellschaftsmodell, das von rechtlicher Ungleichheit geprägt war. Sicherheit war insofern entlang der miteinander verschränkten Differenzmarkierungen ungleich verteilt, verfügbar oder einzufordern. Zudem veränderten sich die religiösen, politischen, rechtlichen, ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen im Verlauf der Frühen Neuzeit; auch drohten Krisen und Kriege noch mehr Continue reading

Buchpräsentation: Andreas H. Zajic (Hg.): L’homme armé – Bilder vom gerüsteten Mann zur Zeit Maximilians I. | Images of the Armoured Man from the Time of Maximilian I., 24.09.2026, Wien

Österreichische Akademie der Wissenschaften, SFB F92 Managing Maximilian (1493-1519) (Web)

Zeit: Do., 24.09.2026, 17–21 Uhr
Ort: Weltmuseum Wien Forum, Heldenplatz 1, 1010 Wien

„Den gerüsteten Mann muss man fürchten“ – so beginnt der Text zu einer der populärsten Melodien Europas um 1500. Literatur und Publizistik, Bildende und Darstellende Kunst benützen das Bild des kriegstüchtigen Mannes in Rüstung auch für Kaiser Maximilian I. Doch welche Konzepte stehen hinter diesem Topos? Dieser Frage geht das Buch, entstanden in einem großen Forschungsprojekt zu den personalen Grundlagen der Herrschaft des Habsburgers, in acht Essays nach. Die Autor:innen ziehen dabei vom Turnierplatz der adelig-höfischen Eliten und vom Triumphzug Maximilians zu den Söldnerheeren und Geschützen der Schlachtfelder, sehen den Papierkriegern der Kanzlei bei der Verwaltung von Krieg und Harnischproduktion über die Schulter, lesen gelehrte lateinische Dichtung und deutsche Flugblätter, lauschen militärischen Klangwelten, analysieren soziale Netzwerke und ambivalente Vorstellungen von Männlichkeit und Geschlechterrollen: oft sind es gerüstete Frauen, die eine entscheidende Rolle spielen.

Programm

Begrüßung

Einführung zum Thema

  • Andreas Zajic (SFB Managing Maximilian und Herausgeber): L’homme armé oder Les hommes armés? Der „Eine“ und „die Vielen“ hinter dem Ideal des kriegerischen Fürsten
  • Cathleen Sarti (Independent Researcher, Oxford): L’homme armé – Plus ultra. Was kommt nach dem ‚letzten Ritter‘?

Präsentation des Buchs Continue reading

Klicktipp and CfP: visualhistory.info: Photo and Video Essays in Rural History

The Archives of Rural History in Bern, the European Rural History Organisation (EURHO), the Agricultural History Society in the USA and the European Rural History Film Association (ERHFA):  visualhistory.info (Web)

Images are important sources for historical research. Today, they also play an increasingly important role in historiography because numerous photographic and film sources have been secured, collected, indexed, and made available to researchers in recent decades. Many of these sources have now been digitized and are available online. At the same time, ‚visual history‘ has established itself as an important field of historical research. The visuality of history as much as the historicity of the visual have become crucial subjects of historiographical research and history teaching. The Archives of Rural History in Bern publishes in cooperation with the European Rural History Organisation (EURHO), the Agricultural History Society in the USA and the European Rural History Film Association (ERHFA) the series Photo and Video Essays in Rural History (Web).
Researchers are invited to submit manuscripts for publication in this series. The length of a Photo Essay can range from 1’000 to 5’000 words. Manuscripts must include the photo(s) and biographical information on the author. Read more … (PDF)

Klicktipps

Grey Osterud: Rural Women’s Bodily Labor Photographed by Professionals and Amateurs
Photographs are among the most valuable sources we have to explore the social construction of gender through bodily labor in early twentieth century Europe. Read more … (Web)

Peter Moser and Andreas Wigger: What a life! Mina Hofstetter – an ecofeminist pioneer of organic farming
The female farmer Mina Hofstetter worked on the Stuhlen farm on Lake Greifensee near Zurich from 1915 until the 1950s. Hofstetter became famous because she adopted a vegan diet from the early 1920s … read more (Web) | Deutsche Version: Weiterlesen … (Web)

Peter Moser and Andreas Wigger: Working Animals: Hidden modernisers made visible
Working animals are often conceptualised as a phenomenon of the pre-industrial age. Historians often assume, that they became obsolete in the process of industrialisation. Read more … (Web) | Deutsche Verion: Weiterlesen … (Web)

Workshop: Geschlecht im Recht. Perspektiven auf Differenz in der deutschsprachigen Justiz des 20. und 21. Jahrhunderts, 17.-18.09.2026, Greifswald

Friederike Faust (Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie, Göttingen) und Annelie Ramsbrock (Allgemeine Geschichte der Neuesten Zeit, Greifswald) (Web)

Zeit: 17.-18.09.2026
Ort: Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald

Werden heteronormative Geschlechterverhältnisse durch Recht stabilisiert? Wirken sich vergeschlechtlichte Vorstellungen von Vulnerabilität und Bedrohung in Strafverfolgung, Strafverfahren und Strafvollzug aus? Und inwieweit ist in diesem Feld ein historischer und systembedingter Wandel im 20. und 21. Jhd. zu beobachten? Der interdisziplinär angelegte Workshop bringt Kulturanthropolog:innen, Kriminolog:innen und Historiker:innen miteinander ins Gespräch, um zu zeigen, wie Hetero- und Homonormativität Konzepte und Praktiken des Strafens im 20. und 21. Jhd. durchdrangen, möglicherweise aber auch herausforderten und dies noch immer tun.

Programm

17.09.2026

  • 10.00 Uhr: Begrüßung und Einführung: Friederike Faust und Annelie Ramsbrock

10.15 Uhr: Geschlecht und (Un)Recht: Konzeptionen von Ungleichheit im geteilten Deutschland (Moderation: Friederike Faust und Annelie Ramsbrock)

  • Ute Schneider (Essen), Strafen oder erziehen? Das Familiengesetzbuch der DDR
  • Christine Morgenstern (Bochum), Grund- und Menschenrechte im Strafvollzug
  • Dörte Negnal (Siegen), Criminological Gender Studies. Leerstellen interdisziplinärer Forschung

12.00 Uhr: Roundtable

14.00 Uhr: Geschlecht vor Gericht I Continue reading

Tagung: Historische Perspektiven auf (sexualisierte) Gewalt in pädagogischen Kontexten, 07.-09.10.2026, Hildesheim [REMINDERIN]

Sektion Historische Bildungsforschung in der DGfE; Meike Baader (Univ. Hildesheim), Edith Glaser (Univ. Kassel) und Elke Kleinau (Univ. zu Köln) (Web)

Zeit: 07.-09.10.2026
Ort: Univ. Hildesheim

Seit 2010 erfahren Fragen der sexualisierten Gewalt in pädagogischen Einrichtungen verstärkt Aufmerksamkeit. (Bildungs-)Historische Kontexte werden dabei immer wieder berührt, weil sie für die Aufarbeitung von Gewalterfahrungen relevant sind. Zugleich akzentuiert Aufarbeitung die Rechte und Perspektiven von Betroffenen und damit die Unabgeschlossenheit jedes Aufarbeitungsprozesses. Dies rahmt die historische Perspektive mit Blick auf die Folgen für Betroffene und die aktuelle Verantwortung von pädagogischen Einrichtungen und Organisationen.
Auf der Tagung wird der Fokus der historischen Forschung zu (sexualisierter) Gewalt zeitlich und regional weiter gefasst und (bildungs-)historische Perspektiven zugleich gegenüber der bisherigen Aufarbeitungsforschung vertieft.

Programm (PDF)

Mi., 07.10.2026

  • 12.30 Uhr: Begrüßung durch die Veranstalterinnen
  • Statement: Julia Gebrande, Vorsitzende der Unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
  • Perspektiven von Betroffenen: Katharina Kracht und Julius Wolf

13.30 Uhr: Keynote: Daniel Gerster: „Now, be brave“ „Be a man!“ Wahrnehmungen (sexualisierter) Gewalt in Internaten des 19. und 20. Jahrhunderts

15.00 Uhr: Gewalt in pädagogischen Konzepten und Praktiken

  • Groppe, Carola: Jugend, Dichtung – und Gewalt? Erziehungspraktiken und -erfahrungen im George-Kreis in der Weimarer Republik.
  • Berner, Esther: Sex zwischen Lust, Leistung und Macht. Eheratgeber als Continue reading

Tagung: Verheiratet, verstoßen, verbannt: geschiedene hochadelige Frauen 1600-1900, 28.-30.9.2026, Gotha

Corinna Dziudzia (HAB Wolfenbüttel/JLU Gießen) und Markus Meumann (Forschungszentrum Gotha) (Web)

Termin: 28.-30.9.2026
Ort: Forschungszentrum Gotha

Programm (Web)

Das Jahr 1826 stellt in der europäischen Dynastiegeschichte eine entscheidende Zäsur dar: Im November des Jahres entstand durch den Erbvertrag von Hildburghausen das Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha, dessen Herrscherhaus im 19. und frühen 20. Jhd. durch eine geschickte Heiratspolitik verwandtschaftliche Beziehungen mit einer Vielzahl regierender Fürstenhäuser knüpfte und in mehreren europäischen Ländern auf den Thron gelangte. Schon die Entstehung des Herzoghauses beruhte auf einer Heirat, der 1817 aus politischen Gründen geschlossenen Ehe Herzog Ernsts von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1784-1844) mit Prinzessin Luise von Sachsen-Gotha und Altenburg (1800-1831), der Tochter des vorletzten Gothaer Herzogs August. Obwohl diese Verbindung wesentlich dafür war, dass sich die Coburger Linie gegenüber den anderen ernestinischen Häusern durchsetzen konnte, ließ sich Ernst I. bereits im Jahr der Gründung des neuen Herzogtums von seiner Ehefrau scheiden. Bereits zwei Jahre zuvor war Luise nach St. Wendel im Fürstentum Lichtenberg (im heutigen Saarland) verbannt worden, getrennt von ihren beiden Söhnen, mit denen sie fortan keinerlei Kontakt mehr haben durfte.
Die vom Forschungszentrum Gotha und der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel gemeinsam geplante Tagung nimmt anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Entstehung des neuen Herzogtums solche Fälle geschiedener hochadeliger Frauen vom 16. bis zum späten 19. Jhd. erstmals systematisch in den Blick. Neben bekannten Beispielen wie der englischen Königin Katharina von Aragon (1485-1536), der als „Prinzessin von Ahlden“ berühmt gewordenen hannoverschen Kurprinzessin Sophie Dorothea (1666-1726) oder der dänischen Königin Caroline Mathilde (1751-1775) steht eine Vielzahl weiterer Fälle, die bislang seitens von der historischen Forschung wenig oder keine Beachtung gefunden haben. Dazu gehört auch eine Zeitgenossin Luises: Elisabeth Christine Ulrike von Braunschweig-Wolfenbüttel (1746-1840) wurde 1769 von ihrem Ehemann Friedrich Wilhelm II. von Preußen geschieden und nach Stettin verbannt, wo sie die restlichen 70 Jahre ihres Lebens verbrachte. Weiterlesen … (Web)

Quelle: HSozKult (Web)

Conference: Ethics of queer in/visibility, 30.09.-02.10.2026, Heidelberg

Theresa Heyd, Miriam Neuhausen, and Vroni Zieglmeier (Anglistisches Seminar, Univ. Heidelberg) (Web)

Time: 30.09.-02.10.2026
Venue: Heidelberg

Programme (Web) | (PDF)

Sessions: Representations | Histories | Architectures | Platforms | Repression and Resistance | Interaction | Style

Concepts of in/visibility have played an important role in queer activism and gender studies for a long time. Being seen and being heard, having a voice and a place at the table have been manifest political goals but also powerful metaphors of representation through decades of feminist and queer movements and academic debates. A vocabulary of in/visibility informs many ways of talking about gender, from the metaphor of the closet (Sedgwick 1990, Kibbey 2023) with regard to sexual orientation, to the notion of passing (Goffman 1963) for gender presentation and gender identity. Many aspects of feminist and queer practice rely on becoming visible in public space: women’s marches and pride parades, trans and lesbian days of visibility, material objects such as rainbow flags and pronoun buttons. And in media-saturated and digital contexts, being visible has become an omnipresent metric of the self.
At the same time, visibility has been identified as an ambivalent mechanism with risky implications (Foucault 1975, Schaffer 2008, Beauchamp 2019). Representation and exposure can lead to gender-based surveillance, discrimination, and violence. The very notion of safe spaces, a topic of ridicule in some public discourses, is borne from the notion that visibility may entail vulnerability. While queer visibility has been marketed and commodified under the guise of visibility politics for a long time (Hennessy 1994), many individuals and communities are not able to become visible in their plurality, e.g. people on the move and undocumented migrants (Luibhéid & Chávez 2020), people in war-ridden parts of the Global South (Puar 2007), or disabled and chronically ill people (Hedva 2022). For queer people of color, being visible can also mean being subjected to a colonial, orientalist or white gaze (Ferguson 2003), and visible disabled bodies are often reduced to ‘inspiration porn’ (Grue 2016). Remaining opaque (Glissant 1990), resisting through invisibility (Alloa 2023), and refusing research (Tuck & Yang 2014) have been put forward as productive objections to the white imperative of visibility. Read more … (PDF)

Source: HSozKult (Web)