Achte Jahrestagung des Arbeitskreises Sexualitäten in der Geschichte (AKSG); Sebastian Bischoff (Univ. Bielefeld), Anna Domdey (Univ. Erfurt), Janos Erkens, Julia König, Nadine Schiel und Thassilo Polcik (Univ. Wuppertal) und Dagmar Lieske (Berlin) (Web)
Zeit: 23.-24.04.2027
Ort: Wuppertal
Einreichfrist: 15.12.2026
Die Verbindung der Begriffe der Sexualität und der Pädagogik mutet unbehaglich an. Seit der Installation der paiderastia als gesellschaftliche angesehene Institution in der hellenischen Antike, auf welche in der sogenannten „abendländischen Geschichte“ fortwährend als „Geburtsstunde der Moderne“ rekurriert wurde, lag der Fokus der Sexualerziehung zumindest in der christlichen Geschichte eher darin, die Lust aus der fortpflanzungsbedingt seit Augustinus als notwendig erachteten sexuellen Praxis zu entfernen. Die regelmäßigen Verweise auf die paiderastia bzw. den pädagogischen Eros als Erziehungsinstitution wurden und werden stets problematisiert. Gleichwohl werden noch der aktuellen, neoempanzipatorischen Sexualpädagogik unlautere Absichten unterstellt; die Diagnose, dass Sexualpädagogik derzeit umkämpft ist, ist zum Gemeinplatz geworden. Unter Druck steht die Sexualpädagogik in letzter Zeit nicht nur durch rechte Angriffe auf Curricula oder sexualpädagogische Angebote von Trägern wie profamilia, sondern auch durch die Konfrontation mit toten Winkeln und problematischen Entwürfen in ihrer jüngeren Geschichte: Nicht zuletzt sind im Zuge der notwendigen Aufarbeitungen der Geschichte sexueller Gewalt in der Bundesrepublik, ihren politischen, wissenschaftlichen, religiösen und auch pädagogischen und künstlerischen Kontexten sowie in sozialen Bewegungen die hochproblematischen Verflechtungen besagter Institutionen mit Strukturen zutage getreten, die sexuelle Gewalt ignorierten, schützten oder gar förderten. Entsprechende Aufarbeitungsinitiativen haben sich in den letzten Jahren gegründet oder wurden implementiert.
Doch auch jenseits dieser politischen Gemengelage hat es die Sexualpädagogik mit einem eigentümlichen Gegenstand zu tun. Ihrem gegenwärtigen Anforderungsprofil zufolge soll sie Wissen vermitteln, Gefahren abwehren, Haltungen verändern und Selbstbestimmung ermöglichen. Weiterlesen und Quelle … (Web)

Journal of Lesbian Studies; J. Szpilka (SWPS Univ., Warsaw) and (Em Cousens, Northeastern Univ., London) 
GENDER. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft
Institut für Wissenschaft und Kunst (IWK) 
Graz Museum