Frédéric Mader & Matthias Ruoss, Univ. Fribourg (Web)
Zeit: 02.10.2026
Ort: Univ. Fribourg
Einreichfrist: 15.07.2026
Trans Geschichte hat sich in den letzten Jahren als innovatives Forschungsfeld etabliert, das historiografische Narrative herausfordert. Trotz des Booms liegen für die Schweiz bislang nur wenige Studien vor. Ziel unseres Workshops ist es, Forschungsarbeiten zur trans Geschlechtlichkeit zu bündeln und zugleich methodische Voraussetzungen historischer trans Forschung zu diskutieren.
Der Call richtet sich an Historiker:innen, die trans als historisch spezifische Form der Subjektivierung begreifen und die damit verbundenen Ambivalenzen verstehen wollen, statt klare universelle Kategorisierungen anzustreben. Wir interessieren uns für Prozesse, in denen trans geschlechtliche Selbstverhältnisse hervorgebracht, stabilisiert, reguliert oder infrage gestellt wurden – in sozialen Milieus (Familie, Subkulturen, Bewegungen), institutionellen Settings (Kliniken, Verwaltung, Militär, Kirchen, Fürsorge, Polizei, Gerichten) oder epistemischen Regimen (Medizin, Psychiatrie, Sexualwissenschaften).
Willkommen sind quellenbasierte Beiträge aus allen Epochen, von der Vormoderne bis in die Gegenwart, die Prozesse der Subjektbildung historisch-kritisch analysieren. Erwünscht sind sowohl Fallstudien als auch konzeptionelle und methodische Beiträge, die zur Weiterentwicklung einer historisch informierten trans Forschung beitragen. Von besonderem Interesse sind Arbeiten, welche die Bedingungen der Quellenproduktion, Archivzugänge und methodische Herausforderungen historischer trans Forschung reflektieren.
Mögliche Themenfelder umfassen:
– Biografien und Alltagsgeschichten
– Körpergeschichten
– Subkulturen und trans Aktivismus
– Genealogie und transnationale Zirkulation von Begriffen, Diagnosen und Klassifikationen
– Transphobie
– Regime der Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit
– Politiken der Anerkennung, Pathologisierung oder Kriminalisierung Continue reading

Jahrestagung des Österreichischen Netzwerks für Migrationsgeschichte
ifk. Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften, Kunstuniversität Linz in Wien