Presentation and Workshop: Women Work Migration: Launch of a Collaborative European Online Platform, 25.-27.08.2026, Berlin and virtual space

FeMig.Lab Female Labour Migration in European History (Web)

Women who migrated within and to Europe have shaped our societies as workers, caregivers, and activists. Join us for the launch of Women Work Migration, a collaborative online platform developed by migrant women, museums, researchers, artists, and activists from across Europe. Bringing together diverse perspectives and personal testimonies, the platform invites visitors to rediscover European history through the experiences of women on the move.
Drawing on stories shared on the platform, contributors will reflect on the continuities and transformations of female labour migration from the twentieth century to the present day. The discussion will also explore the methodological and ethical questions involved in representing personal narratives and broader social structures in public memory.

Launch of the Collaborative European Online Platform „Women Work Migration“

Time: 25.08.2026, 6:00-8:30 PM CET (Web)
Venue: FHXB Museum Kreuzberg-Friedrichshain, Berlin-Kreuzberg
Registration: a.hampel@minor-kontor.de

Time: 27.08.2026, 2:00-3:30 PM CET (Web)
Venue: virtual space
Registration (Web)

Workshop: From Migration to Community. Women’s Networks of Support and Resistance

Time: 24.-26.08.2026 (Web)
Venue: Minor – Projektkontor für Bildung und Forschung gGmbH, Berlin

At the final workshop of the FeMig.Lab project, we once more bring together researchers, public history practitioners, activists and community members. This time, our focus is on exploring networks of solidarity and mutual support among migrant women, in past and present: Continue reading

CfP: The Golden Age of Rural-Urban Migrations? Grassroots Perspective on Global Phenomenon 1930s-1980s (02/2027, Kraków); by: 01.10.2026

Research project „Globalising Upper Silesia. Migration from Rural Areas to Cities in the Global North, South and East“: Marcin Jarząbek and Zofia Strzyż (JU Kraków) and Andrzej Michalczyk (RUB Bochum) (Web)

Time: 18.-20.02.2027
Venue: Institute of History, Jagiellonian Univ. Kraków
Proposals by: 01.10.2026

In the mid-20th century, the world remained deeply divided – both politically and economically. The Iron Curtain, colonialism, and economic backwardness marked various boundaries. Yet in this divided world, the same process could be observed in various places: migration from rural areas to cities, and global urbanisation. Although this phenomenon has accompanied humanity ever since cities first emerged, from the 1930s onwards – and particularly after the Second World War – there was an unprecedented acceleration: the second, after nineteenth-century urbanisation, such a rapid and irreversible social change. During the workshop, we aim to examine this change from a grassroots perspective, focusing primarily on human experience – the ‘lives’ of those at the centre of migration processes, interwoven with political and economic contexts, as well as global change – the ‘system’ with its geopolitical and economic mechanisms.
The workshop, therefore, aims to analyse the processes by which ‘ordinary people’ enter urban, culturally heterogeneous social environments in various parts of the world. The global revolutionary transformation observed between the 1940s and 1970s affected ways of working, communicating, moving about and consuming, resulting in fundamental social changes. We believe that, despite specific contexts, this shared global experience of ‘becoming urban’ and/or ‘remaining rural’ can be identified, compared and summarised. We therefore wish to highlight the agency and actions of ‘ordinary people’ within these global processes and analyse them from a microhistorical perspective – drawing on biographical, local and intergenerational perspectives. We are interested in the origins of urban values and norms that we now take for granted, within politically and economically diverse systems. We encourage you to focus, amongst other things, on the functioning of the family, education, work, the consumption of goods and media, spatial and social mobility, discrimination and racism.
We invite researchers from various academic disciplines (including history, sociology, anthropology, migration studies, and economics) to submit proposals for presentations that fit within the framework outlined above and address one or more of the following topics: Continue reading

CfP: Land-Stadt-Verschränkungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Erste wissenschaftliche Tagung des Netzwerks Zeitgeschichte und Region (09/2027, Hamburg); by: 15.09.2026

Netzwerk Zeitgeschichte und Region (ZuR), Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg (Web); Marc Buggeln, Anette Schlimm und Christoph Strupp

Zeit: 09.-10.09.2027
Ort: Hamburg
Einreichfrist: 15.09.2026

Die Zeitgeschichte hat erst in den letzten Jahren begonnen, sich ländlichen Räumen gegenüber zu öffnen und diese als Gegenstände historischer Forschung zu erschließen. Dabei wurden lange Zeit ländliche Räume als Residuen der Tradition gerahmt, deren verspätete Ankunft in der Moderne nachgezeichnet wurde. Entsprechend wurden Stadt-Land-Verhältnisse vor allem als hierarchisierte Beziehungen einseitigen Transfers beschrieben, bei denen sich städtische Einflüsse nach und nach auch in ländliche Räume Bahn brachen und dort verhärtete Strukturen aufweichten.
Demgegenüber ist in den vergangenen Jahren zunehmend nach der Eigenlogik ländlicher Räume in der Geschichte des 20. Jhds. gefragt worden. Spezifisch ländliche Machtkulturen konnten ebenso kartiert werden wie urban-rurale Muster der queer history. Die geplante Tagung greift solche Ansätze auf und treibt sie weiter. Wir fragen daher nicht nach den zu kontrastierenden Eigenlogiken, sondern nach Überlappungen, Verflechtungen und Hybridisierungen von Stadt und Land. Aus der Perspektive einer Regionalgeschichte, die sich als methodischer Ansatz einer allgemeinen Zeitgeschichte versteht, lassen sich auf der räumlichen Mesoebene Verschränkungen von Stadt und Land aufzeigen, die etablierte Narrative der Zeitgeschichte aufzubrechen und neue Themen in den Vordergrund zu rücken vermögen.
Zentral für die geplante Konferenz ist ein doppeltes Verständnis von Stadt und Land. Mit statistischen Methoden lassen sich Regionen nach ihrem Grad der Ländlichkeit klassifizieren. Dabei umfassen ländlich geprägte Regionen in den meisten Fällen auch Verdichtungsräume – Kleinstädte etwa. Ländlich geprägte Regionen stehen darüber hinaus auch in einem Austausch- und Beziehungsverhältnis zu weniger ländlich oder gar ausschließlich urban geprägten Regionen, so dass die Versuche, Stadt und Land statistisch zu differenzieren, gleichzeitig vielfältige Beziehungsgeflechte und Mischregionen sichtbar machen. Versteht man sowohl Land als auch Stadt zudem auch als Effekte historischer Konstruktionsprozesse, so kann man die verschiedenen Zuschreibungen und ihre materiellen und immateriellen Effekte historisch analysieren. Continue reading

CfP: Reformgewinnerinnen und -verliererinnen? Eine Spurensuche nach Frauen in Reformkontexten des 11. und 12. Jahrhunderts | Women as Losers and Winners of Reforms in the 11th and 12th Centuries (07/2027, Münster); bis: 15.11.2026

Historisches Seminar der Univ. Münster, Sarah Schnödewind (Web)

Zeit: 19.-20.07.2027
Ort: Münster
Einreichfrist: 15.11.2026

Version in English (Web)

„Reformverlierer“ und „Reformgewinner“ – unter diesen Begriffen diskutiert die jüngere mediävistische Forschung Dynamiken der Selbstverortung sowie Erfahrungen von Niederlagen im Kontext mittelalterlicher Reform. Dabei werden Momentaufnahmen von Erfolg und Niederlage deutlich und somit die ältere Dichotomie von Reformern und Reformgegnern hinterfragt. Mit „aktiven Widerständlern, Märtyrern, Querulanten, Trotzköpfen, passiven Duldern, konservativen Aus-der-Zeit-Gefallenen und Opportunisten“ steht eine heterogene Gruppe von Personen im Fokus, die bisher primär auf Mönche, Kleriker, Herrscher oder Konkurrenten um die prima sedes beschränkt ist. Doch was ist eigentlich mit Reformverliererinnen und -gewinnerinnen?
In der älteren Forschung wurde oft davon ausgegangen, dass Frauen grundsätzlich als ,Verlierer‘ mittelalterlicher Reformen gelten müssten. Obschon jüngere Studien die traditionelle Wahrnehmung von Reform als ,Männersache‘ revidiert haben, werden genderspezifische Fragen in der Reformforschung weiterhin nur marginal berücksichtigt – vor allem für die Zeit nach den monastischen Reformen des 10. Jhds. Inwiefern verändert sich die Perspektive auf Reformen und Reformniederlagen, wenn Frauen stärker einbezogen werden? Hier setzt der Workshop an, der explizit nach „Verliererinnen“ und „Gewinnerinnen“ in Kontexten religiöser Reformen des 11. bis 12. Jhds. fragt. Hierzu zählen etwa religiöse Frauen(gemeinschaften), Priesterfrauen, Adelige und Königinnen sowie Anhängerinnen laikaler oder vermeintlich „häretischer“ Gemeinschaften. Indem wir diese Gruppen und Individuen einbeziehen und genderspezifische Fragestellungen in den Mittelpunkt rücken, wollen wir das bisherige Bild von Reformgewinnern und -verlierern erweitern.

Leitfragen
Ausgehend von „Reformverliererinnen“ und „Reformgewinnerinnen“ soll folgenden Fragen nachgegangen werden: Continue reading

Tagung: Rechnen mit dem Seelenheil. Heilsökonomie und Wallfahrt in der Frühen Neuzeit, 19.-20.10.2026, Wien

Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Institut für die Erforschung der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes, Forschungsbereich Kunstgeschichte (Web)

Zeit: 19.-20.10.2026
Ort: ÖAW, PSK-Gebäude, Georg-Coch-Platz 2, 1010 Wien
Anmeldung (Link)

Programm (PDF)

Ausgangspunkt für die interdisziplinäre Tagung ist das FWF-Projekt SALVEMED, das durch die Untersuchung von Medialität und der damit verknüpften sozialräumlichen Vernetzungen von Gnadenorten einen innovativen Beitrag zu einer differenzierten Darstellung der vielfältigen Mechanismen frühneuzeitlicher Wallfahrt in Österreich leistet.
Mit Fokus auf dem Beziehungsgeflecht von Medien, Akteur:innen und Strategien zur Konstruktion von Wallfahrtsorten widmet sich die Veranstaltung jenen Aspekten, die sich auf die Erwartungshaltungen der Pilger:innen in Bezug auf die Erlangung des Seelenheils beziehen. Diese werden im Sakralraum in bildkünstlerischen Inszenierungen von Reliquien als spirituellem Kapital und in Votivgaben fassbar. Die Analyse der Objektvielfalt und der Herstellung von Devotionalien im Spannungsfeld von Eigenproduktion und dem Outsourcing an überregionale Produzent:innen und Händler:innen erschließt ökonomische und sozialräumliche Komponenten von Wallfahrten. Die Tagung betrachtet zudem Konkurrenzen von Wallfahrtsorten und deren durch Medien gesteuerte Konstruktion als Zielorte besonderer Art. Wie formten Wallfahrtsmedien die Wahrnehmung und das Verhalten der Pilger:innen und kann man analog zum Konzept des tourist gaze vom Vorhandensein eines spezifischen pilgrim gaze sprechen? Wie wirkten Nahund Distanzmedien zusammen und kann eine „Destination“ als ein Sehnsuchtsort bezeichnet werden, der ausschließlich über die Medien bedient wird? Diese Fragen werden am Beispiel von Wallfahrtsorten und vor dem Hintergrund des Devotionalienhandels in Europa, dem Heiligen Land und der iberischen Welt diskutiert.

Die Veranstaltung wird vom Institut für die Erforschung der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes (IHB) der ÖAW und dem Institut für Realienkunde des Mittelalters und der Frühen Neuzeit (IMAREAL) der Univ. Salzburg (Web) im Rahmen des vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF finanzierten Projekts SALVEMED (Salvation Economics and Continue reading

CfP: Frauen im Umfeld des späten Liszt – Künstlerische Netzwerke, Patronage und weibliche Handlungsmacht | Women in Franz Liszt’s Circle in his Later Years: Artistic Networks, Patronage, and Female Agency (10/2027, Weimar); bis: 15.09.2026

Goethe- und Schiller-Archiv Weimar, Ulrike Roesler (Web); Franz Liszt Gedenkmuseum und Forschungszentrum (Budapest) und Musikwissenschaftliches Seminar der Univ, Heidelberg

Zeit: 20.-22.10.2027
Ort: Weimar
Einreichfrist: 15.09.2026

Version in English (Web)

Im Mittelpunkt des zweiten Teils der dreiteiligen Tagung steht ein im Liszt-Kontext vielbeachteter, aber dennoch kaum hinreichend gefasster Themenkomplex: die facettenreichen weiblichen Beziehungsgeflechte, die den Komponisten umgaben und sein künstlerisches Wirken, sein öffentliches Auftreten und sein Privatleben entscheidend prägten.
Liszts vielschichtige Verhältnisse zu Frauen und Weiblichkeit sind in ihren unterschiedlichen Perspektiven wie in ihrer Ambivalenz bisher nur in Ausschnitten untersucht. Statt den Komponisten und seine vielfältigen Beziehungen zu weiblichen Akteurinnen losgelöst oder gar als Sonderfall zu verstehen, richtet die Tagung den Blick auf die kursierenden Geschlechterdiskurse, die verschiedenen sozialen Netzwerke und die künstlerischen Transformationsprozesse des ausgehenden 19. Jhds. Liszt selbst übernahm einerseits die zeitgenössischen Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit und reproduzierte damit gängige Geschlechterbilder. Andererseits begegnete er zahlreichen Gefährtinnen, Freundinnen, Schülerinnen, Kolleginnen und Biographinnen im persönlichen und künstlerischen Austausch als eigenständige intellektuelle Partnerinnen.
Die Tagung fragt explizit nach der weiblichen Handlungsmacht in den künstlerischen Austauschprozessen des späten Liszt in seiner ganzen Vielfalt. Zur Diskussion stehen Lehrer-Schülerinnen-Beziehungen, Liszts Dialog mit seinen Interpretinnen, die gemeinsame künstlerische Arbeit und gegenseitige Einflussnahme. Zugleich rücken die Werke des späten Liszt selbst in den Fokus. Frauen erscheinen nicht nur als biographische Bezugspunkte, sondern auch als literarische, spirituelle und symbolische Figuren. Themen wie Religiosität, Alter, Continue reading

Tagung: Psyche, Körper, Geschlecht: Klassifikationen und Interventionen in Medizin und den Psych-Wissenschaften im 20. Jahrhundert, 29.-30.10.2026, Berlin

SFB 1665 „Sexdiversity“; Xenia Steinbach (Medizinische Hochschule Hannover); Sophia Wagemann (Charité – Universitätsmedizin Berlin); Kerstin Palm (HU zu Berlin) und Lisa Malich (Univ. zu Lübeck) (Web)

Zeit: 29.-30.10.2026
Ort: Berlin
Anmeldung bis: 01.09.2026

Als kollaboratives Team im Rahmen des SFB 1665 „Sexdiversity – Determinanten, Bedeutungen und Implikationen der Geschlechtervielfalt in soziokulturellen, medizinischen und biologischen Kontexten“ widmen wir uns dem Thema Psyche, Körper, Geschlecht – Klassifikationen und Interventionen in Medizin und den Psych-Wissenschaften im 20. Jhd.
Geschlecht zählt zu den zentralen Ordnungskategorien moderner Gesellschaften – und ist zugleich ein Feld permanenter Revision, Ausdifferenzierung und Re-Klassifikation. Vom traditionellen binären Modell männlich/weiblich über heutige Konzepte wie cis/trans/non-binär bis hin zu komplexen Verschränkungen von Körper und Identität sind Geschlechterordnungen historisch immer wieder neu hervorgebracht, stabilisiert und infrage gestellt worden. Bei diesen Ordnungssystemen spielen und spielten Wissenschaften eine entscheidende Rolle. Zugleich ließen sich die wissenschaftlich erzeugten Klassifikationen kaum jemals auf das akademische Feld begrenzen. Sie interagierten stets mit kulturellen Vorstellungen, gesellschaftlichen Regelsystemen und gelebten Biographien. Denn Klassifikationssysteme fungieren nicht nur als epistemische Werkzeuge, sondern strukturieren auch Prozesse der Subjektivierung und bilden den Ausgangspunkt für normierende Praktiken, klinische Behandlungstechniken, institutionelle Zuweisungssysteme und politische Interventionen.
Die Tagung widmet sich der historischen Analyse 1. solcher Klassifikationsprozesse sowie 2. daran anknüpfender Interventionspraktiken im 20. Jhd., insbesondere in zwei eng miteinander verflochtenen Wissensbereichen: in der Medizin und den Psych-Wissenschaften. Um 1900 differenzierten sich beide Wissensbereiche und entwickelten verschiedene Subfelder, in denen auch Wissen über Geschlecht produziert wurde. Diese Felder entwickelten je eigene, zugleich aber aufeinander bezogene Ordnungssysteme von Geschlecht, die sowohl den Körper als auch die Psyche nach geschlechtlichen Kriterien klassifizierten.
Mit einigen dieser Systeme waren zudem Kausalmodelle verbunden, die die Ebene der Psyche mit der des Körpers verbanden. Sie konzipierten die vergeschlechtlichte Psyche als Produkt von körperlichen Prozessen im Sinne einer Somatisierung und Biologisierung. Weiterlesen und Programm … (Web)

Quelle: HSozKult (Web)

Workshop: Politische Handlungsspielräume und Selbstpositionierungen adliger Frauen in der Frühen Neuzeit, 10.-11.09.2026, Vechta

Christine Vogel und Laura Rehmann; Univ. Vechta (Web)

Zeit: 10.-11.09.2026
Ort: Vechta

Dass die dynastische Herrschaftspraxis von den diskursiven Normsetzungen der asymmetrischen frühneuzeitlichen Geschlechterordnung regelmäßig abwich, hat die geschlechtergeschichtliche Forschung vor allem mit Blick auf den frühneuzeitlichen Fürstenhof als Schauplatz dynastischer Herrschaft und institutionalisierter Ort politischer Partizipation gezeigt. Mittlerweile werden zunehmend auch die mittlere Ebene des politischen Handlungsfelds sowie kleinere Herrschaftsträger in den Blick genommen und politische Gestaltungsspielräume adliger AkteurInnen jenseits des regierenden Hochadels freigelegt, so dass neben Regentinnen und Fürstinnen allmählich auch andere Frauen als politische Akteurinnen in den Fokus treten. Mit Blick auf den spezifischen Anteil von Frauen an der adligen Herrschaftspraxis, insbesondere als Landesmutter, wurden verschiedene Handlungsfelder in der Forschung identifiziert. Außer dem Bereich der Familienpolitik und der Funktion der Gattin als Fürbitterin waren das insbesondere die Gestaltung von Netzwerken durch die Pflege von Korrespondenzen, die Ämterpatronage, die standesgemäße Repräsentation sowie Diplomatie und Religion. Schließlich wurden zuletzt auch ökonomische Praktiken adliger Frauen im Rahmen ihrer Aufgaben als Verwalterinnen und Bewirtschafterinnen eigener Güter oder, in ihrer Funktion als vormundschaftliche Regentinnen, des dynastischen Besitzes betrachtet.
Auf dem Workshop wollen wir die genannten Handlungsfelder adeliger Frauen betrachten und dabei systematisch die Frage nach der Selbstpositionierung der involvierten AkteurInnen untersuchen. Dabei gehen wir von der Annahme aus, dass konkrete Handlungssituationen explizite oder implizite Positionierungen aller Beteiligten im Spannungsfeld sich überlagernder Handlungserwartungen erforderten. Zu fragen wäre damit nicht nur, welche sozialen Rollen adlige Frauen einnahmen und welche Normen dabei grundsätzlich zum Tragen kamen, sondern auch, wie sich diese Normen in konkreten Situationen überlagerten und ggf. sogar in Konkurrenz traten und was das für die involvierten AkteurInnen bedeutete. Wie wirkten sich insbesondere weibliche Statusveränderungen (idealtypisch: Tochter – Ehefrau – Mutter – Witwe) dabei aus? Wie werden Normenkonkurrenzen in den Quellen sichtbar, wann wurden sie explizit thematisiert und wo artikuliert sich so etwas wie der „Eigensinn“ historischer AkteurInnen? … weiterlesen und Programm (Web)

Quelle: HSozKult (Web)

CfP: Intimacies. Family and Sexuality in the History of Jewish Literature and Culture in Eastern and Central Europe (1900-1945) (01/2027, Augsburg); by: 30.09.2027

David Ludwig (Augsburg/Berlin); Sonja Mues (Augsburg); Sarah Sosinski (München); Magdalena Vinco (Heidelberg) (Web)

Time: 21.-22.01.2027
Venue: Univ. of Augsburg
Proposals by: 30.09.2026

The conference „Intimacies: Family and Sexuality in the History of Jewish Culture and Literature in Eastern and Central Europe (1900–1945)“ explores perspectives on concepts of intimacy in regions shaped by European Jewish culture. The focus is on the question of how intimate relationships were historically regulated, religiously standardised, socially practised, negotiated in literary terms, and culturally interpreted. In this context, the family is not viewed as a self-evident, but as a dynamic structure and social category (cf. Bourdieu 1996) within which kinship, desire, care, obligation, conflict, belonging, social order, and norms are negotiated. Intimacy is therefore understood not merely as a sphere of the private, but as an analytical category through which transitions between domestic life, religion, law, the state, the economy, the public sphere and cultural representation can be examined (Wilson 2014; Gabb/Silva 2011; Roseneil/Budgeon 2004).
The focus on the period from 1900 to 1945 takes into account the political, social, and cultural upheavals of European modernity, during which Jewish ways of life were reshaped and radically transformed amidst the late empire, the formation of nation states, World War I, the interwar period, and Nazi persecution. It is precisely the concentration of experiences of transformation and crisis that makes intimacy a particularly illuminating analytical category, as processes of negotiation concerning belonging, norms, difference, and violence take on specific forms within familial, sexual, and affective relationships. The chosen time period thus offers the opportunity to highlight continuities and ruptures in the shaping of Jewish intimacies and to examine their intertwining with processes of modernisation, secularisation, migration, and persecution. Read more … (Web)

Source: HSozKult (Web)

Workshop: Soziale und ökonomische Aspekte des transalpinen Gütertransports. Multiperspektivische Zugänge (Frühe Neuzeit bis 19. Jahrhundert), 07.-09.09.2026, Chur

Institut für Kulturforschung Graubünden (ikg); Forschungsgruppe ALPINNKONNECT, ERC AdG, Univ. Wien (Web)

Zeit: 07.-09.09.2026
Ort: Chur

Im Zentrum des Workshops steht der transalpine Gütertransport. Dieser stellte in der Frühen Neuzeit und bis ins 19. Jhd. eine zentrale soziale und ökonomische Praxis in alpinen und angrenzenden Räumen dar. Infrastrukturen (Wege, Brücken, Saum- und Fuhrwege, Lager- und Umschlagplätze, Zollstationen, Wirtshäuser, Pferdeställe und Hospize) waren dabei ebenso wichtig wie die Praktiken und Aushandlungen der beteiligten Akteur:innen – von lokalen Transportgenossenschaften und Versorgungsdiensten bis zu überregionalen Handels- und Verwaltungszusammenhängen.
Die Referent:innen präsentieren und diskutieren Infrastruktur und Logistik aus unterschiedlichen Perspektiven: Wirtschafts- und sozialgeschichtliche Analysen werden mit Zugängen der Umweltgeschichte, der materiellen Kulturforschung sowie mit archivwissenschaftlichen Perspektiven verschränkt. Der geografische Schwerpunkt liegt auf den Schweizer Alpen mit besonderer Berücksichtigung von Graubünden – im Dialog mit dem ERC-Advanced-Grant-Projekt ALPINNKONNECT.
Ein besonderes Augenmerk gilt methodischen Zugängen, Quellen, Sammlungen und Archiven.

Programm (Web)

Referent:innen und Moderator:innen: Rachele Delucchi (ikg), Simon Teuscher (ikg/Zürich), Florian Andretsch (Wien), Margareth Lanzinger (Wien), Magdalena Gärtner, Sophie Prein und Verena Radner (Wien), Erwin Dirnberger (Andeer) und Senta Herkle (Wien), Riccardo Rossi (Wien), Florian Hitz (Chur), Christof Jeggle (Wien), Jon Mathieu (Luzern/Burgdorf), Joschka Meier (Bern), Sebastian Leitner (Wien), Conradin von Planta (Chur), Dorothea M. Hutterer (München), Maya Zellweger (Winterthur), Alberto Azzi (Tremona), Nicole Stadelmann (St. Gallen), Kurt Gritsch (Zuoz), Matilde Bontognali (Poschiavo), Stefania Bianchi (Mendrisio) und Miriam Nicoli (Chur), Carmen Mair (Innsbruck), Séveric Yersin (Basel)

Quelle: HSozKult (Web)