Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW); Initiative „Gender & Data“, Frederike Neuber; Lou Klappenbach; Michael Rölcke (Web)
Zeit: 16.11.2026
Ort: BBAW, Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Jägerstr. 22/23, Berlin
Anmeldung (Web)
Archive sind keine neutralen Speicherorte der Vergangenheit. Sie prägen, wer erinnert wird, welche Geschichten erzählt werden und welches Wissen für Forschung und Öffentlichkeit verfügbar ist. Frauen, queere Personen und andere marginalisierte Gruppen sind dabei oft unterrepräsentiert.
Diese Ungleichheiten setzen sich in digitalen Datenbeständen, Erschließungspraktiken und Forschungsinfrastrukturen fort. Der Workshop der Initiative „Gender & Data“ widmet sich der Frage, wie Archive dazu beitragen können, solche Leerstellen sichtbar zu machen und etablierte Wissensordnungen kritisch zu reflektieren. Im Fokus stehen Fragen der Sammlung, Dokumentation, Sichtbarmachung und Vernetzung von Beständen sowie die Herausforderungen und Potenziale digitaler Methoden. Wie lassen sich Quellen so erschließen, modellieren und vernetzen, dass marginalisierte Akteur:innen, Beziehungen und Wissensformen sichtbar werden? Welche Rolle spielen Metadaten, Normdaten und digitale Infrastrukturen bei der Reproduktion oder Überwindung von Ausschlüssen? An der Schnittstelle von Archivwissenschaft, Digital Humanities und Gender Studies diskutiert der Workshop Ansätze für einen gendersensiblen und inklusiven Umgang mit kulturellem Erbe im digitalen Zeitalter. Archive werden dabei nicht nur als Orte der Bewahrung, sondern auch als Räume kritischer Wissensproduktion verstanden.
Programm (Web)
- ab 12 Uhr – Registrierung
- 12:30 Uhr – Begrüßung und Einführung: Michaela Kreyenfeld und Frederike Neuber (Initiative „Gender & Data“)
Externe Perspektiven I: Projekte und Forschung, Moderation: Michael Rölcke
- 13:00 Uhr – Quod non est in actis non est in mundo? Über die Macht der Archive – und der Leerstellen, Heike Gfrereis (Deutsches Literaturarchiv Marbach)
- 13:40 Uhr – Lost in Archives. Unsichtbare Frauen (wieder) sichtbar machen, Anna Axtner-Borsutzky (LMU München)
Aus der BBAW-Praxis, Moderation: Frederike Neuber
- 14:50 Uhr – »Eva, wo bist du?« Herausforderungen bei der Edition von Archivalien von Frauen, Selma Jahnke (ÖAW) und Michael Rölcke (BBAW)
- 15:20 Uhr – Der Schreibtisch der preußischen Königin – ein blinder Fleck? Quellen, Überlieferungsprobleme und Terminologie, Susanne Bauer und Ulrike Marlow (BBAW)
- 15:50 Uhr – Zwischen den Zeilen. Archivische Erschließungspraktiken und digitale Infrastrukturen neu denken, Sandra Miehlbradt (BBAW-Archiv)
Externe Perspektiven II: Bibliotheken und Archive, Moderation: Sandra Miehlbradt
- 16:40 Uhr – Den Ariadne-Faden legen. Zur Sichtbarmachung frauen- und genderspezifischer Bestände an der Österreichischen Nationalbibliothek, Andrea Gruber und Andrea Reisner (ÖNB)
- 17:20 Uhr – Die Rolle von Bewegungsarchiven in der Überlieferung und Vermittlung marginalisierter Geschichte(n), Lisa Schug (FFBIZ – das feministische Archiv)
18:00–18:30 Uhr – Abschlussdiskussion
Kontakt: frederike.neuber@bbaw.de

International Conference of Labour and Social History (ITH)
20. Workshop des Forschungsschwerpunktes/Research Cluster Frauen*- und Geschlechtergeschichte der Univ. Wien; Cäcilia Wosnitzka, Nike Kirnbauer, Johanna Gehmacher, Dietlind Hüchtker, Michaela Neuwirth, Milica Main und Sophia Konopka
fernetzt. Junges Forschungsnetzwerk Frauen- und Geschlechtergeschichte
Qwien – Zentrum für queere Kultur und Geschichte
WOMNH Conference 2026: International & interdisciplinary conference on women, science and museums
Ambasada Polek e.V.