SFB 1665 „Sexdiversity“; Xenia Steinbach (Medizinische Hochschule Hannover); Sophia Wagemann (Charité – Universitätsmedizin Berlin); Kerstin Palm (HU zu Berlin) und Lisa Malich (Univ. zu Lübeck) (Web)
Zeit: 29.-30.10.2026
Ort: Berlin
Anmeldung bis: 01.09.2026
Als kollaboratives Team im Rahmen des SFB 1665 „Sexdiversity – Determinanten, Bedeutungen und Implikationen der Geschlechtervielfalt in soziokulturellen, medizinischen und biologischen Kontexten“ widmen wir uns dem Thema Psyche, Körper, Geschlecht – Klassifikationen und Interventionen in Medizin und den Psych-Wissenschaften im 20. Jhd.
Geschlecht zählt zu den zentralen Ordnungskategorien moderner Gesellschaften – und ist zugleich ein Feld permanenter Revision, Ausdifferenzierung und Re-Klassifikation. Vom traditionellen binären Modell männlich/weiblich über heutige Konzepte wie cis/trans/non-binär bis hin zu komplexen Verschränkungen von Körper und Identität sind Geschlechterordnungen historisch immer wieder neu hervorgebracht, stabilisiert und infrage gestellt worden. Bei diesen Ordnungssystemen spielen und spielten Wissenschaften eine entscheidende Rolle. Zugleich ließen sich die wissenschaftlich erzeugten Klassifikationen kaum jemals auf das akademische Feld begrenzen. Sie interagierten stets mit kulturellen Vorstellungen, gesellschaftlichen Regelsystemen und gelebten Biographien. Denn Klassifikationssysteme fungieren nicht nur als epistemische Werkzeuge, sondern strukturieren auch Prozesse der Subjektivierung und bilden den Ausgangspunkt für normierende Praktiken, klinische Behandlungstechniken, institutionelle Zuweisungssysteme und politische Interventionen.
Die Tagung widmet sich der historischen Analyse 1. solcher Klassifikationsprozesse sowie 2. daran anknüpfender Interventionspraktiken im 20. Jhd., insbesondere in zwei eng miteinander verflochtenen Wissensbereichen: in der Medizin und den Psych-Wissenschaften. Um 1900 differenzierten sich beide Wissensbereiche und entwickelten verschiedene Subfelder, in denen auch Wissen über Geschlecht produziert wurde. Diese Felder entwickelten je eigene, zugleich aber aufeinander bezogene Ordnungssysteme von Geschlecht, die sowohl den Körper als auch die Psyche nach geschlechtlichen Kriterien klassifizierten.
Mit einigen dieser Systeme waren zudem Kausalmodelle verbunden, die die Ebene der Psyche mit der des Körpers verbanden. Sie konzipierten die vergeschlechtlichte Psyche als Produkt von körperlichen Prozessen im Sinne einer Somatisierung und Biologisierung. Weiterlesen und Programm … (Web)
Quelle: HSozKult (Web)

Institut für Kulturforschung Graubünden (ikg); Forschungsgruppe ALPINNKONNECT, ERC AdG, Univ. Wien
The European Rural History Organisation (EURHO); Univ. of Primorska in Koper, Faculty of Humanities
Historical Fictions Research Network (HFRN): Series Editors Global Historical Fictions (Brill), Ingibjörg Ágústsdóttir, Jerome de Groot, Dorothea Flothow, Siobhan O’Connor, and Stephanie Russo
16. Tagung der Arbeitsgemeinschaft „Frühe Neuzeit“ im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands; Birgit Emich, Michael Leemann und Xenia von Tippelskirch
Central European History Convention; Institut für Österreichische Geschichtsforschung der Univ. Wien und Wirth Institute of Austrian and Central European Studies der Univ. of Alberta