Ausstellungseröffnung: PFLEGE DAS LEBEN. Betreuung | Pflege | Sorgekultur, 28.10.2017, Hittisau

Krankenpflegehaus in Alberschwende / Helmut Klapper, 1974Frauenmuseum Hittisau (Web)

Zeit: Sa., 28. Oktober 2017, 17.00 Uhr
Ort: Frauenmuseum Hittisau, Bregenzerwald
Laufzeit: 29.10.2017 bis 07.10.2018

Programm

  • Eröffnung: Thomas Drozda, Bundesminister für Kunst und Kultur
  • Grußworte: Gerhard Beer, Bürgermeister von Hittisau
  • Zur Ausstellung: Stefania Pitscheider Soraperra, Direktorin Frauenmuseum Hittisau
  • Lesung aus der Novelle „Demenzistan“ (Web): Daniela Egger, Aktion Demenz (Web)
  • Musikalische Umrahmung: Anna Eberle & Friends

Die Ausstellung ist eine kulturhistorische und gesellschaftspolitische Annäherung an ein komplexes Thema. Umgesetzt wird es mit einem künstlerischen Oral-History-Projekt von Ines Agostinelli, der Fotoausstellung „Alles geht so schnell“ der „Aktion Demenz“ sowie zahlreichen künstlerischen Arbeiten.

Die Zukunft der Pflegeberufe ist ein intensiv diskutiertes gesundheitspolitisches Thema, das für alle Altersstufen und Gesellschaftsschichten von Bedeutung ist. Ältere und kranke Menschen sind direkt betroffen, junge Menschen erleben Pflege als Teil ihres Alltags dort, wo Angehörige und Bekannte gepflegt werden oder pflegen. Und besonders Frauen sind betroffen: Care-Arbeit ist gesellschaftlich nicht gleichmäßig verteilt. Sei wird vielmehr zum überwiegenden Teil von Frauen geleistet. Dies gilt sowohl für den Bereich der unbezahlten Care-Arbeit als auch für den bezahlten Bereich. Aber auch als Gepflegte stellen Frauen statistisch die Mehrheit.

Das Frauenmuseum Hittisau zeigt ab Herbst 2017 eine Ausstellung zu diesem aktuellen und brisanten Thema. Es handelt sich dabei um ein Projekt, in dessen Entwicklung zahlreiche Pflege- und Betreuungsorganisationen im Bregenzerwald beteiligt waren.

Einerseits widmet sich die Ausstellung der Kulturgeschichte der Pflege. Dabei geht es um die Hinterfragung des Rollenbildes der pflegenden Frau vor dem Hintergrund historischer Entwicklungen. Dabei wird die Sammlung der Maria Hagleitner zur Pflegegeschichte gezeigt.

Gleichzeitig untersucht Ines Agostinellis Oral-History-Projekt „Erinnerungslexikon Pflege“ persönliche Zugänge zum Thema. Dafür wurden zahlreiche Zeitzeuginneninterviews mit Betroffenen geführt.

Das Ausstellungsprojekt greift aktuelle Diskussionen rund um Care-Arbeit, Care-Ethik und Care-Ökonomie, Hauskrankenpflege, Professionalisierung, trans-nationale Mutterschaft etc. auf. Dabei steht auch hier die Analyse der Geschlechterverhältnisse im Fokus. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auch auf regionale Aspekte gelegt.