Klicktipp: Buchpräsentation: Hadwig Kraeutler: Museum. Learning. Democracy. The Work and Life of Alma S. Wittlin (1899-1991), 25.03.2025, Wien [Video]

Institut für Wissenschaft und Kunst (IWK) und Österreichische Gesellschaft für Exilforschung (öge) (Web)

Zeit: 25.03.2025, 18:30-20:00 Uhr
Ort: IWK, Berg., 1090 Wien
Video der Veranstaltung (Web)

Alma Wittlin (1899, Lemberg/UA-1991, Palo Alto/CA) war promovierte Kunsthistorikerin (1925, Univ. Wien) und erfolgreiche Schriftstellerin, freischaffende avant-garde Museologin sowie Erziehungswissenschafterin. Sie floh 1937 vor der NS-Verfolgung und fand im englischsprachigen Ausland mit ihrem bahnbrechenden museologischbiopsychologisch-pädagogischen Wirken langfristig Anerkennung. In „Museum. Learning. Democracy“ zeichnet die Museologin, Kuratorin und Kunstvermittlerin Hadwig Kraeutler Alma Wittlins Lebensweg sorgfältig nach. Welche persönlichen und historischen Kontexte wurden in dieser „ExilBiografie“ wirksam? Gibt es Zusammenhänge zwischen Alma Wittlins „österreichischeuropäischen“ Erfahrungen und ihrem späteren, interdisziplinären Wirken?
Mit zwei Leseproben aus Alma Wittlins Buch „Isabella. Begründerin der Weltmacht Spanien“ (1936) und im Gespräch mit Robert Streibel werden Wittlins schriftstellerische Arbeit und ihr Pioniereinsatz beim Internationalen PEN vorgestellt. Ausklang mit „interdisziplinärem Glas“.

Programm

– Begrüßung: Barbara Litsauer (IWK) & Katrin Sippel (öge)
– Einführung und Moderation: Ilse Korotin (biografiA)
– Im Gespräch: Hadwig Kraeutler & Robert Streibel (Vizepräsident Österreichischer PEN-Club)

Hadwig Kraeutler: In Museum. Learning. Democracy. The Work and Life of Alma S. Wittlin (1899-1991) (Reihe „Emigration – Exil – Kontinuität“, Bd. 19, hg. von Friedrich Stadler), LIT Verlag: Wien 2025 (Web)

Hadwig Kraeutler ist Museologin (Ph.D., Leicester, UK), Kuratorin und Kunstvermittlerin. Ihre Schwerpunkte sind kulturelles Erbe, Vermittlung und Exilstudien.

Quelle: IWK-Newsletter

CfP: Wartime work (19th-20th century): Working in war and post-war context (11/2025, Tours), by: 31.03.2025

Damien Accoulon, CeTHiS, Univ. de Tours; Clément Collard, CHSP, Sciences Po Paris; Candice Grelaud, LER, Univ. Lumière Lyon 2; Gwendal Piégais, CWS, Univ. College Dublin

Time: 27.-28.11.2025
Venue: Univ. de Tours
Proposals by: 31.03.2025

The industrialization has profoundly transformed the world of labor and the nature of war. Wars themselves have become industrialized and have gradually increased in scale since the mid-nineteenth century. The Crimean War (1853-1856) and the American Civil War (1861-1865) were the first conflicts involving mechanized armies: more powerful gunboats, larger caliber artillery pieces and more efficient locomotives were all industrial products that made this change in scale possible.
Against this backdrop of industrialization of societies, economies and conflicts, we need to understand how wars disrupted the world of labor. The workers’ mobilization has always been central in the historiography of contemporary conflicts, especially of the First and the Second World War. Over the last few decades, the historiography has moved away from the simple story of mobilization of the industry for the war effort, and since the 1980s and 1990s has given way to a social and political history that pays more attention to trade union movements, work in the rear or in occupied territories, and the societal transformations that followed the conflict.
Under the influence of transnational histories, works on colonial empires and gender studies, new perspectives opened in this field of study. New attention has been paid to actors (female labor, but also racialized workers on the European fronts, the contribution of colonial workers to the global war economy, etc.) and their agency, exploring both individual and collective strategies of behavior and survival. While the study of forced labor has been central to the approach to Nazi and Soviet regimes at war (Bonwetsch, 1993; Plato, Leh & Thonfeld, 2010; Westerhoff, 2012), highlights of forced labor in colonial empires have effectively demonstrated links between European front and the French and British colonial empires, thus moving beyond the Western framework (Tiquet, 2019; Stanziani, 2020). This approach could be applied to other spaces and conflicts, as outlined out by work on the American Civil War (Lause, 2015; Zonderman, 2021) or the Vietnam War (Foner, 1989; Sears, 2010). Read more and source … (Web)

Four questions will be explored during this symposium: Optimizing manpower in wartime | Work in transitions from peace to war and from war to peace | Social mobilization, work and conflict | Gender and work during conflict

Tagung: „Dux femina facti“ (Verg. Aen. 1.364). Frauen⁎(netzwerk) in der Klassischen Philologie, 19.-21.03.2025, Marburg

Henrike Arnold und Paula Neumann (Marburg), Laura Bottenberg (Tübingen), Mareike Ehlert (Osnabrück), Saskia Schomber (München) und Lisa-Marei Stalp (Gießen)

Zeit. 19.-21.03.2025
Ort: Univ. Marburg

Die Auftakttagung zur Gründung eines Frauen∗netzwerks in der klassischen Philologie soll den Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen∗ unterschiedlicher Karrierephasen von der Promotion bis zur (Junior-)Professur ermöglichen, bietet Gelegenheit für die Vorstellung eigener Projekte und möchte den Grundstein für die dauerhafte Vernetzung legen. Das Programm umfasst einen Keynote-Vortrag von Katharina Wesselmann (Potsdam), eine Podiumsdiskussion zu (geschlechterspezifischen) Herausforderungen in der Wissenschaft, zwei Workshops sowie thematisch vielfältige Projektpräsentationen.
Die Tagung dient einerseits dem wissenschaftlichen Austausch unter Nachwuchswissenschafterinnen der Klassischen Philologie in Deutschland und andererseits der Gründung eines Frauennetzwerkes.

Programm (Web) | (PDF)

Podiumsdiskussion: Unterschiedliche Karrierewege und geschlechtsspezifische Herausforderungen in der Klassischen Philologie, mit Lisa Cordes (HU Berlin), Verena Schulz (Eichstätt) und Anke Walter (Zürich)

Workshops: Netzwerken und Sichtbarkeit in der Wissenschaft, mit Dennis Pausch und Lea Reiff (Marburg) sowie Bewerbung und Karriereplanung, mit Verena Graulich (PCMO Gießen)

Für weitere Informationen sowie die Anmeldung kontaktieren Sie gern die Veranstalter:innen unter: frauenvernetzungkph@posteo.de.

Quelle: HSozKult

Workshop: Ernährungsgeschichte regional Ökonomie und Kultur der Ernährung im alpinen Raum, 13.-14.03.2025, Bozen

Zentrum für Regionalgeschichte: Geschichte und Region | Centro di Storia regionale: Storia e regione (Web)

Zeit: 13.-14.03.2025
Ort: Bozen, Kolpinghaus

In den letzten Jahren hat sich die Ernährungsgeschichte stark entwickelt, was mit einer Diversifizierung der Themen und methodischen Ansätze einhergegangen ist. Der Workshop, der einigen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aspekten der Ernährung im Alpenraum gewidmet ist, enthält Beiträge, die von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart reichen und sowohl die Produktion von Lebensmitteln als auch ihre Verteilung, ihren Konsum und die materielle Kultur der Ernährung aus regionaler Sicht behandeln. Entsprechend den Eigenschaften dieses Forschungsgebiets wird die Diskussion interdisziplinär sein, mit der Beteiligung von Wissenschaftler*innen aus den Bereichen Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Anthropologie und Soziologie.

Programm (PDF)

Teilnehmer:innen: Andrea Bonoldi, Janine Maegraith, Isabella Salvador, Giannantonio Scaglione, Elena Taddei, Paolo Tedeschi und Markus Schermer

Happy International Women*’s Day! Klicktipp: Zur Geschichte des Internationalen Frauen*tages am 8. März (Portal und Publikation)

ofra: online archiv frauenpolitik – Projekt des Bruno Kreisky Archivs|Johanna Dohnal Archivs (Web)

Der Internationale Frauentag ist seit Beginn des 20. Jhds. der wichtigste Feier- und Demonstrationstag der Frauenbewegungen. Sein Ursprung ist nicht unumstritten. In Österreich und einigen anderen Ländern wurde er jedenfalls 1911 zum ersten Mal begangen, nachdem er 1910 auf der 2. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen beschlossen worden war. Ein Vorbild waren nordamerikanische Frauendemonstrationen für das Wahlrecht, der Vorschlag in Kopenhagen kam von Clara Zetkin und Käte Duncker. Seither wird der Internationale Frauentag – mit der Unterbrechung der faschistischen Diktaturen – jedes Jahr abgehalten.

Historischer Kontext (Web)
Die Website ofra gibt einen umfangreichen historischen Kontext mit Hintergrundinformationen und Digitalisaten von zahlreichen historischen Quellen zu diesen Themen:
– Gleichheit (Web)
– Frieden (Web)
– Körper (Web)
– Den Frauentag begehen (Web)
– Chronologie (Web)

Die Zusammenstellung „Frauentag“ auf der Website ofra ist die Webversion der Ausstellung „Feste Kämpfe“, die 2011 aus Anlass von „100 Jahre Frauentag in Österreich“ gezeigt wurde. Die begleitende Publikation ist ebefalls online frei verfügbar:

  • Heidi Niederkofler, Maria Mesner und Johanna Zechner (Hg.): Frauentag! Erfindung und Karriere einer Tradition, Wien: Löcker 2011 (PDF)

Das Projektteam des Kreisky Archivs|Johanna Dohnal Archivs waren Maria Mesner, Remigio Gazzari, Maria Steiner, Johanna Zechner, Heidi Niederkofler und Elisabeth Brandl.

Klicktipp: ofra – online archiv frauenpolitik (Portal)

ofra: online archiv frauenpolitik – Projekt des Bruno Kreisky Archivs|Johanna Dohnal Archivs (Web)

Die zweite Frauenbewegung machte seit Ende der 1960er-Jahre Geschlechterdifferenz, geschlechtsspezifische Diskriminierung und Emanzipation (wieder) zum politischen Thema. In diesem Kontext veränderte sich auch die Frauenpolitik der staatlichen Institutionen stark. Das Johanna Dohnal Archiv und das Bruno Kreisky Archiv haben Originaldokumente aus dem Umfeld dieser institutionellen Frauenpolitik in seinen Beständen. Auf der Website „ofra“ wird eine Auswahl von Papieren, Fotografien und Plakate online zur Verfügung gestellt und in kurzen Dossiers kontextualisiert. Die Präsentation ist dabei nach den folgenden Themen gestaltet:
– Partizipation (Web)
– Bildung (Web)
– Reproduktion (Web)
– Arbeit (Web)
– Heim und Herd (Web)
– Frauentag (Web)
– Frauenwahlrecht (Web)

Institutionalisierte Frauenpolitik in Österreich
In den 1970er Jahren wurde das neue Politikfeld “Frauenpolitik” auch in Österreich institutionalisiert: Seit 1971 durch ein Staatssekretariat für “Familienpolitik und Frauenfragen” im Bundeskanzleramt. 1979 ernannte Kanzler Bruno Kreisky vier neue Staatssekretärinnen, zwei davon für die Belange von Frauen: Franziska Fast im Sozialministerium und Johanna Dohnal im Bundeskanzleramt. Sie war die damalige Wiener Frauensekretärin der SPÖ, ihre Position wurde 1990 zur Bundesministerin aufgewertet. Anfang 2000 wurde das Ministerium abgeschafft, 2006 wieder eingeführt.
“Gleichberechtigung” war das zentrale Thema institutioneller Frauenpolitik in den 1980er- und 1990er-Jahren, “institutionalisierte” Frauenpolitik war und ist allerdings nicht ohne die autonome Frauenbewegung denkbar. In historischer Perspektive erweisen sich “autonome” und “institutionalisierte” Frauenpolitik als unterschiedliche Konzepte, die sich von einander abgrenzen, sich aber gegenseitig brauchen, um denkbar und machbar zu sein. Das wird auch an vielen der auf ofra präsentierten Dokumente sichtbar.
ofra begreift sich als “work in progress”: Die Datenbasis wird weiterhin ausgebaut und durch Dokumente ergänzt.

Führung: Die Unzufriedenen: Frauengeschichte(n) im Vorwärts-Haus, 31.03.2025, Wien

Verein für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung (VGA) (Web)

Zeit: 31.03.2025, 18:00–19:30 Uhr
Ort: VGA, Rechte Wienzeile 97, 1050 Wien
Anmeldung: office@vga.at​

Im März setzt der VGA einen feministischen Schwerpunkt und begibt sich auf die Suche nach Frauengeschichte(n) im Vorwärts-Haus: von den Anfängen der proletarischen Frauenbewegung im 19. Jhd., über Ideal und Realität der „Neuen Frau“ im Roten Wien, bis zur Frauenpolitik in der Zweiten Republik. Bei einer Führung durch den Victor Adler-Gedenkraum, den historischen Parteivorstandssitzungssaal und auf den Dachboden des Gebäudes wird ein Einblick in die vielfältigen Bestände des VGA gegeben – darunter historische Publikationen, Plakate, Tagebücher, Briefe und Fotografien – die die Geschichte von Frauen in der Arbeiter:innenbewegung sichtbar und erforschbar machen.

Max. Teilnehmer:innenzahl: 20 Personen, Eintritt: 5€ (mit Kulturpass kostenlos).

Zum Veranstaltungsort: Der Eingang zum Vorwärtshaus ist wegen aktueller U-Bahn Bauarbeiten etwas versteckt. Das Haus ist von der Gerüstpassage auf der Rechten Wienzeile aus durch eine Baustellentür zugänglich.

Vortrag: Cathleen Sarti: Geschlecht und οἰκονομία. Überlegungen zum vormodernen Haushalt, 25.03.2025, Wien und virtueller Raum

WISO-Abendkolloquium, Sommersemester 2025 (Web)

Zeit: Di., 25.03.2025, 17.00–18.30 Uhr
Ort: Hauptgebäude Univ. Wien, Universitätsring 1, Seminarraum WISO, Stiege 6, 2. Zwischengeschoß – und virtueller Raum

Die Gender-Perspektive auf vormoderne Wirtschaftsverhältnisse rückt den Haushalt in den Mittelpunkt der Betrachtungen. Anders als bei der modernen Konzentration auf das Individuum verweisen Quellen und Forschungen aus der ganzen Welt immer wieder auf die Rolle von Gemeinschaften, seien es Haushalte oder auch Dorfgemeinschaften. Der Vortrag wird zum einen die Bedingungen von Besitz und Einkommen für Frauen während der Frühen Neuzeit herausarbeiten und zum anderen von diesen Beobachtungen ausgehend diskutieren, wie Gender als Kategorie für vormodernes Wirtschaftshandeln fruchtbar sein kann. Der Vortrag wird sich vorwiegend mit dem christlichen Europa beschäftigen, ergänzt um Einblicke aus Qing China, dem Osmanischen Reich, Sub-Sahara Afrika sowie Nordamerika.

Zoom-Link: https://univienna.zoom.us/j/65470650042?pwd=KOhSKVFwb0aIkBuXSeMwOkzdaYYTbP.1

Cathleen Sarti ist „Departmental Lecturer in the History of War“ an der Univ. of Oxford (Web) und Reasearcher an der Lund Univ.

Quelle: fsp-wirtschaft-gesellschaft Newsletter März 2025

CfP: Queer Journeys in North American Literature and Culture (11/2025, Innsbruck); by: 16.05.2025

Department of American Studies at the Univ. of Innsbruck; Ben Robbins, Devon Anderson, and Matthias Klestil (Web)

Time: 14.-15.11.2025
Venue: Univ. of Innsbruck
Proposals by: 16.05.2025

This conference will consider the diverse ways in which journeys undertaken by queer people have been represented in North American literature and culture, as well as how queer journeys more broadly interact with social structures, transnational relations, and cultural forms. LGBTQ+ people in North America and beyond continue to experience forms of mobility characterized by complex and often fraught economic, cultural, and affective dynamics. The conference topic is especially politically urgent as transphobic legislation recently enacted in a number of US states and provinces across Canada has forced many transgender people to migrate in order to access gender-affirming care (Phares), severely impacting the mobilities and freedoms of trans individuals.
Discussions of queer mobility draw on a growing field of scholarship across the research areas of globalization and diaspora (Aizura), Indigenous studies (Driskill et al.), ecocriticism (Cram), and regional studies (Tongson), among others. Such research has shown that the contested mobilities of LGBTQ+ people have deep historical roots. Many queer communities within North America have been shaped by internal migration from rural environments to more anonymous, heterogeneous urban centers, which has led to the growth of LGBTQ+ populations in large metropolises such as San Francisco, Toronto, and New York (Chauncey; D’Emilio; Kaiser). Yet scholarship has demonstrated that there are also forms of queer migration from urban to rural environments and within rural spaces that may be obscured by the privileging of the metropolitan in queer culture and discourse (Halberstam; Herring; Thomsen). More widely, a focus on queer journeys in transnational contexts sheds light on additional obstacles to movement and rigid hierarchical structures. During periods of particularly intense legal and social oppression of queer people, such as the “Lavender Scare” of the Cold War era in the US (Johnson), many LGBTQ+ citizens were forced into exile to foreign countries, where they could enjoy relative freedom … read more (Web).

Source: genus-request@listserv.gu.se

Vortrag: Pauline Bögner: Gewalterfahrungen von Frauen bei Kriegsende. Tagebuchaufzeichnungen aus dem Jahr 1945, 19.03.2025, St. Pölten

Rural History Forum: Diskussionsreihe des Instituts für Geschichte des ländlichen Raumes, St. Pölten (Web)

Zeit: Mi., 19.03.2025, 14.00-15.30 Uhr
Ort: NÖ Landesarchiv, Seminarraum im Erdgeschoß, St. Pölten

Wie fanden Gewalterfahrungen um das Kriegsende 1945 Eingang in Tagebücher von Frauen? Die Auswertung diaristischer Aufzeichnungen aus Niederösterreich gibt Einblicke in die Verhandlung von Gewalt zwischen individueller Erfahrung, Diskurs und Leerstellen.
Persönliche und gesellschaftliche Krisenzeiten sind häufig Anlass für diaristisches Schreiben beziehungsweise dessen Intensivierung. Gerade die mannigfaltigen Gewalterfahrungen um das Kriegsende 1945 werden als Schreibanlass für Frauen in Österreich gesehen, die während des Nationalsozialismus nicht Ausgrenzung und Verfolgung ausgesetzt waren. Als kollektive Erfahrung von Frauen stilisiert und teilweise auch propagandistisch instrumentalisiert nehmen dabei insbesondere die sexuellen Gewalttaten, die von alliierten Soldaten verübt wurden, einen wirkmächtigen Platz in der Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkrieges in Österreich ein.
Wie Tagebücher als Raum genutzt wurden, um diese Gewalterfahrungen zu beschreiben und zu verhandeln, soll in dem Vortrag anhand einer Analyse von Quellen aus dem Bestand der Sammlung Frauennachlässe am Institut für Geschichte der Univ. Wien untersucht werden.

Pauline Bögner ist Masterstudentin im Fach Geschichte, Mitarbeiterin des Instituts für Geschichte des ländlichen Raumes und ehemalige Studienassistentin der Sammlung Frauennachlässe. Sie arbeitet an einer Masterarbeit zu „Sexuelle Gewalt im Jahr 1945 als Thema in Tagebüchern von Frauen in Österreich“.

Quelle: fsp-wirtschaft-gesellschaft Newsletter März 2025