16. Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft „Frühe Neuzeit“ im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD), Birgit Emich, Michael Leemann und Xenia von Tippelskirch (Web)
Zeit: 24.-26.09.2026
Ort: Goethe-Univ. Frankfurt
Anmeldung bis: 06.09.2026
Ging es dem ersten Frühneuzeittag im Jahr 1995 um eine vorsichtige Öffnung der Geschichtswissenschaften für kulturwissenschaftliche Fragen, stellt sich die Lage 30 Jahre später nahezu umgekehrt dar: Die kulturalistische Wende ist seit Langem vollzogen, kulturwissenschaftliche Ansätze sind auch und gerade in der Frühneuzeitforschung voll integriert, wenn nicht dominant. Immer schwieriger wurde es indes, historischen Wandel zu erfassen und Geschichte als Prozess zu beschreiben. So erschwert es die kulturwissenschaftliche Fragmentierung, übergreifende Transformationen zu benennen, größere Linien zu ziehen oder gar Aussagen über die Frühe Neuzeit als Ganze zu treffen. Die vielen Geschichten aus der Frühen Neuzeit, so scheint es, lassen sich kaum mehr zu einer Geschichte der Frühen Neuzeit zusammenfügen.
Wie aber können wir unter diesen Voraussetzungen die Geschichte der Frühen Neuzeit erforschen und darstellen? Was hält die Frühe Neuzeit – und damit unser Fach – zusammen? Und wie können und wollen wir diese Frühe Neuzeit erzählen? Dieser Selbstverständigung des Faches will der Frühneuzeittag 2026 ein Forum geben. Der Titel „Frühe Neuzeit erzählen“ zielt dabei auf beides: auf die Praxis des Erzählens und auf den Gegenstand dieser Erzählung(en). Die Tagung gliedert sich dabei in die drei Blöcke „Grenzen“, „Signaturen“ und „Erzählen“.
Programm (Web)
Sektionen
– Signaturen: Gewalt erzählen | Signaturen der Frühen Neuzeit | Neue Formen der Evidenz als Epochensignatur? | Was war die Frühe Neuzeit? | Vielfalt in Einheit?
– Grenzen: Frühe Neuzeit jenseits Europas? | Narrating Colonial Entanglements | Objects of Conversion | Haus und/oder Familie?
– Erzählen: Alterität? | Das Große im Kleinen | Sichtbarkeit erzeugen | Praxeologische Überlegungen zum Verhältnis von Raum und Zeit
Abendvortrag: Cécile Vidal: Revisiter l’histoire moderne depuis la perspective atlantique
Quelle: HSozKult (Web)

On_Culture: The Open Journal for the Study of Culture; Alexandra Stuhlmann and Siyu Li
Institut für historische Sozialforschung (IHSF)
KvinnSam – Nationellt bibliotek för genusforskning (Göteborg) and FFBIZ – Das feministische Archiv (Berlin)
Podcast „Biographers in Conversation“