Monthly Archives: März 2019

Vortrag: Brigitte Bischof: Verdrängt, vertrieben und vergessen!? Exil und Emigration von Naturwissenschafterinnen der Universität Wien, 02.04.3019, Wien

Frauenarbeitsgemeinschaft der österreichischen Gesellschaft für Exilforschung
Zeit: Di., 02.04.2019, 18.30 Uhr
Ort: Institut für Wissenschaft und Kunst, Bergg. 17, 1090 Wien
In den ersten Jahren nach der Zulassung zum Hochschulstudium bis in die Zwischenkriegszeit gab es eine bemerkenswerte Anzahl von Frauen an den naturwissenschaftlichen Instituten der Universität Wien, sei es als Studentinnen oder später auch als Forscherinnen. Ab den frühen Nachkriegsjahren waren Absolventinnen vermehrt nach dem Studium weiter in dem Bereich tätig – am jeweiligen Institut, oder an außeruniversitären Einrichtungen, in der Industrie oder an Volksbildungsstätten.
Die Geschichte dieser Frauen in den Naturwissenschaften im 20. Jhd. führte schnell zu Fragestellungen bezüglich Verdrängung und Vertreibung sowie zum Thema Exil: In den offiziellen Auflistungen der 1938 vertriebenen Angehörigen der Universität Wien auf der Ebene der ProfessorInnen und DozentInnen sind zwar unter den NaturwissenschafterInnen keine Frauen verzeichnet. Dies heißt aber weder, dass es keine Anstellungen von Frauen in diesem Bereich gab, noch dass sie nicht von Vertreibung betroffen waren.
Die institutionellen Anbindungen waren in der Regel insbesondere für Frauen jüdischer Herkunft prekär bzw. schon früher aufgelöst worden. Die Auswirkungen des „Anschlusses“ an NS-Deutschland schlug sich hier weniger in der Anzahl institutsangehörigen Wissenschafterinnen wider, die aufgrund der „Verordnung zur Neuordnung des österreichischen Berufsbeamtentums“ entlassenen wurden, sondern vielmehr in Continue reading

Tagung: Herrschaft und Repräsentation in der Habsburgermonarchie (1700-1740), 28.–29.03.2019, Wien

Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Univ. Wien, Stefan Seitschek; in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft zur Erforschungdes 18. Jahrhunderts (PDF)

Ort: Aula am Campus der Universität Wien, 1090 Wien
Zeit: 28.–29.03.2019
Programm der Tagung (PDF)
Vorträge auf der Tagung mit frauen- und geschlechterhistorischem Fokus
Do., 28.03.2019, 11.00–12.00 Uhr
II. Panel: Die kaiserliche Familie

  • Chair: Katrin Keller
  • Charlotte Backerra: Das kaiserliche Paar aus britischer Sicht
  • Michael Pölzl: Der Anfang und das Ende – Die Mutter und die Schwägerin Karls VI.

Anmeldung beim Tagungsbüro: Birgit Aubrunner und Fabiola Claus (IÖG; birgit.aubrunner@univie.ac.at und fabiola.claus@univie.ac.at)

CfA: (Inter)nationale Frauenkongresse – Zusammenarbeit, Abgrenzung und öffentliche Wahrnehmung (ZS Ariadne); DL: 01.05.2019

»Ariadne – Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichte« (Web)

Einreichfrist: 01.05.2019

Im Sommer 1904 trafen sich in der Berliner Philharmonie einige hundert Delegierte aus den sechzehn Mitgliedsländern des Internationalen Frauenbundes (International Council of Women, ICW). In zwanzig verschiedenen Sektionen diskutierten sie Fragen der Frauenbildung, der rechtlichen Stellung von Frauen, der weiblichen Berufstätigkeit sowie das weite Feld ihres sozialen Engagements. Öffentliche Abendveranstaltungen mit prominenten Rednerinnen wie der österreichischen Pazifistin Bertha von Suttner oder der amerikanischen Ökonomin Charlotte Perkins waren schon Stunden vor Beginn bis auf den letzten Platz besetzt.

Dieser internationale Kongress zog in vieler Hinsicht weite Kreise; er bewies zum einen, wie Alice Salomon, eine der Mitorganisatorinnen, betonte, „daß die vereinte Kraft tüchtiger Frauen Veranstaltungen schaffen kann, die in Bezug auf Organisation, wissenschaftliche und rhetorische Leistungen sich den glänzendsten Kongressen von Männern zur Seite stellen können.“ Zum anderen wurde die deutsche Frauenbewegung nach diesem ‚glänzenden‘ Kongress geradezu gesellschaftsfähig; zumindest nahmen jetzt „die offiziellen Kreise Berlins die Existenz von progressiven, akademisch gebildeten und arbeitenden Frauen zur Kenntnis.“ Der Kongress in Berlin war nicht der erste seiner Art, wenn auch der erste Frauenkongress dieser Dimension in Deutschland. Wie schon seine Vorgänger in Chicago 1893 und London 1899 diente er dem … weiterlesen (PDF).

Vortrag: Maria Mesner: Arenen-Wechsel. Zwischen Parteien und „autonomer“ Bewegung, 21.03.2019, Wien

Vortrag im Rahmen der 19. Ringvorlesung Gender Studies : Demokratie – Repräsentation – Geschlecht, Sommersemester 2019 (Web)
Zeit: 21.03.2019, 18.30 Uhr
Ort: Hörsaal 31, Hauptgebäude der Universität Wien / Stiege 9
Der Beitrag untersucht die Arenen, in denen die Politik der Geschlechterverhältnisse im Österreich der Zweiten Republik verhandelt wird. Er zeigt, in welcher Weise die „autonomen“ Frauenbewegungen der 1970-er Jahre Ausdruck und Akteur_innen eines gesellschaftlichen Paradigmenwechsels waren, der unter anderem in einer Verschiebung der Räume des Politischen und der entsprechenden Sprechweisen resultierte. Letztlich geht es auch darum, die historische Kontingenz von politischen Identitäten und Identifizierungen freizulegen.
Maria Mesner ist Dozentin am Institut für Zeitgeschichte sowie Leiterin des Referats Genderforschung der Universität Wien. Ihre Forschungs- und Publikationsschwerpunkte sind im Bereich der vergleichenden Geschichte der Geschlechterverhältnisse im Feld des Politischen, der Kultur- und Gesellschaftsgeschichte der menschlichen Reproduktion sowie der Entnazifizierung in Österreich angesiedelt. Sie ist Mit-Herausgeberin der Österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften und leitet das Kreisky- sowie das Johanna Dohnal Archiv.

5. Schweizerische Geschichtstage: «Reichtum», 05.-07.06.2019, Zürich

Historisches Seminar der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte (Web)

Zeit: 05.-07.06.2019
Ort: Zürich
Nach 2007 in Bern, 2010 in Basel, 2013 in Fribourg und 2016 in Lausanne finden Anfang Juni 2019 die nächsten Schweizerischen Geschichtstage statt: Passend zum Veranstaltungsort Zürich – und den Rest der Schweiz – heißt das Thema der Konferenz diesmal «Reichtum». Dieser wird in rund 70 Panels aus verschiedensten Perspektiven behandelt.
Keynote Speaker

  • Mary O’Sullivan, Beshara Doumani und Joel Kaye

Auswahl von Panels mit u.a. geschlechterhistorischem Fokus

  • Tempo des Lebens: Zeit und Geld im historischen Alltag – mit Eva Brugger, Eric Häusler, Matthias Ruoss, Mischa Suter, Sandra Maß (Link)
  • Jenseits von Luxus und Nachahmung. Reichtum und Konsum in der Geschichte der Neuzeit – mit Peter-Paul Bänziger, Simone Derix, Margareth Lanzinger (Link)
  • Deutung und Veränderung von Arbeit durch Frauen im 20. Jhd. – mit Sarah Baumann, Lou-Salomé Heer, Simona Isler, Bettina Stehli (Link)
  • Administrative Versorgung als reiches Ordnungsinstrument zur Durchsetzung gesellschaflicher Machtansprüche – mit Ernst Guggisberg, Alix Heiniger, Judith Kälin, Sonja Matter (Link)
  • Materieller Reichtum in christlichen Frauenklöstern und -stiften im mittelalterlichen Europa – mit Yvonne Arras, Anne Diekjobst, Claudia Sutter (Link)
  • Viele Frauen haben. Praktiken und Politiken der Polygynie im Vergleich – mit Maria Tranter, Vytautas Volungevicius, Kerstin Hitzbleck (Link)
  • Sécurité sociale, normes d’égalité et redistribution des richesses – mit Sandra Constantin, Sandrine Dauphin, Dominique Dirlewanger, Carola Togni, Brigitte Studer (Link)
  • Kinder-/Reichtum: Feministische Perspektiven auf Sexualität, Mutterschaft und Ökonomie nach 1950 – mit Lisia Bürgi, Nina Kunz, Anja Suter, Sara Bernasconi (Link)

Weiterlesen auf der Website … (Web)

Buchpräsentation: „Sie meinen es politisch!“ 100 Jahre Frauenwahlrecht in Österreich, 27.03.2019

Blaustrumpf ahoi! (Hg.): „Sie meinen es politisch!“ 100 Jahre Frauenwahlrecht in Österreich. Geschlechterdemokratie als gesellschaftspolitische Herausforderung, Wien: Löcker Verlag 2019 (Web)

Ort: Volkskundemusum Wien, Laudong. 1090 Wien
Zeit: Mi, 27.03.2019, 18:00 Uhr
Programm

  • Redebeiträge von Irene Bandhauer-Schöffmann, Hanna Hacker, Katharina Hajek, Veronika Helfert, Elisabeth Holzleithner, Heidi Niederkofler, Ines Rössl und Corinna Oesch
  • Moderation: Maria Mesner

Der von dem Kollektiv „Blaustrumpf ahoi!“ herausgegebene Sammelband begleitet die Ausstellung „Sie meinen es politisch!“, die von der Österreichischen Gesellschaft für Zeitgeschichte (ÖGZ) und Johanna Dohnal Archiv in Kooperation mit dem Volkskundemuseum Wien, dem Frauenmuseum Hittisau und dem Kreisky-Archiv umgesetzt worden ist. Die Ausstellung wird bis 25. August 2019 im Volkskundemuseum Wien gezeigt (Web).
Mit der Gründung der Republik vor 100 Jahren wurde ein wesentlicher Schritt für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen beschlossen: das Frauenwahlrecht. Das interdisziplinäre Projekt „frauenwahlrecht.at“ thematisiert als Teil der Republiksfeierlichkeiten diesen gesellschaftspolitischen Meilenstein und beleuchtet die politische Partizipation von Frauen von 1848 bis heute. 1918 wurde nach der Proklamation der Ersten Republik das direkte, allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht ohne Unterschied des Geschlechts beschlossen. Damit konnten am 16. Februar 1919 bei der Wahl zur Konstituierenden Nationalversammlung erstmals alle Frauen wählen und als Kandidatinnen politischer Parteien gewählt werden. Davon ausgeschlossen waren Menschen ohne österreichische Staatsbürgerschaft, aber etwa auch Prostituierte. Um das Wahlverhalten … weiterlesen (Web).

Klicktipp: Journal of Social History and the History of Social Movements – online (Portal)

Journal of Social History and the History of Social Movements (Web);  Institut für Soziale Bewegungen, Ruhr-Universität Bochum

Moving the Social is an international and peer-reviewed journal rooted in the discipline of history but with an explicit interest in work produced on social affairs and social movements by other disciplines, in particular the social sciences, geography, anthropology and ethnology. It is particularly keen to promote transnational and comparative perspectives on the history of social movements set in a wider context of social history. It appears twice yearly, with one issue on a particular theme and one thematically mixed issue. Each issue includes a comprehensive review article, one of which each year is on recent publications in social movement studies.

All issues from 1977 have recently been digitised and can be found online, with the latest issues being only available to subscribers.

Latest issues (for subscribers):

  • Vol 60 (2018): Social Movements, Protest, and Academic Knowledge Formation. Interactions since the 1960s
  • Vol 59 (2018): Sex Workers‘ Fights — Prostitutes‘ Rights Movements in European and American Countries

The Cfp for the next thematically mixed issue is available online (Link).

Submissions by 31.12.2019

Vortrag: Alexandra Weiss: Frauenpolitik: Aufbrüche – Strategien – Bedingungen Wirken und Aktualität Johanna Dohnals, 29.05.2019, Wien

Forschungsplattform „Gender und Diversität“ (Web)
Zeit: Mi., 29.05.2019, 16:00-18:00 Uhr
Ort: Institut für Höhere Studien, Josefstädter Str. 39, 1080 Wien
Johanna Dohnal (1939–2010) war eine Ausnahmepolitikerin und Pionierin der österreichischen Frauenpolitik. Die Politikwissenschafterinnen Alexandra Weiss und Erika Thurner haben 2019 bei ProMedia das Buch „Johanna Dohnal und die Frauenpolitik der Zweiten Republik“ herausgegeben (Link). Die darin versammelten von Johanna Dohnal verfassten Beiträge dokumentieren ihr Verständnis von Politik und lassen ihr Engagement als erste österreichische Frauenministerin Revue passieren.
Eingeleitet wird das Buch durch eine biografische Darstellung: Die Erfahrungen von Armut, Krieg und der NS-Herrschaft waren für Johanna Dohnal ebenso prägend wie die Entmündigung der Frauen durch ein vormodernes Familien- und Eherecht. In ihrer Vision des Feminismus gehören Geschlechterpolitik und demokratischer Sozialismus untrennbar zusammen. Abgerundet werden die zeithistorischen Texte Dohnals mit einer politikwissenschaftlichen Analyse der Frauenpolitik in Österreich seit den 1970er Jahren bis heute.
In ihrem Vortrag kontextualisiert die Herausgeberin Alexandra Weiss das Wirken von Johanna Dohnal zeithistorisch-politikwissenschaftlich und diskutiert die Relevanz, Herausforderungen und Perspektiven ihrer Ansätze für eine aktuelle emanzipatorische Frauenpolitik.
Susanne Feigl, eine der Biographinnen Johanna Dohnals und Continue reading

Vortrag: Bettina Braun: ‚Einmal hat Habsburg einen Mann, und dann ist es eine Frau‘. Maria Theresia: Herrschaft und Geschlechterrollen im 18. Jhd.; 11.04.2019, Wien

Institut für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung und Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (PDF)
Zeit: Do., 11.04.2019, 18.30 Uhr
Zeit: ÖAW, Hollandstraße 11-13, 1020 Wien
Maria Theresia fiel aus dem Rahmen. Nicht, weil sie als Frau regierte – das kam im dynastischen Europa der frühen Neuzeit durchaus häufiger vor –, sondern weil sie als Herrscherin stets einen Mann an ihrer Seite hatte, erst ihren Mann Franz Stephan, dann ihren Sohn Joseph II. Beide wurden von ihr zum Mitregenten ernannt, standen als Kaiser aber im Rang über ihr. Ausgehend von dieser komplexen und ungewöhnlichen Konstellation sollen die in diesen Arbeitspaaren verwirklichten Geschlechterrollen und die Art der Arbeitsteilung thematisiert werden.
Bettina Braun lehrt Geschichte der Frühen Neuzeit an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie forscht zur Verfassungsgeschichte des Alten Reichs, zur Germania Sacra in der Frühen Neuzeit sowie zur Herrschaft von Frauen.
Um Anmeldung wird gebeten unter inz@oeaw.ac.at.

Vortrag: Christoph Bläsi und Edith Blaschitz: Kulturelle Aneignungs- und Bewahrungsprozesse und deren mediale Resonanzen am Beispiel von ‚Kochwissen‘, 08.04.2019, Wien

Institut für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (PDF)
Zeit: Mo., 08.04.2019, 17.00 Uhr
Ort: ÖAW, Hollandstraße 11-13, 1020 Wien
Vorgestellt wird ein Projekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Buchwissenschaft) und der Donau-Uni versität Krems (Kulturwissenschaft), das anhand eines ausgewählten Bestandes an retro-digitalisierten und strukturierten deutschsprachigen Kochbüchern aus dem Zeitraum von 1950 bis 1980 kulturelle Transferprozesse untersucht, die mit der Mediatisierung von „Kochwissen“ einher gehen.
Essen und Kochen kann damit nicht zuletzt als kultureller Aneignungs- und Bewahrungsprozess und somit als Spiegel gesellschaftlicher Hegemonien analysiert werden. Die Untersuchung, die kulturwissenschaftlich-hermeneutische Verfahren mit solchen der Digital Humanities verbindet, geht der Frage nach, wie sich Aneignungs- und Bewahrungsprozesse von „fremdem“ Essen in Kochbüchern widerspiegeln.
Edith Blaschitz, Dr., Leitung des Stabsbereichs „Digital Memory Studies“ am Department für Kunst- und Kultur-wissenschaften der Donau-Universität Krems. Forschungsschwerpunkte: mediatisierte Erinnerungskulturen, Film- und Mediengeschichte, populäre Medien und Medienbildung.
Christoph Bläsi ist seit 2009 Professor für Buchwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz; zuvor war er Continue reading