CfP: Psyche, Körper, Geschlecht: Klassifikationen und Interventionen in Medizin und den Psych-Wissenschaften im 20. Jahrhundert (10/2026, Berlin); bis: 29.05.2026

SFB 1665 „Sexdiversity – Determinanten, Bedeutungen und Implikationen der Geschlechtervielfalt in soziokulturellen, medizinischen und biologischen Kontexten“ (HU zu Berlin Medizinische Hochschule Hannover Charité – Universitätsmedizin Berlin) (Web)

Zeit: 29.10.2026
Ort: Berlin
Einreichfrist: 29.05.2026

Geschlecht zählt zu den zentralen Ordnungskategorien moderner Gesellschaften – und ist zugleich ein Feld permanenter Revision, Ausdifferenzierung und Re-Klassifikation. Vom traditionellen binären Modell männlich/weiblich über heutige Konzepte wie cis/trans/non-binär bis hin zu komplexen Verschränkungen von Körper und Identität sind Geschlechterordnungen historisch immer wieder neu hervorgebracht, stabilisiert und infrage gestellt worden. Bei diesen Ordnungssystemen spielen und spielten Wissenschaften eine entscheidende Rolle. Zugleich ließen sich die wissenschaftlich erzeugten Klassifikationen kaum jemals auf das akademische Feld begrenzen. Sie interagierten stets mit kulturellen Vorstellungen, gesellschaftlichen Regelsystemen und gelebten Biographien. Denn Klassifikationssysteme fungieren nicht nur als epistemische Werkzeuge, sondern strukturieren auch Prozesse der Subjektivierung und bilden den Ausgangspunkt für normierende Praktiken, klinische Behandlungstechniken, institutionelle Zuweisungssysteme und politische Interventionen.
Die Tagung widmet sich der historischen Analyse 1. solcher Klassifikationsprozesse sowie 2. daran anknüpfender Interventionspraktiken im 20. Jhd., insbesondere in zwei eng miteinander verflochtenen Wissensbereichen: in der Medizin und den Psych-Wissenschaften. Um 1900 differenzierten sich beide Wissensbereiche und entwickelten verschiedene Subfelder, in denen auch Wissen über Geschlecht produziert wurde. Diese Felder entwickelten je eigene, zugleich aber aufeinander bezogene Ordnungssysteme von Geschlecht, die sowohl den Körper als auch die Psyche nach geschlechtlichen Kriterien klassifizierten.
In der Medizin rückten Geschlechtskörper im Zeichen der Endokrinologie, Genetik, Anatomie und Reproduktionsforschung ins Zentrum neuer taxonomischer Zugriffe. Geschlecht wurde zunehmend an vermeintlich ‚männlichen‘ und ‚weiblichen‘ Hormonen, sogenannten ‚Geschlechtschromosomen‘, ‚männlichen‘ und ‚weiblichen‘ Genitalien oder auch ‚männlichen‘ und ‚weiblichen‘ Gehirnen festgemacht. Weiterlesen … (Web)

Quelle: HSozKult (Web)

CfP: Feeling the Archive: Affect as Method in Feminist Queer Research (09/2026, Münster); by: 30.04.2026

Marie Lunau (Roskilde Univ.), Rieke Schröder (Univ. of Münster), and Sophia Zisakou (Lund Univ.) (PDF)

Time: 24.-25.09.2026
Venue: Center for International Gender Studies, Münster
Proposals by: 30.04.2026

The two-day workshop invites participants to reflect on affect as a methodological orientation in feminist, queer, trans, decolonial, migration, disability and related research fields. The workshop aims to create a space for collective exchange on emotions as ways of doing research and to explore affective approaches to archives, knowledge production, and political practice. The format will include short presentations, discussions, collaborative writing sessions, and collective work toward a special issue proposal. Read more … (PDF)

Keynote Speakers
– Athena Athanasiou (Panteion Univ. of Social and Political Sciences, Greece)
– B Camminga (Univ. of Bristol, UK)

We invite contributions that engage with questions such as:
– How can knowledge be imagined as a political and affective practice in times marked by anti-migratory, anti-queer, and anti-gender mobilisations?
– What can emotions do in research as relational forces shaping exclusion and resistance?
– How do we navigate the emotional terrain of working with archives and institutions that marginalise or defund critical methodologies?

Source: GenderCampus (Web)

Klicktipp: What’s Her Story: Women in the Archives (Digital Exhibit)

What’s Her Story: Women in the Archives: Autry Museum of the American West, Los Angeles (Web)

Sections: Moving Impressions, Challenging Preconceptions | L.A. Story | Women Documenting Women | Getting Lost | The Age of Discovery | Explore More (Web)

„At the heart of every story is an archive, and at the heart of every archive is a story: In honor of the 100th anniversary of women winning the right to vote, What’s Her Story: Women in the Archives reveals compelling stories of women found in the Autry’s collections. This exhibit will showcase Assistance League of Los Angeles, Caroline Boeing Poole, Gladys Knight Harris, Native Voices theatre ensemble, and Women’s March participants as 20th and 21st century women who documented their activities and created archives as a way to preserve a legacy in their own voice. Also featured are stories of Bertha Parker Cody, Manuela Garcia, Clara Forslund, and an “Unidentified Woman,” whose lives were documented in archives made by other creators: friends, colleagues, government agencies, and other institutions that produced written and visual records.
What’s Her Story also looks behind the scenes to share how the work of archivists brings the more hidden narratives to light – weaving in and out of primary source evidence to color in details, amplify voices, and begin the discovery of women’s stories. In personal diaries, photographs, letters, music, objects, and ephemera, you will meet women philanthropists, solo sojourners, political activists, artists, and a pioneering anthropologist.
The sections below build on the in-gallery exhibition to explore what other narratives can be found when examining all these archives side by side. This “exhibit microsite” continues What’s Her Story by looking at broader concepts such as women serving as history keepers throughout time, female imagery and stereotyping; and the dynamic history of a city.
Surveying archives can also be used to locate the inherent risks threatening the loss of information in order to find solutions to discover, recover, and preserve these pieces of evidence into perpetuity.“

CfP: Verheiratet, verstoßen, verbannt: geschiedene hochadelige Frauen 1600-1850 (09/2026, Gotha); bis: 30.04.2026

Forschungszentrum Gotha; Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel; Corinna Dziudzia, HAB/Uni Gießen und Markus Meumann, FZG (Web)

Zeit: 28.-30.09.2026
Ort: Gotha
Einreichfrist: 30.04.2026

1826 – eine Vereinigung und eine Trennung: Das Jahr 1826 stellt in der europäischen Dynastiegeschichte eine entscheidende Zäsur dar: Im November des Jahres entstand durch den Erbvertrag von Hildburghausen das Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha, dessen Herrscherhaus im 19. und frühen 20. Jhd. durch eine geschickte Heiratspolitik verwandtschaftliche Beziehungen mit einer Vielzahl regierender Fürstenhäuser knüpfte und in mehreren europäischen Ländern auf den Thron gelangte. Schon die Entstehung des Herzoghauses beruhte auf einer Heirat, der 1817 aus politischen Gründen geschlossenen Ehe Herzog Ernsts von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1784-1844) mit Prinzessin Luise von Sachsen-Gotha und Altenburg (1800-1831), der Tochter des vorletzten Gothaer Herzogs August. Obwohl diese Verbindung wesentlich dafür war, dass sich die Coburger Linie gegenüber den anderen ernestinischen Häusern durchsetzen konnte, ließ sich Ernst I. bereits im Jahr der Gründung des neuen Herzogtums von seiner Ehefrau scheiden. Bereits zwei Jahre zuvor war Luise nach St. Wendel im Fürstentum Lichtenberg (im heutigen Saarland) verbannt worden, getrennt von ihren beiden Söhnen, mit denen sie fortan keinerlei Kontakt mehr haben durfte.
Die vom Forschungszentrum Gotha und der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel gemeinsam geplante Tagung nimmt anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Entstehung des neuen Herzogtums solche Fälle geschiedener hochadeliger Frauen vom 16. bis zum frühen 19. Jhd. erstmals systematisch in den Blick. Neben bekannten Beispielen wie der englischen Königin Katharina von Aragon (1485-1536), der als „Prinzessin von Ahlden“ berühmt gewordenen hannoverschen Kurprinzessin Sophie Dorothea (1666-1726) oder der dänischen Königin Caroline Mathilde (1751-1775) steht eine Vielzahl weiterer Fälle, die bislang von der historischen Forschung wenig oder keine Beachtung gefunden haben. Dazu gehört auch eine Zeitgenossin Luises: Elisabeth Christine Ulrike von Braunschweig-Wolfenbüttel (1746-1840) wurde 1769 von ihrem Ehemann Friedrich Wilhelm II. von Preußen geschieden und nach Stettin verbannt, wo sie die restlichen 70 Jahre ihres Lebens verbrachte. Continue reading

Klicktipp: Friedensaktivistinnen. Auf Spurensuche in Wien (Podcast)

Friedensaktivistinnen. Auf Spurensuche in Wien: Podcast von Tania Napravnik (Web)

„Wien war einst ein Knotenpunkt internationaler Friedensbewegungen, Frauen standen dabei im Zentrum des Geschehens. In dieser vierteiligen Podcast-Staffel begebe ich mich auf Spurensuche nach vergessenen Friedensaktivistinnen, ihren Ideen und ihrem Mut. Zwischen Literatur, Politik, Bildung und Architektur erzählen ich Geschichten von Wienerinnen und frage, was uns deren pazifistischen Visionen heute noch sagen könnten. Eine Einladung zum Zuhören, Erinnern und Weiterdenken- gegen das Vergessen und für den Frieden.“

Folgen (Web)

  1. Bertha von Suttner: „Die Waffen nieder!“ | Im Gespräch mit Andrea Gruber und Andrea Reisner (24 Min.)
  2. Yella Hertzka: „Totentanz.“ | Im Gespräch mit Clara-Anna Egger und Martina Kalser-Gruber (29 Min.)
  3. Margarete Schütte-Lihotzky: „…eine Minute Dunkel macht uns nicht blind.“ | Im Gespräch mit Elisabeth Holzinger und Christine Zwingl (30 Min.)
  4. Freda Meissner-Blau: „Mit der Natur verwurzelt“ | Im Gespräch mit Rebecca Giesemann, Maria Mesner und Nicolas Pawloff (28 Min.)

Quelle: Facebook-Site von STICHWORT. Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung

Buchpräsentation: ZÜNDENDE FUNKEN. Feministinnen im Wien der 70er Jahre, 26.03.2026, Wien

Kreisky-Archiv und Johanna Dohnal Archiv (Web)

Zeit: Do., 26.03.2026, 18.00 Uhr
Ort: Kreisky-Archiv und Johanna Dohnal Archiv, Lesesaal im 1. Stock, Rechte Wienzeile 97, 1050 Wien

Programm
Mitwirkende an diesem Abend: Ruth Aspöck, Eva Dité, Erna Dittelbach, Käthe Kratz und Heldis Stepanik

Acht Jahre sind seit der Veröffentlichung der Erstauflage des Bandes vergangen. Längst vergriffen, ist es höchst an der Zeit, noch einmal an die Kämpfe und Errungenschaften der Autonomen Frauenbewegung, im Speziellen an die „Aktion Unabhängiger Frauen“ – AUF — und ihre internationalen Mitstreiterinnen zu erinnern. In vielen Ländern werden zur Zeit von der Frauenbewegung initiierte und schwer erkämpfte Regelungen und Gesetze abgeschwächt oder ganz abgeschafft. Ein konservatives Frauenbild wird weltweit stark propagiert, der Feminismus wieder einmal zum Feindbild gemacht. Wir finden, es lohnt sich, sich mit dem „alten“ Feminismus auseinanderzusetzen. Wenn auch die Frauenbewegung der 1970er Jahre keine reale politische Macht hatte, war sie doch alles andere als machtlos. Sie konnte in Österreich Diskurse initiieren und talentiert provozieren, sie kommunizierte international mit frauenbewegten Gruppen anderer Länder, und sie lieferte einen wesentlichen Beitrag zur Strafrechts- und Familienrechtsreform. Mehr als 20 Autorinnen berichten in diesem Buch aus dieser Zeit, den 1970ern — mitunter heiter, empört, analytisch, kämpferisch, kritisch, ironisch, nachdenklich und bisweilen zornig angesichts der zunehmenden Belastungen, die im Sog des neoliberalen Rollbacks und des Erscheinens der damit verbundenen Armut wieder auf Frauenschultern landen.

Um Anmeldung zur Veranstaltung wird unter archiv@kreisky.org gebeten.

Frauenkollektiv RitClique (Hg.): ZÜNDENDE FUNKEN. Feministinnen im Wien der 70er Jahre. Löcker Verlag 2026 – Zweitauflage (Web)

Women grow radical with age.
One day an army of grey-haired women
may quietly take over the earth
[Gloria Steinem *1934]

Quelle: Female-l

Online Colloquium: Military, War and Gender/Diversity, 27.04.-06.07.2026, virtual space

Network ‚Military, War and Gender/Diversity‘ (MKGD) (Web)

Time: 27.04.-06.07.2026
Venue: virtual space – via Neubiberg

The online colloquium of the Network ‚Military, War and Gender/Diversity‘ (MKGD), founded in March 2024, is based at the Univ. of the Bundeswehr Munich and offers a virtual space to discuss new research on gender, violence, and war. Organizers:  Anne-Laure Briatte (Sorbonne Univ.); Tanja Bührer (Paris Lodron Univ. Salzburg);  Isabelle Deflers and Anke Fischer-Kattner (Univ. of the Bundeswehr Munich); Karen Hagemann (Univ. of North Carolina at Chapel Hill); Isabel Heinemann (Ludwig Maximilian Univ. Munich); Jasper Heinzen (Univ. of York). Further details are available on the MKGD website (Web)

Programme

April 27, 2026, 4:00-6:00 pm (CET)
Lucy Noakes (Univ. of Essex): War and Peace: Mass Observation, Memory and the End of the Second World War in Britain | Moderation: Isabelle Deflers (Univ. of the Bundeswehr Munich)

May 11, 2026, 4:00-6:00 pm (CET)
Jane Ohlmeyer (Trinity College Dublin): Women, War and Sexual Violence in Early Modern Ireland | Moderation: Anne-Laure Briatte (Sorbonne Univ.)

June 15, 2026, 4:00-6:00 pm (CET)
Jasper Heinzen (Univ. of York): Book Discussion: Prisoners of War and Military Honour, 1789-1918 | Comments: Elodie Duché (York St John Univ.) and Brian Feltman (Georgia Southern Univ.) | Moderation: Tanja Bührer (Paris Lodron Univ. Salzburg)

July 6, 2026, 4:00-6:00 pm (CET)
Karen Hagemann (Univ. of North Carolina at Chapel Hill): Book Discussion: Forgotten Soldiers: Women, the Military and Wars in Europe since 1500 | Comment: Michael Geyer (Univ. of Chicago) | Moderation: Isabel Heinemann (LMU Munich)

Zoom link: https://unibw.zoom-x.de/j/64620326049?pwd=PQmhvlbwfLm8ERye5Bt2sYDIPWaece.1

Kontakt: mkgd.forschungsverbund@gmail.com

Source: HSozKult (Web)

Workshop: Frauen in Haft. Historisch-politische Bildungsarbeit an ehemaligen Haftorten der SBZ und DDR, 27.04.2026, Berlin

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Lernort Keibelstraße/Agentur für Bildung, Geschichte und Politik e.V., Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (Web)

Datum: 27.04.2026
Ort: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Kronenstr. 5, 10117 Berlin

Obwohl Frauen in SBZ und DDR einen nicht unerheblichen Anteil der Gefangenen stellten, wurde die Kategorie Geschlecht in Forschung und Vermittlung bislang häufig vernachlässigt. Der von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, dem Lernort Keibelstraße/Agentur für Bildung, Geschichte und Politik e.V. und dem Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam veranstaltete Workshop für Gedenkstätten an ehemaligen Haftorten setzt hier an: Er widmet sich der Frage, welche besonderen Erfahrungen weibliche Inhaftierte in SBZ und DDR machten und wie sich diese in der historisch-politischen Bildungsarbeit von Gedenkstätten und Lernorten widerspiegeln.
Sicherheitsbehörden in der SBZ und DDR stuften Devianz und Nonkonformität als potenziell systemgefährdend ein. Diese Zuordnungen trafen auch Frauen, wenn sie sich nicht gemäß den Vorstellungen der Staats- und Parteiführung der DDR und dem offiziell propagierten Frauenbild verhielten. Wer unangepasst lebte, als Jugendliche aus dem Elternhaus ausbrach oder sich nicht unterordnete, riskierte Repressionen oder Haft. Für diese jungen Frauen, aber auch die älteren, die konkret gegen die geltenden Gesetze verstießen, existierte auf dem Gebiet der DDR ein System verschiedener Haft- und Verwahrungsorte. Hinzu kamen sogenannte venerologische Stationen, in die Frauen mit Verdacht auf Geschlechtskrankheiten zwangsweise eingewiesen wurden und deren Aufenthalt faktisch einer Haft gleichkam. Der Blick auf diese Orte verdeutlicht, wie sich ein als Fürsorge deklarierter, tatsächlich aber disziplinierender Zugriff des DDR-Regimes mit bereits lange bestehenden gesellschaftlichen Normvorstellungen über weibliche Sexualität und Verhalten verband.
Mit der Eröffnung der Gedenkstätte Hoheneck ist erstmals ein ehemaliges Frauengefängnis als historischer Ort öffentlich zugänglich, der den Blick auf weibliche Häftlinge konzentriert. An vielen anderen Gedenkstätten und Lernorten zu … weiterlesen (Web).

Quelle: HSozKult (Web)

Tagung: Mehrheitsgesellschaften und sexueller Wandel, 24.-25.04.2026, Düsseldorf und virtueller Raum

Siebte Jahrestagung des Arbeitskreises Sexualitäten in der Geschichte (AKSG)

Zeit: 24.-25.04.2026
Ort: Düsseldorf und virtueller Raum
Anmeldung bis: 15.04.2026

Die siebte Jahrestagung des 2019 gegründeten Arbeitskreises Sexualitäten in der Geschichte (AKSG) adressiert Fragen nach dem Wandel sexualpolitischer Legitimationsstrategien, die sich mit Blick auf das Spannungsverhältnis von Mehrheit und Minderheit seit dem 19. Jhd. beobachten lassen, und fragt nach der Bedeutung, die dieser Konstellation in der historischen Erforschung von epistemischer Gewalt beizumessen ist. Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei auf wissenschaftshistorischen Zugängen liegen.
Reformerische Sexualwissenschaft begriff sich seit ihren Anfängen als ein Projekt, das es mit den sexuellen Affekten und Aversionen der Mehrheitsgesellschaft – der „kompakten Majorität“ (Sigmund Freud) – aufzunehmen hatte. In besonderem Maße galt dies von der Wende vom 19. zum 20. Jhd. an für die Durchsetzung von Grundrechten für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten. Tatsächlich wurde es in der angloatlantischen Welt erst ab den 1960er Jahren zum liberalen Konsens, Mehr- und Minderheitenrechte dialektisch zu begreifen. Die Kritische Sexualwissenschaft etwa berief sich in der Bundesrepublik darauf, sexualpolitische Solidarität mit besonderem Akzent von den Rändern her zu denken. Inzwischen scheint dieser Konsens in der Werteordnung des „Westens“ wieder zu erodieren. Längst ist eine legitimierende Berufung auf dasjenige, was „Common Sense“ sei, ins Feld der Sexual- und Geschlechterpolitik zurückgekehrt, um gegen Minoritäten in Anschlag gebracht zu werden. Weiterlesen und Quelle … (Web)

Panels: Psychologie, Therapie und Pathologisierung Internationale Perspektiven auf Körper und Medizin | Geschichte und „sexuelle Norm“ in Wandel

Quelle: HSozKult (Web)

Vortragsreihe: Mit Schleier und Schwert. Weibliche Herrschaft auf Burgen, 04.-09.2026, Rheinland-Pfalz

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) und Arbeitsbereich Spätmittelalterliche Geschichte und Vergleichende Landesgeschichte, Johannes Gutenberg-Univ. Mainz (Web)

Zeit: 19.04.-11.09.2026
Orte: wechselnde Orte in Rheinland-Pfalz

Wegen ihrer militärischen und politischen Funktionen scheinen sie reine Männersache gewesen zu sein. Dass auf Burgen auch Frauen lebten, hat sich vor allem in der Vorstellung des „Burgfräuleins“ niedergeschlagen. Die Realität war aber weitaus vielfältiger: Je nach gesellschaftlichem Stand arbeiteten Frauen auf Burgen, sie organisierten nicht selten den gesamten Haushalt und mitunter herrschten sie sogar über die Burgen, was auch die Verteidigung im Kriegsfall einschloss.
Um diesen von der Forschung bislang noch kaum beachteten Themenbereich zu untersuchen und ihn zugleich der Öffentlichkeit nahezubringen, veranstaltet die Direktion Burgen Schlösser Altertümer der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem Arbeitsbereich Spätmittelalterliche Geschichte und Vergleichende Landesgeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz die Vortragsreihe „Mit Schleier und Schwert. Weibliche Herrschaft auf Burgen“ und die wissenschaftliche Tagung „Burgherrinnen. Frauen und Burgen im römisch-deutschen Reich (13.-16. Jhd.)“. Die Vortragsreihe wird von April bis September 2026 an wechselnden Orten in Rheinland-Pfalz spannende Frauenbiographien in den Blick nehmen, ehe die Tagung auf der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein vom 14. bis 16. Oktober 2026 den vielfältigen Facetten des Themenkomplexes Frauen und Burgen nachspürt.

Programm

So, 19.04.2026, 16 Uhr, Bacharach
Bernd Schneidmüller (Heidelberg): Agnes von Staufen und die Hochzeit von Stahleck
Pfarrsaal, Langstraße 2, 55422 Bacharach, Zugang barrierefrei

So, 31.05.2026, 11 Uhr, Annweiler
Amalie Fößel (Duisburg-Essen): Eleonore von Aquitanien. Macht und Einfluss Continue reading