Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag im Graz Museum, 06.03.-19.03.2026, Graz

Graz Museum (Web)

Ort: GrazMuseum, Sackstr. 18, 8010 Graz
Zeit: 06.03.-19.03.2026
Alle Programmpunkte finden bei freiem Eintritt statt

Programm zum Internationalen Frauentag

Fr., 06.03.2026, 17.00-21.00 Uhr
Lange Nacht der Genderlesung (Web)
Menschen aus Wissenschaft, Politik und Kunst treten mit dieser Veranstaltung für die Gleichbehandlung aller Geschlechter ein. Sie setzen ein Zeichen gegen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und lesen programmatische Texte.

So., 08.03.2026, 15.00 Uhr
Frauen in der Nachkriegszeit (Web)
In einem Rundgang durch die Ausstellung „Ins Ungewisse. Graz 1945-1965“ werfen wir einen Blick auf das Leben von Frauen im Graz dieser Zeit, auf Rollen und typische Zuschreibungen.

Do., 19.03.2026, 16.30 Uhr
Führung durch die Pionierinnengalerie im Grazer Rathaus (Web)
Die Pionierinnengalerie stellt exemplarische Frauen in Graz vor, die zur schrittweisen Etablierung von Frauen in zuvor von Männern dominierten Bereichen beigetragen haben.

Do., 19.03.2026, 18.00 Uhr
Das weibliche jüdische Graz von 1890 bis 1945 (Web)
Der Vortrag von Barbara Lorenz zeichnet ein multi-perspektivisches Bild sehr unterschiedlicher Lebenswege von Grazer Jüdinnen zwischen 1890 und 1945, deren Biografien weitestgehend unerschlossen sind.

CfP: Solidarität und Subversion: Freiwillige Hilfen am Rande der Legalität (20./21. Jahrhundert) (05/2026, Erfurt); bis: 15.04.2026

Regula Ludi und Matthias Ruoss; Univ. Erfurt, DFG-Forschungsgruppe «Freiwilligkeit» (Web)

Zeit: 28.05.2026
Ort: Univ. Erfurt
Einreichfrist: 15.04.2026

Parallel zum öffentlichen Protest gegen Repression engagieren sich viele Freiwillige in Solidaritätsnetzwerken zur Unterstützung von Menschen, die durch Hetzkampagnen gegen sexuelle Minderheiten und Flüchtlinge, durch «Anti-Genderismus» und Xenophobie unter Druck und in Not geraten. Viele dieser Hilfeleistungen geschehen im Verborgenen und sind subversiv. Sie überschreiten die Grenzen der Legalität oder des gesellschaftlich Tolerierten und unterlaufen gezielt die herrschende Ordnung. Oftmals schaffen sie auch grenzübergreifende Solidaritätsnetzwerke. Historische Beispiele gibt es viele. Man denke etwa an den Postversand von Verhütungsmitteln zu Beginn des 20. Jhds., als deren Vertrieb vielerorts strafbar war, oder an die «Selbstorganisation von Abtreibungen» durch Feminist:innen in den 1970er-Jahren. In den Bereich subversiver und staatlich verfolgter Praktiken gehören auch unzählige Hilfeleistungen für Flüchtlinge, von der Unterstützung beim Grenzübertritt bis hin zu «Scheinehen» oder der heimlichen Unterbringung abgewiesener Asylbewerber:innen.
Es liegt auf der Hand, dass Menschen, die sich an Solidaritätsbekundungen dieser Art beteiligen, möglichst keine Spuren hinterlassen. Häufig erfahren wir erst durch die Kriminalisierung der betreffenden Aktivitäten von der Existenz solcher Gruppen. Polizei- und Justizakten zeichnen indes ein verzerrtes Bild der Handlungsweise und Motive der Aktivist:innen, unterstellen ihnen eine uneigennützige, gewinnorientierte oder gar kriminelle Gesinnung und stellen die Aktivitäten als Bedrohung für Sicherheit und Ordnung dar.
Das stellt Historiker:innen vor methodische Probleme. Wie erfahren wir überhaupt von der Existenz solcher Praktiken? Wie können wir die Geschichte und das Funktionieren klandestiner Solidaritätsnetzwerke rekonstruieren, wenn kaum Quellen vorhanden sind? Wie navigieren wir in den überlieferten Quellen zwischen Legendenbildung der Aktivist:innen und diffamierenden hegemonialen Deutungen? Und schliesslich, mit welchen analytischen Begriffen lassen sich subversive Praktiken angemessen fassen?
Der Workshop versteht sich als Werkstattgespräch. Ziel ist es, Continue reading

Führung: Susanne Pils: „Unsichtbare Frauen“ im Wiener Stadt- und Landesarchiv, 02.03.2026, Wien

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA) (Web)

Zeit: 02.03.2026, 10.00-11.30 Uhr
Ort: WStLA, 11., Guglg. 14, Gasometer A, Foyer im 4. Stock
Anmeldung an: oeffentlichkeitsarbeit@archiv.wien.gv.at oder +43 1 4000-84874

Im Rahmen der Führung im Wiener Stadt- und Landesarchiv wird anhand von 3 individuellen Frauenschicksalen veranschaulicht, welche Strategien es gibt, Frauen in den Beständen des Wiener Stadt- und Landesarchivs zu finden.
Dabei wird anhand der Quellen das Schicksal eines ehemaligen Findelkindes, einer Kinobesitzerin und einer Kochschulbetreiberin rekonstruiert. Zugleich werden die damals für Frauen geltenden rechtlichen Bestimmungen thematisiert. Beantwortet werden dabei etwa folgende Fragen: „Warum sind Frauen in den historischen Meldeunterlagen so schwer zu finden? Warum werden in den Geburtseinträgen des Findelhauses die Kindsväter nicht genannt?“ Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Zeit von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.

Mindestens 10, maximal 25 Personen | Gratis

Quelle: Newsletter Verfolgung/Widerstand von Fürsorgerinnen in Wien, 1934-45, März, Irene Messinger

CfP: Bedroom Journalists? Zines and Early Player Cultures (Publication); by: 01.06.2026

Aurelia Brandenburg and Arno Görgen, Academy of the Arts, Bern (Web)

Proposals by: 01.06.2026

In the 1980s and 1990s, for many computer game enthusiasts, the dream of a job in the games industry often began in their bedrooms: some created their first games on the C64 or Atari, while others wanted to write about games and literally put together their own gaming magazines. However, not much is known about these so-called zines.
Compared to other areas of the history of games and gaming, there has been relatively little research on the histories of print publications as part of cultural histories of gaming cultures in general. There are exceptions to this rule, however, although these exceptions tend to focus on the history of commercial gaming magazines and their contents. The most notable example for this is Graeme Kirkpatrick’s book (2015) who investigated the emergence of UK gaming magazines, but especially for magazines in English, there also have been other studies such as Fisher (2015), Summers and Miller (2007, 2014), Cote (2018) or Schmidt et al. (2020) that used gaming magazines as a vehicle to analyse representations of gender and in a similar vein, scholars such as Condis and Morrissette (2023) or Laabs (2023) have also been investigating the famously sexist print ads these magazines used to publish especially in the 1990s and 2000s. Meanwhile, approaches that either focus on the production side of these magazines or try to investigate the fringes of the professional fields these magazines established, are far rarer. Graeme Kirkpatrick touches upon this issue due to his timeframe starting in the early 1980s and others, such as Trammel (2023) tend to brush them as well when incorporating sources such as newsletters into their research. There also are some highly localized studies such as Metzmacher’s (2017) dissertation on early German computer magazines that regards these magazines as actors in early networks of computer hobbyists and thus, in part also early gaming enthusiasts.
This special issue aims at this gap by deliberately focusing on the DIY aspect both of early professional gaming magazines same as publications that can be regarded as zines in a more traditional sense such as fanzines, club newsletters, and more. By taking up the term “bedroom coders” (Swalwell 2021, 70) – a diminutive term for hobbyist game developers in the 1980s – and translating it into “bedroom journalists,” we also would like to point out that this early gaming culture in particular was characterized by a complex lay DIY culture Continue reading

CfP: Genealogie und Geschlecht | Genealogy and Gender (Publikation); bis: 12.04.2026

GENDER. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft; Denise Bergold-Caldwell, Anne Schlüter und Jeannette Windheuse (Web)

Einreichfrist | proposals by: 12.04.2026

Deutsche Version: Generationenverhältnisse und Genealogien berühren zentrale Fragen der Geschlechterforschung und -politik: Wem ist es möglich unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen welches (materielle wie geistige) Erbe weiterzugeben? Welche Kenntnisse und Fertigkeiten werden überhaupt als traditions-fähig in den jeweiligen historischen Geschlechterverhältnissen anerkannt? Wie blicken die Generationen wechselseitig auf die Konstitution von Geschichte, Weitergabe und Transformation? Wie sind die Generationenverhältnisse vergeschlechtlicht und was behindert deren Analyse und Kritik? Welche Rolle spielen Konstellationen, in denen das Generationenverhältnis und Genealogiebildung durch Flucht, (erzwungene) Migration oder Eliminierung zerstört sind? Diese Erfahrungen wie auch die Verhinderung bestimmter geschlechtlicher Genealogien führen zur Herausforderung, wie überhaupt Genealogien (wieder) hergestellt werden können. Die etablierte Geschlechterforschung hat sich auch zu fragen, welche theoretischen Ansätze und Gegenstände sich in sie einschreiben konnten und welche Genealogien verworfen wurden. Weiterlesen … (PDF)

Version in English: Generational relationships and genealogies touch on central questions in gender studies and gender policies: Who is in a position to pass on which (material and intellectual) heritage under which social conditions? Which knowledge and skills are acknowledged as capable of being passed on as traditions in respective historical gender relationships? How do different generations view the constitution of history, transmission, and transformation? How are generational relationships gendered, and what impedes their analysis and critique? What role do constellations play in which generational relationships and genealogy formation are disrupted by flight, (forced) migration, or elimination? Such experiences, as well as the prevention of certain gendered genealogies, pose the challenge of how genealogies can be (re)established. Established gender studies must consider which theoretical approaches and subjects have been adopted and which genealogies have been dismissed. Read more … (PDF)

CfP: Conservative Feminisms in the Americas (Publication); by: 31.05.2026

Frontiers: A Journal of Women Studies; Alejandra Vela Martínez (Harvard Univ.) and Mercedes Trigos (Univ. of California, Irvine) (Web)

Proposals (full works): 31.05.2026

This special issue of Frontiers investigates how feminism, even as a discourse of resistance, participates in hegemonic projects. We invite papers that examine the connections between feminism, conservatism, and conservative ideologies during the long twentieth century within the context of the Americas (including North, Central, and South America, the Caribbean, as well as indigenous lands and communities). We welcome crosstemporal and transgeographic approaches, since we aim to put together a comparative, humanistic interdisciplinary analysis that explores how culture articulates and mobilizes notions of femininity, conservative politics, and complex ideological affiliations in transnational, local, border, and/or oceanic frameworks.
Conservative ideologies are often associated with „traditional“ values, pro-establishment political stances, and resistance to change. Feminism, by contrast, is often analyzed as a discourse of resistance, a means to push political agendas and bring about political change. However, histories of feminisms across the Americas–and the world–demonstrate that there is a constant interplay between conservatisms and feminisms as both ideologies and movements. In the context of the United States, for instance, we might think of figures such as Margaret Sanger, who advocated for the right to abortion by means of eugenic rhetoric, Phyllis Shlafly’s famous paradoxical participation in the public sphere while openly fighting against the ratification of the Equal Rights Amendment to the U.S. Constitution, or even someone like Chilean poet Gabriela Mistral who has been read both as a queer figure and a more conservative voice. By foregrounding a hemispheric perspective, the special issue underscores how ideas, movements, and conservatisms circulate across the Americas rather than emerging in isolation. This approach highlights the shared yet uneven histories of colonialism, racial capitalism, migration, and cultural exchange that shape feminist and conservative formations across the hemisphere. Emphasizing these interlinked contexts allows contributors to trace how feminist discourses participate in or resist hegemonic projects in ways that are locally specific but also connected through broader hemispheric dynamics. Read more … (Web)

Source: H-Net Notifications

CfP: Femininities and the making of Masculinities (Publication); by: 20.04.2026

Journal of Femininities. Editors: Karen Blair and Rhea Ashley Hoskin (Web)

The new Journal of Femininities is the first academic journal devoted to the study of Femininities and uniquely offers an outlet for scholarship on femininity. The Journal of Femininities cultivates and unifies the field of Femininities by publishing content that advances theories and methods in the study of femininity. The journal seeks to challenge and re-examine the taken-for-granted norms and associations of femininity and to treat Femininities as an academic discipline similar to others that focus on particular social dimensions. Articles contribute to deeper and more complex understandings of femininity. Read more … (Web)

Special issue on „Femininities and the making of Masculinities“

Proposals by: 20.04.2026

Femininity has long structured the study of men and masculinities; yet, it often remains unnamed, undertheorized, or displaced (Allan, 2025). Masculinity is routinely constructed through femininity: defined against it and disciplined by its abjection. As scholars have noted, femininity operates as a regulatory tool in the production of masculinity, shaping hierarchies, exclusion, and even violence (Kimmel, 1997; 2013; Hoskin, 2020; Hoskin et al., 2024). It is ever-present yet elusive – a ghost that haunts masculinities, and a crack in the armour that reveals masculinity’s fragility (Dahl, 2017).
Men’s relationships to femininity are complex and contradictory, much like the construction of femininity itself (Hoskin and Courtice, 2026; Hoskin et al., 2023). On the one hand, femininity is mobilized to justify misogyny, homophobia, transphobia, sexual violence, and gender policing, particularly within sites such as the manosphere, rape culture, nationalist or authoritarian politics (McWebb et al., 2026; Padda et al., 2026). On the other hand, men are themselves targets of femmephobia, with femininity operating as a key axis of stigma, regulation, and exclusion. The enduring insults of pussy or fag (Pascoe, 2007) are not simply homophobic but a femmephobic tactic of policing femininity in men. Research has found that men attribute their experiences of gender-based violence to femininity (Sinacore et al., 2021) and femmephobic attitudes better predict homophobic aggression than homophobia itself (Hoskin et al., 2024). In short, Continue reading

CfP: Fäden. Kulturtechniken der Handarbeit (Publikation); bis: 17.03.2026

Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI): KWI-Blogreihe (Web)

Einreichfrist: 17.03.2026

Um Fäden spannen sich diverse Bedeutungsebenen auf: von medien- und texttheoretischen, gerade in der poststrukturalistischen Theorie (Text als ‚Gewebe aus Zitaten‘), erzähltheoretischen, die auf Fragen der Kohärenz zielen (‚roter Faden‘), nämlich die Linearität und Kausalität eines Plots (im Fiktionalen) oder einer Argumentationsstruktur (in Essayistik und Wissenschaft), hin zu rhetorischen und (gendertheoretisch reaktivierten) mythologischen (‚Ariadnefaden‘). Fäden werden vielfach metaphorisch genutzt: Fäden lassen sich lösen, bisweilen kommt es zu Verknotungen, Fäden kann man wieder aufnehmen und verlieren, man kann etwas einfädeln.
Jenseits dessen sind Fäden ein konkretes Element handwerklicher Praxis. Insbesondere für solche (Näh-, Spinn-, Strick- und Web-)Fäden interessiert sich die neue Blogreihe des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen. Dekorative Objekte wie Tapeten, Vorhänge und Wandteppiche, die aktuell auch im Fokus einiger Ausstellungen stehen (Web | Web | Web), sind ebenso Ergebnis dieser Fäden wie Kleidungsstücke. Fäden sind verbunden mit (historischen) Praktiken von Akteur:innen wie der Schneiderin und dem Weber und mit Instrumentarien wie Stick- und Nähnadeln und dem Webstuhl. Referenzen auf Klöppeln, Nähen, Spinnen, Sticken, Stricken und Weben finden sich gleichsam in der Literatur wie in der Bildenden Kunst. Weibliche Figuren der Literaturgeschichte, gerade im Rahmen spezifisch bürgerlicher Vorstellungen weiblicher Privatheit, ziehen sich zum Stricken ins Häusliche zurück, sie lauschen nähend Gesprächen anderer oder arbeiten an Webstühlen. Weiterlesen … (Web)

Quelle: HSozKult (Web)

CfP: Ethics of queer in/visibility (09-10/2026, Heidelberg); bis: 31.03.2026

Univ. Heidelberg, Lehrstuhl Englische Linguistik (Web)

Time: 30.09.-02.10.2026
Venue: Heidelberg
Proposals by: 31.03.2026

Concepts of in/visibility have played an important role in queer activism and gender studies for a long time. Being seen and being heard, having a voice and a place at the table have been manifest political goals but also powerful metaphors of representation through decades of feminist and queer movements and academic debates. A vocabulary of in/visibility informs many ways of talking about gender, from the metaphor of the closet (Sedgwick 1990, Kibbey 2023) with regard to sexual orientation, to the notion of passing (Goffman 1963) for gender presentation and gender identity. Many aspects of feminist and queer practice rely on becoming visible in public space: women’s marches and pride parades, trans and lesbian days of visibility, material objects such as rainbow flags and pronoun buttons. And in media-saturated and digital contexts, being visible has become an omnipresent metric of the self.
At the same time, visibility has been identified as an ambivalent mechanism with risky implications (Foucault 1975, Schaffer 2008, Beauchamp 2019). Representation and exposure can lead to gender-based surveillance, discrimination, and violence. The very notion of safe spaces, a topic of ridicule in some public discourses, is borne from the notion that visibility may entail vulnerability. While queer visibility has been marketed and commodified under the guise of visibility politics for a long time (Hennessy 1994), many individuals and communities are not able to become visible in their plurality, e.g. people on the move and undocumented migrants (Luibhéid & Chávez 2020), people in war-ridden parts of the Global South (Puar 2007), or disabled and chronically ill people (Hedva 2022). For queer people of color, being visible can also mean being subjected to a colonial, orientalist or white gaze (Ferguson 2003), and visible disabled bodies are often reduced to ‘inspiration porn’ (Grue 2016). Remaining opaque (Glissant 1990), resisting through invisibility (Alloa 2023), and refusing research (Tuck & Yang 2014) have been put forward as productive objections to the white imperative of visibility. Read more … (Web)

Source: HSozKult (Web)

CfP: Protest (Publikation); bis: 31.08.2026

L’Homme. Europäische Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft (1/2028); Christa Hämmerle und Ingrid Bauer (Web) 

Einreichfrist: 31.08.2026

Die „No-Kings-Proteste“ und andere öffentliche Demonstrationen gegen die Trump-Regierung in den USA, die Proteste in Belarus, der Türkei, Serbien und – gegenwärtig eskalierend – im Iran, wo Frauen in den letzten Jahren immer wieder auch gegen eine ihnen vom Mullah-Regime auferlegte Kopftuchpflicht aufgetreten sind, oder die seit 2012 aktive „One Billion Rising“-Bewegung gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, die landesweiten Frauenstreiks in der Schweiz 2019 und 2023 … das sind nur einige Beispiele der jüngsten Zeit, die zeigen, wie aktuell das Thema Protest ist. In einer Welt, in der autoritäre Regime und rechtspopulistische oder rechtsextreme Bewegungen sowie kriegerische Gewalteskalation zur Durchsetzung politischer und nationaler Interessen vielerorts die Oberhand gewinnen, wehren sich gleichzeitig immer mehr Menschen gegen diese Entwicklungen. Sie treten millionenfach gegen Entdemokratisierung und die Ausgrenzung und Verfolgung von Minderheiten, das Zurückschrauben erkämpfter Rechte, liberaler oder geschlechteregalitärer Positionen auf – oft unter Einsatz ihres Lebens.
Die gewählten Protestformen sind dabei vielfältig und facettenreich. Sie knüpfen einerseits an tradierte Formen des Protests gegen Obrigkeiten, Unterdrückung und soziale Missstände an und gestalten sich andererseits erfinderisch, kreativ, treten lautstark an die Öffentlichkeit oder werden im Geheimen, im Untergrund praktiziert … was je nach divergierenden nationalen, politischen, sozialen, ethnischen, altersspezifischen, religiösen Kontexten unterschiedlich ausgestaltet wird und dabei immer auch ‚vergeschlechtlicht‘ verläuft – ganz abgesehen davon, dass Frauen oder Mitglieder der LGBTQIA+-Community nicht nur an vielen Protestbewegungen partizipieren, sondern auch ihre eigenen Formen des Protests entwickeln.
Vor diesem aktuellen Hintergrund wird sich die Ausgabe von L’Homme. Z.F.G. 1/2028 dem Thema Protest widmen. Einzureichende Vorschläge dafür könnten an ältere, vor allem in den 1970er und 1980er Jahren veröffentlichte frauen- und geschlechtergeschichtliche Arbeiten zu historischen Protestformen seit dem Mittelalter anknüpfen und diese – methodisch-theoretisch neu fundiert – weiterentwickeln (z.B. in Bezug auf Bauernkriege, Ketzerbewegungen, „Weiberkriege“ und „Hungerkrawalle“, städtische Aufstände und Unruhen, Revolutionen, Streiks und ArbeiterInnenbewegungen, StudentInnenbewegungen, Proteste in den diversen Frauenbewegungen, in der Antikriegsbewegung, der Umweltbewegung, antikoloniale Protestformen …). Dabei sollen auch Continue reading