CfP: Humanitarian Organizations: (Hi)Stories, Impact and Challenges (Event: 02/2021, Amsterdam); by: 05.01.2021

GIRES, the Global Institute for Research, Education & Scholarship (Web)

Time: 20.02.2021
Venue: Amsterdam
Proposals by: 05.01.2021

GIRES creates a welcoming space for discussion and exploration of the rich history of the humanitarian organizations and their work during times of distress.

The new international conference seeks to bring together scholars and practitioners in order to remember stories from the long history of humanitarian assistance offered by organizations such as UNICEF, International Red Cross, Red Crescent and Red Crystal, Oxfam and Doctors without Frontiers in all over the world. The organizers wish to explore their impact in shaping global citizenship and highlight the importance of their work for the support of people both in conflicts and natural catastrophes. In desperate times not only they have overcame the (geo)political and national obstacles and helped people survive but also protected legacies by recording stories and memories creating unique sources of information.

The organizers hope that during our conference we will shed light upon cases and stories that will help us understand not only the ways the organizations supported homeless, starving, and wounded people but also safeguarded unique evidence that in many cases was later used in trials against the authorities and saved the memory of the incidents for future generations. The organizers also hope that they will present the work of the unnamed heroes who, despite difficulties and hostility, helped their fellow citizens survive and set a marker of the universal importance of humanitarian aid. Read more and source … (Web)

Workshop: Men & Masculinities under Socialism. A Social and Cultural History, 08.-09.10.2020, virtual space

Peter Hallama, Universität Bern
Time: 08.-09.10.2020
Venue: virtual space via Universität Bern
This online workshop aims to consider critical men’s studies and the history of masculinities, and to make these approaches fruitful for Eastern European gender studies and the gender history of socialism. Its objective is to stimulate new paths for writing the histories of masculinities under socialism, focusing especially on examining the meanings of masculinities in everyday life.
The workshop opens with a general discussion of the history of masculinities, including two keynote speeches of Jürgen Martschukat and Erica L. Fraser, and a film screening and discussion introduced by György Kalmár. The second part of the workshop presents different case studies on the history of masculinities under socialism and will be organized around the discussion of pre-circulated article drafts.
Programm (als PDF)

Thursday, 08.10.2020

  • 9:15 am: Welcome & Introduction

9:30 am: The History of Masculinities 1

  • Jürgen Martschukat (Erfurt): The Politics of Masculinity and Whiteness in Recent American History
  • Comment: Claudia Opitz-Belakhal (Basel)

11:15 am: The History of Masculinities 2

  • Erica L. Fraser (Carleton Univ.): Military Masculinity and Postwar Recovery in the Soviet Union
  • Comment: Carmen Scheide (Bern), read more and source … (Web)

Advance registration is required. To learn more and register, please e-mail peter.hallama@hist.unibe.ch.
Academic Committee: Erica L. Fraser (Carleton Univ.), Fabio Giomi (CNRS, Paris), Pavel Kolác (Univ. of Konstanz), Maike Lehmann (Univ. of Cologne), Thomas Lindenberger (TU Dresden), Marianna Muravyeva (Aspasia/Univ. of Helsinki), Julia Richers and Brigitte Studer (Univ. of Bern), Régis Schlagdenhauffen (EHESS, Paris).

Konferenz: Konfliktreiche Beziehungen oder produktive Reibungen? Verflechtungen in der Geschlechtergeschichte, 11.-12.11.2020, Berlin

Martin Lücke und Veronika Springmann (Arbeitskreis Didaktik der Geschichte, FU Berlin)
In Kooperation mit dem: Margherita-von-Brentano-Zentrum für Geschlechterforschung (FU Berlin) und dem Arbeitskreis Historische Frauen- und Geschlechtergeschichte (AKHFG)
Zeit: 11.-12.11.2020
Ort: Berlin
Anmeldung bis: 02.11.2020
Programm
Mi., 11.11.2020

  • 13.00 Registrierung, Begrüßung und Einführung

14:00 Uhr: Panel I: Konflikte

  • Chair: Elizabeth Harvey (Nottingham), Kommentar: Kirsten Heinsohn (Hamburg)
  • Uta C. Schmidt (Essen): Zur „fast lautlos vollzogene[n] Ersetzung“ von Frauengeschichte durch Geschlechtergeschichte
  • Pia Marzell (Jena): Im Streit entsteht Wissen um Differenz
  • Katerina Piro (Mannheim): Diversität in der Geschichtswissenschaft
  • Christina Benninghaus (Wadham College): Geschlechterordnung – Überlegungen zu einem Arbeitsbegriff der historischen Geschlechterforschung

16:30 Uhr: Panel II: Theorien und Konzepte in der Geschlechtergeschichte

  • Chair: Angelika Schaser (Hamburg), Kommentar: Levke Harders (Berlin)
  • Isabel Seliger (Berlin): Geschlechter- und Feminismusgeschichte in transkulturellem und globalem Kontext: koloniale Kontinuität hegemonialer Wissensordnungen
  • Yves Müller (Hamburg): „Auslese besten deutschen Mannestums.“ Über die Anwendbarkeit der Kategorie Männlichkeit in der historischen NS-Forschung am Beispiel der ‚SA‘
  • Vera Kallenberg (Erfurt): “A weave of connections”: Gerda Lerner und die women’s history zwischen den 1960er und 1990er Jahren
  • Johanna Meyer Lenz (Hamburg): Race und Gender in der US Justiz, weiterlesen und Quelle … (Web)

CfP: Black Feminisms. Black feminist theories and activist perspectives (ZS Femina Politica); DL: 30.11.2020

Femina Politica. Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft (Web)

Einreichfrist: 30.11.2020

English version … (PDF)

Schwarze feministische Theorien und aktivistische Perspektiven aus Kämpfen sind so alt wie feministische Bewegungen insgesamt. Cécile Fatiman, Sojourner Truth, Yaa Asantewaa, Ida B. Wells, Claudia Jones u.a. nannten sich selbst nicht ‚Feministin’ und doch traten sie für die Abschaffung und Überwindung von Versklavung (Abolitionismus) und Kolonialismus, gegen Rassismus und Kapitalismus sowie für Geschlechtergerechtigkeit und internationale Solidarität ein. Vor diesem Hintergrund kritisierten und analysierten afrikanische und afrodiasporische Aktivist*innen unter Einbezug geteilter Kämpfe und verschiedener Wissensbestände die Verschränkungen gesellschaftlicher Herrschafts- und Unterdrückungsverhältnisse. Auch innerhalb US-amerikanischer feministischer Bewegungen ab den 1970er-Jahren waren es Schwarze Feminist*innen wie u.a. das Combahee River Collective und Patricia Hill Collins, die forderten, das strukturelle Ineinandergreifen und die Verwobenheit von gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnissen zu thematisieren.

In vielen Teilen der Welt haben sich Schwarze Feminist*innen und Women* of Color gegen Kolonisierung zur Wehr gesetzt, sind neokolonialen Bestrebungen, Militarismus und Extraktivismus entgegen getreten und in post-/dekolonialen und transnational-feministischen Analysen zur Kritik von globalen ökonomischen, ökologischen, rassifizierten und vergeschlechtlichten Ungleichheits- und Ausbeutungsverhältnissen prominent vertreten. Auch im deutschsprachigen Kontext haben Schwarze Feminist*innen auf das Zusammenspiel unterschiedlicher Herrschaftsdimensionen aufmerksam gemacht. Es gelang ihnen aufzuzeigen, wie stark Nachwirkungen von Kolonialismus und Rassismus gesellschaftliche Strukturen und Institutionen (v.a. auf dem Arbeitsmarkt, in der Forschung, in Bildungs-, Gesundheits-und Sozialpolitik, im rechtlichen Bereich) sowie den Nexus von Begehren, Geschlecht und Sexualität prägen und damit auch Erfahrungen Schwarzer Frauen* wesentlich strukturieren. Sie zeigten zudem, wie Rassismus auch die neuen Frauen*bewegungen in … weiterlesen (PDF).

 

Ausstellung: Plan B. Wie Frauen Wien veränderten, bis 05/2021, Wien

BRENNPUNKT° Museum der Heizkultur Wien (Web)

Ort: BRENNPUNKT°, Malfattig. 4, 1120 Wien
Laufzeit: bis 30.05.2021

Kennen Sie Louise Kolm? Anna Boschek? Oder Tilly Hübner? Falls nicht, lernen Sie sie unbedingt kennen! Die Ausstellung „Plan B. Wie Frauen Wien veränderten“ stellt Frauen vor, die um 1900 Pionierinnen gewesen sind.

Dazu zählen eben etwa Louise Kolm, die erste österreichische Regisseurin oder Anna Boschek, die für bessere Arbeitsbedingungen für Wäscherinnen, Dienstbotinnen und Heimarbeiterinnen kämpfte. Tilly Hübner schaffte es ihrerseits als erste Frau, als Gasthörerin an der Wiener Technischen Hochschule zugelassen zu werden – sofern genug Platz im Hörsaal war. Ihr Nachlass wird heute an der Sammlung Frauennachässe am Institut für Geschichte der Universität Wien aufbewahrt (Link).

Die Pionierinnen und ihr Plan B

Einen Besuch lohnen auch die sehenswerten, kuriosen, schönen und überraschenden Exponate des Heizungsmuseums. Es sind kunstvoll gefertigte Einzelöfen, Radiatoren, Dampfheizungen, Heizkessel, historische Bad-Einrichtungen oder eine alte Schule. Anhand der Geschichte des Heizens wird deutlich, wie eng technische Erneuerungen, die Entwicklung städtischer Einrichtungen, und private Lebensbereiche miteinander verknüpft sind.

Zentral für das Funktionieren einer Stadt

Die Sonderausstellung fragt, wie Entwicklung städtischer Einrichtungen und persönliche Lebensbereiche verwoben sind. Ausgangspunkt sind sieben Themenfelder, die zentral für den großstädtischen Alltag sind. Es geht um Arbeiten, Lernen und Wohnen, um Netzwerke der Versorgung und Entsorgung oder auch um Freizeit, Kunst und Kultur. Sieben Wienerinnen der Gegenwart erzählen davon, was diese Bereiche ganz persönlich für sie bedeuten.

Die Besucher/innen erhalten so Einblicke in anderen heutigen Bewohnerinnen und in Kombination mit Beispielen aus der Vergangenheit wird deutlich, dass zu jedem Zeitpunkt unzählige – auch sehr unterschiedliche – Vorstellungen, darüber bestanden und bestehen, was wichtig für ein gutes Leben in der Stadt ist. Continue reading →

CfP: Prostitution und Sexarbeit // Offener Teil (ZS GENDER); bis: 15.11.2020

GENDER. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft (Web)

Heft 1|22 Prostitution und Sexarbeit

Herausgeber/innen: Nicola Behrmann, Sabine Grenz, Martin Lücke, Heike Mauer, Romana Sammern und Maria Wersig

Prostitution und Sexarbeit sind als konfliktbehaftete Themen bekannt. Neuerdings hinzugekommen ist die Diskussion um Differenzen zwischen heterosexuellen, queeren, und trans Identitäten sowie die allgemeine Bedeutung normativer Vorstellungen von Beziehungen, Sexualität und Intimität. Als Wissensobjekt hat sich Sexarbeit/Prostitution daher stark diversifiziert. Der Heftschwerpunkt will unterschiedliche disziplinäre und interdisziplinäre Zugänge sichtbar machen. Weiterlesen … (PDF)

Call für den Offenen Teil

Für den Offenen Teil der GENDER werden Autor_innen eingeladen, Beiträge aus unterschiedlichen Disziplinen einzureichen, in denen sie sich aus theoretischer oder empirischer Perspektive mit den Geschlechterverhältnissen in verschiedenen gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen auseinandersetzen.

GENDER ist ein interdisziplinäres Forum für die deutschsprachige Frauen- und Geschlechterforschung mit Schwerpunkten in den sozial- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen. Erwünscht sind daher Beiträge aus Politik-, Film- und Medien-, Kommunikations-, Literatur-, Geschichts-, Erziehungs-, Religionswissenschaft, Kunstgeschichte, Psychologie, Soziologie u.v.m. Zugleich sind auch Fragestellungen aus dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich, z.B. aus der Medizin, der Gesundheits-, Ingenieurwissenschaften, der Ökologie und Umweltforschung sehr willkommen. Weiterlesen … (PDF)

Workshop: „Designing Hygiea“. Architecture, Urbanism, and the Sanitized City in 19th-century Central Europe, 01.-02.10.2020, virtual space

Institute of Habsburg and Balkan Studies / Research Unit Art History: Richard Kurdiovsky and the Research Unit Art History of the TU Vienna: Oliver Sukrow (Web)

Time: 01.-02.10.2020
Venue: Virtual Space via Vienna
Registration by: 28.09.2020
In the course of Vienna‘s emergence as a modern metropolis in the second half of the 19th century, critical questions regarding the health and hygienic living conditions of its inhabitants became more widely known to experts as well as to a broader public. Influenced by progress in the natural sciences and medicine, and particularly by the “Viennese Medical School”, the fields of medicine, architecture and urban planning intersected at this time in Vienna. Up until now, the main focus of work in the history of science has been on the training and development of expert medical knowledge after the Josephinian reforms of the Enlightenment, and references to architecture and urban planning have been infrequent.
On the other hand, work in the history of 19th century architecture only rarely addresses medical issues, or the influence of medical developments on architectural design. Nevertheless, the problem of “healthy” or “hygienic” space was linked to urban planning and architectural considerations at an early point. For example, the doctor Carl Böhm developed a remarkable ventilation system for the Court Opera, whose principle was adopted by many public buildings on the Ringstrasse. Similarly, issues of health and hygiene influenced the building regulations of 1868, as well as Eugen Faßbender‘s regulatory plan for Vienna from 1893.
While in Vienna living in the suburbs or the countryside during the summer had been firmly established since the 18th century, the subsequent expansion of the city due to industrialisation and population growth led to new forms of health oriented accommodation outside the city (the “Sommerfrische” [summer resort]). Read more and source … (Web).
The event will be held in a mixture of German and English. Participation is only possible online. Please contact prior Richard Kurdiovsky (Richard.Kurdiovsky[at]oeaw.ac.at).

Buchpräsentation und Feier zum zweijährigen Jubiläum des Frauen*Volksbegehrens: Über Forderungen. Wie feministischer Aktivismus gelingt, 08.10.2020, Wien

Magdalena Baran-Szoltys und Christian Berger (Hg.): Über Forderungen. Wie feministischer Aktivismus gelingt, Wien 2020 (Web)
Zeit: Do., 08.10.2020, 18.30 Uhr
Ort: Top Kino, Rahlg. 1, 1060 Wien
Österreich im Jahr 2018: Knapp 500.000 Menschen unterzeichnen das zweite Frauen*Volksbegehren (F*VB) (Web), das vielstimmig und differenziert für Geschlechtergerechtigkeit eintritt. Unter dem Motto #einesfüralle macht die Kampagne dank eines engagierten Teams, unzähliger Mitstreiter*innen sowie vieler prominenter Unterstützer*innen auch weit über die Grenzen Österreichs Furore.
Österreich im Jahr 2020: Es ist nach wie vor viel zu tun. Mit dem vorliegenden Handbuch liefert das F*VB gemeinsam mit internationalen Aktivist*innen und Autor*innen das Know-how für künftige Initiativen und inspiriert zu politischem Handeln. In klarsichtigen Essays entwerfen Expert*innen anhand des F*VB-Forderungskatalogs, neuester Forschungsergebnisse und fundierter Erfahrung Visionen für eine gerechtere Gesellschaft. Flankiert werden sie von Vertreter*innen vieler Einrichtungen und Initiativen wie HeForShe, #keinenmillimeter, dem Schweizer Frauen*streik oder Sorority sowie persönlichen Statements von Aktivist*innen wie Alexandra Stanic, Nicole Schöndorfer oder Madeleine Darya Alizadeh (DariaDaria).
Feminists of the world, unite!
Präsentation mit

  • den Herausgeber*innen Magdalena Baran-Szoltys und Christian Berger
  • den Autor*innen Magdalena Berger, Elfriede Hammerl, Lena Jäger, Gabriele Michalitsch und Agnes Roth-Gritsch

Eintritt frei | Begrenzte Platzanzahl | Tickets reservieren über diese Website

Stadtspaziergänge: Topografie des Exils – Erinnerungsewge & Diskurse, 25.-26.09.2020, Wien

öge. Die Österreichische Gesellschaft für Exilforschung (Web)
Einladung als PDF
Schichten der Erinnerung und wie sie gemacht werden
Mit Peter Pirker (Institut für Zeitgeschichte, Univ. Innsbruck)
Zeit: Fr., 25.09.2020, 16.00 Uhr
Anmeldefrist: Mi., 23.09.2020
Auf der ausgewählten Route vom Burgtor zum Diana Budisavljevic-Park liegen laut www.porem.wien (Web) mehr als 80 Erinnerungszeichen (und eine Baustelle), die seit 1945 geschaffen wurden und als Artefakte der Erinnerungspolitik in Wien zu Austrofaschismus und NS betrachtet werden können. Sie sind Schichten der Gedächtnisbildung zuzuordnen und deren Revision, Kommentierung und Erweiterung. In ihnen sind außerdem unterschiedliche Erinnerungspolitiken materialisiert. Neben der Analyse dieser symbolischen Anlagerung wird bei der Exkursion vor allem das Verhältnis von sozialem Erinnerungsbegehren und politischem Erinnerungsbedarf thematisiert.
Westend Stories. Erinnerungswege im 7. Bezirk
Mit Brigitte Mayr, Michael Omasta (SYNEMA, Gesellschaft für Film und Medien) und Ursula Seeber (Gesellschaft der Freunde der Ö. Exilbibliothek)
Zeit: Sa., 26.09.2020, 11.00 Uhr
Anmeldefrist: Mi., 23.09.2020
Ruth Klüger, Fritz Hochwälder, Mimi Grossberg, Karl Farkas und viele andere Kulturschaffende lebten und arbeiteten in Wien-Neubau, damals wie heute ein kulturell und kreativ ambitionierter Bezirk. So war etwa die Neubaugasse mit ihren Produktions-und Verleihfirmen das Herzstück der österreichischen Filmbranche seit ihren Anfängen. Wohnhäuser, Ateliers, Theater, Kinos, Cafés und Redaktionen sind topografische Anknüpfungspunkte, um Geschichten von Verfolgung und Exil zu erzählen und die Erinnerung an die Menschen, die hier lebten, lebendig zu halten.
Die Teilnehmer_innenanzahl bei den Spaziergängen ist beschränkt, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes erforderlich. Anmeldung bis zur jeweiligen Frist an nora.walch@exilforschung.ac.at. Die Treffpunkte werden nach der Anmeldung bekanntgegeben.

Workshop: Lustration: Bürokratische Eigenlogik und politische Regimewechsel im 20. Jhd., 24.-25.09.2020, virtueller Raum

Therese Garstenauer, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Univ. Wien; Bernhard Gotto, Institut für Zeitgeschichte München
Zeit: 24.-25.09.2020
Ort: Virtueller Raum via Wien
Ein ausdifferenziertes, eng an die politische Führung gebundenes Verwaltungssystem war zugleich Kennzeichen, Voraussetzung und Ergebnis des Ausbaus von staatlichen Regelungsansprüchen über soziale, kulturelle und ökonomische Prozesse im 19. und 20. Jhd. Eine loyale Beamtenschaft sorgte dafür, dass politische Steuerungsimpulse bis in die unteren Ebenen der solchermaßen durchherrschten Territorien durchdrangen. In Deutschland und Österreich war dieser Staatsdienst als ein besonderes Treueverhältnis konstruiert, das die Übereinstimmung der Beamten mit Zielen und Werthaltungen der Staatsführung implizierte. Nach politischen Regimewechseln wie 1918/19, 1933/38 und 1945 – zu denken ist auch an die Demokratisierungen in Portugal und Spanien in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre und an Ostmitteleuropa ab 1989/90 – wurden die Verwaltungen „Säuberungsprozeduren“ unterzogen. Deren Ziel war es, den Staatsapparat konform zum neuen politischen System auszurichten. Das inkludierte im NS auch die „rassische“ Geeignetheit der öffentlich Bediensteten und deren Ehepartner_innen.
Diese „Lustrationen“ – hier verwendet als Überbegriff für die Entfernung von öffentlich Bediensteten aus ihren Positionen im Zusammenhang mit politischen Regimewechseln – stehen im Zentrum des Workshops. Das Ziel ist es, vor dem Hintergrund des anhaltenden Booms von Forschungen über den Umgang bundesdeutscher Zentralbehörden mit der NS-Vergangenheit neue Einsichten in die Adaptionsmechanismen administrativer Apparate auf politische Steuerungsimpulse zu erhalten. Die ältere Forschung hat in erster Linie nach der individuellen Disposition und Motivation von Beamten gefragt, um zu erklären, wie rasch die Verwaltungen sich auf ein neues Regime einstellen konnten. Phänomene wie Selbstgleichschaltung nach 1933, Selbstviktimisierung und Persilscheinkartelle nach 1945 setzen auf dieser Ebene an. In dieser Perspektive wird, um beim bundesdeutschen Beispiel zu bleiben, die „Entnazifizierung“ als der gescheiterte Versuch angesehen, eine nachhaltige Demokratisierung der Verwaltung durch eine „Lustration“ zu erreichen. Weiterlesen und Quelle … (Web).