23. „Tea Hour“ der Sammlung Frauennachlässe (Web)
Zeit: Fr., 06.06.2024, 15.00 c.t. bis 17.00 Uhr
Ort: Seminarraum 1 Geschichte, Universität Wien, Universitätsring 1, Stiege 2, 1. Stock, 1010 Wien
Elise Richter (1865-1943) ist eine für die Universitätsgeschichte besonders bedeutsame Frau. Sie wurde nicht nur zu einer Pionierin des ab 1897 schrittweise zugelassenen Frauenstudiums an der Universität Wien, sondern auch die erste habilitierte Wissenschafterin im deutschsprachigen Raum (1905/07) und eine weit über die Grenzen Österreichs hinaus anerkannte Romanistin. Im „Dritten Reich“ galt sie als „Rassejüdin“; sie wurde entrechtet und schließlich mit ihrer Schwester Helene Richter im Oktober 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo die beiden elendiglich umkamen.
In all diesen Jahren hat Elise Richter Tagebuch geführt und damit ein besonders reichhaltiges Quellenkorpus hinterlassen, das von Christine Karner (1951-2022) in jahrelanger Arbeit erstmals umfassend ausgewertet wurde. Ihre Biografie führt von der Herkunft der jüdischen Familien Richter und Lackenbacher und der Kindheit Elise Richters über die verschiedenen Stationen ihres Studiums und des mit vielen Hindernissen belegten wissenschaftlichen Werdegangs hin zu den Schreckensjahren im Nationalsozialismus – wobei stets die Tagebücher im Zentrum stehen, aus denen durchgehend und dicht zitiert wird. So werden bisherige Forschungen oder Lesarten zu Elise Richters Biografie erweitert und neue Blickweisen auf die so wichtige Pionierin an der Universität Wien zur Diskussion gestellt, die in dieser Veranstaltung genauer beleuchtet werden.
Programm (PDF)
Einleitung und Buchpräsentation von Christa Hämmerle
Kommentare zum Buch von Marlen Bidwell-Steiner und Herbert Posch
Moderation von Li Gerhalter
Christine Karner: „Dies mein zweites Leben soll nicht gemordet werden.“ Elise Richter und ihre Tagebücher – eine Biografie, hg. von Christa Hämmerle, Wien: Löcker Verlag 2025 (Web)

The international research network on „Military, War, and Gender/Diversity“ (MKGD): MKGD Online Research Colloquium
Feministische Buchmesse in Berlin
Geschlechterhistorischen Salon & HuK-Forum: Arbeitsbereich Kultur- und Geschlechtergeschichte am Institut für Geschichte der Univ. Graz, Cluster Gender (HuK) und Elisabeth-List-Fellowship Projektes „Raum—Geschlecht—Politik“
Arbeitskreis Historische Frauen- und Geschlechterforschung e.V. (AKHFG): Region Ost, Berlin und AG Studierende
AEMI: Association of European Migration Institutions and Ruhr Museum
Referat Genderforschung | Studienservicestelle Gender Studies der Univ. Wien; Bojan Bilic
CA 23149 Democratization at stake? Comparing Anti-Gender Politics in CEE and NME countries (Antigender-Politics): Isabel Heinemann, Univ. of Bayreuth and Heidi Hein-Kircher, Martin Opitz-Library/Ruhr-Univ. Bochum