Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen – Auszüge aus Beständen der Sammlung Frauennachlässe Nr. 69: ‚Müttertagebuch‘ von Maria E. für ihren 1914 geborenen Sohn „Nusserl“, 28. März 1916, Steiermark

NL 174 Handschrift Maria EDie Steirerin Maria E. (geb. 1890) war mit einem Juristen verheiratet. 1913 wurde ihr erster Sohn Heribert geboren, 1914 der zweite „Nusserl“, 1915 die Tochter Hedwig. Ihre Ehemann war seit Frühling 1915 zum Kriegsdienst eingezogen. Zu Ostern 1916 wollte sie ihm eine Fotografie der Kinder senden. In dem Müttertagebuch für „Nusserl“ berichtet sie von den Herausforderungen im Fotostudio mit den kleinen Kindern.

März [1916]: Ich lasse die Buben photographieren, um Adolf [dem Ehemann] damit eine Osterüberraschung zu bereiten. Mutter begleitet mich zum P., der des schlimmen Nusserls wegen 8 [Film]Platten braucht. Heribert läuft einfach immer davon und will sehen, was hinter dem schwarzen Tuch steht. Er ist weder zum Sitzen, noch zum ruhig Stehen zu bewegen. Erst als er ein weißes Hunderl in die Hand bekommt, gibt er einen Augenblick Ruh. (Heribert hat zum ersten Male ein Hosenrockerl an).

Sammlung Frauennachlässe NL 174
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Die Verwendung der Namen der Schreiber/innen und ihrer Familien folgt den vertraglichen Vereinbarungen der Sammlung Frauennachlässe mit den Übergeber/innen. In den Dokumenten genannte Namen dritter Personen werden aus Datenschutzgründen anonymisiert. Das Müttertagebuch von Maria E. liegt in der Sammlung Frauennachlässe – in Auszügen – als Abschrift vor.

Zitation dieses Beitrages: Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen – Auszüge aus Beständen der Sammlung Frauennachlässe Nr. 69: Müttertagebuch von Maria E., 28 März 1916, SFN NL 174, unter: https://salon21.univie.ac.at/?p=24241