Wienmuseum (Web)
Zeit: 03.09.2024, 18.30 Uhr
Ort: Wienmuseum, Karlsplatz, Veranstaltungsraum, 3. OG
Anmeldung (Web)
- Gespräch von Andreas Kranebitter und Bertrand Perz (Inst. für Zeitgeschichte der Univ. Wien)
Andreas Kranebitter, seit 2022 Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (DÖW), präsentiert seine Studie zur nationalsozialistischem Praxis mit sogenanntem Verbrechertum. Das Buch ist ein essentieller Beitrag zu einer wenig verstandenen Dimension des NS-Terrorstaats. Im Wien der Nazizeit war die Kriminalpolizei ermächtigt, Personen in „Vorbeugungshaft“ zu nehmen und in KZ einzuweisen. Polizei und SS etikettierten sie wegen ihrer Vorstrafen als „Berufsverbrecher“. Wer aber waren die „kriminellen“ Häftlinge der Konzentrationslager? Auf welcher rechtlichen Basis wurden sie deportiert? Wegen welcher Delikte hatten sie Vorstrafen erhalten? Wie wandte die Kriminalpolizei das Label „Berufsverbrecher“ an? Welche Rolle spielten sie im Gefüge der „Häftlingsgesellschaft“?
In seinem neuen Buch geht Kranebitter den Biografien von 885 österreichischen „Berufsverbrechern“ des KZ Mauthausen nach. Die Geschichte der Konzentrationslager wird so aus einer bisher kaum beachteten Perspektive betrachtet. Das Buch widmet sich aber nicht nur der NS-Zeit, sondern auch der Geschichte der Kriminalpolitik in Österreich und dem Weiterleben der Stigmatisierungen in den (Familien-)Biografien dieser Opfergruppe nach 1945. Denn nach 1945 galten sie nicht als Opfer. Über sie wurde nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen, aber nicht geforscht.
Das Buch „Die Konstruktion von Kriminellen: Die Inhaftierung von ‚Berufsverbrechern‘ im KZ Mauthausen“ ist in der Serie „Mauthausen-Studien“ der new academic press erschienen (Web)
Dauer ca. 90 Minuten | Eintritt frei

Sektion Historische Pflegeforschung (HPF) und DRK Landesverband Sachsen e.V., Anja Katharina Peters
Mauthausen Memorial and Women in the Holocaust (WHISC) at Moreshet Mordechai Anielevich Memorial Holocaust Study and Research Center, Givat Haviva
Spinnboden Lesbenarchiv und Bibliothek e.V.
Associazione Internazionale per la Storia delle Alpi (AISA) and the universities of Ljubljana and Capodistria; Margareth Lanzinger and Aleksander Panjek
Sapienza Università di Roma, Italy; Daria Dyakonova and Minja Bujakovic (European University Institute – EUI, Florence)
Wienbibliothek im Rathaus; Bernhard Hachleitner und Christian Mertens
West of England & South Wales Women’s History Network 31st Annual Conference
Museum für Geschichte, Graz